Mittwoch, 1. Dezember 2010

PEARL JAM 15.08.2009 BERLIN Wuhlheide

HEIMSPIEL -> Pearl Jam 15.08.2009 Berlin, Wuhlheide

Wie versprochen: Weiter geht die wilde Hatz durch Europa… immer dem Eddie hinterher. Nach dem bereits beschriebenen Rotterdam – Konzert, was an sich ja schon ein ziemlicher Hammer war, blieben uns nur ein knappes dutzend Stunden um uns wieder Richtung Berlin aufzumachen. Nachdem wir aber dem Ahoy so frisch und vor allem begeistert entstiegen waren genehmigten wir uns erstmal noch ein kleines McFress Menu und traten dann die Rückfahrt ins Ruhrgebiet an. Nach gut 7 Stunden Schlaf bestiegen wir wiederum das Auto um gen Bundeshauptstadt zu streben. Stau sei Dank brauchten wir dafür dann auch reichlich 6 Stunden.
Da wir uns standesgemäß (hey, wir waren auf Band-hinterher-reise-Urlaub) in einem Hostel eingenistet hatten für die kommenden Tage, war das mit der Verspätung auch recht unproblematisch. Nachdem wir also unser recht spartanisches aber unterm Strich schon passendes Zimmer bezogen hatten, trudelte auch meine Schwester, welche die Anreise separat verwirklichte, schon ein. Gemeinsam trollten wir uns dann in den angrenzenden Norma um die Nahrungs- und Genussmittelversorgung sicher zu stellen. Nach einem gemeinsamen Picknick mit der angehenden Jungfamilie Z. (Grüße an euch ;-) ), welche am Folgetag auch das Konzert genießen sollte, ließen wir den Tag dann im Hostel mit einem gepflegten „Pivo“ ausklingen.
Aufstehen war dann eine halbe Stunde vor Frühstücksdeadline angesagt, also schnell den wässrigen Kaffee gekippt und das eine oder andere Brötchen reingedreht und wieder aufs Zimmer; Mittagsruhe halten. Die Mädels waren ja eh shoppen. Zwischendurch noch fix den frisch installierten „Bierschrank“ im Norma aufgefüllt und dann gechillt und innerlich noch mal Rotterdam Revue passieren lassen. Aufbruch gen Wuhlheide war für ca. 14 Uhr geplant, was sich als eine elend lange Zeit des Wartens heraus stellte. Jedenfalls schmissen wir uns dann in Schale (meine geliebten Chucks und das dunkelblaue Bandwagon – Shirt bildeten meine Garderobe. Da unsere Unterkunft recht günstig zur Wuhlheide lag, brauchten wir nur ca. 20 Minuten und ein Umsteigeintermezzo mit der S Bahn, bevor wir an der Wuhlheide angelangten.

Am Ziel!
Es war also noch nicht einmal 15 Uhr nachmittags, als wir uns zu viert auf den Weg Richtung Veranstaltungsort machten. Wir schwammen mit einem minütlich anschwellenden Strom von Pearl Jam Fans durch den lichtdurchfluteten Wald. Spätestens als wir dann das Eingangstor sahen, vor welchem meine Schwester und ich vor mittlerweile fast 3 Jahren geschlagene 7 Stunden verharrten um auch ja noch in den FOS Bereich zu all den TenClubbern zu kommen, spätestens da waren wir angekommen am Sommerabend! Nun, da wir dieses Jahr aber 10C – Karten hatten, ließen wir jenes legendäre Tor (und auch zwei besoffene Italiener auf einem Tretauto *rofl*) im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und umrundeten die halbe Location um zu unserem Extraeingang zu gelangen. Die Ausschilderung war quasi nonexistent, weshalb ich einen dieser Securityheinis um Rat bat. Nach weiteren 15 Minuten Fußmarsch kamen wir dann auch am FEZ an, vor dessen Toren der Fanclubeingang dann auch platziert war. Schnell waren die Karten nebst der „Special – Entry“ – Bändchen (in einem schnieken Grün diesmal) abgeholt und es ging in typischer PJ – Vorkonzertmanier zum Relaxen auf die Wiese. Schön relaxte Stimmung, vom Ambiente her sogar noch eine Ecke chilliger als Rotterdam, was sich aber beim Einlass leicht änderte. Zwischen Bierchen und Bulette noch das eine oder andere Schwätzchen mit den Leutchens aus dem Forum gehalten. (Btw.: Ich weiß, dass das bissel versnobt rüberkommt, aber VERDAMMT, es war einfach geil, wenn man mal die Fragen nach dem voran gegangenen Konzert nicht stellt, sondern beantwortet! ;-) ). Als wir uns irgendwann kurz vor 17 Uhr dann langsam gen Schlange bewegten wurde uns klar, dass mit der Organisation des Fanclub Einlasses irgendwas schief gelaufen sein muß. Die gewohnte, reibungslose Abfertigung, die für den 10C sogar im Organisationssodom Düsseldorf halbwegs geklappt hatte, funktionierte nicht so recht. Early Entry konnte man quasi knicken, wir waren zwar mit die Ersten, aber das Normalvolk mischte sich auch so langsam unter uns „Auserwählte“. ;-) Jedenfalls suchten wir uns eine recht bühnennahe Position auf Mikeys Seite und als diese Position gesichert war, war erstmal Mercandise Zeit! Also auf in den Kampf am Merch-Stand und zwei der so herrlich schrägen Kunstrucke eingeheimst. Bis ich diese dann aber in der Hand hielt, musste ich erstmal so eine Art Moshpit überstehen… ein Eldorado für Frotteure war das… . Aber es hat sich ja gelohnt, am Ende hängt der in Eichenlaub gerahmte, totenköpfige, blutverschmierte Schnurrbartmetzger mit gigantomanischem Fleischerbeil jetzt gerahmt schräg über mit. Ach ja, Würste sind auch drauf *lol*. Feines Poster, rein künstlerisch bestimmt nicht so komplex wie Rotterdam, aber dafür mit einem doppelten Gaga-Bonus meinerseits versehen! 

Männerposter!
Praktischer Weise gab es die Posterrolle wieder dazu, wenngleich die Quantität der losgetretenen Poster schon etwas wehmütig stimmt. In Düsseldorf musste man die Poster selbst als Tencluber hart erkämpfen bevor die relativ geringe Anzahl ausverkauft war. In Berlin war davon keine Spur mehr, sodaß die Dinger wohl langfristig keinen Wertzuwachs á la D-Dorf hinlegen werden. ;-) Aber egal, jedenfalls ging’s dann zurück in den Innenraum. Das Warten auf die Band wurde langsam unerträglich. Wetter war perfekt, wir waren da… es konnte also los gehen! Aber was machten die Jungs: Ließen uns noch zwei Stunden schmoren. Dazu noch mit ein paar leicht bemesserten Polen in unserer Nähe. Aber was nimmt man nicht alles auf sich?!? Außerdem...


...wußten wir uns schon die Zeit zu vertreiben! ;-)
Als dann endlich Gomez die Bühne betraten setzte die erste Welle der Erleichterung ein. Nicht etwa, weil die so gut sind (auch wenn ich das Berlin-Set um Längen unterhaltsamer fand als den Auftritt in Rotterdam) sondern viel mehr, weil man die in 30 Minuten somit auch abhaken konnte. Noch mal: Schlecht sind Gomez nicht, nur als Einheizer halt ungeeignet. Jedenfalls groovten wir so gut es ging mit (Highlight des Sets mit Abstand wieder „How we Operate“) und als die Kerls die Bühne wieder räumten stimmten wir in den obligatorischen „Opener – Ratespaß“ ein. Ich war mir ja so was von sicher, dass heute die Stunde von „Release“ schlagen würde… ENDLICH. Weiter waren noch „Long Road“ und ggf. ein hingesummtes „Sometimes“ in der Verlosung wenn man sich mal so grob umhörte. Daß es am Ende nicht Release war, mag nicht unbedingt überraschen bei der Bandbreite, welche die Jungs so hinlegen bei Konzerten; wesentlich überraschender ist wohl, dass ich das mit dem abstand von 2 Wochen auch ganz gut so finde. Release wäre zwar als Song wahnsinnig toll gewesen, wenn wir ihn als Opener bekommen hätten, nur hätte das irgendwie nicht zum Konzert gepasst. Ebenso wenig, wie sie hätten mit Indifference aufhören „können“. Beides will ich unbedingt noch mal hören, aber dass es in Berlin nicht geschah, war unterm Strich gut so!

Ungefähre Standortangabe in Rot!
Jedenfalls warteten wir diesmal nicht ganz so lange wie in Holland, aber immer noch lange genug bis die Jungs die Bühne endlich betraten. Da waren sie wieder, zwei Tage nachdem wir sie frenetisch aus Rotterdam verabschiedeten standen sie wieder auf einer Bühne vor uns. Jedenfalls wurde diesmal statt einer ruhigen Begrüßung wieder die Rockerkeule ausgepackt. Ähnlich wie 2006, als mit „Go“ gleich richtig losgespurtet wurde, packte man mit „Why Go“ wieder eine schnellere Nummer aus. Mit dem kleinen Unterschied vielleicht, dass „Why Go“ noch ein wenig hymnenhafter ist. Bewundernswert, dass die Menge gleich voll da war. Refrain und vor allem die zum Mitklatschen animierende Basslastigkeit des Songs ließen die ganze Wuhlheide gleich mal anständig abgehen! Selbst dass es noch hell war als diese Töne einsetzten konnte da nicht wirklich stören, zumal der Genosse McCready schon beim ersten Solo unterstrich, dass er im Vergleich zu Rotterdam wohl nichts an Spielfreude eingebüßt hatte. Yes! Was folgte war nun mit „Hail Hail“ der ultimative Rocker der „No Code“. Noch so ein Kandidat von der persönlichen Wunschliste gleich zum Beginn. Der Zuschauerchor sang sich zudem so langsam ein und Eddie, der sichtlich nüchterner die Bühne betrat als in Rotterdam, strahlte gleich bei den ersten zwei Songs jede Menge Spaß aus.
Weiter gings mit einem recht frühen „Fixer“. Also der Song ist Live eine Bombe! Gut, das mag an den anfangs so ungewohnten „Yeah-yeahhh-yeahhhh`s“ liegen, die Live einfach mal zünden, aber mittlerweile halte ich den für ne ganz tolle Nummer! Auch wenn das Album erst Mitte September raus kommt, die Nummer zündete trotzdem schon verblüffend gut. Nach diesen drei Brettern zum Einstieg gabs nun ein „Guten Abend“ von Eddie und mit „Corduroy“ den nächsten Sing-Along. Wenn man sich so umschaute, sah man überall tanzende Menschen und emporgereckte Arme. Als 17.000 Anwesende rhythmisch klatschten um Mikeys nächstes Killersolo zum Abschluß des Songs einzuleiten, konnte man so für sich selbst das Zwischenfazit ziehen, dass die ganze Veranstaltung hier dem Jahr 2006 nicht sonderlich hinterher hinken wird. Eddie verlaß vor dem nun kommenden ruhigeren Block wieder ein paar Worte in holprigem Deutsch und dann nahm die Band mit „I am Mine“ erstmal den Fuß vom Gas. Was auf das herrliche Midtempostück der Riot Act folgte war nun aber der HAMMER! Die Jungs haben ein recht ausuferndes Repertoire an Balladen die nach I am Mine passen würden, aber sie zogen mit „Nothing as it Seems“ gleich mal wieder einen meiner absoluten Lieblingssongs aus dem Zylinder! Seit 2001 schaffte er es lediglich bei 27 Konzerten auf die Setlist und ward in Europa zuletzt am 29.Juni 2000 in Oslo gehört. Eine dieser fast schon hypnotischen Balladen der Jungs, die einen einfach nur durch das Konzert treiben lässt. Vom Erklingen des ersten Tons bis zum letzten Saitenanschlag durch Mikey träumte man sich durch den Song. Zumal man nicht wirklich merkte, dass der schon relativ lange nicht mehr gespielt wurde… tolle Version! Am besten trifft einen so was immer noch überraschend.
Im Anschluß gabs mit „Untitled“ und „MFC“ die fast schon zusammengeschweißten Brüder im Geiste. Wenn es bei Pearl Jam so was wie „Easy Listening“ gibt, dann wohl MFC. Man wurde aus der dann doch schon so dunkel – süßen Umklammerung von „Nothing as it Seems“ recht angenehm wieder heraus gerockt. Großartig. Und weil wir grade dabei waren abzugehen, gabs mit „Gods Dice“ und vor allem dem unvergänglichen „Even Flow“ nebst Drum-Solo fröhlich weiter auf die Mütze. War schon irgendwie beruhigend, Even Flow wieder als Konstante bei den Konzerten zu haben, ein Konzi (Düsseldorf) ohne das Lied reicht dann auch. Außerdem ist das Dingen nach Alive der ultimative Mitsinger der Jungs, da kocht dann jede Location! Vor Even Flow gabs übrigens eine ziemlich einmalige Sache. Eddie ließ auf Grund Platzmangel (Stichwort: Fehlender FOS – Bereich) die gesamten Massen mal kollektiv drei Schritte zurücktreten… und es klappte! Kopenhagen hin oder her, ich hätte nicht gedacht, dass das funktioniert.
Mit „Unemployable“ und „Severed Hand“ war dann wieder Avocado-Time. Während ersterer schön rockte und Live auch wesentlich markanter und mitreißender ist als auf CD, zeigte sich bei Severed Hand mal wieder wie unglaublich gut die Jungs zusammenspielen können. Unfassbar, man merkt denen den Spaß an dem, was sie machen richtig an.
Mit „Light Years“ wurde dann gleich schön hochqualitativ weiter gemacht. Toller Song, der zudem wieder etwas das Tempo raus nahm. Man konnte im wahrsten Sinne des Wortes erstmal wieder Luft holen. Schon der leichtfüßig eingespielte Einstieg war genial gewählt um etwas die Spannung raus zu nehmen.
Um vor dem großen Finale des Mainsets aber noch ein bissel mehr Luft schnappen zu können, gönnte man uns Daughter (mit Blitzkrieg Bop – Tag). Großartige Version, auch dass Eddie das Tag ein wenig vernachlässigte um statt dessen seinen Spaß mit dem Publikum zu haben (Motto „Ich mach` Blödsinn, wer macht mit?“) störte da nicht wirklich, im Gegenteil. Die Wuhlheide jedenfalls schien in diesen Momenten ein einziger Chor zu sein! Zu schade, dass „Black“ nicht kam, das wäre bei dem Potential an Stimmen und Stimmung zur Naturgewalt ausgeufert.
Wie versprochen: Der Ausstieg aus dem Mainset fiel dann wieder eine Runde rockiger aus. Nach dem neuen „Got Some“, das wie erwartet wieder die Masse in Schwung setzte, konnte mit dem seltenen aber in meinen Ohren großartigen „Glorified G“ (sorry Klenne, aber da musstest du durch) erneut gepunktet werden. Für die Nostalgiker gabs dann noch mit „Brother“ eine Artefakt aus längst vergangenen tagen, was wohl durch die Arbeiten an der neu abgemischten „Ten“ wieder Einzug in den Bühnenkatalog fand. Danach dann das große Finale mit „Insignificance“ (jaja, nach Düsseldorf zum 2. Mal gehört) und als Abschlußkracher dann „Do the Evolution“ WOOOO-HOOOO da gings noch mal so richtig ab. DTE, was mittlerweile, als einer der wenigen Songs der Jungs, in die Setlist einzementiert ist, prügelte die Stimmung unbarmherzig nach vorne. Und so verabschiedeten wir die Band mit einem geradezu irren Chor in die kurze Spielpause. Wenn man das Bootleg hört wird einem erst mal bewusst, wie es da abging! Von vorne bis hinten ist diese Version einfach nur geil! Der „Hallelujah“ – Chor von Stone persönlich angestachelt – topt in meinen Ohren alle vier anderen Konzerte noch, das beste DTE was ich bisher gehört habe! Wie immer war der Song viel zu schnell vorbei. Zu einem Zwischenfazit kam ich gar nicht wirklich, erstmal war man ohnehin viel zu sehr geflasht von der Spielfreude und der überaus schmackhaften Songsauswahl, andererseits musste man sich auf das Kommende vorbereiten… soweit das überhaupt ging. Die Jungs öffneten an diesem Abend wiedermal die eine wahre Setlist – Wundertüte. Da fiel es schwer irgendwelche Prognosen über die Encores zu treffen. Wie zum Beweis betrat Eddie mit Jeff zunächst alleine die Bühne. Jeff, seines Zeichens eigentlich Bassistengott vom Dienst, schnappte sich eine akustische Gitarre und nachdem Eddie sich erstmal für den bislang so angenehmen Abend bedankte (Scherzkeks… das müsste eher andersrum laufen), stiegen die beiden ausgerechnet mit „Bee Girl“ ein. Bee Girl…. Alter! BEE GIRL!!!! :-D Spitze! Und danach der direkte Übergang zu „Betterman“ in Form eines unglaublichen Wuhlheide-Chors. Gänsehautfeeling pur war das. Rotterdam bekam schon eine top Version von Betterman präsentiert. Dadurch, dass Eddie in Berlin den Massen aber nicht ins Wort fiel und wir die erste Strophe komplett alleine sangen, wurde der ganze Song noch mal um eine ganze Ecke gepusht. Unglaublich, wie dieses erste Encore startete. „Betterman“ war und ist für mich die beste Version des Songs bisher… das toppt Madrid 2006, wo der Song als Opener ähnlich gut ankam, noch mal um Längen! Auch das „Save it for Later“ Tag schlug bombastisch ein. Es war so richtig schade, als das Lied vorbei war.


"Betterman"... ohne Worte! (PS: Achtet mal auf Stonie, wie Schmidtchen Schleicher ;-)
Die Jungs hatten sich offenbar einen gemäßigten Einstieg in den ersten Zugabenblock vorgenommen, denn sie ließen „Given to Fly“ folgen. Die Wuhlheide war mittlerweile ein kollektive Party geworden. GTF wurde zudem zwei frisch vermählten gewidmet. Eddie brachte es mit seinem leicht dahingelallten „viel Glugk“ wohl auf den Punkt. ;-) Alle die den Song für „tot gespielt“ halten: Schande über euch! Klar kommt der auf fast jedem Konzert mittlerweile, aber wer bei GTF im Innenraum steht und DAS erlebt, was in berlin los war, der kann eigentlich nichts dagegen haben, wenn das Lied hin uns wieder live ausgepackt wird.
Jetzt wurde aber bis zum Ende des Abends der Raritätentresor gaaaaaanz ganz weit geöffnet! Den Anfang machte die 32. ever played version of „Hard to Imagine“. Sooo schön der Song! Wieder was zum treiben lassen und im Rhythmus schwelgen. Irgendwann auch mal lauthals mitsingen und, so intensiv wie die Jungs das Ding spielten, fast schon mitleiden. Die instrumentellen Parts getragen von Mikeys Top-Form! Unter anderem gabs heute wieder eine kleine Einlage der Marke „ich kann euch auch hinterrücks die Hammerriffs spielen“… Mr. Mike McCready, der Lionel Messi der Plektren! Wahnsinn! Auch dass die Jungs dem Song fast 2 Minuten zum Ausklingen ließen, begleitet vom Klatschen der Massen, war ein weiterer Grund diesen Moment auf den Olymp der bisher gehörten PJ – Songs zu hieven! Da kann er es sich dann mit den ca 3 Dutzend anderen Songs gemütlich machen! ;-)
Als „Rausschmeißer“ aus dem ersten Zugabenblock folgte nun Die Hymne schlechthin: „Alive“! Der ultimative Mitsinghöhepunkt des Abends. Diesen Refrain aus ca 17000 Kehlen zu hören ist einfach un-glaub-lich. Vorn auf der Bühne stürzt dazu noch der Eddie wir von der Tarantel gestochen über die Bühne. Weltklasse; unsere „Hey-Hey-Hey“`s muß man doch noch bis Potsdam gehört haben….


Hier mal der Beweis für unsere Form bei Alive! Ich hab bewußt mal ne Aufnahme bei youtube gesucht, wo das, was im Publikum abging zumindest zu erahnen ist!
Leider endete der Song halt in der 2. Encore Break. Wieder eine kleine Verschnaufpause, die aber durch die selbst gewählte Form der Bandbegrüßung verkürzt wurde. Die Jungs wurden mit dem guten, alten „Ooooooooooooooooohhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh“ in fußballeresquer Manier wieder auf der Bühne willkommen geheißen. Eddie, der den Sinn dieser Übung immer noch nicht so ganz erfasst hat, betrat wieder sichtlich gerührt die Bühne und spielte ein wenig mit der Tonhöhe der Masse herum. Ich glaube ihm gefällt das Spielchen, aber er sollte sich langsam mal erklären lassen was wir eigentlich von ihm wollen. ;-) Jedenfalls beeindruckte ihn der ganze Spaß so sehr, dass er Berlin quasi den Persilschein für anstehende Tourplanungen ausstellte.
Nun wurde es aber… kafkaesk!! Man stieg mit „Angie“ von den Stones ins 2. Encore ein (BTW: seit 1993 zum erst dritten Mal gebracht die Nummer)! Aber als Überleitung zum anstehenden „Elderly Woman“ perfekt das Ganze. Zumal nach einer kleinen Phase der Irritation das Publikum auch bei Angie textsicher einstieg (naja, Kunststück…). Jedenfalls war „Elderly Woman“ dann auch umso mitsing – intensiver und vor dem anstehenden Power-Goodbye der letzte Moment der Ruhe der uns gegönnt wurde! ;-)
Dank eines unbekannten Helden mit einem riesigen „Faithful“ – Schild bekamen wir diesen Hammersong dann als nächstes zu hören. Dafür wurde dann zwar „Green Disease“ von der Setlist gestrichen, womit meinereiner aber bei dem Ersatz ganz gut leben kann. Außerdem hatte ich Green Disease schon vor 3 Jahren in Berlin erleben dürfen. Faithful dagegen war neu und entsprechend toll war es dann auch diese Nummer zu Hören zu bekommen. Meiner Meinung nach einer dieser vollkommen zu Unrecht missachteten Songs der Band! Der geht auf der Yield irgendwie unter, wasw eigentlich sehr sehr schade ist.
Nun, soviel sei schon mal verraten, standen die letzten drei Songs eines unglaublichen Abends an, der gewohnheitstreu mit „Yellow Ledbetter“ enden sollte. Vorher wurde aber noch mal so richtig am Gashebel gezogen und seit 1993 erstmals wieder „Sonic Reducer“ in Europa ausgepackt. Ein Powersong, der einem kaum Verschnaufpausen lässt und unablässig nach vorne marschiert. Nochmal ordentlich abgehen war angesagt… aber als Eddie dann mit „Ich glaube ihn hier zu spielen hat eine große Bedeutung“ ausgerechnet „Rocking in The Free World“ ansagte, da packte die Menge noch mal die geschundenen Stimmbänder bei der Ehre und verwandelte den Song zu einer wahren Wahnsinnsversion! Keine Ahnung ob es nun an der grundsätzlich grandios aufgelegten Band lag, den voran gegangenen zweieinhalb Stunden puren Konzertwahnsinns oder einfach daran, dass Berlin die Nummer 20 Jahre nach dem Mauerfall quasi geschenkt bekommt… RITFW ging unvergleichlich ab! Werde ich nie vergessen diese sieben Minuten! Danke!
Das erwähnte „Yellow Ledbetter“ ließ dann noch mal die ganze Wuhlheide den großen Abschiedschor zelebrieren. Die Nummer ist immer ein wenig traurig, egal wie toll der Song an sich auch ist. Also schwelgten alle noch mal in den frischen Erinnerungen an das eben gemeinsam durchlebte Konzert und ließen die Band mit lautem Getöse ihren wohl verdiensten Feierabend antreten, freilich erst, nachdem „Mr. Spielfreude“ gut zwei Minuten lang mit dem Hauptriff spielte und sowohl den Song als auch den ganzen Abend sanft zur Ruhe legte. In diesem Moment verstand man auch, warum Eddie sich plötzlich vor dem noch versonnen spielenden Mike auf die Knie warf und sich verbeugte. Stellvertretend für alle Anwesenden quasi.
NAIS, Hail Hail, Hard to Imagine, Faithful, Glorified G, Light Years, Sonic Reducer und RITFW in EINEM Konzert, dazu noch ein Dutzend Hammersongs und KEIN „Come Back“… hätte mir das einer vor dem Konzert gesagt, ich hätte nur noch gefragt wo man das kaufen kann, was der Typ nimmt! ;-) Selbst mit 15 Tagen Abstand ist das Konzert noch unfassbar grandios gelaufen. Die Setlist alleine, egal wie großartig sie auch aussieht (und mal ehrlich, die ist einfach der Hammer) kann das Konzert nicht wirklich beschreiben. Es war zwar nicht zu erwarten, aber im Vergleich zu Rotterdam wurde hier noch ordentlich eine Schippe drauf gelegt… und Rotterdam war schon ein wahnsinnig toller Abend.
Jedes Konzert der Jungs ist irgendwie anders und daher auch nur schwer vergleichbar. Das sind keine Setlistperfektionisten, die pro Tour eine Setlist entwerfen, die dann auf Teufel komm raus durchgezogen wird (gelle, Mr. McCartney?!?). Nur mal so als Hinweis: Berlin war mein mittlerweile viertel Konzert der Jungs, auf dem ich immer noch 15 Songs geboten bekam (von insgesamt gespielten 30!), die ich vorher live noch nicht erleben durfte. Von insgesamt 116 gespielten Stücken auf besagten vier Konzis waren 73 unterschiedliche Songs dabei. Die Quote ist einfach mal geil! :-D Aber egal, so wie das klingt haben die Jungs sich ernsthaft mit dem Gedanken angefreundet nächstes oder spätestens übernächstes Jahr wieder zu kommen. Dann freilich mit dem „Backspacer“ im Gepäck. Aber wenn ich da von „The Fixer“ oder „Got Some“ ausgehe, muss man sich um das Album wahrlich keine Sorgen machen.
Unterm Strich bleibt ein wahrhaft großartiger Urlaub mit zwei denkwürdigen Konzerten. Ich fange jetzt mal lieber an mit Sparen für die angekündigte Euro-Tour ;-)… Jungs, sagt mir wo und wann und DER ONKEL GEHT WIEDER AUF TOUR!!!!


Setlist:


Mainset:
Why Go
Hail Hail
The Fixer
Corduroy
I Am Mine
Nothing As it Seems
Untitled
MFC
Gods' Dice
Even Flow
Unemployable
Severed Hand
Light Years
Daughter(Blitzkrieg Bop)
Got Some
Glorified G
Brother
Insignificance
Do The Evolution


Encore 1
Bee Girl
Better Man(Save it for Later)
Given To Fly
Hard To Imagine
Alive
Encore 2


Angie
Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town
Faithful
Sonic Reducer
Rockin' In The Free World
Yellow Ledbetter

PEARL JAM 13.08.2009 ROTTERDAM AHOY

HALF FULL

(PEARL JAM)


Na Servus. Jetzt, da das Event schon fast 14 Tage zurück liegt, kommt endlich der versprochene Blogg-Eintrag zu meinem kleinen Mini-Tour- Urlaub mit Pearl Jam. Besser spät als nie denke ich! :-) Außerdem ist so auch gewährleistet, daß ich nebenher so ganz geschmeidig das Bootleg vom Berlin Konzert hören und wieder in Stimmung kommen kann! Was waren das für zwei Abende, der Wahnsinn! :-D
Fangen wir der Einfachheit halber mit Rotterdam an. Rotterdam, Sportpalais Ahoy am 13.08.2009. Ausgangspunkt unserer langen reise war das malerische Ruhrgebiet, von wo aus wir über eine der gefühlten 47 Autobahnen, welche sich da pro Quadratkilometer tummeln, gen Drogensumpf düsten. Wir brachen früh auf, da wir uns mit einem "Tag am Meer" in die richtige Konzertstimmung bringen wollten, sprich relaxt an die ganze Sache ran gehen. So kam es dann auch, daß wir zunächst einmal die Nordseeküste ansteuerten, uns dem langen Marsch durch die Dünen stellten und ein paar entspannende Stunden am und im Wasser verbrachten! Immer im Hinterkopf die kommenden Ereignisse, welche keine 45 Autominuten entfernt in Rotterdam auf uns warteten. Als wir gegen 15 Uhr wieder aufbrachen, chilligen Gemütes und optimal entspannt, verflogen die wenigen Kilometer vom Strand bis zum Ahoy (btw: klasse Ausschilderung, Daumen hoch liebe Tomatenschänder!) geradezu. Als wir dann in der noch recht überschaubaren Schlange zum Parkplatz standen, erwischten wir, Murphy sei Dank, mal wieder den langsamsten Schalter. Beim freundlichen und leicht hyperaktiv angehauchten Schrankenbediensungsheinz angekommen wurde auch klar woran das lag... der Kerl war einer von der kommunikativen Sorte! Und so kam es dann, daß wir zunächst eine bandspezifische Fangfrage beantworten mußten, bevor der Knilch uns die Zufahrt gewährte. Dank meinem groben Übersichtswissen Pearl Jam betreffend stellte diese erste Prüfung aber auch keine wirkliche Hürde dar. Den Skoda wegrollsicher abgestellt und dann zog es mich schon magisch zur Halle hin. Zuerst aber noch die obligatorische Beinkleidung angelegt (ohne meine Chucks geht bei PJ - Konzis NIX) und dann latschten wir schon auf den sich langsam bevölkernden Vorplatz des Ahoy zu. Vorbei an der spärlich gefüllten 10c - Schlange, welche sich größtenteils in der prallen Sonne und mit Hopfenkaltschalen auf den Pflastersteinen lümmelte. Joa, dachte ich, gute Idee! Und nachdem wir sodann auch in unserer Schlange (vorerst) Platz genommen hatten, erkundete ich das unweit von uns "tobende" Volksfest und organisierte erstmal ein Heineken nebst Cola. Wir ließen uns das jeweilige Getränk im Sonnenschein munden, beobachteten 50jährige Knispel bei Kiffen (kein Scherz, der Opi hat sich da wirklich einen rein gezogen) und genossen die entspannte Vorkonzertstimmung, die PJ Konzerten irgendwie eigen ist. Da wird nicht 4 Stunden vor Einlaß bereits gedrängelt, nein, da sitzt man eher bei nem Bierchen irgendwo auf der Wiese und fachsimpelt. Jedenfalls schniekten wir dann ca. ne halbe stunde vor Einlaß in „unsere“ Schlange und ließen uns in aller Ruhe in die Halle spülen. Die Irritationen kamen daher, dass wir ja nur noch Sitzplatzkarten ergattern konnten, keine Innenraumkarten, aber selbstverständlich zunächst in der Innenraumschlange landeten. Aber da wir das noch zeitnah mitkriegten nahm sich das von der Wartezeit her nicht viel. Im Ahoy angekommen zunächst mal schnurstracks zum Merchandisestand gerammelt und sich das Poster gesichert. Ein sehr schickes Teil, was Ames Bros da zusammengezimmert hat.

Schickes Teil: Rotterdam 2009 Pösterchen
Zur Sicherheit auch gleich mit Posterrolle aus stabiler Pappe, diese 2 Euro Extrainvestition sollten sich im Laufe des Abends noch mehrfach lohnen. Als das alles erledigt war, suchten wir unsere Sitzplätze auf. Den Befürchtungen zum Trotz waren die eigentlich top, seitlich der Bühne, erste Reihe und optimale Sicht auf Mikey, seine Saitengottheit himself. Aber irgendwas fehlte noch… Bier! Genau, also diesen Missstand auch noch fix beseitigt und dann dem Beginn entgegen gefiebert. Die Halle war vielleicht zur Hälfte gefüllt, als mit Gomez die Vorband die Bühne betrat. Hmm… ich möchte den Herren ja nicht zu nahe treten, aber von allen Openern, welche die Jungs in den letzten Jahren so anboten, waren die echt die schnarchigsten. Schlecht waren sie nicht, nur halt als Vorband irgendwie fehl am Platze. Streng genommen wartete ich nur darauf, dass die endlich fertig wurden um die Bühne den Göttern zu räumen. Das geschah dann auch relativ fix, also nach nicht mal 30 Minuten hatte sich „Gomez“ schon wieder backstage zur „Mortisha“ geschert und die Umbauten auf der Bühne setzten hektisch ein.
Nun folgte aber leider eine etwas lange Pause bevor die Jungs sich endlich blicken ließen. Spannend war, dass zunächst die Setlists verteilt und dann scheinbar 10 Minuten später wieder „korrigiert“ wurden (wie gesagt, wir hatten für solcherlei Beobachtungen sozusagen Logenplätze). Als Eddie dann seinen Wein neben das Mic gestellt bekam war die Spannung dann schon fast unerträglich… als dieser vom Roadie XY dann aber wieder backstage gebracht wurde, war sie dann nicht mehr auszuhalten. Aber keine 5 Minuten Später ertönte das neue Orgelintro und die Jungs betraten die Bühne… wobei „betreten“ in Eddies Fall wohl eher ein Euphemismus ist. Streng genommen torkelte Ed die Stufen empor, und stellte den Traubensaft dann wild gestikulierend wieder neben das Mikro. Eieiei, der hatte schon ordentlich was geladen, angesichts der Tatsache, dass wir uns in den Niederlanden befanden, war auch nicht allzu schwer heraus zu finden, was dies sein könnte. ;-) Jedenfalls war dies dann der Moment, in welchem die große „Opener Frage“, welche man sich vor jedem Gig stellt, mehr denn je brannte. Es wurde spekuliert und die vergangenen Shows heran gezogen (doppelt Opener gibt’s eher selten… oder doch nicht?!?). Spannung! Ich für meinen Teil hätte mich über ein gediegenes „Release“ im Vorfeld gefreut… oder „Long Road“ und nur zwei zu nennen. Aber wie es nun mal so ist, man liegt bei PJ immer ganz weit daneben wenn man da vermutet und so wurde mit „Elderly Woman behind the Counter in a Small Town“ eröffnet. Das, muß man vielleicht dazu sagen, geschieht nicht so wirklich oft. Aber die ersten Töne waren angeklungen und… mir gings gut :-D ! Da freut man sich ein halbes Jahr auf seinen Urlaub und die kleine Konzertreise und als es dann los geht, ist schon der erste Song Anzeichen genug, dass das ein ganz ein toller Urlaub wird! Small Town wurde seitens der Band richtig zelebriert und ohne Eile gespielt. Highlight die Textzeile „I just want to scream „Hello!““. Ich habe keine Ahnung wie viele in dieses Ahoy rein passen, aber die, die da waren, die kannten den Text. Sehr schön! Auch der Sound war klasse, was 2007 ja so etwas das Problem gewesen war (wir hatten Gott sei Dank einen guten Platz erwischt damals). Jedenfalls war jetzt gleich mal klar, dass die kommenden Stunden ne richtig feine Sache werden würden. Nach dem ruhigen Beginn wurde dann „Last Exit“ ausgepackt. Es wurde schnell, es wurde laut, es wurde gerockt! Nebenbei auch noch der erste „ungehörte“ Song für mich, sprich, einer den ich Live noch nie erleben durfte. Daß von der Sorte in Rotterdam insgesamt 13 und in Berlin (trotz Rotterdam) noch mal 15 kommen würden, davon wagte ich nicht mal zu träumen! Aber so kam es. Als die Massen so langsam warm gerockt waren, wurde „Animal“ ausgepackt! YES! Das Ding ging los und mich hielt es nicht mehr auf dem Sitz! Man muss vielleicht dazu sagen, dass man da akutes Aufstehverbot erteilt bekam. Sobald man sich erhob kam einer der Ordner die Treppen herunter geflitzt um einen wieder in den Schalensitz zu zwingen. Ja, das war Mist, gebe ich zu. Zumal ich nach „The Fixer“ (erster neuer Song vom kommenden Album und Live ne richtig feine Nummer) und ¾ von „Given To Fly“ dann wieder besagten Ordner-Heinz an der Backe hatte. Widerwillig ließ ich mich dann nieder. Bloß gut, dass das folgende „Severed Hand“ auch im Sitzen ein Genuß war. Wer allerdings denkt, ich hätte den Rest des Abends sitzend verbringen müssen, der irrt sich gewaltig. Kaum war „Severed Hand“ verklungen rissen die ersten Takte von „Why Go“ alle unstehenden Leute aus den Schalensitzen… in welche wir uns dann auch nicht wieder zurück verirrten bis das Konzert zu Ende war. Die Ordner kapitulierten dann wohl vor so viel zivilem Ungehorsam… Gott sei Dank! Jedenfalls konnte zu „Why Go“ dann so richtig gerockt werden. Eine tolle Version, den FOS-Berich mal von oben zu beobachten, statt selbst drinnen zu stehen hatte auch was, aber ein wenig Wehmut kam natürlich auch auf, als man sah, wie die da unter direkt vor Eddie abgingen. Aber es gab ja noch Berlin und bis jetzt wars auf der Tribüne auch ganz muckelig. Highlight war jedes Mal, wenn Mikey zu einem seiner Soli ansetzte… mein Gott, war der gut drauf an dem Tag! Was der mit der Klampfe anstellte… Wahnsinn! Außerdem flirtete der Mann wieder massiv mit dem Publikum, unsere Seite adoptierte er fast (nachdem wir lauter waren als die von Stone).
Vor dem nächsten Highlight („Brother“) wurde noch „Dissident“ eingebaut. Ich gebe ja zu, dass der Song nicht so wirklich mein Fall ist, live hat er aber schon was. Brother wiederum ließ mich mit dem seltsamen Gefühl des „nicht - textsicher - Seins“ zurück, was mir bei PJ normalerweise nicht so schnell passiert. Aber bis vor ein paar Monaten war der Song nun mal nur als Instrumental bekannt. Aber schön wars auf jeden Fall! Mit „Gone“ wurde dann die erste Christmas – Single ausgepackt (gut, schaffte es dann sogar bis auf die Avocado das Ding). Ich mag Gone, schönes Midtempo-Stück, das dann so langsam aber sicher Fahrt aufnimmt. Ähnlich wie das heilige „Present Tense“. Danach wurde wieder hymnisch gerockt zu „Even Flow“, ganz großer Moment für mich! Ich liebe diesen Song einfach seit den frühen 90ern. Mike packte wieder ein tolles Solo aus und auch Matt an der Schießbude trommelte sich bei seinem Einzeleinsatz brav nen Wolf. Ganz großes Tennis. Als die letzten Takte verklungen waren wurden auf der Bühne Instrumente gewechselt und die entstehende, kleine Pause zum Lufthohlen genutzt. Was nun kam (was wir natürlich noch nicht ahnen konnten), war einfach nur der Hammer! 3 Songs die man nicht erwartet hatte, über die man sich deshalb nur umso mehr freute und die auch noch bombastisch einschlugen! Los ging diese Trilogie mit „Wishlist“. Super Version, toll gespielt und schon bei den ersten Tönen ging ein enormes Raunen durchs Publikum. Eddie „schleimte“ sich dann noch mit einer Zusatzstrophe bei Rotterdam ein. Als, während Ed die letzten Töne ins Mikro nuschelte, Jeff zu seinem Standbass griff, sah ich schon die Zeit für „Daughter“ gekommen… aber Pustekuchen. Mit „Nothingman“ wurde eine weitere Rarität ausgepackt. Eine geradezu göttliche Ballade, die viel zu selten live ausgepackt wird. Eine wahre Hammerversion obendrein! Die Jungs ließen sich förmlich vom Song tragen und die Spielfreude, welche man ihnen den ganzen Abend schon überdeutlich anmerkte, erreichte einen ersten Höhepunkt. Großartig! Das ganze Ahoy schien vor sich hin zu träumen und den Song zu genießen. Wahnsinn. Als dann auch noch „Half Full“ hinterher geschossen wurde war das Mainset bereits als „großartig“ in die Geschichtsbücher gemeißelt. Spitze! Und wo wir alle schon so in balladesquer Tagträumereien versunken waren wurde mit „Black“ auch noch mal unbarmherzig nachgehakt. Naturgemäß entwickelte sich der Song dann zu einem kollektiven „Sing – Along“ und das minutenlange „düdüdüdü-düdüdüüüüü…. Düdüdüdü-düdüdüüüü…“ durchzog die Halle zum Abschluß. Drittes Konzert, drittes Mal „Black“ so was nennt man wohl „Glücksschwein“! ;-) Mit „Got Some“ und dem Brecher „Go“ wurde das Mainset dann noch mal energetisch abgeschlossen. Ersteres als zweiter Song vom neuen Album mit ungeheurem Live-Faktor und bei „Go“ wurden dann Erinnerungen an Berlin 2006 wach, wo die Jungs uns mit diesem Kracher begrüßten. Geiler Abschluß und durch die erste Encore-Break auch genug Zeit zum Luft schnappen bevor es weiter ging. Während die Halle die Rückkehr der Jungs auf die Bühne lauthals einforderte fragte ich mich, wie das denn noch weiter gehen sollte heute, Eddie, Mike, Stone, Jeff, Matt und der gute Boom setzten einfach mal einen grandiosen Standard für die kommenden Tage.
Eddie schlurfte nebst dem Rest der Band irgendwann wieder auf die Bühne und moderierte ein in die holländische Luft gehämmertes „Life Wasted“ an. Schnell, hart, energiegeladen! Nachdem nun jedem klar war, dass es ohne jedweden Verlust an Power weiter ging, wurden die Hymnen ausgepackt! Mit „Betterman“ wurde mir wiederum ein Songwunsch der Priorität 1 erfüllt. Eddie vermasselte, ähnlich wie beim darauf folgenden „Daughter“ zwar den Einsatz ein wenig, aber der Chor der tausenden Anwesenden kompensierte das locker. Richtig schöne Songauswahl und am Ende von Daughter noch ordentlich das Publikum einbezogen, das Konzert wollte gar nicht aufhören besser zu werden. Auch wenn man sich schon im ersten Zugabenblock befand dachte man keinen Moment an das unweigerlich näher rückende „Yellow Ledbetter“ und das einhergehende Ende des Abends… mal voraus gesetzt, dass „YL“ überhaupt gespielt wurde… an einem Abend wie heute wäre auch ein „Indifference“ *schmacht* als Closer möglich. Aber so weit waren wir noch nicht. Mit „Lukin“ und „Comatose“ wurde noch mal so richtig eingeheizt bevor das hymnische „Alive“ fast schon traditionell die erste Zugabe beendete. Außerdem kochte die Halle dabei noch mal so richtig, kein Wunder. In den letzten Jahren scheinen die Jungs den Song auch wieder so richtig genießen zu können, schön zu sehen wie da vorne die Bühne in voller Breite ausgenutzt wird um der Halle auch das letzte Tröpfchen Schweiß aus den Poren zu quetschen. Ein grandioser Abschluß war das. Für den zweiten Zugabenteil hatte ich mich irgendwie schon mit einer „Standard“ Setlist abgefunden (was jetzt nicht schlimm sein muß, aber angesichts der bisher gespielten Songs… was sollte da noch kommen?!? Nun, wie wäre es zum Beispiel mit einer erstklassigen COVER – ORGIE?!? Los ging es mit Eddie Solo und „Hide your Love Away“, Gänsehautfeeling in Rotterdam. Das ist nebenbei bemerkt so ein Song, bei dem ich seit Jahren immer neidisch auf die US-Setlisten geschielt habe… „Warum wird so was nie in Europa gespielt?!?“… nun, wird’s doch! Was nun folgte war mit „Love Reign O'er Me“ eine weitere Christmas Single und ein The Who – Cover. Daß ich das noch erleben durfte… grandios! Eddie hing sich voll rein, Mikey trieb das Lied unbarmherzig voran und die Halle kochte mal wieder… unklar wo die Jungs diese Kraft her nehmen! Das sollte aber nicht das einzige Who – Cover bleiben! Bevor man mit „The Real Me“ den Abend perfekt und meine Standardsetlistspekulationen komplett nutzlos machte, wurde dem Affen mit „Do the Evolution“ noch mal ordentlich Zucker gegeben! DTE, mittlerweile ein Stammgast in der Setlist, ist auch einer dieser Anheizer. Ganz groß dabei wieder mal der „Hallelujah“ – Chor der versammelten Massen. „The Real Me“ nahm dann den rockigen Unterton nahtlos auf und ließ die Halle ein letztes Mal explodieren. Mike tat es ihr gleich und ging ab wie ein Zäpfchen, was der Kerl mit seiner Gitarre anstellte… nicht rational erklärbar!
Leider waren wir hiermit am Ende des Konzertes angelangt… „Yellow Ledbetter“ geleitete uns aus einem gut zweieinhalbstündigen Rausch heraus in die Realität. Wie jedes Mal konnte man zum Ende von YL noch mal Mike in Höchstform erleben, wie er die Grundmelodie langsam und in immer neuen Interpretationen ausklingen ließ.

Der Beweis unserer Anwesenheit unter Eddies Achsel!
Als die Jungs sich dann noch verabschiedet hatten strebten wir noch total geflasht dem Ausgang entgegen. „Bloß gut“ dachte ich mir, „dass ich die Kerle übermorgen noch mal erleben darf!“. Wir waren in den Abend zwar schon mit großen Erwartungen gegangen, aber insgeheim gingen wir davon aus, dass Berlin noch eine Ecke schärfer, ja „besser“ werden würde. Nun, da wir diese Urgewalt einer Rockshow erlebt hatten, kamen uns daran Zweifel. Es war nicht so recht klar, wie man das hier noch nennenswert besser machen will! Wir Normalsterblichen rechneten halt nicht mit dem Ideenreichtum der Jungs! Denn, soviel sei schon mal verraten, in Berlin packten sie tatsächlich noch mal einen drauf! Aber davon werde ich euch die Tage berichten… ich gehe erstmal meine Tastatur kühlen! ;-)


PS: Hier nochmal die komplette Setlist zum Träumen für alle die da gewesen sind und all jene, die dies (leider) nicht konnten:

Main Set:
Elderly Woman
Last Exit
Animal
The Fixer
Given to fly
Severed Hand
Why Go
Dissident
Brother
Gone
Even Flow
Wishlist
Nothingman
1/2 Full
Black
Got Some
Go


Encore 1:
Life wasted
Betterman
Daughter
Lukin
Comatose
Alive


Encore 2:
Hide Your Love Away
Love Reign O'er Me
DTE
The Real Me
Yelllow Ledbetter

Pearl Jam 21.06.2007 Düsseldorf ISS DOME

gewidmet: EVEN FLOW

(Pearl Jam)... es war noch nie so schön, ein Lieblingslied NICHT zu hören! :-) Am 21.06.2007, also genauer gesagt Mittsommer, begab es sich nun also, dass nahezu die gesamte bundesdeutsche Pearl Jam Gemeinde nebst einiger niederländischer und französischer Unterstützung ins aus unserer Perspektive relativ ferne Düsseldorf pilgerte. Pflichtbewusst schlenderten also auch meine Schwester und ich um 5 Uhr in der Früh zum Bahnhof in Chemnitz. Voraus gegangen waren ein erklecklich kurzes Schlafintermezzo und ein umso schwierigerer Versuch sich mitten in der Nacht aufzuraffen. Dank dem relativ überschaubarem Maß an Kundenorientiertheit der Bahn wurden wir zunächst mit dem unvermeidlichen Regionalexpress nach Leipzig chauffiert, was allerdings noch dadurch getoppt wurde, dass es von dort zunächst einmal nach Hannover ging, wo wir wiederum in einen ICE gen Düsseldorf umsteigen durften. Alles in allem eine angenehme 7 Stunden - Reise auf Sitzen, mit deren Bequemlichkeitsfaktor früher wahrscheinlich der KGB irgendwelche Doppelagenten zum reden gebracht hat. Wie dem auch sei, jedenfalls überstanden wir das alles mehr oder weniger unbeschadet und erreichten nach Bahnmaßstäben pünktlich (d.h. Mit einer de facto Verspätung von 20 Minuten) jene mehr oder weniger pulsierende Metropole im landschaftlich ach so malerischen NRW... zumindest war’s das wahrscheinlich mal! Unser erster Gang führte dann auch erst einmal in den landeshauptstädtischen Regen hinaus und auf geradem Wege ins Touri-Informations-Büro hinein. Dort schnell einen Stadtplan nebst ÖPNV-Fahrplan organisiert und von der netten, spanisch stämmigen Servicekraft (die rollte das “R” so toll ... süß... so was kann man sonst wohl nur noch in Österreich) noch schnell die Anreise zum ISS-Dome erklären lassen und schon waren wir bestens gerüstet. Noch schnell den Stadtplan verstaut, wozu wir uns direkt neben zwei Bibelforschern platzierten, die gerade ihren Krachturm unter die begeisterten Massen zu bringen versuchten und den ersten, wenn auch sehr befremdlichen Kontakt mit einem Eingeborenen geschlossen (eine etwa 50jährige Gestalt, die roch wie ein halbes Faß “Scotch Guard” und deren Laufwege auch auf mindestens den selben Inhalt schließen ließen und der mir meine Schwester mit der Begründung, dass er jünger sei als ich, “ausspannen” wollte) und schon wurde das erste Primärziel in Angriff genommen: Kaffee!!! Selbigen besorgten wir uns dann im nahen Burger King, als Beiwerk gabs noch `nen Whopper und gegen 14 Uhr befanden wir uns dann auch zielstrebig auf dem Weg zum Gleis 14 des HBF’s Düsseldorf um die erste Etappe gen Venue zurück zu legen. Auf besagtem Gleis trafen wir dann noch drei weitere Konzertbesucher, ein Mädel aus Dresden sowie zwei ziemlich unbritische Briten (die wirkten so... weiß` nicht... so nett und zivilisiert...!), mit denen wir spontan eine kleine Fahrgemeinschaft aufmachten. (selbige hielt aus obskuren Gründen nur zwei Stationen, danach waren wir die Briten los und nur noch im sächsischen Trio unterwegs). Da wir es mal wieder geschafft hatten, lange bevor wir offiziell erwartet wurden am Veranstaltungsort aufzukreuzen, war auch mit Shuttle-Bussen von der S-Bahn zum Dome erst mal Essig! Aber gut, die Götter gaben uns Beine und sprachen “lauft!”... von Bussen war damals noch keine Rede. Also latschten wir wiederum durch Düsseldorf, nach etwa 20 Minuten kam dann auch der ISS-Dome in Sicht und wir waren veritabel erfreut, dass dieser auch einen erklecklichen Nässeschutz bot. Nun war’s aber erst fuf’zhn` Uhr irgendwas und wir mussten noch ein paar Stündchen totschlagen bis sie endlich losging, unsere Audienz. Um einen annehmbaren Platz möglichst zentral vor den Jungs brauchten wir uns, Fan Club - Karten und den damit verbundenen Privilegien sei Dank, auch nicht sorgen. Immerhin kamen wir weit vor dem Ticket-Fußvolk in die Halle und ein direkt abgegrenzter FOS-Bereicht direkt vor der Bühne war auch schon für uns reserviert. Viva la Ten Club, viva kleine Schwester-die-wo-Ten-Club-Mitglied-sein-tut, viva la Revolution und natürlich viva Las Vegas! So, damit hätten wir wohl alle gepriesen! Was macht man also, wenn man gut zwei Stunden (OK, dank Verspätungen und Einlassverzögerung waren’s am Ende gut drei) rum kriegen muss? Klarer Fall: man isst erst mal nen Keks! Wir taten das in gar mordorhafter Manier und vertilgten zusammen mit Mandy, besagtes Mädel aus Dresden, erst mal ne Rolle Hobbits (kernig)! Nun war danach aber noch genug Zeit übrig die es so sinnlos wie eben möglich zu vernichten galt. Ich will hier nicht auf alle Einzelheiten eingehen, aber besonderen Spaß hatte die versammelte Comunity mit dem Ordnungsamt, welches sich mutig in einen aussichtslosen Kampf gegen ungehemmte Urinieren auf städtische Grünanlagen stürzte (jeder, der sich versehentlich “verpisste“ wurde entsprechend zur Kasse gebeten). Wie dem auch sei, irgendwann war auch der letzte Blaseninhalt mehr oder weniger semilegal in der Botanik gelandet und schwupps öffneten sich die Türen der Arena, genauer gesagt der “VIP - Eingang”, für die glücklichen TC-Kartenbesitzer. Wir standen irgendwo im vorderen Drittel der Schlange und wurden somit auch an eine ziemlich annehmbare Position in der vierten Reihe, direkt zwischen Sänger und Leadgitarrist (*großer McCready ich bedecke meine unwürdigen Ohren und lausche Deiner gezupften Genialität*) gespült. Getrennt ging’s dann zum Fanshop, ein Tourshirt und nen Kunstdruck kaufen (ja, ich weiß, dass das für Außenstehende etwas krank klingt) und anschließend organisierte ich mir erst mal mein seit nunmehr über einer Dekade unentbehrliches und obligatorisches Konzertbierchen ;-). Bei der Gelegenheit drückte ich meiner Schwester ebenfalls gleich eines in die Hand und… schon ging’s los! Überraschend war’s zwar irgendwie schon, zumal ja erst die wenige der Leute mit regulären Karten in der Halle waren, aber wenn man sich den Luxus erlaubt, gleich mit zwei Vorbands anzutanzen, dann muss die erste halt in den sauren Apfel beißen und noch vor dem Sandmann ran! Gott sei Dank war das Ganze dann doch recht kurzweilig wie ich fand, klar, von den Futureheads hatte ich „schon mal was gehört“ wie es so schön heißt, doch trifft Gleiches auch auf Syphilis zu. Doch die Befürchtungen waren dann doch irgendwie fehl am Platze, die Kerls waren eigentlich sehr unterhaltsam. Irgendwie erinnerten die mich an die Hives, nur halt mit Live – Skills (ich bleibe dabei: Hives 2005 war die mit Abstand größte Live-Enttäuschung!!!! Auf CD mag der Idiot ja walken, an jenem Augustabend hatte er wohl grade Urlaub… . Jedenfalls gingen die Kerls schon respektabel ab und rockten auch ganz ansehnlich, schade nur, dass die Halle noch relativ leer war. Nachdem die Kerle fertig waren, schniekte ich noch mal kurz durch die Arena (dank schweinchenrosa Wristband war mir der Front of Stage bereich ja exklusiv zugänglich) und kehrte dann rechtzeitig zum ersten kleinen Highlight zurück: Interpol! Es gehen ja Gerüchte, dass die Kerle Live nicht gerade zu den motiviertesten Musikern zählen… stimmt! Besonders der Keyboarder legte einen Enthusiasmus an den Tag, als hätte man gerade seinen Hamster gesteinigt. Doch… es sind halt Interpol und irgendwie passts ja auch. Am Ende war der Auftritt schon richtig gut muss ich sagen, ein paar Ecksteine der Bandgeschichte gewürzt mit ein paar neuen Songs (vom ebenso neuen Album)… da lacht das Herz. Dennoch war im mittlerweile fast gänzlich gefüllten Rund des ISS-Domes schon eine gewisse Erleichterung zu spüren, als die Herren aus New York, wie immer stilsicher gewandet (besonders jenes Räuchermännel’, welches laut meiner Schwester auch noch Carlos heißt), flinken Schrittes die Bühne räumten. Allen war bewusst, dass es nun nicht mehr allzu lange dauern konnte… dauern WÜRDE, bis sich der Vorhang endlich hebt und es im Kopfkino aus den Grammophonen schallt: „Ladies and Gentlemen… the moment you`ve all been waiting for: ANOTHER EVENING WITH PEARL JAM!“

Irgendwie hat dieser ganze Zirkus, den man um so ein Konzert veranstaltet ja auch was Magisches. Es ist ja nicht so, dass man ruhig zur Halle trottet, dort ein paar Stündchen in der Ecke steht und sich mal eben berieseln lässt. Viel mehr geht die Party ja schon los, wenn der Wecker um vier Uhr nachts den eigenen REM-Schlaf killt (und es gibt nur wenige Parties, die so beginnen). Es folgt die schon fast pathetisch zelebrierte Anreise zum Ort des Geschehens und da dann das kollektive Fachsimpeln und Chillen. Da werden Setlists der vergangenen Tage ausgewertet, Bootlegs diskutiert (nicht selten fallen so absurde, aber dennoch wahre Sätze wie „Berlin 96… also wenn ich das mit Zagreb letztes Jahr vergleiche, dann kommt da nix ran, außer vielleicht London 2005, aber Kanada zählt ja irgendwie nicht!“… oder so ähnlich halt… ). Jedenfalls ergab sich die obligatorische Frage, was denn der Opener des Abends sein sollte. Wenn man sich die Setlists der vergangenen Konzerte betrachtete, da standen da so Dinger wie „Sometimes“ (hach… was wäre ich gerne in München gewesen!  ) oder „Long Road“ in London zu Buche. Andererseits hämmerte man den Polen gleich zu Beginn ein knackiges „Rearviewmirror“ um die diebischen Ohren… . Berechenbar war der ganze Spaß also eher nicht, aber das ist ja irgendwie auch ganz gut so! Die meisten Tipps bewegten sich dem entsprechend auch abseits des Mainstream. Am häufigsten hörte man „Release“ und „Better Man“ heraus, der gute Jimmy (Insider… versucht es gar nicht zu verstehen) ließ sich via SMS gar zu einem waghalsigen „Brother“ hinreißen. Nur am Rande: „Long Road“ war leider in London schon verjubelt, also tippte ich auf ein kollektiv angestimmtes „Better Man“. Aber am Ende sollten wieder mal alle falsch liegen, was irgendwie auch ganz gut so war. Was uns erwartete war eine Setlist, die sich einfach nahtlos in diese „Hail to the Fans“ – Tour 2007 einreihte, bei der die gespielten Sets meiner Meinung nach die besten seit der 96er Tour waren (mag daran liegen, dass damals naturgemäß mehr No Code gespielt wurde ;-) ).

SOMETIMES

Jo… also kehrte wider Erwarten der München-Opener zurück! Was war ich damals neidisch, als meine Schwester mir telefonisch die Setlist durchgab… und jetzt stehen die Jungs auf dieser dämmrig blau illuminierten Bühne, eine Hand voll Meter von einem entfernt und eröffnen den Abend wiederum mit diesem Geniestreich von der No Code. Der perfekte Opener für die No Code vor elf Jahren ermöglichte uns ein geradezu angenehmes hineinschweben in den Konzertabend. In Berlin krachte einem nach langem Warten gleich ein wuchtiges „Go“ um die Ohren und urplötzlich entlud sich die ganze Wuhlheide… „Sometimes“ war eher ein sanftes „Good Evening“, das Olivenöl der Konzerteröffnungen will ich es mal nennen.

WHIPPING

Darauf war nun ebenfalls keiner so recht vorbereitet, nahtlos drehte die Band am Gashebel und tat dies zudem noch ausgerechnet mit Whipping! Ein Song der schnell und geradlinig dahin schießt und an diesem Tag noch das Glück hatte, eine stark abschüssige Strecke befahren zu dürfen! Der absolute Hammer, kaum hatten sich die ersten Takte gelegt, konnte man sich keinen Meter mehr bewegen in den Massen… alles und jeder war gerade irgendwie damit beschäftigt motorisch zu detonieren.

BRAIN OF J. …

F.K. . Nach Whipping wurde gleich nachgelegt! Ähnlich wie der Vorgänger ist der Song 1. schön schnell und 2. nur sehr unregelmäßig im Live-Programm. Auch wenn wir uns noch etwas sortieren mussten nach diesem überfallartigen Start, den Whipping hinlegte, irgendwie konnte man sich nur fassungslos anstarren, den Kopf schütteln und sich lieber nicht fragen, was auf den handgeschriebenen Zettelchen zu Füßen der Band noch so für Dinger niedergeschrieben waren… was uns noch so bevor stand. Nebenbei bemerkt bin ich bei Brain of J. aus der ersten Benommenheit aufgetaucht und fing langsam an das Ganze bewusst einfach nur noch auf mich einströmen zu lassen (immer noch die beste Strategie für ein solches Konzert wenn ihr mich fragt… außerdem hat man da ja sowieso kaum eine Wahl ;-) ).

DO THE EVOLUTION

Noch mal schön temporeich nachlegen, gut so!  Und wenns obendrein noch D.T.E. ist, umso besser! Ein Song, den man einfach immer wieder gerne hört, zumal die meisten PJ-Fans mit ihm die Rückkehr der Jungs auf die Bildschirme verbinden (und was war das damals nicht ein geiles Video?!?!!!!!). Erster großer Gänsehautmoment dann beim Haaaaaalllleeeeelllluuuuuuujahhh“-Chor. UN-GLAUB-LICH was sich da abspielte, zumal das in eine Halle ja alles auch noch ne ganze Ecke gedrängter und damit intensiver wirkt als Open Air. Eddie und seine Rasselbande tobten da vorne über die Bühne und man selber fühlte sich irgendwie mental verschollen… irgendwo zwischen Sometimes und Brain of J. hängt die eigene Zurechnungsfähigkeit… und man findet es großartig!

INSIGNIFICANCE

Insignificance… auf die Idee, dass die Jungs diesen Song spielen würden, sind wir vor dem Konzert irgendwie gar nicht erst gekommen. Klar, man rechnet mit so manchem nicht, aber dass sich Eddie und Co zielsicher eines meiner Ließlingsstücke der Binaural raus greifen (hart genug wars damals mit dem Album), auf die Idee kam ich einfach nicht. Jedenfalls ein Highlight bis dahin… und natürlich auch generell an diesem Abend. Nachdem Insignificance ausgeklungen war rechnete man eigentlich schon mit dem Ende dieses wahnsinns Einstieges in das Konzert, aber Pustekuchen… nach Insignificance waren die Jungs urplötzlich….

IN HIDING

Raritätenalarm die Nächste! Zudem ein herrliches Stück fürs Publikum um mitzusingen und einen 12000-Kehlen Chor zu bilden… auch wenn das in dieser Masse mit dem Verstecken dann nicht mehr so gut klappt. ;-) Irgendwie surfte man seit den ersten Klängen von Sometimes geradezu durch den Konzertabend; und zwar auf einer Welle, die stetig anwuchs. Da ein Ende nicht in Sicht war, ließ man es halt einfach mit sich geschehen… Grund zum Beschweren gab es ja nicht, zumal „In Hiding“ in einer ganz besonders leckeren Version verabreicht wurde wie ich fand!

SEVERED HAND

Ja, Eddie mag diesen Song scheinbar – so oft wie der auf den Setlists aufkreuzt! Doch warum sollte man ihm das verübeln, solange das Dingen so klasse gebracht wird wie in Düsseldorf…?!!!! Ich weiß noch, wie ich den Song erstmals hörte, irgendwann im Frühling 2006, irgend eine You-Tube-Quelle hatte einen Auftritt der Jungs bei Letterman oder einer anderen dieser einschlägigen US-Labertaschen (die sind doch eh alle irgendwie austauschbar ;-) )aufgezeichnet und ins Netz gestellt. Jedenfalls fand ich das Stück damals schon ziemlich gelungen, auch wenns nix war mit Single-Auskopplung. Eigentlich dachte man danach, dass nun wirklich erstmal Schluß ist mit diesem Setlist-Irrsinn und zwei bis drei solide stücke gespielt werden, die man irgendwie auch erwartet… zumal ja eigentlich langsam die „Even Flow“ Zeit anbrach, vielleicht gefolgt von einem netten „Rearviewmirror“ oder `nem knackigen „Lukin“; auch ein „Porch“ wäre angebracht gewesen. Doch es kam alles anders:

SAD (!!!!!!!!)

… und das ist auch gut so! Es folgte, im Nachhinein betrachtet, der emotionale Höhepunkt des Konzertes wie ich finde: SAD! Ich habe bisher auf keinem Bootleg wo dieser Song enthalten ist (und allzu viele gibt’s davon nicht, besonders aus diesem Jahrtausend) eine derart intensive Sad-Version gehört wie das, was die Jungs da zellebrierten. Besonders Eddies Stimme trieb den Song immer höher und geschätzten 90% der Audience bei „and his loneliness is cruel, it's sad“ die Tränen in die Augen! Spätestens bei „He’s searching for escape“ war dann wohl bei den meisten erstmal Schluss mit Selbstbeherrschung… eine wahnsinnige Atmosphäre machte sich breit in der Halle, eine Art kollektiv genossener Melancholie… eigentlich nicht zu beschreiben.

I AM MINE

Weiter ging’s mit dem Genuss am Gedeckten. I am Mine, erste Singleauskopplung von der Riot Act folgte diesem „Sad des Wahnsinns“ auf dem Fuße! Viele werfen dem Song seine Einfachheit und Introvertiertheit vor… eigentlich ist das aber genau seine Stärke finde ich. Gerade live ist das ein einmaliges Stück Musik bei dem es auch bei einem Rock-Konzert mal gelingt ein wenig inne zu halten. Dazu kam, dass sich der Druck bei uns im FOS-Bereich langsam etwas gelegt hatte und man die letzten Songs richtig genießen und einfach auf sich einströmen lassen konnte. Das war auch beim nächsten Stück wichtig, es folgte der einzigartige Closer von der Avocado, zudem ein Song, der vom Balladen-Faktor in meinen Ohren durchaus mit den Bandgiganten „Black“, „Daughter“ oder meinem verehrten „Present Tense“ (OK, eher Midtempo am Ende, aber wer wird denn schon mitzählen?!? ;-) ) mithalten kann:

INSIDE JOB

Gut sechs Minuten lang floss der Job durch die Halle, analog zu seinem Vorgänger eher leicht melancholisch und gesetzt, aber mit einer unglaublich malerischen Melodieführung ausgestattet. Hinzu kam, dass Eddie und Konsorten anno 2007, ich vergaß das bisher wohl zu erwähnen, mal wieder Mut zur Bühnendeko entwickelt hatten. Zwar eine einfache welche, aber in Kombination mit der Beleuchtungstechnik war es phänomenal was man aus ein paar „gemalten Wellen“ so alles herausholen kann. Gerade bei Inside Job unterstrichen die Lichtkugeln, blau und gelb gehalten, den Song nur noch mehr und kreierten eine ganz eigene Stimmung.

WHY GO

… riss die Massen dann aus dem Traum, den die letzten Songs so verbreitet hatten. Was bin ich froh, dass die Jungs diesen Song 2006 quasi wiederentdeckt haben und ich ihn schon zum zweiten Mal live genießen durfte. Einer meiner absoluten Favoriten aus den guten, alten Zeiten zu Beginn / Mitte der 90er Jahre. Dass das nur eine kleine Einstimmung auf den, ich nenne es mal „Nostalgie-Part“ der Show sein sollte, konnte ja auch niemand wissen ;-) ! Ganz groß wieder der Kollektivchor beim ersten Refrain… 12.000 Leute brüllen mit einem intensiven „Why go Hoooooooome… Why go Hoooooome?!?!“ die angestauten Erwartungen heraus, die sie noch in diesen Abend setzen… HAMMER!

DAUGHTER

Jaaaaaaaaaaaaaaa…. Daughter die Zweite!!  Nach Berlin 2006 gab’s eine weitere Version dieses tollen Liedes, dazu ein recht mysteriöses Daughter-Tag, an welchem sich die Fanbase irgendwie die Zähne ausbeißt… am Ende ist’s noch ein George-Michael-Cover *fg*! ;-) Jedenfalls ganz großer Sport… besonders meine Schwester war in diesem Moment wohl erstmal happy „ihr“ Daughter wieder zu haben… es sei ihr gegönnt! : -) Nun kam der, nennen wir ihn ruhig den „Dreistückigen Dude-Block“… die drei Songs, die ich in dieser Reihenfolge wohl nie vergessen werde wie sie gespielt wurden. Falls es jemals so weit kommen sollte, werden ich wohl noch als 126jähriger Tattergreis meinen Ur-Ur-Urenkeln von dieser Troika berichten während sie mir meinen doppelten Lagavulin (oder von mir aus auch Talisker) reichen und ich eine standesgemäße Cohiba dazu entflamme bevor ich joggen gehe!

BREATH

So geht’s dann los… Breath! Eddie moderierte den Song an, einer der ersten Songs der Band überhaupt. Eigentlich konnte man die Band noch gar nicht „Band“ nennen als er aufgenommen wurde… also ein wahrhaftes Pearl Jam Urgestein, welches seinen Platz schließlich nicht auf der TEN, jenem legendären Debüt der Band, fand, sondern auf einem Soundtrack landete. Soundtrack und Pearl Jam? Klar, da kommt nur „Singles“ in Frage, Cameron Crowe`s Hommage an das Seattle der frühen 90er Jahre (gut, nicht NUR Singles, aber der Soundtrack rockt halt besonders!!). Toller Film und Wahnsinns Soundtrack. Zudem tummeln sich die Genre-Größen ja nur so in diesem Filmchen. Unvergessen Eddie als Bienen-Doku versessener Drummer von „Citizen Dick“, ein Kopfnickender Chris Cornell oder der etwas einsilbige Stone (is halt Stone… ;-) ). Jedenfalls läutete Breath die Nostalgiestunde ein. Vor meinem, und ich bin sicher nicht NUR vor meinem, inneren Auge tauchten die „Gestalten“ auf, welche diese Zeit musikalisch prägten. Allen voran der allseits beliebte „Ego-Eddie“ in seinen abgedrehten Phasen… Soundgarden oder Alice in Chains… eine musikalische Zeitreise wurde eingeläutet und sich setzte sich fort bei…

STATE OF LOVE AND TRUST

Der zweite Song vom Singles-Soundtrack! Eieieieiei…. Da hatte man den Wunsch, ja das Flehen leise gen Rockergott im Lederjackhimmel gerichtet, dass bitte dieser Song folgen sollte und dann kam es GENAU SO! Unnötig zu erwähnen, dass beide Songs nur recht selten ausgepackt werden, SOLAT im Vergleich noch wesentlich häufiger. Aber beide HINTEREINANDER, das war einfach ganz, ganz groß! Uiuiui… was kommt da bitte noch auf einen zu?!? Während SOLAT sich im Takt der so genannten „Grunge-Ära“ (eigentlich ist dieser Begriff ja etwas zwiespältig) voranrockte, verwandelte sich der ISS-Dome in eine Enklave, welche sich gefühlsmäßig so um 1992 herum heftig einen abtanzte! :-) Zeitreisen mal anders.

I’M OPEN

Nachdem SOLAT verklungen war gings mit dem nächsten Hammer weiter!!!! Es war mal wieder No Code – Time und keiner hat mich vorgewarnt. Nun mag I’m Open ja nicht gerade der spektakulärste Song sein, nicht der eingängigste oder gar hitverdächtigste… aber er ist schlicht und ergreifend „schön“! Da stellt sich der Eddie mit seiner Klampfe ins gleißende Licht und brummt mit heller Stimme (es lebe das Paradoxon) sein „I’m Open“ ins Mikro. Das Ganze dauerte wohl nur so um die 60 Sekunden wenn man den Aussagen anderer Konzertbesucher Glauben schenken darf, subjektiv jedoch erstreckte sich der Song wesentlich länger und hallte noch ne ganze Weile nach. Jetzt kommt mal ne kleine Premiere, ja etwas, was wohl keiner der sich bis hier durchgelesen/durchgequält (?) hat (immerhin befinden wir uns schon auf der Seite 7 in MS-Word) für möglich gehalten hätte: Pearl Jam spielt einen Song und der Onkel Even ist nicht vollends begeistert; irgendwie begeistert zwar schon, aber eben nur „irgendwie“ und nicht vollends! Zudem war es das einzige Mal auf der 2007er Europatour, dass Pearl Jam die versammelten Fans mit ein pathetischen

COME BACK

„beglückten“. Trotzdem: Ich war noch nie so wirklich ein Fan dieses Liedes, schon gar nicht, wenn Eddie in seine Schmachtstimme verfällt und auf der Bühne brutal vor sich hin leidet (ARMER EDDIE!!!! :-( ). Tja, man nimmts halt mit wenn man schon mal da ist, aber nach dem, was vorher abging war das lediglich Wolke 6 ½ ;-)!

ONCE

YEAHR!!!!! Oooooooonce…. upon a time!!! Herrlich dieses Ding! Wenn man mal berücksichtigt, dass das der Opener der TEN ist, dazu ein enorm energiegeladenes Stück Bandgeschichte, ist es kein Wunder wie die Crowd reagierte als Mikey das ebenfalls lange Zeit in der Raritätenkiste verscharrte Ding anstimmte! Dazu war es, passend zum göttlichen Trio, eine Version die auch gut und gerne anno 1993 hätte gespielt werden können… eine wahnwitzig treibende Band und Eddie der sich die Seele aus dem Leib schrie und den Song mehr und mehr pushte je weiter er voranraste!

LIFE WASTED

Dem Opener des ersten, folgte der des letzten Albums auf dem Fuße! (BTW: jetzt noch Breakerfall, Last Exit und Can`t Keep live mitnehmen bei nächstbester Gelegenheit und sie wären alle eingetütet im auditiven Gedächtnis!) Was habe ich mir diesen herrlichen Song schon in Berlin gewünscht und leider nicht bekommen?! Jetzt war es endlich soweit, Eddie und Konsorten stimmten dieses schicke, geradlinige Stück Rockmusik an und, ich bitte um Verzeihung, ROCKTEN SICH NOCHMAL SO RICHTIG DEN ARSCH AB!!!!!! :-) Großer Song, große Live-Version und nicht zu vergessen das mindestens ebenso große (weil schön kranke) Video! Jedenfalls war das dann die Form, wie die Jungs sich von uns verabschiedeten… für 5 Minuten, denn was wäre ein Mainset ohne die obligatorischen zwei Zugaben?!? Im wahrsten Sinne des Wortes „nur die Hälfte wert“!

ENCORE BREAK 1

Zeit sich erstmal zu sammeln und den Film im Uralt-Fotoapparat zu wechseln, welcher aber auch diesmal wieder treue Dienste leistete. Ringsum herrschte so was wie Fassungslosigkeit, aber auch ein gewisser Stolz, dass man hier, in Düsseldorf (an sich ja alles andere als die Stadt meiner Träume), am 21.06. dabei sein durfte! Und so harrten die Privilegierten der nächsten Dröhnung!

I BELIEVE IN MIRACLES

Und sie fing auch gleich einmalig an! Eddie schleppte `nen Typen im Ramones-Shirt auf die Bühne und dieses wandelnde Endorphin hatte die Ehre den Song mit auf der Bühne zu verbringen und am Ende mit Eddie Arm in Arm den Refrain zu verbringen. Irgendwie wollte jeder in der Halle in diesem Moment ein Ramones Shirt anhaben denke ich… Hail Hail to the Lucky One! Der Song an sich rockte wieder mächtig, wie schon in Berlin ein Highlight und Stimmungs-Aufheller (damals musste er uns auch aus „Come Back“ heraus retten ;-) ). Als dann der letzte Pogo auf der Bühne improvisiert und der „Gast“ danach wieder ins Publikum verabschiedet wurde, wurde wieder in die „Wir erfüllen dem Even seine Setlist – Wünsche“-Schublade gegriffen und es wurde angestimmt:

NOT FOR YOU (MODERN GIRL)

YEAHR!!!! Was für ein Song!!! Gradlinig, sich steigernd und immer schön am Gaspedal! Ich mag das Teil einfach und am Besten kommt es irgendwie immer noch direkt nach RVM finde ich. In meinen Winamp –Listen kleben die Songs irgendwann immer untrennbar aneinander wie Scheiße am Schuh! Jedenfalls war wieder kolossales Abgehen angesagt und das Konzert hatte für mich ein weiteres Highlight hervor gebracht. Not For You, Leute… NOT FOR YOU!!!! :- )

WASTED REPRISE

How to calm a crowd down? Just play Wasted Reprise! Herrliches Stück, was nach Life Wasted ja schon fast zwangsläufig folgen musste, man wusste halt nur noch nicht wann! Bereits in der Encore Break freute ich mich still schon darauf, zumal Eddie da wiedermal sein Stimmchen ähnlich wie bei I’m Open schön fließen lassen kann. Sehr geil das Ganze und vor allem eine nahezu perfekte Einstimmung auf das nun folgende…

BLACK

Die Jahrhundertballade wenn ihr mich fragt! (Macht mal, ich sage bestimmt so was wie „Black, die Jahrhundertballade“!) Und bereits zum zweiten Mal! : -) Wenngleich ich sagen muss, dass die Version in Berlin mir im Großen und Ganzen noch einen Zacken besser gefiel, weil sie sich mehr entfalten konnte. Das ist wohl die Crux mit Black und Hallenkonzerten: der Song ist einfach zu groß für enge Räume. Jedenfalls ist alleine das Kollektive, oft mehrere Minuten (so auch in D-Dorf) anhaltende „Dü-dü-dü-dü-dü-dü-düüüüüü…. Dü-dü-dü-dü-dü-dü-düüüüü…“ alleine schon ein totsicherer Gänsehautgarant! Wie die Band dann noch on Stage dieses Bild genießt… Hammer! Ich weiß noch, wie ich mir in Berlin schon ein Loch in die Socken gefreut habe, dass Daughter und Black in einem Konzert aufkreuzten, zweimal am stück dieses unsagbare Schwein zu haben grenzt eigentlich schon fast an Blasphemie!

ALIVE

Jo… Hymnenzeit Deluxe! Alive ist halt DER Pearl Jam Song überhaupt, zumindest wenn man nach der öffentlichen Wahrnehmung geht. Jedenfalls ein ganz großes Stück Musik und natürlich auch mit argem Nostalgiewert! Eigentlich schon pervers, aber Alive muss man schon als „Mainstream-Bestandteil“ der Setlist bezeichnen, angesichts dieses Aufgebotes an Raritäten und B-Seiten, was uns bisher um die Ohren geschleudert wurde. Nichts desto trotz ist Alive immer ein Erlebnis und als Song ohnehin legendär! : -) So klang das erste Encore standesgemäß aus und alle waren unterm Strich noch mehr geflasht als zuvor, das ganze Dingen wurde von Song zu Song besser… und wenn man glaubt es geht nix mehr, kommt von irgendwo der Vedder her!

ENCORE BREAK 2

Noch mal durchschnaufen vorm finalen Showdown… und vor was für einem!!!! Eddie und Co hatten sich mittlerweile in einen wahren Rausch gespielt. Mike flirtete nicht nur mit dem Publikum wie ein Irrer, vielmehr spielte er seine Klampfe auch in den unmöglichsten Positionen… Jeff machte unermüdlich den Brummbass-Flummi während Matt und Boom die Freude ins Gesicht gemeißelt war… selbst der sonst eher gemächlich vor sich hinwippende Stone war in Bewegung gekommen und freute sich nen Wolf! In dieser Situation war dann mal wieder jene Zeit gekommen, die man sich als Pearl Jam Fan eigentlich herbeisehnt: Die Setlist wurde kurzerhand mal verworfen und die Herren entschieden spontan, was sie denn jetzt für angemessen hielten um uns weiterhin zu verblüffen! HAMMER!! : -)

ELDERLY WOMAN BEHIND THE COUNTER IN A SMALL TOWN

… war dann der Anfang dieses zweiten Encores, welches noch so einiges in Petto hatte!! Small Town ist wieder mal so eine typisch – geniale Pearl Jam Interpretation einer Ballade. Text und Melodieführung einfach aber direkt… ganz großes Kino und ein einfach nur schöner Auftakt in den zweiten Zugabenblock.

GIVEN TO FLY

Damit wären die „Malerischen 4“ zum zweiten Mal gehört! Nach Black, Daughter und Small Town nun auch noch GTF… was will man mehr?!? Besonders dieser einfache nur geniale Text, von Eddie bisweilen drogenverherrlichend modifiziert ;- ), sehr toller Titel! Auch so ein Fall von „kann man nicht genug hören“ finde ich. Danach wurde es aber erstmal wieder so richtig denkwürdig! Eddie stiefelte auf die Zuschauer zu und lies sich ein Pappschildchen reichen, darauf stand:

RATS

Ähnlich wie in Berlin, wo er auf zwei Typen mit ihren Footsteps – Schildern reagierte, krallte er sich mal eben einen Zuschauerwunsch und erfüllte den mal eben. Wenn ich mal die gängigen Statistikseiten zu Grunde lege, tauchte das Stück seit 1993 bei gerade mal 37 Konzerten auf (Mal als Vergleich: Even Flow wurde im selben Zeitraum reichlich 500 Mal präsentiert... I`m Open aus dem Mainset inkl. heute spektakuläre 6-Mal...). Das alleine war schon sensationell genug, zudem ist der Song an sich so schön verschroben und rau, dass es einfach nur eine Freude war den Jungs beim Spielen zuzuschauen und das Teil auf sich wirken zu lassen! By the Way, wo wir schon mal dabei sind: Wo war eigentlich Even Flow? ;-) das eigentliche Standardlied, das seit Jahren in keinem Konzert fehlen darf, und das obendrein so was wie mein persönlicher Erleuchtungssoundtrack von damals ist, wurde einfach nicht gespielt UND ES WAR MIR SOWAS VON EGAL!!! Das sagt doch eigentlich alles über diese Setlist aus finde ich :- )! (Außerdem können wohl nicht viele behaupten, auf nem Even Flow – losen PJ-Gig gewesen zu sein ;-)! Gut, in London drei Tage eher wurde er auch weg gelassen, aber wie immer: England zählt nicht *fg* ) Zurück zum Text: RICHTIG denkwürdiger Moment auf jeden Fall!!! Eddie goss schließlich einen Schluck seines Bühnenweines über das Schildchen und reichte es zurück ins Publikum. Wie sich später heraus stellen sollte, flog für Rats das ebenfalls großartige „Glorified G“ von der Setlist, was ich aber unterm Strich nicht weiter bedauere, beides klasse Songs, aber Rats ist nun mal noch eine Ecke verschärfter! Nur meiner kleinen Schwester hätte ich Glorified irgendwie gegönnt ;-) !

COMATOSE

YEEEHAWWWW!!! Es war wieder gradlinige Punk-Rock-Zeit. Mein Absoluter Favorit von der Avocado was die schnellen Songs angeht. Immer volles Kantholz voran stürmend brachte Comatose die Arena noch mal gewaltig zum Beben und man konnte sich nur wundern, dass die Jungs immer noch so viel Energie übrig hatten dieses Stück derart brutal rauszukloppen, dass es sogar Berlin 2006 hinter sich ließ.

BABA O`RILEY

Das stand dann auch zur Abwechslung mal wieder auf der Setlist, die Rückkehr ins Teenage Wasteland! Eines der besten Cover-Stücke wie ich finde. Vor Baba gingen dann auch in der Halle die Lichter an, worauf ich irgendwie überhaupt nicht so recht vorbereitet war. In dem Moment hielt ich es einfach nur für einen wenig dezenten Hinweis der Hallen-Dudes, dass die Herren da vorne doch endlich zum Schluss kommen sollten (Tse… ignorantes Pack)! Andere Quellen sagen, das wäre vor dem/den letzten Songs immer so bei Hallenkonzerten der Band… wie auch immer. Jedenfalls war’s plötzlich hell und das interessierte absolut keinen Menschen! Die ganze Halle feierte und rockte noch mal im Kollektiv! Eddie zerhämmerte vorne fröhlich seine obligatorischen Tamburine und alle Hände reckten sich in die mittlerweile schneidfähige Hallenluft! Es war schon ein absolut einmaliger Anblick also ich mich mal kurz in der Halle umblickte, immerhin konnten wir auch die Sitzplatzreihen wieder erkennen, die vorher 1. in der Dunkelheit verschwanden und uns 2. ehrlich gesagt auch nicht weiter interessierten während des Konzertes! Die ganze Halle ging mit Mann und Maus mit und bereitete den Jungs einen Abschied nach Maß!

ENCORE BREAK 3

Baba war verklungen und es machte sich langsam die Ernüchterung breit, dass dies wohl für lange Zeit die letzten Live-Töne der Jungs gewesen sein werden, die zu meinen Ohren vorgedrungen waren. Die Band stand noch auf der Bühne und schien irgendwie unzufrieden… irgendwas fehlte noch:

YELLOW LEDBETTER

Mike spielte kurz die ersten Takte an, erneut ne kleine Absprache der Bandmitglieder und Eddie lächelte nur als Mikey die Saiten ein letztes Mal zum Tanz bat! Das Ding entsprang ebenfalls der spontanen Laune der Band und war aber genau das, was diesem Konzert noch als Abrundung gefehlt hatte! Das oder Indifference als drittes Encore, aber irgendetwas MUßTE einfach noch kommen! :- ) Nochmals ging die immer noch hell erleuchtete Halle wogend mit der Band mit und der ganze Song wurde zu einem einzigen „Good Bye!“ der Band an uns und umgekehrt. Als dann Mikes legendäres und gewohnt virtuoses Schlusssolo anbrach, setzten sich Jeff und Eddie gemütlich auf die Bühne und taten es uns gleich: sie lauschten andächtig dem Meister! Nach einigen ausgiebigen Verneigungen und nachdem vom Plektrum bis zu Mikes T-Shirt (der Typ rammelte dann halt halb nackt weiter über die Bühne… ich glaube er hat neue Tattoos :- ) ) sämtliche Utensilien an die Fans verschenkt waren, war’s dann endgültig vorbei… leider.

Nach dieser Show brauchten wir erstmal Wasser und eine viertel Stunde Ruhe, danach lasen wir noch kurz unsere neue Bekanntschaft von der Anreise auf (Sitzplatzkarten) und begaben uns langsam und mit einem der letzten und schon relativ leeren Shuttle Busse (ja, es gab sie wirklich diese Phantome) zurück zur S-Bahn Station. Dort saßen wir dann auch ziemlich lange fest, wodurch auch der geplante Besuch der Aftershow-Party des VAF in weite Ferne rückte. Als wir den Hauptbahnhof dann endlich erreichten war auch schon Essig mit U-Bahnen Richtung Party und wir gaben erstmal unserem Bärenhunger nach und verputzten im Bahnhofs McDonalds (Pfeif doch auf die Schleichwerbung, wir waren bei McD und nicht bei einer „ortsansässigen, US-amerikanischen Fastfoodkette) jeder ein Maximenü, was auch ganz gut für unseren Flüssigkeitshaushalt war. Im Anschluss stromerten wir noch die restliche Zeit (kurz nach 4 ging’s dann erst Gepäck holen und anschließend zum Zug) über den Bahnhof. Wie gesagt, im Vergleich zu Bonn ist der `ne Offenbarung und meine Bedenken, dass wir die Nach da verbringen sollten/mussten waren schnell zerstreut. Außerdem war das Dingen in dieser Nach noch fest in Pearl Jam – Hand. Überall wurden die einschlägigen Tourshirts spazieren getragen, irgendwie musste man sich da ja wohl fühlen. Ich will es mal kurz machen, nachdem wir wiederum 7 Stunden in verschiedenen Zügen verbracht hatten, ANGEBLICH wieder durch das so genannte „Bielefeld“ gefahren sind und eigentlich die ganze Zeit im Dämmerschlaf verbrachten, trudelten wir gegen 12 in Chemnitz ein. Zuvor trafen wir in Leipzig noch das Mädel aus Dresden wieder, deren Flughafenzubringer sie ebenfalls gerade auf dem Hauptbahnhof abgesetzt hatte und quatschten noch eine bissel. Schon komisch, da reist man quer durchs Land und trifft sich dann doch wieder. :- ) Jedenfalls würde ich jede der Strapazen dieser beiden fast gänzlich durchwachten Nächte freudestrahlend wieder auf mich nehmen, wenn die Jungs nur schnell zurück kehren würden, im Gepäck wenns geht ein neues Album und wieder jede Menge Spielfreude. Wenn sich dann im ganzen Land wieder dieser Tross von positiv Bekloppten aufrappelt und sich in irgendeine der x-und-fufzich bundesdeutschen Städte begibt nur um an einem dieser ganz besonderen Tage mal wieder zweieinhalb Stunden lang den lebenden Rock-Legenden zu huldigen. So lange wird uns wohl noch eine gewisse Unruhe begleiten, solange fehlt irgendetwas, solange, bis es wieder heißt: „LADIES AND GENTLEMEN: AN EVENING WITH PEARL JAM!“

Pearl Jam–23.09.2006 Wuhlheide Berlin

 

HERAUS aus den Untiefen des Vergessens mit dieser Seite… zumindest für heute mal wieder. Die Schreibfaulheit und, wenn man so will, inspirative Dysfunktion aufgrund der Verärgerung über das gar schändliche Treiben grenzdebiler Vollpfosten in Thüringer Universitätsgremien soll jetzt mal kurz ad acta gelegt werden. Grund dafür soll der Musik gewordene Lichtblick der letzten Wochen sein. Lange habe ich überlegt ob es 1. Sinn macht ein weiteres Review zu schreiben und 2. ob es überhaupt auf diese Seite passt. Die erste Frage kann man sich via google beantworten. Konzertberichte gibt’s da ne Menge, allerdings mit der kleinen Einschränkung, daß man einige davon getrost in der Pfeife rauchen kann, so mies sind die! Da wird von Songs berichtet, die nicht mal ansatzweise gespielt wurden… nicht einmal im Soundcheck, welchen wir Glücklichen natürlich auch belauschen durften (btw: GAAAAANZ GROßES KINO: „Parting Ways“!!!), oder „Release“ als Opener ausgerufen und „Alive“ zum Schlußsong gekürt… wer so was schreibt, der ist wohl dem größt-möglichen-Haschmich anheim gefallen. Die Melodie vor dem eigentlichen Opener „Go“ stammt 1. von „Once“ und 2. kamen nach besagtem „Alive“ (ja, das wurde wenigstens WIRKLICH gespielt) noch schlappe 7 weitere Songs…und bei weitem nicht die Schlechtesten wie man hinzufügen muß! Was die 2. Frage angeht… wenn ich es entscheide, passt in dieses Blogg alles rein! Als Inhaltsdiktator meines virtuellen Reiches (muß man nur anmelden, nicht erobern oder via Einmarsch besetzen ;-) ) seid ihr mir und meinen Entscheidungen doch alle auf Gedeih und Verderb ausgeliefert… so mehr oder weniger jedenfalls.  Also dann mal los:
Um es gleich mal vorweg zu nehmen: Pearl Jam Konzerte beschränken sich nicht auf jene 2,5 Stunden, welche der gute Eddie benötigt um seine obligatorischen 1-3 Weinflaschen auf der Bühne zu vernichten bzw. sie (in unserer Bundeshautstadt so geschehen) an die Leutchen in den ersten Reihen zu verteilen. Nein, so ein Konzi kann zu einer Tagesaufgabe werden oder gar noch mehr: es kann uns ein ganzes Wochenende versüßen! Es kann dies nicht nur, es tut es es auch zuweilen! Am frühen Donnerstag abend trug es sich also zu, daß wir das Auto packten, einen schriftlichen Hinweis auf unser Reiseziel gut lesbar im Fensterbereich anbrachten, und das beschauliche Erzgebirge gen alte Heimat verließen. („Wir“ bezeichnet in diesem Fall übrigens beide Sprösslinge der Familie Mühl… meine Schwester und mich sozusagen). Ein paar Stunden Autobahn und eine völlig abgedrehte Irrfahrt durch den suburbanen Raum des hiesigen Regierungssitzes später waren wir am vorläufigen Ziel angelangt und bereiteten uns mental auf das vor, was in geschätzten 42 Stunden über uns hereinbrechen würde.
Der Freitag war dann Berlin an sich gewidmet, allerdings warfen schon da die im Heraufziehen begriffenen Ereignisse des Folgetages ihre geradezu gigantomanischen Schatten voraus. In diesem Kontext ergehen unbekanntermaßen besonders eindringliche Grüße an die nette Starbucksverkäuferin mit unüberschaubarem Eddie-Tick (der Becher ist toll… ;-) ) und den leicht spacigen Neuseeländer vom Potsdamer Platz (auch wenn das angedachte „see ya at the concert tomorrow!“ dann doch nicht eintrat). Nun, Berlin war somit unwiderruflich unterwandert von positiv Bekloppten… und ich mittendrin! ……….. Wie passend! ;-)
Dann wollen wir nun aber mal zur Schilderung der eigentlich relevanten Ereignisse kommen… sprich das Konzert als solches. Es ist ja nun wahrlich kein Geheimnis mehr, daß meine Wenigkeit selbigem schon seit Monaten mit freudigen Erwartungen entgegensah. Da es meiner Schwester irgendwie ähnlich ging (bis heute ein unerklärliches Phänomen, was ungefähr so mysteriös ist wie etwa Nessie, ein Geschwader Ufos oder das Zustandekommen einer stabilen sexuellen Identität bei Bill Kaulitz), brachen wir kurz vorm High Noon aus unserer Temporärunterkunft auf und trabten gemächlich Richtung Straßenbahn. Keine 30 Minuten später fanden wir uns in Köpenick wieder und unternahmen auf Anraten der Eingeborenen einen 30 minütigen Waldspaziergang (jaja… wir reden hier immer noch von Berlin) zur Wulheide. Dort angekommen besannen wir uns erstmal wieder auf eine der großen männlichen Tugenden: GEDULD! Nach unserer Ankunft waren es noch gut 4 Stunden bis zum Einlaß und geschlagene 7 bis zum Hauptact. Wenn man schon mal in der Gegend ist, gerade nix zu tun hat und einem die Herbstsonne auf den Pelz brennt, dann sollte man sich auch nicht allzu sehr gegen das dargebotene Berliner Kindl vom Faß wehren, was keine 20 Meter entfernt aus den Zapfhähnen nur so herauszusprudeln schien. Diese Einsicht ereilte mich, nachdem wir gut eine Stunde vor dem Einlasstor verharrt hatten, inzwischen auf unseren Jacken saßen und uns über eine Achtergruppe Norweger amüsiernd, welche sich mit 2 Bierkästen und einer schon fast obszön wirkenden Menge an Pornozeitungen (defnitives Highlight: „Oktoberfest Spezial 2006“… so ne Art Sammelsurium nackter Zenzis, bei welchem es dem Alpensepp ganz warm in der Krachledernen zu werden droht) die Zeit „vertrieben“. Jedenfalls war’s amüsant da so vor den Toren rumulungern und die Zeit verstreichen zu lassen… hier und da kam man mit Gleichgesinnten in ein mehr oder weniger ausführliches Gespräch und genoß ansonsten eigentlich nur das malerische Wetter und die relaxte Parkatmosphäre rund um die Waldbühne. Eine Stunde vor Einlaß etwa drangen dann die ersten handgespielten Töne zu uns durch. Mr. Vedder hatte seine Mannen zum Soundcheck zusammengetrommelt und so wehte alsbald der traumhafte Binaural-Closer „Parting Ways“ durch den frühherbstlichen Wald, welches die wartenden Massen (mittlerweile hatte sich aus den schon familiär anmutenden 15 Mann, welche wir zu unserer Ankunft waren, eine stattliche Schlange gebildet) merklich mit Vorfreude erfüllte, welche ein knackiges „Gods Dice“ im Anschluß nur noch weiter anheizte. Dem relaxten Unterton, welcher unter der ganzen Veranstaltung bis jetzt lag, und ihr bis zum Schluß auch nicht verloren gehen sollte, tat dies allerdings keinen Abbruch: um uns herum chillende Leute, die relaxt und mit einer Hopfenkaltschale (bzw. 2 Kästen davon nebst Pornoheft) den Nachmittag genossen und einfach nur froh waren da zu sein, wo sie eben gerade waren. Nachdem ich zunächst mir und dann meiner Schwester (dazu war es nötig ihren Arm um etwa das 2,5fache in die Länge zu zerren und ihn dem Ordner förmlich unter seinen anglophoben („We will work in the front“ „Hääää???“ „VOR-AR-BEI-TEN wolln wir!!!!“ ;-) ) Zinken zu halten, damit auch sie das begehrte Wristband für den direkten Frontstagebereich angelegt bekam. Somit zählten wir schon mal zu den 1500 Auserwählten, welche nun aber wirklich aus allernächster Nähe dem großen ( Metapher) Vedder und seinen Mannen huldigen durften. Nachdem wir die Eingangskontrolle hinter uns hatten und die seit April (19. um genau zu sein) so liebevoll in der Vitrine bewahren und nahezu hermetisch abgeriegelten Karten lieblos ZERRUPPT wurden, gings im Laufschritt gen Bühne. Schnell wurde noch jeweils in ein T-Shirt investiert, wobei ich mich ob des martialischen Layouts des meinigen auch schon wieder der Häme meiner Schwester ausgesetzt sah (weiß gar nicht was sie hat: ein schwarzer Adler, welcher aus ner Faust emporwächst aus welcher grellgelbe Blitze entspringen und der auf der Brust stolz den „Pearl Jam“ – Schriftzug in altdeutscher Schrift trägt, ist definitiv SOWAS VON ROCK!!!! Ein Männershirt R-R-R!!!). Als dies dann auch erledigt war, rannten wir förmlich die Stufen des amphitheateresquen Geländes hinunter um uns einen High-End-Platz in direkt vor der Bühne zu sichern zu sichern. Bevor ich nun noch das ausgiebige Warten und die erfolgten und sehr unterhaltsamen Gespräche mit der anwesenden Forumsprominenz eingehe, will ich mich lieber maßregeln und langsam zum eigentlich Punkt kommen. So schäle ich den Pudel, denn dessen Kern sei unser Ziel…!


1. GO
Es ist ja nicht so, als daß selbiger Song als Opener die pure Überraschung war, aber nachdem man über 2 Stunden im Rund stand, nur von den Black Keys (*Thumbs Up*, sehr gute Musik!!!!) kurz abgelenkt und im Allgemeinen vor Vorfreude nur so sprudelnd… was soll ich sagen… nach dieser Zeit detonierte die angestaute Energie im weiten Rund förmlich und entlud sich in purer Begeisterung. Auch wenn bereits gut eine Stunde vor Konzertbeginn die eine oder andere Laola (!!!!!) die gute Laune der Anwesenden bereits andeutete, DAS was sich da abspielte hätte wohl keiner erwartet. Es war nicht nur „Go“ an sich… es war auch wie er gespielt wurde, das verhieß einen treibenden, rockigen und nicht zuletzt energiegeladenen Auftakt dieses Abends!


2. SAVE YOU
Nachdem die Massen durch GO bereits widerstandslos in jenen Strudel der Faszination gezerrt wurden, welcher die Musik von Pearl Jam naturgemäß umgibt, hagelte es ohne auch nur die Andeutung einer Verschnaufpause gleich das nächste Brett! Eddie (seines Zeichens Sänger von Gottes Gnaden, Gitarrist und Charismat in Personalunion) zellebrierte jedes einzelne „Fuck“ dieses Songs (und es gibt deren mehr als genug in dem Song) und versprühte im Zusammenspiel mit der Band eine Freude, daß einem schon Himmelangst wurde wo das noch hinführen soll.


3. ANIMAL
„1,2,3,4,5 agains one“ hieß es nach dem nächsten, wiederum extrem spartanisch gehaltenen Verschnaufpäuschen. Und wer bis dato noch beeindruckt und abwesend das Geschehen bewundert hatte, wurde spätestens jetzt zum Mitsingen gezwungen und zum Tanzen verdammt! ;-) Die erste Kollektivgesangeinlage des Abends wurde beim Refrain angestimmt… wenn aus 18.000 Kehlen ein langgezogenes „ANIMAAAAAAAAAAAAAAA-AAAAAAAAAAAAAAAAAAL“ ertönt, ist die Gänsehaut garantiert. Ich für meinen Teil war psychisch spätestens seit „Save You“ im kollektiv geteilten Delirium entschwunden und trieb, getragen auf einer Woge von einmaliger Musik einfach nur durch die sternenklare Herbstnacht. Hinzu kam noch, daß Mike, Gitarrengott und Plektrentod der Band, gleich mal anzeigte daß er durchaus in Topform angereist war… glücklicherweise zog sich das dann durch den gesamten Abend.


4. DO THE EVOLUTION
Wer den Song kennt, wird mir zustimmen, daß er nahtlos an das bisherige Set anknüpft. Eddie trieb das Stück zudem mit rauer Stimme immer weiter voran. Nach DTE kamen bein mir dann auch erste Verwunderungserscheinungen auf: Die Kerle die da oben, keine zehn Meter von mir entfernt die gesamte Waldbühne rockten sind alle um die 40… aber wie die abgingen, das hätte den Duracell-Hasen beschämt in den Freitod getrieben!


5. REARVIEWMIRROR
Jo… dann ruhe sanft werter Hase! RVM so früh am Abend und als Abschluß des ersten, rocklastigen Komplexes war schlicht und einfach eine Offenbarung! Ich liebe diesen Song ohnehin, von Present Tense mal abgesehen steigert man sich in keinen Song so kontinuierlich hinein… Live wird der Effekt dann noch mal gesteigert und man fängt mit dem Hineinsteigern erst an jenem Punkt an, an welchem die Albumversion aufhört. Die wohl verdiente, aber dennoch recht kurze Pause nach diesem Song nutzte Ed dann zu einer kleinen Ansprache in der hiesigen Landessprache und einem raffiniert eingewobenen Vedder-Witz. Während er dies tat schnappte sich Stone die Akkustik-Klampfe und startete das erste low-tempo-Stück des Abends, wobei sich auch die Sangeskunst des in der Breite wohl textsichersten Publikums der Rock-Welt erneut und auf eindrucksvolle Weise bestätigte:


6. ELDERLY WOMAN BEHIND THE COUNTER IN A SMALL TOWN
“I seem to recognize your face…” von Anfang an erfüllte ein derart eindringlicher Chor die Wulheide, daß die resultierende Gänsehaut bei allen Anwesenden ungeahnte Ausmaße erlangte. Der gemeinschaftlich gesungene Refrain (Ed: „Come on, help me!“) gab einen leisen Vorgeschmack auf die wahnsinnige Atmosphäre der später folgenden Sahnestücke in Balladenform, welche da noch kommen sollten.


7. SEVERED HAND
Mit diesem Stück begann die Zeit der Avocado. Drei Songs vom neuen Album am Stück, wobei gleich der erste mit „I cant close my eyes because I see the sound in waves…“ gleich einen der lyrischen Höhepunkte des Abends lieferte.


8. WORLD WIDE SUICIDE
Nahtlos angeschlossen dann die nächste Rockoper gegen die Irrungen der Moderne. Mitgerissen von der Direktheit und dem einmaligen Potential von Eddies Stimme, welche nach der kurzen melodischen Auszeit bei Elderly… wieder eine apokalyptische Schroffheit erreichte, rockte die Waldbühne wieder als ob es kein Morgen gäbe.

 
9. MARKER IN THE SAND
Einer der schönsten Songs der Avocado… mehr kann und will ich dazu eigentlich nicht sagen. Alleine diese Troika des neuen Albums spricht eigentlich Bände.


10. EVEN FLOW
Überraschend kam es nicht gerade, mein persönliches Highlight, seit geraumer Zeit kann man sich ein PJ-Konzi ohne den Song eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Seit ich den Erstling der Band in die Finger bekam begeistert mich dieser Song, reißt mich mit und wird Live durch die auch an diesem Abend eingewobenen Soli von Mike und Matt immer wieder variiert und mitunter auf ein neues, noch höheres Niveau gehievt. Heute erreichte er mit 8 Minuten Dauer mal wieder nahezu epische Ausmaße und erlaubte (während Mike die Saiten malträtierte bzw. Matt im alleinigen Rampenlicht die Drumsticks schwang) Eddie das Einlegen einer Raucherpause am Linken Bühnenrand, wo er genüsslich seine American Spirit qualmte.


11. PRESENT TENSE (!!!!)
Ein Traum wird wahr… dieser Song rangierte auf meiner „will ich unbedingt live hören – Liste“ unangefochten auf Rang 1!!!!!! Da er aber nur recht selten die eine oder andere Playlist verschönert, standen die Chancen relativ schlecht, daß er aus dem großen Zauberhut ans Licht der Berliner Öffentlichkeit gezerrt werden würde. Daß er DIREKT nach Even Flow kam, machte es eigentlich nur noch besser. Wenn man Perfektion noch toppen kann… dann nur so. Fassungslosigkeit und unheimliche Freude…


12. BIG WAVE
Im Anschluß switchte man wieder zur Avocado und präsentierte uns einen weiteren Rocker. Metaphorisch gesehen wars irgendwie klar, daß „Big Wave“ kommen musste, wenn Eddie schon nicht leibhaftig surfen kann, dann will er wenigstens dran denken.


13. GREIVANCE
Binaural-Zeit. Persönlich war ich positiv überrascht daß der Song kam. Da hatte sich der Kampf mit dem Album damals also gelohnt… es hatte gedauert bis ich es mir damals erschloß (ein dreiviertel Jahr immerhin) aber nach dieser Performance war es jeden der verzweifelten Hördurchgänge wert!


14. DAUGHTER
Erneut Mitsingzeit. Man macht sich im Voraus keinerlei Vorstellung davon, wie hammergeil es ist zusammen mit der restlos ausverkauften Wulheide diesen Song zu singen… dazu noch das überaus seltene W.M.A. als Daughter-Tag eingeflochten… der Raritätenabend schien eröffnet. „Bitte noch Black!!!!!“ ging mit nur durch den Kopf… diese beiden Hammerballaden an einem Abend LIVE zu erleben, das wäre der nächste Superlativ!


15. GREEN DISEASE
Wieder Rock-Time mit einem meiner Riot Act Lieblinge schlechthin. Mit Save You zusammen die Abgeh-Garanten dieses Albums. Eddie wurde vorher noch kurz politisch und schwupps durchschnitten giftgrüne Scheinwerfer die dunkle Bühnenluft… .


16. BLACK (!!!!)
YEAH!!!! Das Flehen wurde erhört. Was die Emotionalität und Intensität angeht ist dieser Song so was wie das Meisterstück der Jungs… lediglich NAIS vermag es einen ähnlich in seinen Bann zu ziehen. Und die Version welche uns heute offenbart wurde war mal wieder die musifizierte Genialität. Ich kann es eigentlich nur wiederholen: Daughter und Black an einem Abend… und jeweils dieser Fanchor in dessen Mitte man stand…


17. PORCH
Porch war ein würdiger und nahezu perfekt gewählter Abschluß des Mainsets. Sieben Minuten voller Energie, welche uns kollektiv wieder in die legendäre TEN-Ära zurückschmissen. Hymnenhaft und mit einem sehr netten Solo verziert machte Porch nur Lust auch mehr… auf VIEL MEHR Pearl Jam an diesem Abend. Die Jungs hatten Spaß auf der Bühne, das merkte jeder der Anwesenden und die während der letzten 80 Minuten entstandene Stimmung hatte schon lange nichts mehr mit einem klassichen Rockkonzert zu tun, geschweige denn mit einem Gig vor knapp 18.000 Leuten. Vielmehr entstand eine Art private Atmosphäre, welche Eddie nur noch ankurbelte, indem er von der Bühne sprang und fröhlich seinen Rotwein an die erste Reihe verteilte oder auf der Bühne herumkletterte und uns fröhlich zuwinkte. Das ging alles weit über ein normales Konzert hinaus… man kam sich eigentlich eher vor wie in einem kleinen, verrauchten Club, wo man, ein Bierchen in der Pranke, mit einer Hand voll guten Freunden abhängt, die zwischen massiven Holztischen und Bierreklame spontan anfangen ein paar ihrer Lieblingssongs zu jammen. Bloß gut, daß jedem hier bewußt war, daß da noch so einiges auf uns zukommen würde, was das aber dann genau war, wagten sicherlich nur wenige auch nur zu hoffen!


ENCORE 1


18. GIVEN TO FLY
Der erste Zugabenblock, man könnte ihn eigentlich auch als Konzert nach dem Konzert bezeichnen, wurde also mit Given to Fly, dem wohl malerischten Song des ganzen Yield-Albums eröffnet. Wieder so ein Fall von grenzenloser Intensität. Die wenigen Minuten Pause waren nach den ersten Klängen eigentlich schon vergessen, man war sofort wieder in dieser Feierstimmung, was man der ganzen Besuchermasse auch deutlich anmerken konnte.


19. COME BACK
Ich gebe ja zu, daß dieser Song für mich so ziemlich der schwächste (das heißt, in Schulnoten etwa 2+) der gesamten Avocado ist, aber Live gibt’s Extrapunkte!!!!! Zumal Eddie ihn seinem Freund Johnny Ramone widmete (wieder auch Deutsch im Übrigen: „Den nächsten Song singe ich in den Himmel, hoffentlich kann er es hören!“) und das Ganze dadurch eine ganz andere Eindringlichkeit bekam als von CD.


20. I BELIEVE IN MIRACLES
Raritätenalarm… erneut landete die Band einen Treffer direkt ins Bullseye meines Musikgeschmacks. ;-) eines meiner Lieblingscover der Jungs. Klar, nach der Widmung von Come Back hätte man es sich denken können daß das Ramones-Cover nahezu unausweichlich folgen würde… aber man kam nun mal nicht wirklich dazu sich mit solchen Gedankengängen zu beschäftigen… weit wichtiger war es jede Sekunde des Konzertes auf sich einströmen zu lassen. Jedenfalls rockte der Song die so herrlich melancholische Stimmung des Vorgängers wieder auf ein weitaus freudigeres Niveau und es war eine reine Freude Eddie am Mic beim Abgehen zuzuschauen; Mike spielte wie ein junger Gott, Jeff zupfte groovend den Bass während Matt gewohnt präzise auf seine Trommeln einging. Nur was Stone tat kann man nicht umschreiben… „Stone ist eben Stone“ würde meine Schwester sagen und hätte vermutlich auch Recht.


21. CRAZY MARY
Der Hammer… die dritte Ballade der Superlative. Wieder ein Griff in die Raritätenkiste obendrein! „Take a bottle drink it down… pass it around…“ Wieder riß einen diese Band in eine vollkommen andere Welt und der Chor setzte erneut ein, der Song ist einfach prädestiniert dafür. Was für eine Version dieses Songs….


22. ALIVE
HYMNENZEIT! Alive ist wahrscheinlich der PJ-Song schlechthin was die öffentliche Wahrnehmung angeht. Bei den ersten Tönen schrie die Menge auf… diesen Song live zu hören war zwar auf dieser Tour alltäglich, ist aber dennoch etwas Besonderes. Man mochte kaum glauben wie alt dieses Stück ist… unglaublich wie frisch Ed und Co. es rüberbrachten. Ein würdiger Abschluß des ersten Encores. Das zweite sollte folgen, unweigerlich und in seiner Ausstattung geradezu monströs!

ENCORE 2

(Hier sei mal vorausgeschickt, daß ich dem Kaiser, dem Franz, der Lichtgestalt… na ihr wisst schon… daß ich ihm jedenfalls sehr dankbar bin für diese WM!!! Auch beim PJ-Konzi verblüfften die Massen die Band durch ein minutenlanges „Ohhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh“ mit erhobenen, wackelnden Händen, sodaß man eigentlich nur darauf wartete, daß Stone einen Eckball tritt. Sichtlich irritiert nahm Ed das Geschehen auf und animierte uns vorm 2. Encore zur Wiederholung dieses Pausenfüllers.


23. LAST KISS
Eieiei… wieder so ein Stückchen Bandgeschichte, welches nicht unbedingt alltäglich hervorgekramt wird. Der Kollektivchor war nebenbei auch wieder im Einsatz und sang fröhlich einem denkwürdigen Encore 2 entgegen.

24. FOOTSTEPS
„We would like to play a request!“ ... mit diesen Wirten kündigte Eddie eine der atmosphärischsten B-Seiten der Bandgeschichte an. Kein Mensch weiß, warum dieses Stück kein Albumtrack ist… aber angesichts der Stimmung welche dieses Live nur selten präsentierte Schmuckstück begleitete, konnte man ungefähr ablesen welchen Stellenwert dieser Song bei der Gefolgschaft der Band hat. Streng genommen konnte man sowieso nur mitsingen oder fassungslos genießen… mehr Möglichkeiten gab es einfach nicht. Außerde, hatte es sich für die 2 Kerle gelohnt, deren ausdauernd geschwenkte Schilder Eddie zu diesem spontanen Wandel in der Setlist genötigt hatten. Langsam trieb man mit diesem Song dahin und dabei immer mehr seinem gediegenen, melancholischen Ende entgegen…


25. LUKIN
… und wurde übergangslos mit Lukin wiedererweckt! Dieser nahtlose Wechsel zwischen dem gediegenen Footsteps, wie es langsam ausklingt und dann dieses Kantholz von einem Punksong hinterher war der Wahnsinn (Lukin zählt im Übrigen auch eher nicht zu den Liedern mit denen man getrost rechnen kann wenn man auf ein PJ-Konzi pilgert)!!! Zudem muss man es erstmal hinbekommen einen Song, der eigentlich eh nur eine Minute dauert und das Tempo eines TGV auf abschüssiger Strecke besitzt noch mal 7 Sekunden schneller runterzuspulen… UN-GLAUB-LICH!


26. Comatose
… darauf folgte mit Comatose der legitime Nachfolger des No Code Krachers Lukin auf dem Fuße. Mein Fav der Avocado nebenbei bemerkt… einfach nur großartig. Gegen Ende des Berichtes gehen einem einfach nur die Superlative und Beschreibungen aus um das ganze zu beschreiben.


27. WHY GO
Dies ist allerdings sehr schade, denn gerade DIESER SONG war von der Stimmung her das absolute Highlight des Abends. Seit ich im Besitz des Bootlegs bin, ist dieser das meistgehörte Stück. Einfach der Wahnsinn wie die ganze Arena den Refrain „Why go hooooome?! Why go hooooome?!?...“ mitsingt! Den obligatorischen Kommentar á la: Das war das Motto des Abends! Kann ich mir eigentlich sparen, denn das dürfte ohnehin jedem klar sein. Die Band tobte noch mal, ich kann mich nicht erinnern jemals eine bessere Live-Version dieses Liedes gehört zu haben (… soweit das überhaupt mal gespielt wurde früher).


28. BABA O’RILEY
Wiedermal Cover-Zeit.  Gleichzeitig aber auch das Zeichen, daß nun die letzten 2 Songs folgen würden. Baba live und in diese Atmosphäre, mit diesem unglaublichen Chor im Hintergrund, das war noch mal der absolute Appetizer für den Schlußsong, welcher sich bei Pearl Jam mittlerweile schon eingebürgert hat als etatmäßiger Closer (bandtypisch allerdings auch ab und an variiert):


29. YELLOW LEDBETTER
Der letzte Song… und gleichzeitig der Abschluß einer einzigen, riesigen Party. Nach all dem, was uns in den letzten 130 Minuten schon geboten wurde, war Yellow Ledbetter einfach der krönende Abschluß eines Konzertes, welches die Fachpresse noch lange beschäftigen wird denke ich… zumindest das Medienecho der Folgetage fiel dem entsprechend aus, auch wenn es an Unmöglichkeit grenzt diese Stimmung auch nur ansatzweise in Worte zu packen. Nachdem Mike sein obligatorisch traumhaftes Schlußsolo gezupft hatte, verabschiedete sich die Jungs noch ausführlich von uns und beschmissen di rasende Menge mit verschiedenen Devotionalien wie Plektren, Drummsticks oder Schweißbändern…. Ich selbst war wohl erst am nächsten Tag wieder halbwegs einsatzfähig… direkt nach dem Konzi stakste ich eher verpeilt durch den Innenraum des Konzertgeländes. Jeder der die Chance hat diese Kerle Live zu erleben, sollte sich gefälligst dahin scheren! Und bis dato: Leute, besorgt euch dieses Bootleg…!


Diese 29 Songs waren ohne Zweifel die mehrfache Potenz dessen, was man sich vorher von diesem Konzert versprochen hatte. Dabei bin ich da schon sehr zuversichtlich herangegangen, daß es das Nonplusultra werden würde war klar, aber daß am Ende des Tages solch ein Erlebnis steht, konnte man nun wirklich nicht vorhersehen… wie auch. Wenn sich die Herren wieder in unsere Nähe begeben muß ich wieder hin… wenn es auch nur halb so großartig wird wie dieser 23. September, dann lohnt sich das schon. Momentan bleibt mir nur ein neidischer Blick gen Australien… die Aussies wissen gar nicht was da in den nächsten Tagen auf sie zukommt… ein glückliches Volk ist das momentan!!!!!

Montag, 1. März 2010

Metallica 07.05.2009–Arena Leipzig

*HELL YE-HE-HE-HEEAAAAAAHHHHHH* werte Fangemeinde! Heute hagelt es mal wieder einen Konzertbericht! Was heißt hier “einen” Konzertbericht... unterm Strich einen “ganz besonderen Konzertbericht”! Und da derer dieses Jahr noch mindestens drei (!!!!!!) Folgen werden, sollte ich das Ganze mal spezifizieren und euch von dero Pilgerfahrt berichten, welche den Onkel ins gar nicht mal so ferne Land der Muster - Messe pilgern ließ. 07.05.2009, METALLICA in der Arena!!!! Die kleine Schwester wurde natürlich auch wieder mitgeschleift.
Los gings, Urlaub sei Dank, mitten am Tag. Die Wegbeschreibung war mal wieder etwas, naja, nennen wir es “eigenwillig”, sodaß ich entweder Zweifel an physikalisch - astronomischen Konstanten, bzw. An der Korrektheit des “Falk” - Routenplaners habe. (Die Strecke zwischen Kreisverkehr und Arena ist auf dem Hinweg fast drei mal so lang ausgeschildert wie auf der Rückfahrt... .) Aber wie dem auch sei. Die Hinfahrt verlief relativ unspektakulär, die Einöde, welche sich zwischen Chemnitz und Leipzig erstreckt, wurde schnell und effektiv überwunden. Auch Löwen sehen wir kaum. An der Arena angekommen durften wir dreister Weise erstmal 5 Ocken für den Parkplatzdienst abdrücken. Aber wenigstens konnte man so in der Illusion leben, dass das Auto sicher bewacht wurde. (Auch wenn ich glaube, dass der spindeldürre Einweisungs-Heinz, trotz Security-Weste, nicht wirklich eine Chance gehabt haben würde, wenn da eine Horde geifernder Hooligans beschlossen hätte meinen hilflosen Seat zu schänden. Aber dem war ja Gott sei Dank nun nicht so, und so konnte ich dem offiziellen “ich-komme-bei-nem-Heavy-Metal-Konzert-an” - Ritual frönen (Aussteigen, Kippe an, Bierbude suchen). Um uns herum purzelten sodann die Langlotschen nur so aus ihren Autos, streiften ihre aufnäherbewährten Jeanswesten über und frönten ebenfalls oben genanntem Ritual. Wir sortierten uns noch ein bissel und schniekten dann in aller Ruhe zur Arena. Dort angekommen folgte eine Orientierungsphase, während der wir beschlossen erstmal den Merchandising-Stand aufzusuchen. Für mich standen so einige formvollendete Tourshirts zur Wahl, wobei ich mal die Idee eines schwarzen Metallica-Shirts mit goldener (!!!) Aufschrift anprangern muß! Das Motiv an sich wäre ja nett gewesen (Schriftzug, Schädel)... aber GOLD?!!! Meine Wahl fiel dann also auf ein in sanftem Anthrazit gehaltenes Kleidungsstück, welches ein magnetischer Sarg nebst Tourdaten ziert... m/! :-)
So ausgestattet konnte es dann auch in die Halle gehen. Die Verbotsschilder hinsichtlich Digitalkameras noch geflissentlich ignoriert und ab in die Halle wo sich “The Sword” bereits einen abschrammelten. Dass wir diese Schergen größtenteils verpassten, stellte sich am Ende als nicht sonderlich tragisch heraus, waren nicht so der Brüller. Da waren Machine Head schon eine andere Hausnummer. Selbige erlebten wir dann von unserer Innenraumposition (schalla-la-la-la) aus mit einem Becher Gerstensaft in der Hand. Gingen ab die Jungs und die in der Mitte der Arena aufgebaute Bühne zahlte sich sogleich aus. Als Machine Head fertig waren und das Licht in der Halle wieder anging, konnten wir erstmal die Deko sowie die geradezu monströse PA begutachten. Im Saal hingen 10 überdimensionale Särge, welche für die Beleuchtung zuständig waren, jene vier auf der Bühne waren sogar schwenk- und herablassbar. Ansonsten hatte das Schlagzeug des “Kleinen” eine Rotationsfunktion. Interessanter Aufbau... . Ein paar Zweifel ob des Sounds blieben allerdings bestehen, da bei Machin Head selbiger, trotz Monsteranlage, etwas schwammig daher kam. Aber die Sorge wurde bei den ersten Herzschlägen des Openers “That was Just your Life” zerstreut. Eine kleine Lasershow durchschnitt die Mischung aus Dunkelheit und (illegal ausgestoßenem) Zigarettenrauch (muharrr-harrr... Rauchverbot auf Metalkonzerten... wer glaubt dass das wirkt, der ist mit dem Klammersack gepudert). Und nach einem schnieken Intro stieg die Band brachial in den Song ein! Der Sound, wurde im Verlaufe des Liedes immer klarer und pegelte sich dann spätestens zum zweiten Song in der näheren Umgebung von “perfekt” ein. Mit derart soundgewaltiger Unterstützung geleitete uns der Herr Hetfield mit einer “Hey-Hey-Hey”-Animation direkt hinüber zu “The End of the Line”. Und das ging dann gleich direkt durch die Decke! Unglaublich, wie James und Kirk live die Riffs durch die Verstärker prügeln können! Der Innenraum war eine Horde von headbangenden Freaks während der Song mehr und mehr an Fahrt gewann und schließlich durch einen tief grunzenden Hetfield abgeschlossen wurde. Im Anschluss war dann der Death Magnetic Einstieg abgeschlossen und die Herren auf der Bühne angemessen begeistert von den abgehenden Massen zu ihren Füßen. Nachdem also die ersten Stücke vom neuen Album eingeschlagen hatten wurde es nun Zeit für den “Old Stuff”. Dafür wurde nichts geringeres auserkoren als “Ride The Lighning”. Die Reaktion der Menge war wieder entsprechend euphorisch.... der Chor bei “Now ist time to diiiiiieeeeeeee....” kommt auf dem Bootleg nicht annähernd angemessen rüber. Aber es wurde und wurde immer besser, von Song zu Song. Spätestens jetzt bewährte sich auch die “wandernde” Band. Irgendwer turnte immer vor einem rum, ob nun der James einem die charakteristischen “Yeah`s” direkt ins Gesicht brüllte, der Kirk mal während eines Solos vorbei schaute oder der Rob (im Folgenden nur “BVM” genannt - Insider) in seinem Entengang rumstakste während der seinen Bass malträtierte. War schon sehr geil! So neigte sich denn dann auch der Blitzritt dem Ende zu, die Nackenmuskulatur meinerseits war mittlerweile warm gelaufen und Zeige- sowie kleiner Finger
hatten auch ihre ordnungsgemäße Metal-Position in der Hallenluft eingenommen. Das war auch gut so, denn mit Fuel wurde das nächste Brett ausgepackt und uns um die Ohren geschwurbelt. Hammer!!! Was da um uns herum los war, Wahnsinn! Anschließend wurde es wieder nostalgisch bis halbschnell, mit “One” und den erstmals exzessiv eingesetzten Pyroeffekten! Eingeläutet von Schüssen und Explosionen begann One gewohnt langsam um sich dann wie eine Walze auf dem Skihang unweigerlich in Fahrt zu setzen und gegen Ende alles im Wege befindliche unweigerlich zu plätten! Spontan musste ich ans Video denken, wie der Herr Newsted damals mit seiner Matte noch den Bass zupfte... hach, war auch ein Guter! :-) Aber mit dem BVM hat man sich, was spätestens hier klar wurde, ein wahres Tier in die Band geholt. So ausgeglichen un nett der Kerl auch rüberkommen mag: häng dem nen Bass auf Kniehöhe um der Mensch ist nicht mehr zu bremsen!
Das konnte er auch bei “Broken, Beat and Scarred” im Anschluss gleich wieder beweisen! Mal so nebenher erwähnt eines meiner Wunschstücke von der Death Magnetic! Umso toller, dass die Jungs das wirklich auspackten! Stilistisch wohl noch am nächsten an der St. Anger dran (deshalb gefällts mir bestimmt auch so). Jedenfalls ging das Ding schon übel ab... ungefähr an diesem Punkt des Konzertes verabschiedete sich dann auch das Nervensystem meiner NAckenmuskulatur... aus Selbstschutz! Es sollte erst am folgenden Morgen wütend zurück kehren. Aber wie heißt es im Text so passend “What don`t kill ya, make ya more strong!”
Und so wurden wir mit “Leipzig... DIE HARD” aus dem Song entlassen und mit der Gretchenfrage (hehe... Gretchenfrage in Leipzig, ein Intellektuellenscherz ;-) ) konfrontiert. Der gute James wollte wissen, obs denn nun etwas langsamer weiter gehen sollte, oder dann doch wieder die Keule ausgepackt werden soll. Die Antwort war ebenso eindeutig wie vorhersehbar. My Apokalypse erfüllte dann auch die Erwartungen voll und ganz. Bis auf Battery haben die Jungs IMO keinen weiteren Song im Programm, der vom Rhythmus her so brachial gradlinig nach vorne marschiert! Danach dann ein paar Sekunden Verschnaufpause... welche auch mehr als angebracht waren. Die Schwester wurde kurz zum Bierstand abkommandiert und James kommunizierte mal wieder mit der Audience. Das Ergebnis des resultierenden Dialoges war die Feststellung, dass scheinbar alle Anwesenden Spaß hatten, unabhängig vom Standpunkt. (Was mich eher weniger überrascht). Jedenfalls wurde dann die versammelte Gemeinde “von James auch gerne “one big Metallica - Family” genannt) erneut gefragt, ob wir denn “Heavy” wollen! Und ob!!! nach der präzisen Antwort “Metallica gives you HEAVY” hämmerte uns Sad But True entgegen. Ein weiterer dieser Nackendehner. Hammer!!! Der stand auch ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste!!! Wer den Titel kennt, der wird sich annähernd vorstellen können, was dann in der Halle los ging; wie die Haare flatterten und die Arme zum gebrüllten Refrain mit erhobener Pommesgabel in die Höhe schnellten. (Gut, bei mir wars nur ein Arm, im Anderen war ja nun ein Bier!)
Das Anschließende Turn the Page war dann wieder eine kleine Verschnaufpause, zudem eine überraschende. Mit dem Song konnte man nicht wirklich rechnen. Sehr schön... aber der Übergang zu The Judas Kiss geriet dann mal wiederum brachial. Nachdem die letzten Takte verklungen waren wurde mit lautem Getöse umgeschwenkt und der ohnehin schon rauhe Song wurde live noch ne Ecke sperriger geschmirgelt. Abgehen zwingend erforderlich um diese Energieladung da auszuhalten. Spätestens beim hasserfüllt gegrunzten Refrain kochte die Menge rings herum. Erholung versprach eines jener legendären Soli von Kirk, welches im Anschluss dargeboten wurde. Schon geil den Kerl mal live zu erleben und das, was er da mit seiner Klampfe veranstalten kann. :-) Was Soli angeht ist der Mensch ein Gott!!!
Nach dem Midtempo-Stück The Day that never Comes, mit eingebautem Single-Potential, folgte dann der nächste Niederknie-Moment! Die Herren packten das legendäre “Master of Puppets” wieder aus, beim Einstiegsriff brach die Hölle los um uns herum! Mann, was ist das aber auch für ein geiles Gefühl wenn dieser Song los geht!!! :-) Und dann noch die ausgedehnten Chor-Passagen des Publikums! Wahnsinn!!! Leider kommt das auf dem Bootleg nicht annähernd so großartig rüber wie live! (Lars, prinzipiell ist das aber möglich das zu transportieren... “Pearl Jam would do that!” ;-) ) Absoluter Irrsinn der Song! Und danach gings auch gleich im selben Stil weiter mit einer Lektion in Brandbekämpfung für den geneigten Jungfeuerwehrmann (ich bin sicher, da waren ungefähr 4 davon anwesend): Fight Fire with Fire stand seinem Vorgänger in nichts nach und ließ den Schweiß beim Publikum fröhlich weiter fließen. Sehr geil! Mittlerweile standen wir auch in einer Pfütze, in welcher sich Bier und Transpirat vermischten, man könnte auch sagen, die Atmosphäre war mittlerweile komplett abgerundet und angemessen! :-) Nach so viel Prügel fürs Trommelfell war denn das zweite Hammett - Solo, welches uns gediegen ins nun folgende Nothing Else Matters hinüber geleitete auch mehr als nötig um die richtige Grundstimmung zu erzeugen. Schön das Feuerzeug in den Hallenhimmel gereckt und das Liedchen genossen. :-) Man kennt das ja, der Song ist wohl der kommerziell erfolgreichste der Band, zudem noch eine nie für möglich gehaltene Ballade. Aber bevor ich hier den großen Independent-Underground und Back-to-the-Roots Spielverderber spiele, der nur “das ganz alte Zeug” hören will, möchte ich mal betonen, dass das abseits des ganzen Beiwerks einfach mal ein Song allererste Güte ist! Dem entsprechend auch die reinste Freude den Live zu hören. Mögen diese ganzen “Underground”-Wichte doch weiterhin in ihrer Scheinwelt leben und überholten Idealen nacheifern. Ich fands spitze! Außerdem wurde gleich mal direkt zu Enter Sandman übergeleitet. Man sollte dabei übrigens nicht unbedingt versuchen an den Abendgruß zu denken... so ein “Sandman” wäre damals vom Erich noch persönlich an die BRD verschachert worden nachdem er den kleinen Blagen den Schlafsand beidfäustig hinter die Pupillen gejagt hätte. Das Mainset wurde damit auch standesgemäß abgeschlossen. Während die Band mit ein paar “Oh Yeaaahrs” zum Abschied vorerst die Bühne verließ machte sich schon die Spannung ob des Zugabenblockes breit. Dieser sollte dann auch schön überraschend ausfallen. Eingestiegen wurde, nach zugegeben recht kurzer Pause, mit The Small Hours, einem Holocaust-Cover was schwer daher getrampelt kommt und sich anhört wie ein musikalischer Godzilla. Jedenfalls brachte das die Menge nochmal richtig zum Kochen bevor man dann ins brüllende Trapped under Ice einstieg und die Stimmung nochmal so richtig nach oben marschierte! Hammersong, toll vorgetragen und die Halle tat noch ihr übriges zum Gelingen! Man sollte meinen, dass es, nachdem die letzten Takte verklungen waren, so langsam ausgreizt war, was Stimmung und Energie anging. Aber nach entsprechendem Aufruf von James, nachdem wir die Band gefühlte 200 Minuten hochleben ließen und feierten, gabs zum Abschluss noch einen, oder besser gesagt DEN Rausschmeißer! Für den Refrain wurden wir nochmal in die Pflicht genommen. “Three simple words you need to know! Three!!! SEEK AND DESTROOOOOOOY!” Als das Ding los ging, war endgültig Sense mit geordnetem Ablauf! Damit das sich anbahnende Chaos auch von der Bühne aus beobachtet werden konnte, wurde gleich mal das Hallenlicht angedreht und ungebremst losgelegt. Was da nochmal losgetreten wurde war unglaublich. Rings um einen herum kochte die Halle, selber war man entweder mit headbangen oder brüllen beschäftigt und ca 10 Meter Luftlinie vor einem ließ einen der Hetfield aus der Nummer auch nicht mehr so einfach raus sondern trieb die Menge mehr und mehr an auch ja weiter zu machen und die Jungs auch angemessen zu verabschieden! Kirk packte nochmal die flinken Finger aus zum Abschiedssolo und so fand der Abend also auch einen angemessen feurigen Abschluss! Nachdem sich die Jungs noch ca 20 Minuten vom Publikum verabschiedeten wars dann auch schon vorbei mit dem heiß ersehnten Erlebnis “Metallica Konzi”. Wir benötigten noch die komplette Heimfahrt um so halbwegs wieder runter zu kommen, den berühmten Konzertdruck auf den Ohren wurde man erst im Laufe der nächsten 2 Tage los. Aber wer die Möglichkeit hat, die Knilche noch live zu erleben, der sollte das UN-BE-DINGT machen, zur Not auch auf Sitzplätzen, aber schaut sie euch an!!!! :-) Ich für meinen Teil werde die nächsten Tage damit verbringen das Bootleg fröhlich auf Heavy Rotation zu schicken. Als Randnotiz sollte noch festgehalten werden, dass bei den Ansprachen ans Publikum ausgerechnet Kirk “Schöngeist” Hammett die höchste Fluchquote aufwies (“Yeahh Leipzig.,.. You motherfuckers are motherfucking`loud!”). Selbiges hätte man zwar eher vom “Kleinen” erwartet, aber gut... so hatte man wenigstens was zum Grinsen am Ende.
Abschließend komme ich aber nicht umher nochmal das verdutzte Statement von Machine Head gen Weißwurschtäquator zu schreien: “Leipzig! You really fuckin kick Munichs ASSS!!! Prrrrrrrrost!!”