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Samstag, 31. August 2013

I SHOULD HAVE KNOWN

(Foo Fighters)

Wie versprochen heute Teil zwei der Auszüge aus meinem Finnlandtagebuch 2003. Kurz zur Erinnerung: Wir, das heißt Herr Z. und ich, hatten die Nacht in Helsinki vor dem Hauptbahnhof verbracht. Warum? Weil wir uns verzockt hatten mit der Weiterfahrt und aus eben jenem Hauptbahnhof mitten in der Nacht heraus geworfen wurden. Wie wir später übrigens erfuhren erlebten eben jene Odyssee noch reichlich andere einen Tag vor bzw. nach uns. Als der Bahnhof wieder öffnete (6 Uhr), stürmten wir hinein und gönnten uns erst einmal einen Halbliterkanister dampfend heißen, herrlich starken, unschlagbar guten Kahvi. Anschließend bestiegen wir dann den Zug in das karelische Metropolstädtchen Joensuu, unserer Temporärheimat für die nächsten Monate. Da wir unsere Ruhe haben wollten und dringend ne Mütze Schlaf brauchten, begaben wir uns auf die Suche nach einem ruhigeren Plätzchen. Mist! Großraumwagons! Aber was war das: Zwei einzelne, abgetrennte Abteile mit je 6 Sitzplätzen! Im ersten, offensichtlich dem Raucher- oder Schnapstrinkerabteil (man konnte das nicht genau identifizieren, die Herren taten beides… 8 Uhr in der Früh), da wollten wir nicht sitzen. Also ab ins zweite noch jungfräulich leere Abteil. Da es hier zwar auch ein wenig komisch roch, aber eben nicht nach kaltem Rauch oder Billigfusel, ließen wir uns entspannt nieder. Jedoch wurden wir ein paar Stationen später eines Besseren belehrt und erkannten, warum hier noch niemand in diesem herrlich abgetrennten Abteil saß…:

“Irgendwann nach 08:00 Uhr:

Nun sitzen wir im Zug nach Joensuu, unserem Endziel und Bestimmungsort und können es kaum erwarten, daß uns unsere Zimmer nebst der dazu gehörigen Schlafgelegenheiten überreicht werden. Beim Blick in den Spiegel stellte ich mit Schaudern fest, daß ich auch schon mal frischer aus meiner Military-Style-Jacke geschaut habe (Anm. 2013: jaja, die Nachwirkungen der Grunge-Mode Zwinkerndes Smiley). Meine Augen haben derart viele Ringe, daß ich bei einer Olympiabewerbung kaum Konkurrenz zu fürchten hätte.

Nachtrag: Wir sitzen im HUNDEABTEIL… spitze! Oma mit Kläffer der Rasse Höllenhund (nur halt in der genetisch einwandfreien Ausführung) setzt sich zu uns.

Nachtrag zum Nachtrag: Das Vieh ist aber dafür verhaltensgestört… es betatscht uns und leckt Herrn. Z. ab.

10:25Uhr

Der Wauwau springt immer noch durch das Abteil. Als er mich direkt fixierte und nießte ging mir nur ein Wort durch den Kopf: “EWOK”!

Noch ein Nachtrag: Das Tierchen heißt “Remolus”… ich würde ihn, aufgrund seiner ruhigen, gesetzten und souveränen Art allerdings eher “Ritalin” nennen!“

Die halbe Strecke hielt uns der Köter wach… danach war unsere Müdigkeit einfach weg. Wir kamen im Ergebnis also noch übermüdeter in Joensuu an. Zwinkerndes Smiley

LEAVING HERE

(Pearl Jam)

Es gibt so Tage im Leben, da wird man grundlos sentimental. Tja, und dann gibt es noch so Tage, an denen das alles einen sehr, sehr guten Grund hat. So ein Tag war heute.

Der 30. August ist, was der MsPittili und mir heute im Igor so klar wurde, ein Tag, an dem sich die europäische Jugend traditionell mal so richtig durch mischt. Überall auf unserem Kontinent haben heute Studenten der verschiedensten Nationalitäten einen großen Tag erlebt. Er wird ihnen noch nicht als solcher bewußt sein (zumindest nicht in dem Umfang, in dem er es schon 2014 sein wird), aber im Grunde genommen treten heute eine Menge kleine und große Indiana Jonese ihr ganz persönliches Abenteuer an. Die Rede ist vom viel zitierten Auslandssemester. Dieses beginnt oft am 1. September, was am Vortag eine ordentliche Reisewelle auslöst. Wenn auch nicht direkt, so waren wir dieses Jahr zumindest indirekt beteiligt, indem wir die Kleine Schwester zum High Noon am Flughafen Leipzig-Halle ablieferten. Für sie beginnt nun ein Semester voller Stress, kleiner und großer Organisationskatastrophen und Neuorientierung im gar nicht so fernen Italien. Jedoch ist das nur die halbe Wahrheit… wahrscheinlich nicht einmal diese. Denn so ein Auslandsjahr hat auch unglaublich viele positive Eindrücke, Erfahrungen und neue Menschen zu bieten, mit denen man eine unglaublich aufregende Zeit erleben kann. MsPittili und ich, wir waren dann schon ein bisschen neidisch heute am Gate. Neidisch auf das, was der Kleinen Schwester in den nächsten Monaten so bevor steht. MsPittili hat das HIER schon sehr gut beschrieben, ich für meinen Teil tue das hiermit ebenso.

Gemeinsam ist uns allen dreien eben jenes Datum: Der 30. August. Während es bei der MsPittili exakt ein Jahr her ist, sind es bei mir mittlerweile schon deren zehn. Zehn Jahre ist es her, daß ich im für mich damals noch fremden und fernen Helsinki aus dem Finnair-Flieger stieg und… fror! Wir waren im Jahrhundertsommer 2003 bei gut 30 Grad gestartet und in Helsinki herrschten in der Nacht muckelige 6 Grad. Woher ich das noch weiß? Weil unsere Anreise ein wenig… naja, “unrund” verlief. Unrund, aber dafür legendär. Wir waren zu zweit, der Herr Z. und ich; zwei sehr gute Freunde und Kommilitonen auf dem Weg ins nordische Abenteuer. Wir hatten eigentlich nur einen Planungsfehler begangen, der war dafür fundamental. Wir gingen davon aus, daß wir von 23 bis 7 Uhr schon einen Weg finden würden uns in Helsinki zu beschäftigen. So lange hatten wir Aufenthalt bis unser gebuchter Zug nach Joensuu ging. Aus heutiger Sicht hätten wir ein Hostel buchen und am nächsten Vormittag aufbrechen sollen. Ich nahm eben, inspiriert durch die Verabschiedung der Kleinen Schwester, nochmal mein Reisetagebuch von damals zur Hand.

reisetagebuch

Überreicht wurde es mir von all meinen Freunden zu unserer großen Abschiedsparty, die leider auch die letzte Party unserer WG war. Warum? Naja, weil wir alle an jenem 30. August das Weite suchten. Darin dokumentierte ich jedenfalls das ganze Semester ziemlich akribisch. Über folgenden Eintrag mußte ich eben intensiv schmunzeln:

"2:14 Uhr Helsinki Zeit

Seit wir es gegen 1:00Uhr aufgegeben haben eine warme, angenehme Location zu finden, wo man die immerhin sechseinhalb Stunden bis zur Abfahrt überbrücken kann (Anm. 2013: Diskos, Bars, Kneipen… alle zu ab spätestens 1), gammeln wir hier auf ner Parkbank rum bei geschätzten 5 Grad Außentemperatur. Zwischendurch (etwa 01:45 Uhr) haben wir es fertig gebracht aus dem Hbf Helsinki heraus geschmissen zu werden. Daß mir das JEMALS passieren würde. (…)

“Irgendwie erinnert mich das hier och ‘n bissel an Komotau!” (Herr Z., 2003)”

Letzter Satz ist aus heutiger Sicht komplett zu widerrufen, Helsinki ist einfach eine großartige Stadt. Aber wenn man nach einem 25 Grad Temperatursturz in T-Shirt und Sommerjacke übermüdet die Nacht auf einer Parkbank verbringen muss, dann spielt das irgendwie keine Rolle. Helsinki lernten wir noch zu schätzen, soviel sei gesagt. Wir kamen auch an unsere Klamotten nicht ran, da diese im Bahnhofsschließfach verstaut waren. In eben jenem Bahnhof, aus dem man uns eben heraus geschmissen hatte. Zwinkerndes Smiley Die Nacht war lang, kalt, aber eben auch irgendwie legendär. Vielleicht gibts bis Ende des Jahres noch ein paar Schmankerl aus meinem Büchlein, alleine der 1. September mit unserer Zugfahrt hat noch so einiges zu bieten, glaubt mir. Hab das eben mal überflogen… herrlich!

Warum ich das alles schreibe? Naja, einerseits, weil ich eben vollkommen begründet sentimental wurde. Andererseits, weil die Kleine Schwester gut und plangemäß in Pisa angekommen ist und somit schon die erste Etappe wesentlich erwachsener und – ja, ich muß es zugeben – besser durchdacht hat als ihr großer Bruder vor einer Dekade. Ein Reisetagebuch haben wir ihr übrigens auch mit auf den Weg gegeben. Wäre auch unentschuldbar, wenn nicht. Schließlich merke ich gerade, wie schön es ist, wieder darin zu blättern. Smiley Also, Kurze, halt die Ohren steif und rocke das Stiefelland! Laß Dich nicht entmutigen wenn mal was nicht gleich so läuft, wie es ursprünglich organisiert war (hey, das sind Italiener… mehr sage ich dazu nicht Zwinkerndes Smiley ) und genieße einfach die Zeit. Oder in kurz: VIEL SPAß!!!!

Wer übrigens ein paar mediterrane Impressionen gewinnen will, dem sei ihr Reiseblog ans Herz gelegt. Der erste Eintrag ist sogar schon online und ich wette, da folgen noch jede Menge andere Highlights! Wo er ist, der Reiseblog? Entweder in meiner Blogliste oder ganz einfach

HIER!

Es ergeht hiermit Lesebefehl! Zwinkerndes Smiley

Dienstag, 18. Dezember 2012

HUNGRY HEART

(Bruce Springsteen)

Es gibt so Dinge, die tut man und findet sie toll. Dann, wenn man sie vollendet hat, dann legt man sie beiseite und vergißt sie. Das tut man manchmal viel zu lange. Vielleicht nimmt man sie bei nem Umzug mal wieder fix in die Hand, blättert sie fix durch und verstaut sie alsbald wieder in der neuen Bude, wo sie wiederum in Vergessenheit geraten.

Irgendwann, zum Beispiel heute, kommt dann aber die großartige MsPittili mit einem richtig tollen Blogeintrag daher, der minimalistisch aber treffend das zusammenfasst, was sie in 4 Monaten im schönen Finnland so erlebt hat. (Es ergeht hiermit im Übrigen ein Lesebefehl an euch.) Da sitzt man dann da, liest, grinst in sich hinein und freut sich mit ihr; und plötzlich ist dann die Erinnerung wieder da. Moment, sowas hatten wir doch auch… nur ein wenig anders. Ich kramte also mein Finnlandauslandstagebuch wieder heraus. Der letzte Eintrag datiert vom 19.12.2003, dem Tag unserer Rückreise (ja, noch so ne Parallele… .) Auf den letzten Seiten hielt ich über die 4 Monate in Form einer Strichliste das fest, was dem Herrn Z. und mir so aus statistischen Gründen wichtig erschien; eine männliche Liste sozusagen. Zwei Kerle brauchten damals um ein Semester in Finnland zu überleben folgende Basisausstattung:

16,5 KG Spaghetti

18 Liter Ketschup

600g Instantkahvi

7 Kilo richtigen Kahvi

47 Brote

18 Packungen Hackfleisch

69 Liter Milch

4 Kiloeimer Senf

3 Kilo Marmelade

20 Packungen Hähnchenschenkel

15 Liter Glöggi

1 Packung Cornflakes

2 große Gläser Nutellaimitat

1 Glas Nutella

171 Joghurts á 250g (Literpacks bereits umgerechnet)

7 Großpackungen Tee

26 Biere (Parties, aushäusige Feiern und Erstligaeishockeyspiele exklusive)

2 (importierte) Flaschen Jim Beam (White / Black Label)

7 Steaks

2 Familien die in kurzen Abständen Carepakete mit Salamis schicken.

Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, daß wir mittags meist in der Mensa aßen… .

Mittwoch, 24. Oktober 2012

LIVE TO TELL THE TALE

(Nightwish)

Schiff Ahoi, liebe Landratten. Die treue Stammleserschaft wird es wissen: Die MsPittilimäki macht gerade eine kleine Ausfahrt. Nicht etwa mit einem schnöden Reisebus oder einer Rikscha, nein, sie hat sich quasi die Königin aller Fahrgeschäfte ausgesucht: Die Fähre. Selbige bringt sie von Helsinki nach Stockholm und nach einem Sightseeing-Tag in Schwedens Kapitole dann auch wieder zurück. Mit an Bord sind neben ihren Begleitern aus der International-Truppe der Uni höchstwahrscheinlich jede Menge Finnen. Und erst DAS macht es so besonders. Experten (also ich) sprechen in diesem Zusammenhang auch längst nicht mehr von einer ordinären Fähre, sondern vom berühmt berüchtigten “Saufboot”. Verstehen kann das nur, wer selbst mal diesen Trip gemacht hat. Ich wäre wirklich sooooooooooo gerne dabei, dieser Ausflug wird schräg, amüsant, skurril und denkwürdig werden.

Bei mir damals war es jedenfalls damals, im fernen Jahr 2003 der Fall. Wir entschieden uns zum Trip nach Stockholm, suchten ein halbes Dutzend Gleichgesinnte aus allen Ecken der Welt zusammen und ließen die indonesische Botschaft in Helsinki das Ganze organisieren. Gut, und die in Stockholm, aber das ist – so merkwürdig wie es klingt – eine andere Geschichte. Jedenfalls betraten wir am Nachmittag das dann doch beeindruckend große Aquamobil und wurden schon vor dem Betreten der Kabine auf das vorbereitet, was uns die folgenden beiden Nächte auf See begleiten würde: besoffene Finnen. Der Kahn hatte seine Pforten noch gar nicht lange geöffnet, vielleicht ein oder zwei Stunden und schon lagen uns, als wir zu unserer Butze wollten, zwei Einheimische rotzbesoffen im Kabinengang im Weg. Mehr kriechend als laufend schleppten sie sich über den Gang. Nach einem keinen Rundgang auf dem Schiff, welcher beim Auslaufen auf dem obersten Deck endete, wo wir den Lichtern Helsinkis beim Auslaufen zuwinkten (macht man halt so) und uns im 40Grad Winkel in den doch recht intensiven Wind lehnten, beschlossen wir den Abend mit ein paar Bierchen zu verbringen. Diese Schiffe bieten einem amüsierwilligen Austauschstudi Anfang 20 fast alles. Bars, Discos (mit allerdings vergleichsweise hochwertiger Musik… nicht so ein Geaffe wie in unseren Clubs, da spielt man ROCK) oder irgend etwas, das wohl bei Abendprogramm im weitesten Sinne als Varietee bezeichnen könnte. Gediegener halt. Und natürlich Duty – Free Shops von Ausmaßen einer mittelgroßen Edeka-Filiale. Diese wurden auch, nein, nicht “genutzt” im eigentlichen Sinne, sie wurden schier “überrannt”. Wir mußten über zu Boden gegangene Toblerone-Tafeln und unter der Last der angesackten Bierpaletten eingeknickte Mitreisende steigen um zur Kasse zu gelangen. Im Vergleich zu unseren Preisvorstellungen ist das nicht wirklich billig, aber da wir fast 2 Monate Zeit hatten uns an die finnische Definition von “Bierpreis” zu gewöhnen, waren das schon Schnäppchen. Wir verstauten ein paar Büchsen Bier, Fresskram, Likörchen und Wein (glaube ich) in der Kabine und stürzten uns ins maritime Nachtleben. Ja, wir feierten. Wir tranken auch das eine oder andere Bier, tanzten und hatten Spaß. Aus Sicht der Finnen jedoch müssen wir gewirkt haben wie Asketen. Ihr macht euch ja kein Bild Leute… alle Altersstufen, jeder mit mindestens einem Getränk in der Hand und in vorhersehbaren Abständen (sehr kurzen Abständen) torkelte ein sturzbesoffener und/oder enthemmt gröhlender Mitreisender an uns vorbei. Vergeßt dieses Trugbild vom introvertierten Finnen. Ich halte es ohnehin für übertrieben. Die sind nicht “wortkarg”, “schweigsam” oder “zurückhaltend” im engeren Sinne. Die sind eher angenehm, weil sie einen nicht mit belangloser Selbstdarstellung zutexten oder  passiv aggressiv anmuffeln. Beides Schwächen anderer Nationen, auch der unseren. Wenn man sie dann aber erst einmal ein wenig kennen gelernt hat, dann gehen die Finnen zum Teil richtig ab. Wenn man sie kennen gelernt hat oder eben wenn man mehre Hundertschaften von ihnen auf ein über die Baltic-Sea schipperndes Boot steckt. Irgendwann gegen 10 (geschätzter Näherungswert) waren eigentlich alle schon gezeichnet, vor allem das Schiff. Aber es lief alles erstaunlich friedlich ab. Wir verließen das Treiben irgendwann um in der Kabine, ein für 4 Leute ausgelegtes Schließfach das wir in einen 9 – Leute Gemeinschaftssaal umfunktionierten, die erstandenen Alkoholreserven mit ein paar Trinkspielen zu dezimieren. Dann gings nochmal ins Getümmel und anschließend für einige wenige Stunden in die Koje. Die härtesten unter uns – ich gehörte natürlich dazu – standen dann kurz nach 7 oben auf Deck und genossen das Einlaufen in den Hafen von Stockholm, garniert mit einem beeindruckenden Sonnenaufgang. Das ist wirklich ein Erlebnis, auch wenn es unspektakulär klingt, aber man schippert da durch eine langsam aufleuchtende Landschaft mit Schwedenhäuschen, Wäldern und allerhand Fischerbooten hindurch. Toll! Jedenfalls einer der Tipps, die ich MsPittili auch gegeben habe. Nach dem improvisierten Frühstück ging es dann nach dem Anlegen auf zur Stockholm – Tour. Die Hälfte der Kabinen (konservativ geschätzt) hatte diese “Please do not disturb” – Schilder am Türknauf baumeln. Der Finne reist nämlich nicht zwingend nach Stockholm um Stockholm zu sehen, nein, der Weg ist das Ziel. So kam es, daß unzählige Räusche im Hafenbecken ausgeschlafen wurden, während wir einen tollen Tag in Stockholm verlebten. Als wir dann am Abend wieder auf das Schiff zurück kehrten waren die meisten der Schilder verschwunden, dafür waren wieder mehr Finnen wach. Auf gings in die zweite Runde. Diesmal noch eine Spur exzessiver, es ging ja schließlich wieder “nach Hause” für die meisten. Will heißen: Die schossen sich so richtig ab. Ich werde wohl nie vergessen, wie wir am recht späten Abend mit einem Olut beisammen standen und ein Kerl im Anzug, Mitte 40, seriöse, gepflegte Erscheinung allerdings schon deutlich vom Rausch gezeichnet auf uns zu kam und uns anquatschte. Wir mussten interessant aussehen, sonst hätte der schließlich nicht freiwillig seinen Glücksspielautomaten verlassen. Gut, wir waren auch ne bunte Truppe… also: wir waren interessant. Jedenfalls erzählte uns der Mann, daß er diesen Trip jedes Jahr zirka vier Mal macht, bevorzugt, wenn die Gattin ihre Eltern besucht und er dann mal so richtig die Sau raus lassen kann. Diesmal habe er sie erst gar nicht informiert, sie fände das nämlich nicht so toll – hohoho! Zwinkerndes Smiley Er war auch beruflich recht hoch angesiedelt vom Prestige her, ich weiß zwar nicht mehr genau, was er gemacht hat, aber es reichte, daß er selbst auf dem Saufboot im Anzug herumtorkelte. Auch er zählte zu den Schläfern, Stockholm sei ihm bekannt – alles schon gesehen. Als sein Bier leer war verließ er uns wieder und verschwand in der Menge und ward nicht mehr gesehen. Wir feierten auch noch ein bissel mit in den verschiedenen Locations, tranken das eine oder andere Bierchen und waren aus finnischer Sicht trotz allem bestenfalls Amateure. Irgendwann mitten in der Nacht nahm dann der Wellengang zu, was allgemein recht negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Passagiere hatte – laßt es mich mal so ausdrücken. Das eigentliche Wunder jedoch geschah am nächsten Tag. Hoffnungslos übermüdet verließen wir das Schiff und mit uns – jetzt kommt das Wunder – fast alle anderen Passagiere. Wenn man die Szenen der Nacht noch vor Augen hatte war das nur als Wunder zu bezeichnen. Gläser, Flaschen, Klopapier und ein paar blutige Handtücher lagen zwar kreuz und quer auf dem Schiff verteilt, aber die, die sie dort platziert hatten schleppten sich am Ende dann doch wieder an Land. Bisweilen hatte das optisch was von “Zombieapokalypse”, sicherlich, aber ich fand das bewundernswert. Was die Kerle in den vergangenen 2 Nächten alles weg gelitert hatten und nun konnten sie wieder laufen… unfassbar. Fast alle schleppten einen der extra hergestellten und im Duty-Free enorm beliebten Trollies hinter sich her, auf welchem man exakt die erlaubte Menge Bier unterbringen konnte. Klar – fürn Weg.

Jaja, die Erinnerungen – jetzt, wo MsPittili die selbe Tour macht, kommen sie wieder hoch. Smiley Schön wars, eben weil es so skurril war, so exzessiv und hedonistisch, was da auf dem Schiff um einen herum abging. Darauf hatte uns keiner vorbereitet, was es nur noch spaßiger machte das Ganze. Wir haben auch gefeiert, das könnt ihr glauben, und zwar nicht zu knapp - aber gegen die Finnen waren wir nur bessere Amateure. Auf Schiffen, da sind nämlich wir Nichtsuomis plötzlich die Introvertierten. Jedenfalls war das denkwürdig, dieser Ausflug. Ein Riesenspaß obendrein und wie ich beim Schreiben gemerkt habe, etwas, das man irgendwie nicht vergisst. Eigentlich genau so wie das ganze Auslandssemester. Drum lasst uns der Ms. die Daumen drücken, daß sie eine wirklich gute Zeit auf dem Schiff und in Stockholm hat. Jetzt wird sie es noch nicht wissen – vielleicht aber ahnen – aber in sagen wir mal 9 Jahren, wird sie froh sein, wenn sie jemand an diese Monate und diese Reisen erinnert.

(Allerdings musste ich soeben feststellen, daß MsPittili das ihr von mir nahe gelegte Twitter-Hashtag #Saufboot eigenmächtig in “#Rentnerboot” umgewandelt hat. Da kann irgendwas nicht stimmen… . Zwinkerndes Smiley )

Sonntag, 21. Oktober 2012

UNTER EINEM REGENSCHIRM AM ABEND…

(Max Raabe)

Ihr seid es ja von mir schon gewohnt aus der ersten Oktoberhälfte, daß sich alles um diese wunderbare Land im Norden dreht, in welchem sich MsPittili gerade aufhält und in welches ich nach knapp 9 Jahren wieder zurück gekehrt bin: Finnland!

Warum ich so viel bloggte? Naja, weil es da super ist und ich dachte, ich sollte das, was wir so erlebt haben, auch mit euch allen teilen. Außerdem verspüre ich auch so eine Art Bildungsauftrag einigen Mitmenschen gegenüber (nicht euch Zwinkerndes Smiley, keine Angst – eher so global). Es gibt ja immer noch Menschen, die in schon verhohnepiepelungswürdiger Penetranz und Unkenntnis der Materie solch Reißer bringen wie

“Na, da ists doch am Nachmittag schon stockduster – Höhöhö” 

Brüller! Diese Leute treffe ich im Real Life, aber auch im Internet immer wieder und die Schlagworte sind immer die gleichen: Saufen, Selbstmord und  eben Finsternis. Vor allem wenn es um Helsinki geht ist das irgendwie komisch und ich fühle mich streng genommen geneigt zu antworten:

“Ja klar! Helsinki, jene Hüttensiedlung im Nordnordwesten von Lappland, wo eine Hand voll Polarrednecks in ihren Iglus vor sich hin friert und bis in den August hinein Rentierrennen auf zugefrorenen Seen abhält und sich allabendlich einen Zitteraal an die 40 Watt-Glühbirne anschließt um den hinterm Wohnzimmerschneemobil versteckten Schnaps zu finden. Ach ja, bevor ich es vergesse: Die Männer reiten auf abgerichteten Kampfeisbären in die Schlacht und erschlagen Elche mit bloßen Füßen während die Frauen daheim sitzen und die berühmten nordhalbkugelschen Pinguine melken um ihre Kinder mit dem Ergebnis groß zu ziehen. Und wenn der Papa dann von der Jagt mit einem Dutzend Elche im Rucksack nach Hause kommt, gibts für alle zur Belohnung erst einmal ein schönes, warmes Eis.” 

Alles klar?

Ich hab ja nix gegen nen guten Spruch, aber er sollte mit Augenzwinkern abgefeuert werden. Blödsinnige Plattitüden braucht kein Mensch. Wie ich in den letzten Tagen feststellen musste, war all mein Wirken umsonst, daher bin ich heilfroh, daß die MsPittili jetzt auch unsere Rundfahrt aufarbeitet und viel, viel mehr vom “Land der 1000 Järvis” zeigt (übrigens typisch finnisches Understatement). Ich möchte daher eine uneingeschränkte Klickempfehlung aussprechen und zwar für

PITTIS WELT

Folgt ihr, lest sie und bekommt die gleiche Reise noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erzählt. Smiley Und da es heute um (I’m going to) Kotka geht, möchte ich hier nochmal kurz auf mein uneingeschränktes Highlightfoto aus der Stadt hinweisen:

umbrellamäki corp

Das Umland war hier tatsächlich die Attraktion. Smiley

Mittwoch, 17. Oktober 2012

HAVE A DRINK ON ME

(AC/DC)

Wenn man eine Weile im Ausland war – und sei es auch nur für einen 14tägigen Urlaub in Finnland – fällt einem hinterher am eigenen Heimatland so einiges auf. Vielleicht kennt ihr das ja. Mich hat das heute im Penny mal wieder eingeholt. Ich brauchte Wurst und Käse, dazu Margarine und Brot. Was tat ich also? Ich kaufte es… korrekt. Und dann stand ich an der Kasse und musste noch einen Moment warten. Ich packte meine Einkäufe auf das Band und schaute mich ein wenig um. Zu unserem Penny hier sollte man wissen, daß die irgendwelche Sonderangebote und “nur kurz im Sortiment”-Artikel immer vorne an die Kassen packen. Da sah ich es dann und konnte nicht anders als sofort zuzuschlagen. Schnell warf ich die Büchse noch aufs Band, denn inzwischen war der Resteinkauf schon gescannt.

Deutschland

Ich gebe hier auch offen zu, daß ich keine Ahnung hatte, was eigentlich in der Dose ist bis sie bezahlt hatte und in Ruhe begutachten konnte. Da hätte sonst was drinne sein können – Bionade etwa oder Mineralwasser, Weichspüler, Tofusaft mit ganzen Früchten… . Ist es aber nicht, es ist Bier. Gut, wenn man irgendwo AC/DC drauf schreibt, dann ist das auch naheliegender da Bier rein zu füllen als beispielsweise Magen-Darm Tee, von daher war das Risiko einer Fehlinvestition ohnehin recht gering. Und es zählen ohnehin nicht die “inneren Werte” in diesem Fall, denn – da müßt ihr mir Recht geben – DA STEHT EINFACH MAL AC/CD DRAUF!! AC/DC!!!!! Jedenfalls kühlt das gute Stück jetzt in meinem Kühlschrank munter vor sich hin bis ich es nachher “uffzuppen” werde, wie man hier sagt. Zwinkerndes Smiley MsPittili wird jetzt vermutlich die Augen verdreht haben, als sie das Ding gesehen hat weil sie diese Art von “Kaufentscheidungen” bei mir immer sehr strange findet und meint, ich würde mit allerlei Schrott antanzen wenn sie nicht aufpasst. Ach ja - und sie wird sich gesagt haben “Oh nein, noch mehr Dosen!” Und womit? Mit Recht! Aber ohne jede ästhetische Grundlage versteht sich, denn die Dose ist schick! So! Und was das Ganze mit Finnland zu tun hat, das verrate ich euch jetzt. Denn neben einer Packung des großartigen Ruispallatbrotes, einer Bommelmütze, einer schwarzen Mütze, eines Hutes und ein paar Handschuhen, habe ich mir aus der Perle des Nordens nämlich das hier für den Eigenbedarf importiert:

finnland

Entscheidet selbst, was ihr besser findet. Richtig schön nerdig finde ich auf jeden Fall mal beides. Smiley mit geöffnetem Mund

Sonntag, 14. Oktober 2012

LIGHT YEARS

(Pearl Jam)

So, nun ist es so weit: Mein letzter Blogbeitrag aus dem Urlaub. Ohne viel Rumgejammer geht das diesmal eigentlich nicht ab, denn es war zwar ein relativ später, aber dafür ein umso schönerer Urlaub mit und bei MsPittili im tollsten Land, welches ich bisher bereist habe (die 4 Tage Chillurlaub bei Muttern am Ende, die gehören natürlich auch noch dazu, gehen gefühlt aber irgendwie extra). Gut, wenn man mehrere Monate dort gelebt hat, dann ist der Blick sicherlich auch ein wenig verklärt, andererseits: Wenn man es nach relativ langer Zeit immer noch toll findet, dann muss es auch toll sein. 14 Tage irgendwo hin düsen und das dann toll finden aber nie wieder hin fahren, das kann ja jeder. Zwinkerndes Smiley

Wenns morgen früh – woran ich noch gar nicht denken mag – wieder ins Büro geht, dann wird das sicherlich hart werden… vor allem so gegen 6 Uhr, wenn der Wecker klingelt. Jedoch hat man ja wenns wieder nervt und alles wieder zu viel wird, immer noch jede Menge Erinnerungen, die man für einen kurzen 3 Minuten – Urlaub im Geiste hervor kramen kann. Was das angeht, sind die Lager jetzt wirklich randvoll bei mir. Hier noch ein paar letzte Impressionen, die ich die Tage mal aus meinem reichhaltigen Fotofundus herausgekramt habe.

floating leafs

floating leafs2

sonnenuntergangmäki

autumn road

sky

Herbstbaum

Ahoi

koli

*hach ja*

Mittwoch, 10. Oktober 2012

FINLANDIA

(Sibelius)

Nun sitze ich hier in er Abflughalle vor Gate 27 rum, habe Free WIFI und ausnahmsweise mal so gar keine Lust nach Berlin zu reisen. Es war ein toller Urlaub, was vor allem natürlich an MsPittili lag, aber auch an unserer ausgedehnten Finnland-Tour, welche wir unternahmen. Und so bleibt mir hier, 20 Minuten vor dem Boarding eigentlich nur noch folgendes zu sagen:

Bis bald mein Lieblings(finn)land…

Järvi Hotel Koivuranta

war mal wieder richtig schön hier

wings 

… wir werden garantiert mal wieder kommen, da kannst de nen Glöggi druff kuddeln; aber jetzt sei vor allem bis Ende Dezember noch fein lieb zur MsPittili…

wir 2

… SOOOOOOOONST…

big gun

;-).

Dienstag, 9. Oktober 2012

WHITE NIGHT FANTASY

(Nightwish)

Nach dem eher kulinarisch und politisch subkorrekt angehauchten Blogbeitrag am Nachmittag möchte ich euch heute natürlich auch ein paar kleine optische Eindrücke vo Helsinki verschaffen. Leider zum vorerst letzten Mal. :-( Morgen 13:10 Uhr Ortszeit hebt hier nämlich ein Air Berlin Flieger gen Berlin ab, an dessen Bord sich meine Wenigkeit wohl befinden wird.

BTW: Liebe Air-Berlin-Angestellte: Seid ihr eigentlich sicher, daß ihr anständig bezahlt werdet? Wären nicht eine 23 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich, eine 76,34%ige Gehaltserhöhung und ein vierzehntes sowie fünfzehntes Monatsgehalt zuzüglich Osterzuwendung, Pfingstzuschuß und natürlich Sylvesterpauschale i.H.v. jeweils 3780€ netto als Gesamtpaket ein lohnendes Streikziel? Ich schlage vor, ihr fangt mit der Durchsetzung eurer absolut legitimen Forderungen hier in Helsinki an… am besten sofort! Ich glaube an euch, denn mit eurer ehrlichen, harten Arbeit habt ihr es euch verdient, auch ein Stück vom Kuchen ab zu bekommen! ;-)

Zu unserem Urlaub passt es auch irgendwie, daß wir “DAS” Tourihighlight von Helsinki erst ganz am Schluß “machten”. (Man schaut sich im Urlaub ja nix mehr an, man “macht” ja mittlerweile. Genießen ist überbewertet, weil zu passiv… “Macher” braucht die Freizeit!) Das war aber eher zufällig, denn wir stiefelten praktisch jeden Tag drum herum wenn wir denn in Helsinki waren. Außerdem ist das Ding optisch sehr ansprechend und wirklich schick, sodaß wir es bestimmt nicht absichtlich umgangen haben. Kam halt so. Und heute waren wir endlich vor Ort und “machten”… nein, wir nicht, wir "besichtigten” noch ganz old school die Helsinki Cathedral.

cathedral 1

cathedral 2

catherdral 3

catheral 4

cathedral 5

catheral 6

THE SWEETEST THING

(U2)

Hallöchen. Heute gibt es, so zwischendurch, mal wieder ein kleines Fundstück aus den real existierenden Warenregalen Finnlands. Als ich das entdeckte, mußte ich doch sehr, sehr schmunzeln, weil es alle politisch überkorrekten Diskussionen in Deutschland mal locker ad absurdum führt. All ihr ewigen Weltverbesserer, die ihr einen Lebtag lang nur auf der Theorieebene verweilt, all ihr Anprangerer und Mahner, ihr “-inninnen” und “-innen” – Fetischisten, all ihr latenten Sexismus in die Biene Maja – Hineinleser…. kurzum: ALL IHR NERVTÖTENDEN GUTMENSCHEN – HIPPIES! Laßt euch mal folgendes gesagt sein:

In Finnland, dem Land, das ihr alle wegen seiner Demokratie, seinem Bildungssystem und seiner Toleranz so toll findet (was es nebenbei bemerkt ja in vielen Fällen auch ist), aber in dem Land, das ihr in euren lächerlichen “lass uns das mal ausdiskutieren” – Kifferhappenings ohne mit der Bong zu zucken immer wieder als Paradebeispiel für Gutmenschentum aus dem rhetorischen Jutebeutel heraus kramt… hier gibt es sie in praktisch jedem Laden:

Schokoladenschaumfüllungsnaschwerkin

… die Mutter aller Negerküsse! ;-)

Montag, 8. Oktober 2012

HIT THE CITY

(Mark Lanegan)

Hier noch ein kleiner Nachschlag zum heutigen Musikantenposting. Ein paar schöne Impressionen, welche wir gestern und heute in der finnischen Hauptstadt sammeln konnten. Los geht es mit dem meiner Meinung nach sehr, sehr schönen Denkmal, welches die Finnen "ihrem" Jean Sibelius gesetzt haben:




... und jetzt die International Stone Church Helsinki


... so drücken die Nordmänner übrigens "100 Jahre Demokratie in Finnland" aus:


... abschließend noch Olympiaturm Helsinki nebst der dazu gehörigen Aussicht :-)


(... ich will hier eigentlich gar nicht wieder weg...)

AMARANTH

(Nightwish)

Mahlzeit! Heute, also vorhin, sind wir bei einem kleinen Bummel durch Helsinki auf etwas richtig cooles Gestoßen: Straßenmusiker. Das ist jetzt durchaus ernst gemeint, denn die waren unterhaltsam, witzig und auch noch gut. Man blieb gerne stehen, hörte zu und applaudierte nach den Songs. Obendrein waren wir auch gern bereit den Kerls ein wenig Kleingeld in den Gitarrenkasten zu werfen. Das alleine zeigt schon, daß wir relativ beeindruckt waren. In Deutschland mache ich das nie - oder nur sehr sehr selten, was vor allem an der Art liegt, wie da Straßenmusik zelebriert wird. Entweder hackt da ein verfilzter Lehramtsstudent im 26. Semester unmotiviert auf einer abgeschranzten Gitarre herum und mumelt unverständliche Textzeilen oder man sieht sich einem dieser peruanischen Panlötenorchester gegenüber. Ich weiß nicht warum, aber in Deutschland scheinen die erfolgreich zu sein mit ihrem Gedröhne, warum auch immer. Das geht sogar so weit, daß man einen dieses Pfeifenheinis mit seiner Lamafelldecke zum "Supertalent" wählte. Als ob man sie in den Fußgängerzonen zwischen Flensburg und Freiburg nicht ohnehin schon genug hören würde, diese hohlen, sonoren Röhrenopern.

Die Etnofraktion findet das meist ganz toll, weil sie meint, daß da ein "fremdes Volk" mit ihnen "seine kulturellen Eigenheiten teilt" und in eine Art "interkulturellen Dialog" eintreten will. Pustekuchen! Die wollen nur eure Kohle, mehr steckt nicht dahinter! Das alleine ist ja für Straßenmusiker nicht einmal verwerflich, aber diese Eintönigkeit nervt halt; und an der sind wir Deutsche Schuld. Warum? Na, wenn da nicht funktionieren würde, würden die die hispanischen Flötenfiedler sich was Neues ausdenken müssen und wir würden nicht im akustischen Einheitsbrei ersaufen. Aber wie dem auch sei, Helsinki ist Gott sei Dank nicht Bottrop und so bekommt man hier noch was richtig erfrischendes geboten für seine Penunzen... viel Spaß:


Samstag, 6. Oktober 2012

WHY DOES IT ALWAYS RAIN ON ME?

(Travis)

Für den heutigen Blogbeitrag solltet ihr zwei Sachen wissen. Erstens war heute eigentlich ein Transfer von Vaasa nach Tampere geplant. Den Nachmittag wollten wir dann in Tampere und seinen Geschäften verbringen. Zweitens erhielt ich gestern eine SMS einer besorgten Mutter eines Bloggers, der hier nicht näher genannt werden möchte. Diese SMS hatte den Inhalt: “Fahrt langsam und vorsichtig – Unwetter!” Da scheint ja in den deutschen Medien wieder einmal die große “Horrorsturm im kalten Norden” Trommel gerührt worden zu sein in den letzten Tagen. Klar regnete es gestern durch und neben den Straßen standen auch reichlich Felder, Wiesen und Wälder unter Wasser, aber die Finnen interessiert das scheinbar null. Wo bei uns THW und die FFWs der umliegenden Dörfer sinnlos Mischwiesen abpumpen würden, da passiert hier nix. Ist halt so, stört auch keinen. ;-)

Wir haben uns so angewöhnt, hier immer den ausgeschilderten Sehenswürdigkeiten zu folgen. Das sind Schilder wo irgendwas drauf steht, was kein Mensch versteht, sowie die dazugehörige Wegbeschreibung. Die ersten beiden waren enttäuschend heute. Eine komische rote Scheune mit Gift-Shop und Wellnesskladderadatsch sowie ein seltsames Haus mit seltsamem Namen, was obendrein ohnehin schon geschlossen hatte. Beides war recht nahe der Straße und somit nicht so dramatisch. Beim dritten Schild überlegten wir erst, denn es hätte einen Umweg von über 20 Kilometern bedeutet. Wir fürchteten schon, am Ende wieder vor irgend einem verranzten Schuppen zu stehen, der dann auch noch seit 6 Tagen im Winterschlaf liegt; wir entschieden uns vorsichtshalber aber doch mal nach zu sehen. Und so juckelten wir über zunächst noch asphaltierte Landstraßen, später die schon gewohnten Schotterpisten und am Ende über das hier:

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unserem Ziel entgegen… 11 Kilometer weit. Es sei gesagt, daß das eine gute Entscheidung war. Denn während unseres Transfertages unternahmen wir inmitten eines veritabel gefluteten Areals eine respektable Stein/Wald/Moor-Wanderung. Die Mutter des anonymen Bloggers kann nichtmal meckern, immerhin sind wir nicht gefahren. ;-)

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Jaja… tolles Moorimäki! :-D