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Samstag, 4. Januar 2014

ZERSTÖREN

(Rammstein)

Ich sitze hier gerade am PC und damper ein wenig bei ebay rum – ohne wirkliches Ziel, eher so informativ. Dabei wurde ich soeben auf eine Auktion aufmerksam, wo offensichtlich ein Verkaufsgenie erster Kajüte am Werk ist. Hier mal ein Screenshot vom Angebotstext:

LÜGNER

… da war offensichtlich mal wieder ein Genie am Werk!

PS: Wer es nicht glaubt, HIER der Link! Zwinkerndes Smiley

Sonntag, 17. November 2013

ANIMAL

(Pearl Jam)

Wir wollen bei unserem Dönermann bestellen und vor allem seine neue Homepage mit Bestellfunktion auschecken. Der ist mit Abstand der beste Dönermann hier und bei seinem Angebot könnte ich mir sogar vorstellen mal was Vegetarisches zu bestellen…

Veggie Day

… sehr löblich! Zwinkerndes Smiley

Mittwoch, 30. Oktober 2013

PAY ME MY MONEY DOWN

(Bruce Springsteen)

Ich habe ja neulich die Rubrik “Phrasenrodeo” eingeführt. Heute wurde ich spontan wieder an eine weitere erinnert. Nun, nicht direkt, sondern eher über 5 Ecken, indem das Thema “Polizei” angesprochen wurde und ich dabei spontan an eine Sendung denken mußte, die ich vor ein paar Wochen in der Mediathek nebenher dudeln ließ. Der Hintergrund ist recht simpel: Die Polizei versteht sich bisweilen ja als “Dienstleister an der Gesellschaft”. Das ist gut und sicherlich auch richtig so. Allerdings wird das bisweilen auch, wie soll ich sagen, “mißverstanden”. Nachdem ja mittlerweile jedweder Kommune vorgeworfen wird, die Blitzeranlagen in Form von gezielter Autofahrermelkerei zu betreiben, indem man die Radarfallen an vollkommen sinnfreien Locations aufbaut, sah man sich scheinbar genötigt gegen zu steuern. Es gibt in einigen Bundesländern die Möglichkeit, sich beim Schutzmanne zu melden und eine Verkehrskontrolle an einer beliebigen stelle zu initiieren, an der man meint, daß es da mal Not täte. Das taten auch einige und oftmals macht das auch Sinn. Im Rahmen der Doku wurde es aber leicht absurd. Irgendwo in der Eifel existiert eine Strecke, die an bestimmten Wochentage für Motorradfahrer gesperrt ist. Nun führt diese Strecke nicht etwa an schulen, Kindergärten, Altenheimen oder diversen Atommüllendlagern vorbei, die jeweils vor den Zweiradrambos geschützt werden müssen. Schaut man sich den Streckenverlauf beidseits der “Piste” an, gestaltet der sich ungefähr so: Links ein Baum, rechts ein Baum… und dazwischen: Zwischenraum! Im Zwischenraum, man glaubt es kaum: Noch ein Baum! Sprich: Wald! Nun hatten aber drei semisenile Graukappen, denen der Tag offensichtlich zu lang wurde, die bombastische Idee, man könne sich doch über diese Volksnähe-Aktion der Polizei ne grüne Minna bestellen und die StVO endlich mal durchsetzen. Daß da das Fernsehen dabei war, das spornte die Kalkheimer naturgemäß noch mehr an in ihrer Selbstgerechtigkeit.

Im Ergebnis standen dann die Polizisten mehrere hundert Meter nach dem Verkehrsschild hinter einer Kurve und zogen Zweiradfahrer nach Zweiradfahrer sprichwörtlich “aus dem Verkehr”. Die mußten dann blechen und durften wieder abdampfen. Die Polizisten machten das durchaus sehr sympathisch und freundlich wie ich fand; gut, ich würde da auch nicht meinen knurrigsten Beamten hin schicken wenn die Kamera läuft (obwohl das den Unterhaltugnswert sicherlich gesteigert hätte). Ein paar Meter abseits standen dann die Rentner, die Herrenhandtasche stramm ums Handgelenk gezurrt und überwachten das Treiben. Mit jedem Verwarnten stieg der Wichtigkeitsindex der Knispelrunde auf ein neues Level. Selbstzufrieden lächelnd begannen sie im Überschwang der Emotionen schließlich auch noch die ganze Aktion zu kommentieren. Man müße doch sehen “daß alles seine Ordnung hat” und es könne ja nicht sein, daß diese Rowdys die schönen, großen Verbotsschilder einfach so ignorieren – wo kämen wir denn da hin?! Hätte eigentlich bloß noch gefehlt, daß einer der doppelbeherzten Granufinken “beim Adolf hätte es das nicht gegeben” zu Protokoll gegeben hätte. Das traute man sich dann aber doch nicht, mag an den anwesenden Ordnungshütern gelegen haben. Was sie allerdings auf die Nachfrage verlauten ließen, warum sie sich denn an die Polizei gewendet hätten, das hatte dann schon allerbeste “Phrasenrodeo”-Qualität. Der offensichtliche Rädelsführer der ordnungsfanatischen Stützstrumpfbande – btw: ein besonders verhutzeltes Exemplar – raunzte mit durchgedrücktem Rückgrat und im Brustton tiefster Überzeugung folgendes in die Kamera:

“Ich bin Steuerzahler!”

Interessant! Und die Motorradfahrer? Die nicht? Ich mache da schon auf den ersten Blick leichte, aber nur ganz, ganz leichte Logiklücken in seiner Argumentationsstruktur aus. Mir fiel dann aber auf, daß das ein relativ beliebter Einwand hierzulande ist. Ich habe das auch schon öfter erlebt. Beruflich wie privat… bisher aber wesentlich öfter beruflich. Wenn einem was nicht passt, dann ist er immer gleich “Steuerzahler”.

Beispiele: Mann wird mit 230 im verkehrsberuhigten Bereich geblitzt und soll den Lappen abgeben? Reaktion: “SKANDAL! Ich bin STEUERZAHLER!” Die Gebrüder Müller spielen auf dem Rasen Fußball (TROTZ entsprechendem Verbotsschild): “Ich zeige eure Väter an! Schließlich bin ich Steuerzahler!” Jemand drängelt sich an der Kasse vor: “S-T-E-U-E-R-Z-A-H-L-E-R!!!!” 

Ich frage mich, was das beim Gegenüber bewirken soll. Ich für meinen Teil bin noch nie erschrocken zusammen gezuckt und habe mir dann gedacht “Huch!!! Ach herje, ein Steuerzahler! Jetzt sollte ich aber lieber ganz schnell sämtliche Rationalität, Gesetzeslage und Vernunft vergessen und ihro Majestät umgehend jeden Wunsch erfüllen!” Bestenfalls war ich ein wenig überrascht (“Ahhh, so sehen die also aus!”), weil ich anscheinend noch nie zuvor einen gesehen hatte (wenn mit das ein “Steuerzahler” unterstellt, dann muß das ja stimmen, “Steuerzahler” haben ja bekannter Weise immer Recht… IMMER!). Gut, Steuerzahler sind wir jetzt alle, aber nur die absolute Elite darf das auch öffentlich äußern – sich quasi “outen”. Vielleicht ist das aber auch mehr als eine Drohgebärde, vielleicht hat das ja sogar so was wie Informationswert für das Gegenüber dieses “Steuerzahlers”. Vielleicht meinen diese “Steuerzahler” ja, daß es ihnen in irgend einer Art und Weise Macht oder Verfügungsgewalt über die Staatsdiener gibt. Darauf deutet auch hin, daß dieses “Ich bin Steuerzahler”, sollte es mal nicht angemessen ernst genommen oder gar mit Ehrfurcht quittiert werden, gerne noch um ein “Ich zahle ihr Gehalt!” erweitert wird. Aha…! Die immanente Logik lautet dann praktisch: “Mein Haus! Mein Auto! Meine Yacht! Mein Rennpferd! Mein Polizist! Mein Richter!”  Warum? Weil sie Steuerzahler sind (Mensch Leute, passt doch mal bissel besser auf hier!) “Steuerzahler” ist heutzutage so etwas wie der selbstgebastelte Persilschein für penetrantes Verhalten. Ich meine: Was will man denen denn auch entgegnen. Im Grunde genommen haben sie ja Recht, nur hat das meist keinen Sachbezug. “Ich bin Steuerzahler” ist als Argument ungefähr so stichhaltig und überzeugend wie “Ist halt so!” oder “Bielefelt existiert” – kompletter Nonsens eben!

Denkt man das mal konsequent zu Ende mit dem “ich bezahle Dich, also gehörst Du mir”, dann landen wir wo??? Prostitution? NEIN, also bitte! Wo ihr gleich wieder hin denkt, ihr Schelme! Nein, wenn man das mal rational durchspielt, dann stellt man fest, daß diese Phrasendreschmaschinen sich alle für kleine Berlusconis halten (hmm, ich hätte die Prostitutionsanspielung nicht sofort negieren sollen fällt mir dabei auf). Grinsende, einsfuffzich große, schmierige Geldsäcke, die sich mit ihren Penunzen die eine oder andere Vergünstigung verschaffen können, welche dem Normalbürger verwehrt bleibt. Aber spätestens hier beißt sich die Katze aber auch wieder endgültig in den Schwanz; denn was ist Onkel Berlusconi laut Gerichtsurteil anscheinend nicht gewesen? Röchtöch: STEUERZAHLER!

Zwinkerndes Smiley

Donnerstag, 29. August 2013

WRONG

(Depeche Mode)

Seit heute ist der Wahlomat zur Bundestagswahl 2013 online. Sicherlich keine alleinige Grundlage zur Wahlentscheidung, aber dann doch eine nette Spielerei. Ich hab das dann gleich mal guten Wissens und Gewissens durchlaufen, das obligatorische 38-Fragen-Prozedere, und kann ob der Auswertung eigentlich nur sagen:

*WTF*?!?!?!?

Wahlomat

Ich schäme mich ja schon ein bisschen… neoliberale Spinnerbande!

Montag, 10. Juni 2013

HORST

(Blumentopf)

Kleines Fundstück von Amazon, das ich euch nicht vorenthalten wollte:

amazon wtf

… wenn das der Chef von Bautzen ist, will ich die anderen gar nicht erst erleben. ;-)

Samstag, 11. Mai 2013

FALLING AWAY FROM ME

(Korn)

Fußball – wenn er nicht gerade von Frauen “gespielt” wird - ist und bleibt er eines der testosterontriefendsten Betätigungsfelder wirklich, wirklich, WIRKLICH harter Kerle! Männer, die sich und ihren gestählten Körper in die Schlacht um den Ball werfen und auch bei den brutalsten Attacken des Gegners weder weichen noch wanken. Sie stehen vielmehr da wie ein Turm in der Schlacht und lassen die Angreifer von ihren breiten Schultern abprallen. Gladiatorengleich und heroisch trotzen sie dem Ansturm des Gegners. Tja, und dann gibts da noch…

DIE ITALIENER

Zwinkerndes Smiley

Dienstag, 12. Februar 2013

WRITE

(Kyuss)

Sagt mal, was erwartet ihr eigentlich von “der Presse”? Ich spreche jetzt nicht von diesen idiotischen Schundblättern vom Kaliber der “Bunten” oder “Freizeit Revue” oder “Dicke Tratschtrulla im Spiegel”, wo mal nur damit beschäftigt ist die dummdreiste Lügentrommel zu schlagen während man seine verleumderischen Giftfäden über “die Reichen und Schönen” mitten ins belockenwicklerte Konsumentenvolk speit. Nein, ich meine jetzt die Sorte Presse, welche Nachrichten ver- und/oder ausbreiten soll. Was erwartet ihr von denen? Denkt mal darüber nach und macht euch mal (von mir aus auch nur mental) 5-6 Stichpunkte. Ich lasse euch auch mal ein wenig Zeit dafür…

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Fertig? Nein? Gut, dann noch ein bisschen mehr Bedenkzeit:

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Gut, nun solltet ihr aber fertig sein. Schaut mal auf eure Liste, befindet sich darauf das Stichwort “Neutralität” oder auch das der “Objektivität”? Wenn ja: Fein gemacht! Falls nicht: Auch nicht schlimm… es hätte es mir hier nur leichter gemacht mich als allwissendes Medium hin zu stellen. Naja, jedenfalls sollte beides beim einen oder anderen von euch auch eine Rolle spielen, wenn er sich eine Tageszeitung oder eine Internetpräsenz aussucht über die er seinen Informationsdurst stillt. Mir ist klar, daß es durchaus zielgruppenspezifische Medien gibt. Der durchschnittliche Zockerbänker oder auch der gepflegte Gamsbartträger am CSU-Stammtisch im tiefsten Hinterland Bayerns beispielsweise wird sich wohl eher nicht, so wie ich, auf SPON informieren oder gar den Spiegel als Printmedium erwerben. Aber das finde ich noch OK. Man kann ein Thema, so sehe ich das, durchaus aus verschiedenen Perspektiven und  Blickwinkeln heraus objektiv beleuchten. Man kann, muß man aber nicht – wie uns die gute, alte BILD-Zeitung heute mal wieder bewies. Nicht, daß das was fundamental neues wäre, man erwartet es von denen ja schon fast, daß sie vom Niveau her besonders exzessiv “in die Tiefe gehen”, aber manchmal untertreffen die sich einfach nur selbst.

Man kann ja von Kim Jong Un halten was man will, man kann auch ruhig sagen “was der da macht, das finden wir mal voll Moppelkotze” – aber man sollte es schon mit einer gewissen Distanziertheit schreiben Kinder! Man sollte es einfach seriös rüber bringen. Daß das noch nie die Stärke der BLÖD war, das ist mir auch bewußt, aber

“Nordkoreas furchtbarer Terror-Diktator”

wie es heute gleich im Header der Homepage zu lesen war, ist dann schon ein wenig… naja… “wertend” würde ich mal sagen. “Furchtbarer Terror-Diktator”… ICH GLAUB’ ES HACKT!!!!! “Distanzierte Berichterstattung” sieh hier ja mal anders aus. Auch tritt man seitens dieses täglich ausgeworfenen Pamphlets langsam an die Mauern heran, die einem die eigenen Sensationshatz und Verbaldiarrhoe in den Weg gemauert haben. Wer den “irren Diktator” schon für Ahmadinedschad verbrät, der ist halt nicht mehr steigerungsfähig wenn es hart auf hart kommt. Zumindest nicht in einer sinnvollen Art und Weise, denn “furchtbarer Terror-Diktator” kann nun wahrhaft nicht als deskriptive Umschreibung durchgehen lassen… das hat schon so einen wertenden “Unterton” wenn ihr mich fragt. ;-) Was ich aber noch viel tragischer finde, ist, daß diese Titulierung in keinster Weise dem folgt, was dereinst das Aushängeschild der BLÖD-Redaktion war: Der Vorgabe, jeden Schrott in Form einer Alliteration zu formulieren. Die BILD verliert hier ihre Basisqualifikation – naja, streng genommen sogar ihre einzige Qualifikation, die sie zu so etwas wie einem wertvollen Mitglied der Medienlandschaft machte, wenn man drüber nachdenkt. Vielleicht, so hoffe ich, ist das ja das erste deutliche Zeichen für den Niedergang dieser scheinheilig schlecht schreibenden Schmierfinkenschranzen – wetten würde ich darauf aber nicht… LEIDER!

Dienstag, 5. Februar 2013

EIN LIED ÜBER ZENSUR

(Die Ärzte)

Wißt ihr eigentlich, was mir in den letzten 2 Wochen brachial auf die Nerven geht? HEINO! Also jetzt nicht Heino an sich, der geht mir schon länger als 14 Tagen auf den Keks, sondern viel mehr diese bescheuerte Diskussion um sein seltsames Coveralbum. Als ich erstmals davon hörte, daß dieser Typ “Junge” covert und ich dazu noch sein neues Logo sah, da war meine spontane Reaktion “da stecken die Ärzte doch mit dahinter”! Erstens, weil man bei den dreien eh nie weiß, was man erwarten kann und sich daher immer auf das Unerwartete einstellt und zweitens, weil ich Heino einfach nicht zugetraut habe von alleine auf so eine Idee zu kommen. Tja, da hatte ich mich also in beiden Fällen geirrt – kommt vor. So weit, so gut. Ich hatte mich innerlich schon auf ein paar hirn- und inhaltslose Beiträge im TV eingestellt und vielleicht ein oder zwei Interviews mit “Societyexpterten” zur Prime Time die es zu meiden galt. Im Wesentlichen dachte ich aber, daß das Ganze damit dann nach ein oder zwei Wochen gegessen wäre. Als ich dann am gleichen Tag noch erfuhr, daß der Typ ein ganzes Album raus haut mir solchem Covergedöns, da erweiterte ich den Zeitrahmen auf 4 Wochen… aber an der leichten medialen Umgehbarkeit dieses Blödsinns hatte ich immer noch keine Zweifel.

Wäre es bei all dem geblieben, hätte ich auch noch kein Problem damit gehabt. Außerdem ist “Junge” irgendwie dann doch eine witzige Version des Songs – jetzt mal abseits von all dem Mediengedöns. Heinos Version klingt irgendwie dermaßen nach verstaubtem 70er Jahre Wandregal mit ordentlich Moralpatina, daß es geradezu perfekt mit dem Song harmoniert. BFR wollten genau das persiflieren und wer, wenn nicht Heino, kann diesen Verarschungsfaktor effektiv subtrahieren und dabei trotzdem noch auf eine verstörende Art und Weise dermaßen uncool wirken, daß er schon wieder cool rüber kommt?!? Jedenfalls ist meine Meinung zu dem Album einem fundamentalen Wandel unterlegen gewesen. Der anfänglichen WTF – Ablehnung folgte ziemlich schnell eine… eine… nennen wir es mal “wohlwollende Ignoranz”. Soll er doch machen der Knacker, warum auch nicht. Soweit, so gut. Herr Heino (wie heißt der eigentlich mit bürgerlichem Namen? Oder ist der so ne Art schuhplattelnder Fußballbrasilianer, die ja auch nur “Ronaldinho” oder “Zico” heißen?) wäre gut beraten gewesen es dabei bewenden zu lassen. Dieses Album hätte durch die Eigendynamik im Internet schon genügend PR-Fahrt aufgenommen um sich gut zu verkaufen. Dafür hätten schon die Fanbases der gecoverten gesorgt und der eine oder andere Volksmusikheini, der seinem Godfather wutentbrannt die Treue entzogen hätte. Was jedoch geschah, was “promoted” wurde und wird, empfinde ich persönlich als vollkommenen Fehlgriff. Da wurde der “Rockerkrieg” ausgerufen und immer wieder betont, wie schlimm die Anfeindungen der gecoverten Künstler gegen diesen Heini wären, wie übel man ihn bedrohen würde, was man ihm alles verbieten wolle blablablablabla. Schon alleine der Terminus “Rockerkrieg” ist doch lächerlich… denn da gehören immer zwei dazu und Heino einen “Rocker” zu nennen, das ist ungefähr so als würde man Rainer Brüderle der Unterstützung der Emanzipationsbewegung bezichtigen. Hier wurde einfach nur die größtmögliche Distanz zu Heino gesucht und die weisen von den gecoverten Künstlern nun einmal Rammstein und die Ärzte auf was die Außendarstellung angeht. Da wir alle die Verkommenheit der BILD-Zeitung erahnen und uns denken können, daß sie so eine Kampagne nicht ohne Gegenleistung lostreten werden, kann man die daraus entstandene Kampagne getrost einem komplett medienunkompetenten PR-Team von Heino selbst zuschreiben denke ich. Weder von den Ärzten noch von Rammstein habe ich zunächst irgend eine Reaktion auf diesen “Rockerkrieg” gesehen. Und wenn der Boulevard immer wieder betont, wie sehr er angefeindet würde und aber keine “exklusiven Statements” etc. hat, dann muß was faul sein. Bis heute ist DAS HIER die einzig nennenswerte Reaktion in der Öffentlichkeit. Für mich sieht das so aus wie ein “LMAA, Heino!” von Seiten von Rammstein. Sie wissen, daß sie dagegen nix tun können und warum sollte man sich damit noch herum ärgern?!

Da das PR-Team aber nicht zu bekommen schien, was es eigentlich provozieren wollte, wurde eben einfach behauptet, daß die Rockwelt in Rage wäre. Wenn man das nicht getan hätte, hätte man ja das eigene Versagen eingestehen müssen. Außerdem wurde über die Album Promo noch ein gelbes Band mit “das verbotene Album” gespannt. Die Ironie dabei ist, daß ausgerechnet der letzte reguläre Rammstein – Longplayer zwischenzeitlich auf dem Index landete – eine Ehre, für die Heino sicherlich noch lange jodeln müsste. “Verboten” ist da nix, “verzockt” hat man sich im Management schlicht und ergreifend. Man baute einfach auf den pubertären Widerstandshabitus, das Aufbegehren der Protagonisten der Rockmusik gegen bestehende Konventionen. Tja, das hätte zu Frühzeiten der Ärtzte oder Rammstein sicherlich auch funktioniert. Jedoch sind beides mittlerweile Medienprofis mit entsprechenden Beratern und – was wohl die größere Rolle spielt – weit jenseits der 40 angekommen. Denen geht Heinos eingebildete Endlifecrisis doch weit genug am Sitzmuskel vorbei um nicht mit Hasstiraden in den Unterschichtenmedien zu reagieren und dem dann noch eine Bühne zu liefern. Auch hat man, zumindest im Falle von Rammstein, auch den Humorfaktor der Bandmitglieder unterschätzt. Nachdem beispielsweise DAS HIER vor etlichen Jahren zum Internetphänomen wurde, wurde es einfach ins Live-Programm aufgenommen und nicht in Grund und Boden geklagt. Hätte man wissen können, hätte man einplanen können… hat man aber nicht. Und so können wir derzeit den verzweifelten Versuch beobachten, wie das Management den sonnenbebrillten Enzianjodlers einen Skandal zu erzeugen sucht, wo nicht einmal ein Skandälchen ist. Lächerlich und vor allem nervig finde ich das. Das Schlimme ist nur, daß das Album trotzdem Erfolg hat. Ich las eben, daß es die Downloadcharts anführt und mehr Downloads zu verzeichnen hat als die Plätze 2-25 zusammen. Ich bin der Meinung, daß das absolut nichts mit dieser nervigen Kampagne zu tun hat, sondern mit dem Album ohnehin so gekommen wäre. Man hätte sich nur auf die üblichen Dynamiken der Medienwelt und vor allem des Internets verlassen müssen und hätte nebenher noch jede Menge Geld und der Öffentlichkeit Nerven gespart. Wer weiß, vielleicht hätte man dann auch nach ein paar Tagen oder Wochen einem der Gecoverten einen öffentlichen “Fuck Heino” – Kommentar entlocken können mit dem man durchaus was hätte anfangen können. Diese Chance hat man nun aber verspielt und man hat sich noch jede Menge potentielle Käufer vergrätzt indem man das Album übertrieben polarisiert hat. Ich habe mittlerweile Hörproben von jedem Song gehört und es ist eigentlich ganz witzig. Alleine, daß manche Texte plötzlich vorbildlich ausartikuliert werden (Rammstein ausgeklammert, die machen das ohnehin schon immerrrr vorrrbildlich) hat seinen Reiz. Das Konzept “Heino singt Madsen / Peter Fox / undwiesiealleheißen” hat außerdem als solches ja schon einen kleinen Hört-hört-Faktor. Klar ist das kein Album, was langfristig Unterhaltung verspricht oder auch nur ansatzweise so hochklassig ist wie ein vernünftig konzipiertes Coveralbum der Kategorie “eMOTIVE” von A Perfect Circle (für mich nach wie vor das ultimative Coveralbum… bislang habe ich nichts besseres gehört als das! Hört mal in “Imagine” rein – genial!). Das erwartet aber auch kein Mensch. Das Ding ist eine Fingerübung eines festgefahrenen Volksmusikzombies aus dieser Perspektive betrachtet ist “Junge” die perfekte Wahl zur ersten Single), der am Ende seiner Karriere nochmal in den Grenzen der ihm zur Verfügung stehenden Fähigkeiten und Mittel ein kleines Experiment wagen will. Als solches ist “mit freundlichen Grüßen” – das muß ich objektiv eingestehen nach dem bisher Gehörten – durchaus gelungen. Die übertrieben aggressive Promo läuft an sich nicht nur ins Leere, sie macht genau diesen unterhaltsamen, zum Schmunzeln anregenden Eindruck den man gewinnt, wenn man sich erst einmal traut reinzuhören, eher kaputt.

Dienstag, 8. Januar 2013

BLACK HOLES AND REVELATIONS

(Muse)

Könnt ihr euch eigentlich noch an DIESES SCHRÄGE FOTO erinnern, das ich dereinst im wunderschönen Joensuu aufnahm und mit euch teilte? Ja? Gut! Die Werbung war in Verbindung mit dem Markenlogo des PKW recht… naja… suboptimal platziert. Als wir gestern aber durch Three-O-City fuhren, da fuhr vor uns aber ein noch etwas delikateres Beispiel für firmenschädigendes Verhalten. Beim Anblick dieser Kraftfahrzeugreklame hier:

opelfail

fällt es irgendwie schwer “Textilpflege und Damenmode” zu assoziieren, auch wenn das Opel–Logo irgendwie passend positioniert ist. Zwinkerndes Smiley

Donnerstag, 22. November 2012

WHAT ARE YOU

(The Hellacopters)

OH-MEIN-GOTT! Ich hab grad wieder mal einen Bock geschossen, unglaublich! Alles ging am Nachmittag los, als ich eine Mail bekam, daß ich mich doch bei Interesse für den Bruce Springsteen Deutschland – Ticketalarm bei Eventim anmelden könne. Fand ich super! Natürlich habe ich das gemacht und insgeheim spekuliere ich schon auf Leipzig als “Austragungsort”. Zu geil war einfach das diesjährige Konzert, als daß ich da wiederstehen könnte. Ich gebe zu, daß meine Schwester mich erst nerven überreden musste mit zu kommen und eigentlich erst Soundgarden am Tag danach in der Zitadelle den Ausschlag gaben, daß ich das Ticket orderte und wir ein paar Tage musikalischen Berlinurlaub einlegten. Ich öffnete schnell das SMS-Programm und tippte hastig folgende Nachricht ins Display:

Boss 1

Man sollte dazu wissen, daß ich meiner Schwester in SMS gerne irgend welche absurden Namen an den Kopf knalle. Das ist OK, die kennt das nicht anders. Zwinkerndes Smiley Jedenfalls kam keine Antwort, sie war ja in der Uni und nimmt das ernst genug um das Handy dann zumeist zu ignorieren. Ich machte ne knappe Stunde später dann Feierabend und ging schwimmen. Als ich vorhin wieder hier eintrudelte, hatte sie endlich geantwortet und es entstand folgender Dialog:

Boss 2

Meine Schwester “auf dem Schlauch” bei Springsteen??? Das war dann der Zeitpunkt, an dem ich leicht skeptisch wurde und den Namen im SMS-Chatfenster mal gegenprüfte…!

Naja, was soll ich sagen… ich hatte soeben eine Kollegin von mir mit “Na du Propellermütze” begrüßt! Verdammt! Dieses SMS-System ist einfach zu kompliziert. Da muss man nur ein mal die falsche Konversation anklicken und schon passiert einem so etwas, wenn man nicht aufpasst. Ich hab ihr versprochen, daß ich sie nie wieder “Propellermütze” nenne, aber wenn sie am Montag aus dem Urlaub zurück kommt, dann ratet mal, wer die nächsten Tage von ihr geärgert wird… und womit.

Zwinkerndes Smiley

Montag, 25. Juni 2012

ENGLAND IS GOING HOME

(Three Lions – freie Interpretation)

So, seit gestern können wir aus meiner Sicht von einem gelungenen Turnier sprechen. Von einer Europameisterschaft, die uns begeistert und vor allem jene ungeschriebenen Gesetze des Rasenballsports belegt, die wir alle so lieben.

Ich gebe es zu: Ich habe es herbei gesehnt, daß Italien vs. England ins Elfmeterschießen geht. Ich habe das meiner Schwester schon während der ersten Halbzeit mitgeteilt. Ich habe gesagt, ich könne “das Spiel lesen” und die werden alle kein Tor zu Stande kriegen. Ich habe gesagt, das sie nun einmal die “Ironie”, die einem guten, bis sehr guten Spiel der Italiener inne wohnt. Wenn sie über die eigenen Füße stolpern gewinnen sie durch einen Eigentorpfostenkopfballabpraller vom Schädel des gegnerischen Keepers, wenn sie sich aber mal mühe geben wird das nix. Aber unterschwellig – da bin ich ehrlich – herrschte die diebische Vorfreude auf ein Elfmeterschießen mit englischer Beteiligung vor. Ich sehe das SOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO gerne, wenn ein Engländer zum Punkt schreitet, den Ball ausrichtet und….. jämmerlichst versagt. Für mich gibt es nur zwei akzeptable Arten, wie England aus einem Turnier ausscheiden kann: Gegen Deutschland oder eben im Elfmeterschießen. Mit dem Abpfiff der Verlängerung war mir klar: Das wars, der Gigi macht die Kiste klar und wir dürfen die Italiener am Donnerstag mit 4:0 verwurzeln. So kam es dann ja auch und wir alle sahen die Bilder, die uns so verzücken. Was wäre Fußball ohne Drama, ohne Emotionen, ohne das Scheitern… ohne versagende Engländer?! Richtig, Cricket! Zwinkerndes Smiley

hihi

(Quelle)

Für alle, die in meiner Twitter TL sind, möchte ich hiermit eine Entschuldigung ausbringen für den Fall, daß ich gestern ein wenig zu hämisch war, aber es war einfach zu schön.

Was aber auch auffiel gestern, waren

1. die medientechnische Retardiertheit der ARD sowie

2. diverse Lücken im Fußballallgemeinwissen bei einigen Mitmenschen.

Fangen wir mal mit der ARD an. Ihr kennt doch bestimmt den Begriff der “Neuen Medien” (ist mittlerweile gar nicht mehr so neu), oder den des “Web 2-0”?! “Social Networks”? “Instant Messaging”? Ja? Gut. Die wurden ja erfunden, weil sie schneller, interaktiver und vor allem besser sind, als alles bisher da gewesene. Was ist denn zum Beispiel, wenn ich Nachrichten haben will, was mache ich dann? Ich öffnet SPON, richtig! Wenn ich zu faul bin zum Rechner zu gehen? Na, dann greife ich zum Tablet neben dem Kopfende des Bettchens und öffnet die APP. Gerne genommen auch das Ritual der täglichen Nachrichtensendung, ohne die mir irgend was fehlt. Wenn es vor 7 Uhr früh ist? –> Tablet mittlerweile! Früher Videotext, jetzt verstärkt Tablet! Wenn ich über die Nachrichten lästern will oder den aktuellsten Stand mit wenig Zeitverzögerung erfahren will, was mache ich dann wohl auf? Röchtöch… Twitter! Davon muß irgendjemand der ARD berichtet haben. “Boa geil, Twitter!" hat man sich da gedacht “Das müssen wir als jugendlicher Innovationssender, der wir sind, unbedingt verbessern"! Und jetzt spinnt mal wild drauf los, wie die ARD Twitter “moderner”, “besser”, “interaktiver” und vor allem “schneller” gemacht hat. (Zumindest glauben die das da, daß dem so ist). Na, Ideen?!? Da kommt ihr NIE drauf!

Ich sehe dieses grau melierte Expertengremium förmlich zusammen sitzen. Ein Doppelherz geschwängerter Think – Tank der GEZ-gemästeten Innovationsverweigerer des öffentlich restlichen Anstaltsfernsehens. Der dynamischste von allen wirft ein 400 – Seiten Manifest auf den Tisch und verkündet, wie man dieses “Internet” assimilieren kann. Neue Zuschauergruppen erfassen, jünger wirken, Dynamik ausstrahlen… Mitmachfernsehen halt. Der Rest ist begeistert, applaudiert und nennt es überschwänglich und zukunftsweisend “Fernsehen 2000”! Kern dieses Umbruches ist es, Twitter mit der Urform des Internets zu verknüpfen… dem ARD – Teletext! Geile Idee!

Und so kam es, daß man mittlerweile Tweets mit dem Hashtag “#ard777” absenden kann, welche dann auf der Teletextseite 777 (wie originell) mit einer minimalen Zeitverzögerung von um die 5 Minuten angezeigt werden. Ihr kennt mich, ich musste das gleich mal probieren. Ich hämmerte also meine Vorhersage in die Tasten und schickte zum Test einen recht harmlosen Satz hinaus in die weite Teletextwelt. Im Gegensatz zum Konzept des ZDF Fußballstrandes muss man hier aber konstatieren: Es funktioniert:

The Prophecy

Nur ist es eben komplett sinnlos! Wenn ich twittere, dann tue ich das überraschender Weise auf Twitter und nicht in der ausgebremsten Version, die noch ausgesiebt wird vorab (-> “zensiert”) und wo mein Tweet irgendwann, Minuten später zufällig mal im Bild erscheint. Da waren mal wieder die Genies am Werk!

Zu 2. führt mich dann übrigens mein zweiter, vom Tippspiel inspirierter, “ard777” – Tweet, der allerdings nicht veröffentlicht wurde. Warum auch immer. Ich nenne hier keinen Namen, aber mal ehrlich:

three kittens on the shirt

trollface

Freitag, 8. Juni 2012

BLOW ‘EM OFF

(Monster Magnet)

Ich möchte mal wieder die “geplante Veröffentlichungs-Funktion” meines Live Writers nutzen. Habe heute schon geblogt und will es ja nicht übertreiben. Also sende ich den Eintrag hier exakt zur selben Zeit unters Volk, zu der mein Weckerchen hier erstmals mit Pearl Jams “Gonna See My Friend” meinen Schlaf stört… 06:00 Uhr!

Ich bin von ebay ja schon so einiges an Verunhunzung und Dummfug gewohnt, aber diese beiden Fundstücke sprechen einfach mal brutal gegen den Sachverstand desjenigen, der die Angebote eingestellt hat. Beide gefunden während der letzten Tage:

Nr.1: Fußballhistorischer Bildungskrater:

Fussi-Fail

Und Nr.2: Eine unglaubliche Blasphemie gegen den Boss. Es gibt ca. vier Dutzend Songs, die man kennen MUß! Der hier versagt bei einem aus der Top 10:

ebay fail like a BOSS

Wißt ihr, wen ich diese beiden Fotos gerne kommentieren lassen würde? Ulrich Deppendorf – das wäre angemessen!

Mittwoch, 14. März 2012

GIVE IT UP

(ZZ-Top)

So, Mädels! Heute gibt es tiefe Einblicke in ein unbekanntes, Sagen umwobenes Reich. “Enthüllungsjournalismus” in fast schon sprichwörtlicher Form. Ein Hauch von Voyeurismus solltet ihr schon euer Eigen nennen, wenn der Onkel persönlich den Schleier des Geheimnisvollen vom einer der letzten von Alice Schwarzer noch nicht gleichgeschalteten Bastionen der Männlichkeit reicht. Einem Ort, an dem Frauen bestenfalls zum Putzen Zutritt haben *höhöhö, mal ein bissel anecken hier im Qotenland* Die Rede ist natürlich von der

HERRENTOILETTE

Oftmals von uns auch wenig liebevoll, pragmatisch aber schnörkellos und der Funktionalität durchaus angemessener als

SCHEIßHAUS

bezeichnet. Das wären jetzt mit “Patriarchischem Gedankengut” und “Fäkalsprache” schon zwei Tabubrüche in einem Eintrag… da geht noch was! Naja, jedenfalls sollten die männlichen Leserinnen, also die Leser, dieses Blogs die heutige Botschaft als meinen bescheidenen Unterhaltungsbeitrag zum 14. März verstehen.

Wie bereits zu lesen war, suchte ich am letzten Sonnabend die Stadt Dresden heim und dort gabs spontan Sushi. Jedenfalls kommt es vor, daß man während eines Aufenthaltes in einem Restaurant oder eben einer Sushibar die dortigen Sanitär- und Erleichterungsräume aufsuchen muß. Wißt ihr, was ich meine? Nein? DAS SCHEI… die Herrentoilette. Jedenfalls war ich irgendwie fasziniert von der Gestaltung dieser Räumlichkeiten. Während man anderswo nur weiße Kacheln oder dümmliche Lokalblätter ohne Informationswert (-> Freie Presse) anstarren muß, erblickt man dort folgendes:

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Öhm… jo, nackte Manga – Ischen. Fand ich irgendwie lustig und bemerkenswert genug, um das für mein Sammelsurium der Kuriositäten hier mal abzulichten. Interesse halber schaute ich auch in die Kabinen um zu sehen, was sich dort “versteckt” haben mochte, aber die waren langweilig…. leer und langweilig. Nicht einmal einer dieser blöden Klotürsprüche der Marke “Wer das liest ist doof”, die mich in der Grundschule so amüsiert haben, hatte es ans makellose weiß der Box geschafft. Als ich mich umdrehte und den Raum wieder verlassen wollte erblickte ich über den zwei in Relation zum ersten oppositionär angedübelten Pissoires dann folgendes:

CIMG3813

Autsch; ich meine: So was hängt mach doch verdammt nochmal (uiuiui, jetzt flucht er auch noch) nicht in ein Herrenschei… in eine Herrentoilette!!! Überlegt doch mal:

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*lol* Ich kann jeden Mann verstehen, der da mit schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck die Hose aus Protest zu läßt und sich trotzig denkt: “Och nö, da schiffe ich doch lieber woanders!”

Dienstag, 6. März 2012

WHEREIN LIES CONTINUE

(Slipknot)

N’Amd allerseits. Zunächst möchte ich mich einmal bei der Academy bedanken und bei MsPittili, ohne deren inspiratorische Kochkünste mir eine mehr als vierzeilige Äußerung zum Tagesgeschehen an einem Dienstag nicht möglich gewesen wäre. Lang lebe das Gyros! Jedenfalls schauten wir beim Essen nebenbei Nachrichten, wobei vermeldet wurde, was unser aller Exrepräsentant sich für seinen Ausstand so für Musi wünscht.

Ich weiß jetzt nicht genau, ob ihr euch an ihn erinnert. Ich rede vom ehrenhaften Idealbild eines Staatsmannes. Weltgewand, charismatisch, fair und vor allem stets trittsicher auf dem politischen Parkett führte er unser Land einem goldenen Zeitalter entgegen. Das Steuerrad unseres Narrenstaates fest in der ruhigen Hand haltend, umschiffte er sicher die Klippen des Zeitgeistes und wird uns noch in Jahrzehnten als ehrenvolles Beispiel für Integrität und Unbestechlichkeit in Erinnerung blei… ähm… nee, doch nicht! Glaube ich habe mich im Jahrzehnt geirrt. Ich rede viel mehr von der Double-Facepalm im Maßanzug, dem so genannten “Fail von Bellevue”. Aber auch der war schließlich lange, lange, laaaaaaaange 20 Monate unser aller Obermotz (Zyniker sprechen in diesem Zusammenhang übrigens von der “Ära Wulff”) und als solchem steht ihm – so meint er zumindest – der “Große Zapfenstreich” zu. Da darf er nebst geladenen Gästen der Bundeswehrkapelle lauschen, wie sie seine musikalische Wunschtrilogie zum Besten gibt. Dann sind da noch ein paar Soldaten mit Fackeln, Marschformation nebst Gleichschritt und Paradeuniformen – kennt man ja in Berlin noch von früher. Aber eigentlich wichtig ist die Zahl “3”. Drei Lieder! DREI!!!!! Das ist die Zahl zwischen der 2 und der 4… liegt ziemlich genau in der Mitte, kann man schwer verfehlen. Aber was mußte ich da gerade vernehmen: Wulff will ein Extralied! Wulff will den 4. Song. Ich frage mich da zwei zentrale Fragen. 

1. WARUM?

2. WOFÜR?

Der hat meiner Ansicht nach nicht einmal den Zapfenstreich verdient, weshalb wohl auch bis auf Mutti und ein paar ihrer Koalitionskonserven jeder halbwegs semiprominente Politiker dankend abgewinkt hat, als er die Einladung bekam. Die Amtsvorgänger haben es nicht einmal für nötig gehalten dies zu tun. Sagt ja auch schon mal was aus. Jedenfalls will der feine Herr Bundespräsident a.D. als Zusatzlied “Somewhere over the Rainbow” hören. Ich verweise hier mal auf Frage Nr.1. Was soll das? Wenn ich mir nach all der medialen Dresche und den peinlichen Außendarstellungen und Aktionen in der Presse eine Extrawurst heraus nehme, dann doch bitte was passenderes. Das wäre seine Chance gewesen mit einem mehr oder weniger verdeckten Statement in die Analen der Landesoberhäupter einzugehen. MsPittili und ich brainstormten mal kurz drauf los und kamen zu folgenden Vorschlägen für die ideale Playlist – inklusive dramaturgisch aufeinander abgestimmten Gesamtverlauf - zur Verabschiedung des obersten Magus der Schnulligilde:

1.) Die “Leckt mich am Arsch, ihr Penner, ich habs geschafft!” – Nummer:

“Fuck You” – Lilly Allen

2.) Das “Ich resümiere meine Amtszeit kritisch” – Statement

“What you do for Money, Honey?!” – AC/DC

3.) Das Loblied auf den Ehrensold

“Je ne regret rien”  Edith Piaf

Und wenn es denn dann wirklich noch ein viertes Stück sein muß, also wenn es un-be-dingt sein müßte, daß das Ego nochmal zusätzlich gestreichelt wird mit einem Extrasong, dann hätte ich da auch einen passenden Vorschlag:

4.) Zugabe

“(Money) Can’t buy me Love” – The Beatles

Das bringt es doch ganz gut auf den Punkt, nur merken wird er das wohl erst später, der Krischn’!

Aber gut, wollen wir jetzt nicht zu sehr diesen Großen Zapfenstreich hervor heben und problematisieren. Das Ding hat doch seit Guttenberg schon moralische Schlagseite und der Wulff wird das Ansehen der ganzen Veranstaltung noch weiter in den Sumpf ziehen. Zukünftig wird das wohl eher eine Strafe als eine Würdigung sein. “Unehrenhaft verzapfenstreicht” wird es dann heißen… für all jene, die eben keinen Ehrensold bekommen.

Mittwoch, 8. Februar 2012

YOU’LL BE SORRY

(Boots Electric)

Jetzt mal ganz ehrlich: Kann irgend jemand auf diesem Planeten Vera Int Veen ernst nehmen? Geschweige denn sogar “gut leiden”? Ich kann mir das nicht vorstellen. Schon in ihrer Talkshow hat sie ja versagt… obwohl, “versagt” ist nicht ganz zutreffend, man sollte vielleicht lieber sagen, sie hat “genervt”. Immer dieses hamstermäßige Grinsen zwischen die feisten Backen gedübelt machte sie sich da unter schlecht vorgetragener Vorheuchelung von Interesse über andere Leute lustig. Weil die wiederum mitunter so behämmert waren, sich dafür auch noch freiwillig zu melden, wurde sie vor laufender Kamera nie mit der Wert- und Inhaltslosigkeit ihres Sendekonzeptes konfrontiert. Nennen wir das Kind beim Namen: Die Frau hat es auch mit zu verantworten – das Unterschichtenfernsehen. Furchtbare Frau! Als ihre Assisendung dann irgendwann eingestampft wurde, hatte ich persönlich die Hoffnung, daß das für die gute Vera nun auch heißt “Ende Gelände” und sie sich irgendeinem möglichst öffentlichkeitsfernen Hobby widmet – lebenslang versteht sich. Hat leider nicht geklappt! Dann kam sie irgendwann mit dieser “Vera Hilft” – Sendung wieder. Dort wurden Familien mit möglichst schlimmem Schicksal einschaltquotenwirksam vorgeführt und mit Renovierungen oder Ähnlichem zwangsbeglückt. Dazu wurde alles und jeder, der dem Grinsemops und seinem Kamerateam über den Weg lief als “Helfer” rekrutiert. Daß dabei mitunter das ganze Dorf in die Problematik eingeweiht wurde – wen interessierts?!? Wurde ja am Ende ohnehin bundesweit gesendet. In einer Stadt mag das ja noch mal schleichen, aber auf nem Dorf… da kann man aus der sanierten Hütte doch gleich wieder ausziehen wenn man keinen Wert darauf legt, daß sich die “lieben Nachbarn” hinter dem Rücken das Maul über das eigene Elend zerreißen. Jedenfalls wurde das dann auch bald eingestellt. Wahrscheinlich, weil keiner mehr eine Vera sehen wollte, die selbstgerecht und bis zum Platzen gutmenschlich durch die Botanik hubbelt und vorgibt “Gutes zu tun”, während doch offensichtlich ist, daß den Teilnehmern in ihrer Not nur noch der bundesweite Seelenstriptease als Ausweg blieb – ob sie wollten oder nicht. Hier braucht es schon zwei Wörter um das zu beschreiben: Verantwortungsloses Unterschichtenfernsehen!

So… und jetzt stellt euch mal vor, ihr seid eine Firma. Würdet ihr diese komische Frau als Werbeträger wollen? Also wenn ich eine Firma wäre, sagen wir mal… sagen wir mal, ich wäre BMW, dann würde ich mit der höchstens ne Fake-Kampagne für Mercedes finanzieren. Virales Kontermarketing sozusagen. Aber ich würde alles, also wirklich ALLES dafür tun, daß mein Produkt nicht mit dieser furchtbaren Bildschirmnervensäge in Verbindung gebracht wird. Das scheinen nicht alle Bosse so zu sehen, wie folgendes Dokument beweist:

Ja, ich kenne das auch, daß man sich “unwohl fühlt”… aber nach 35 Sekunden ist das weg; dann ist alles wieder voll super! Außerdem will ich nicht, daß diese furchtbare Person mir was “ganz Privates” erzählt. Nein, ich wills gar nicht wissen. Soll sie sich den Activa doch Eimerweise reinpfeifen und die Darmflora zusätzlich noch mit Bullrich-Salz düngen oder nur noch Lebensmittel konsumieren in denen kein Vokal vorkommt (und zwar immer püriert) – ist mir vollkommen mumpe, aber ich will es eben NICHT wissen! Überhaupt: Dieser gefakete “Home-Video-Stil” ist an sich schon lächerlich. Vermutlich wollte man “Verbindlichkeit” generieren, “Vertrauen” und “Sicherheit” um ein leicht “pikantes Thema” anzusprechen und das eigene Produkt somit der Zielgruppe “ans Herz zu legen”. Da das aber alles Begriffe sind, die sich selbst mit einem vollkommen überschuldeten, hungrigen, polnischen Kleptomanen noch eher verbinden lassen als mit Frau Int Veen, ging der darmgesundende Schuß sozusagen nach hinten los.

Das Produkt an sich schmeckt ja gut. Ich glaube zwar nicht, daß das Zeug ansatzweise halten kann, was es so alles verspricht zu können, aber es schmeckt immerhin. Für mich persönlich ist das der Hauptindikator bei Nahrung – nennt mich altmodisch. Doch nach dem Spot mit dieser Werbeträgerin… vergiß es! Das Zeug wird bleiern in den Regalen liegen, weil keiner, aber auch wirklich KEINER mit dieser Frau da oben etwas gemeinsam haben will. Das ist keine Werbekampagne, das ist gezielter Selbstkonkurs.

Montag, 30. Januar 2012

LET ENGLAND SHAKE

(PJ Harvey)
So, hier bin ich also auch mal wieder. Das Wochenende habe ich in fernen, fremden, ja gar unbekannten Gefilden verbracht. Die waren so fern und fremd, daß da sogar etwas namens “Schnee” lag. Wow…! Dieses “Schnee” war überall, ich konnte es nicht glauben! Als ich dann am gestrigen Abend in meiner subtropischen Vormittelgebirgszone triumphal wieder einritt auf meinem stählernen Feuerross, da war wieder alles normal… keines von diesem “Schnee” ließ sich mehr blicken. Murks! Na, jedenfalls quoll der Briefkasten wie gewohnt über von Werbesendungen und sinnloser Reklame von noch viel sinnloseren Geschäften (-> “Roller”, “Sconto”, Thomas Phillips”, “Kik”). Sollen sie sich doch alle vom Markt schleckern, ich brauche sie nicht… und erst recht nicht ihre Werbung. Aber eines dieser komischen “Keine Werbung einwerfen” – Schildchen will ich mir auch nicht an den Kasten dübeln, denn einige der Werbesendungen will ich einfach haben (-> “Saturn”, “Pro Markt”, “Kaufland”, “Toom”). Und da ich von den Pauschalkräften, die an der Deichsel ihres Handwagens eh schon genug ausgebeutet werden kein umständliches Aussortieren zumuten will, muß ich die ganzen nutzlosen Flyer wohl ertragen.
Jedenfalls dürfte ja bekannt sein, daß ich durchaus einen Sinn fürs Absurde habe. Dinge, die so abwegig und nach Möglichkeit auch noch vollkommen beknackt sind, daß es sie gar nicht geben dürfte, die finde ich irgendwie…


Wovon ich rede? Von so Dingen wie etwa DIESEN HIER. Besonders der Käfer ist derart bekloppt, das geht schon als Kunst durch! Oder auch Bilder… jahaaaa, Bilder! Im Zeitalter des Internet gibts ja jede Menge vollkommen absurder Schnappschüsse, auf welche der ganze Globus ungehinderten Zugriff hat. Bilder, die man beim besten Willen nicht interpretieren kann, denn es fällt einem dazu einfach keine rationale Erklärung ein. Was machen zum Beispiel diese beiden Herren hier gerade, kann mir das mal einer erklären:
Beispiel
??? Oder was mag zum Beispiel hier los gewesen sein:
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??? Kafkaesk! Oder (ich verspreche: letztes Beispiel) was mag die Eltern dieses jungen Mannes geritten haben; oder den Standesbeamten, der das auch noch zugelassen hat:
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(Quelle)
??? Nee, ich verstehe es nicht. Jedenfalls schaute ich mir gestern die Werbeprospekte durch und stellte dabei zwei Sachen fest. Erstens gab es schon verdammt lange keine vernünftige CD / DVD – Aktion bei Saturn mehr, was bis mindestens nächste Woche auch so bleiben wird. Sowie zweitens: Die bei Toom sind irgendwie komisch. In einem ansonsten vollkommen nüchtern und profitmaximierend ausgelegtem Werbewurfblatt fand ich die verbildlichte Proklamation folgenden Wochenangebotes:
wtf
*wtf*?! Also gut, die wollen Schlüpfer verkaufen, soviel kriegt man ja noch raus, aber was zum Henker machen die zwei Frauen da? Bobby-Hut und Melone? Trillerpfeife und Spazierstock?! Klar, das soll England sein, aber wenn ich an “England” denke, dann denke ich nicht primär an Schlüpfer, sondern an hässliche Fußballer und ihre noch viel hässlicheren Fans. Ich sags mal so: Schlüpfer-Fail!

Freitag, 20. Januar 2012

I WILL SURVIVE

(Gloria Gaynor)
Wir müssen alle umlernen, liebe Leute! So Leute wie ich sowieso. Seit meiner Kindheit blickte ich zu Leuten auf, welche im Westfernsehen immer wieder die Welt retteten. Das waren nicht irgend welche Superhelden, die mit Strahlenblick und Unsterblichkeit die Superschurken frittierten, nein, das waren ganz normale Leute. Sie alle gehörten einem bestimmten Berufsstand an, welcher sich durch Charisma, Ehre, Pflichtbewußsein und die Bereitschaft, sich selbst für ihre Crew und (vor allem) das Schiff zu opfern auszeichnet. Ihr ahnt es, es geht um den “Captain”. Oder von mir aus auch Kapitän, Capitano oder Kapteeni! Schneidisch standen sie korrekt sitzender Uniform auf den Brücken dieser und anderer Welten herum, erteilten wichtige Befehle, boten Feinden wie Gezeiten gleichermaßen die Stirn und verarschten nebenbei noch den Bordvulkanier. Das waren edle Männer, Männer wie die hier:


oder natürlich auch der hier:


oder der hier:


Und im konkret nautischen Bereich ganz besonders der hier:


Ja, selbst den hier hab ich zu Zonenzeiten gern im TV gesehen (ich gebs wenigstens zu):



Doch was passiert jetzt? Jetzt kommt da irgend so ein pomadiger Italiener mit seinem Schrankwandgroßem Ego und einem zwielichtigen Segelschein, ausgestellt vom Marineministerium des Tschad, daher geschippert, setzt seinen 600Millionen Euro Kahn in extremer Küstennähe auf einen Felsen, während er auf der Brücke mutmaßlich bei einer blonden Moldawierin sein ganz persönliches Segel setzt (oder es zumindest versucht) und macht dieses seit Jahrzehnten sozialisierte Bild kaputt. Die Rede ist von dem hier:


Während auf seinem Dampfer die Panik ausbricht und Leute sterben, schwingt sich der Typ doch allen ernstes ins erstbeste Rettungsbot und haut ab. Kann ja keiner ahnen, daß das ein wenig anstößig wirkt und die Menschen von einem Kapitän verlangen, solcherlei Sperenzien gefälligst bleiben zu lassen… woher denn?! Man muss sich das mal überlegen, die liegen ein paar Meter von einer Insel entfernt auf Grund und der Vogel kriegt Panik und verläßt das Schiff und über 4000 Leute, für die er die Verantwortung trägt. Der Oberhammer ist dann ja noch die Ausrede, er sei “ins Rettungsboot gefallen”. Na klar!!! (Das ist wie beim klassischen Fremdgeherwischer “Schatz, das ist nicht so, wie es aussieht! Der Herr Klempner ist nur auf dem Läufer ausgerutscht, und dann zufällig auf mir gelandet!…….. Warum er nackt ist? Öööööhhhhhhmmmmm…” ) Naja, jedenfalls ist das doch schon Slapstick was der Typ da hinlegt, der gehört sowas von verknackt wenn ihr mich fragt! Sollte er jemals wieder auf freiem Fuß sein: Hausverboot auf den sieben Weltmeeren, lebenslang! Wie kann man denn so dämlich sein – der dachte vermutlich wirklich, daß man ihm das abkauft. Ich bin mal gespannt, was er als nächstes für Entschuldigungen bringt, wenn er merkt, daß ihm das mit dem “aus Versehen ins Rettungsboot gefallen” niemand abnimmt. Hier mal ein paar so genannte “Evensche Ausfluchttheoreme”:
1.) “Ich bin dem ökonomischen Zwang gefolgt: Meine Ausbildung war viel teurer als eure!”
2.) “Ich wollte nur sehen, ob es außerhalb des Schiffes für die zu rettenden Passagiere auch sicher ist!”
3.) “Ich verließ das Schiff um die Rettungsmaßnahmen mit dem besseren Überblick über die Gesamtsituation vom Festland aus professionell zu koordinieren!”
4.) “Ich wollte das Schiff eigenhändig zurück ins Meer schieben!”
5.) “Was genau meinen sie mit “Schiff”?"???”
Diese Dinger traue ich dem Vogel zu, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich frage mich ernsthaft, wie es so ein selbstverliebter Gockel zum Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes gebracht hat. Es hat ja keiner verlangt, daß er mit seinem Kahn untergeht, aber so ein klein wenig Rückgrat zeigen kann doch für einen in seiner Gehaltsgruppe nicht zu viel verlangt sein. Fragen wir mal den Jean Luc was er von dem…

(Quelle)
… oh… ist ja ziemlich eindeutig… bin da ganz seiner Meinung!

Sonntag, 15. Januar 2012

NO CLASS

(Motörhead)

Ich habe neulich so eine Werbung für eine dieser neumodischen Frauen- und Lifestylezeitschriften gesehen. Die sind ganz doll hip, wirklich! “In” bis zum Getno und so! Dermaßen aktuell, daß sie bereits die Trends von übermorgen wieder auf der “Out”-Liste führen… und zwar schon seit vorgestern. Auf dem Cover sind immer irgendwelche breit grinsende Weiber in Sommerkleidern und mit monströsen Hutkonstruktionen auf der Rübe, die irgend ein leidlich talentierter Fotograf in einer rotierenden Bewegung abgelichtet hat, sodaß das Röckchen sich schwungvoll im vermuteten Sommerwind aufbläht. Dann wird da noch in verschnörkelten, mit unnützen pseudoklassizistischen Bögen versehenen Schriftarten irgendwas von “Wohlfühl-Diät” aufs Cover geschrieben und fertig ist die Laube. Diese Titelfigur wird dann umringt von kleineren Fotos diverser Halbprominenter und Königshäusler mit irgendwelchen komplett uninteressanten Allerweltsproblemen. Ihr merkt schon, die Zeitschriften sind eine Mischung aus so Dingern wie “In Style” und “BUNTE”. Der Zielgruppe angemessen aber mit Anglizismen überfrachtet! Ich verstehe das nicht, warum kann man nicht “Klatsch & Yuppiefummel Magazin” drüber schreiben, damit umreißt man sein Produkt doch ganz realistisch?! Nein, es wird das “Fashion und People Magazin” propagandiert.

“Fashion und People Magazin”! Das soundet ja mal so really bekloppt if you mich asken tust! Totally Banane! Frauen, warum laßt ihr euch so was nur andrehen? Ich könnte mich da immer aufregen wenn ich diese Werbungen hören oder sehen muß. Ich bin weiß Gott kein militanter Sprachguru, der mit der verbalen Kalaschnikow auf Anglizismenjagd im Sprachdschungel geht, aber irgendwann wird das halt lächerlich; und zwar allerallerspätestens bei “Fashion & People”. Aber egal… mal zum Thema für heute: “People” *rofl*. Es ist ja mittlerweile zum medialen Lieblingssport geworden, daß man “interessante Menschen” oder eben jene, die man als “People” – Redakteuse dafür hält, ausführlich befragt und das Ergebnis dann um 87% gekürzt auf ‘ner halben A5 – Seite zusammenfasst. Im Fernsehen ist das nicht anders, auch da werden Gästesofas zusammen gestellt, daß einen das Grausen packt. Da harmoniert einfach mal NICHTS miteinander. Aber da das Format funktioniert, werden immer mehr neue Formate dieser “People” – Talkshows aus dem Boden gestampft. Das führt dann natürlich dazu, daß die Gäste knapp werden und der eine oder andere wird nur deshalb verpflichtet, damit er nicht beim Konkurrenten auftreten kann. Das ist so ein bissel das “Prinzip FC Bayern”. Das führt dann schon mal dazu, daß man plötzlich einen der uninteressantesten und blassesten Deutschen, den man sich vorstellen kann, nämlich unserem Umweltminister Norbert Rö(n)ttgen ein wenig Sendezeit schenkt. Das entbehrt doch jedweden Unterhaltungswertes, das muß denen in der Redaktion doch bewußt sein! Auch wildert man auf der Suche nach Sofafüllern mittlerweile in komplett artfremden Gefilden. Was hat zum Beispiel Lemmy im ZDF zu suchen? Und dann noch in der gleichen Sendung mit Herrn Rö(n)ttgen???? Klingt komisch, war aber so! Und zwar bei Markus Lanz, der das Lemmy – Gespräch auch komplett versemmelt. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, daß er überhaupt keinen Draht zu ihm findet, nicht einmal ansatzweise. Die Fragen sind ebenso standardisiert und oberflächlich wie… sagen wir wie eines dieser “Fashion und People Magazine”! Sogar der Simultanübersetzer verreißt es und merkt es nicht, wenn er es mit einem Wortspiel zu tun hat, was in recht seltsamen Leguan-Aussagen endet. Am meisten Spaß macht es da noch unseren obersten Umweltfutzi zu beobachten. Behütet im gehobenen Mittelstand dressiert ist dem der Lemmster augenscheinlich suspekt; er scheint förmlich Angst vor ihm zu haben. Nervöse Blicke, welche Fluchtgedanken mehr als nur erahnen lassen, die Unfähigkeit einen einzigen Satz zu bilden… all das schwebt überdeutlich im Raum. Dazu das verkrampfte Bestreben die offene, relaxte Gesprächshaltung weiter aufrecht zu erhalten, welche ihm seine Berater vorab eingebläut haben. Der Kerl läßt sich in diesen gut neun Minuten mit einem einzigen Wort umschreiben: “FAIL”!

Kurz gesagt: Lemmy passt nicht ins ZDF und schon gar nicht in diese Sendung! Das macht aber nichts, denn Herr Rö(n)ttgen tut das auch nicht. Das merkt man den folgenden 09:14 Minuten auch überdeutlich an. Das ist so ziemlich das ultimative Paradebeispiel dafür, wie man ein solchen Interview eben nicht führt und wie man ein Gespräch komplett verreißen kann wie ich finde. Was aber ein positiver Ausrutscher nach oben ist und deshalb gesehen werden sollte, zeigt die Betrachtung ab der Minute 08:45. Alleine für diesen finalen Spruch, den der Lemmy da dem Rö(n)ttgen drückt hat sich das Einschalten dann doch gelohnt.

Aber wir waren ja bei diesen dudeligen “People” – Magazinen. Da ist das wie gesagt ähnlich. Die Hälfte der Zeitung besteht aus absolut überflüssigem Geseier und die andere aus Werbung. Wirklich gute, interessante Interviews werden immer seltener. Das hat auch damit zu tun, daß durch die Talkshowflut viel zu viele Leute viel zu häufig viel zu wenig was zu sagen haben oder das zumindest meinen. Hinzu kommt, daß gute Interviewer rar werden oder das, was sie abliefern barbarisch zusammengekürzt wird um noch ein oder zwei Schlüpferwerbungen mehr unterzubringen im eigenen Wutschtblatt. Ich finde das schade, denn ein gutes Interview ist und bleibt nun mal eine tolle Lektüre. Voraussetzung ist, daß der Interviewte auch wirklich was zu sagen hat und der Interviewer sich auch dezent zurück nehmen kann. Ich hasse es, wenn ausufernde Fragen gestellt werden, welche einen beckmannesque verwirren und generell eher den Frager als den Befragten in den Vordergrund stellen. Meiner Meinung nach zeichnet einen guten Interviewer halt auch aus, daß er sein Gegenüber einfach mal erzählen läßt und sich zurück nimmt (vom einen oder anderen Nachhaken mal abgesehen). Aber das machen viele eher nicht, denen steht ihr eigenen Ego im Weg (das nennt man im Übrigen auch “Beckmannismus”). Wie dem auch sei. Ich wünsche mir vernünftige Interviewmagazine und –Sendungen zurück, oder zumindest gehaltvolle Gesprächsabdrucke in Zeitungen. Von mir aus können die ja auch für Frauen sein und nebenher über Diäten und Mode berichten. Ist ja alles legitim. Aber all den Stylingschranzen da draußen, die gehaltlose Artikel zusammenschwafeln und absichtlich über “Fashion und People” schreiben, weil sie des Deutschen nicht mächtig sind und sonst auch nix zu sagen haben sowie eh nur die Seiten zwischen den Werbeanzeigen für Faltencreme und Zalando füllen wollen, denen wünsche ich wöchentlich 7 Bad-Hair-Days und lebenslang nen ganz besonders fetten Arsch! 

Sonntag, 8. Januar 2012

THE FAILS OF THE DAY

Es ist nun 17:13 Uhr. Zeit, um mal eine Zwischenbilanz des Tages zu ziehen. Welche Missgeschicke haben mich denn heute schon ereilt?! Auch wenn ich hier und da ein wenig "Hilfe" von MsPittili hatte, so ist das doch selbst für mich eine ganz außergewöhnlich umfangreiche Zwischenbilanz.


1. Wasser beim Ausspülen der Kaffeetasse über das aus dem Aufwasch herausragende Schneidbrett auf den Küchenfußboden umgeleitet.
2. Milch mitsamt Metallöffel in die Mikrowelle gestopft (höchste Stufe, 5 Minuten).
3. Milch überkochen lassen und die Mikrowelle mit brodelndem Kuhsaft überschwemmt.
4. Die Senseo nicht verriegelt und somit das Wohnzimmer geflutet & guten Kahvi vergeudet (was noch viel schlimmer ist).
5. Mülleimer umgeschmissen
6. Wohnungsschlüssel verlegt
7. Küchenwaage auf der laufenden Waschmaschine deponiert... ihr könnt euch den Rest ja denken... jedenfalls wars das wohl mit Rezepttreue in der nächsten Zeit. (EDIT: MOOOOOMENT... wieso habe ich eigentlich eine Küchenwaage?????)
8. Bärenmarke Alpenmilchschlagsahne auf dem Herd verkippt.
9. Knoblauchöl verschüttet.

Die Punkte 1 bis 4 habe ich übrigens noch vor dem Frühstück hin bekommen, in einer Wachphase von etwa 45 Minuten (von denen ich 30 dösend im Bett lag). Ich will gar nicht wissen, was mit heute alles passiert wäre, wenn ich die Wohnung hätte verlassen müssen. Wahrscheinlich hätte ich versehentlich einen interstellaren Krieg ausgelöst, welcher die Menschheit binnen Minuten der Vernichtung durch vierköpfige Marsschafe auf Mopeds anheim geführt hätte. Wahrscheinlich hätte ich das dann noch als Einziger überlebt, aber auch nur, um den gigantischen Meteor auf uns zurasen zu sehen, welcher dann wiederum auch die Marsschafe ausradiert hätte... .

Mittwoch, 21. Dezember 2011

BLOOD ON OUR HANDS

(Death From Above 1979)

Es heißt ja immer, daß die Jugend immer rücksichtsloser, brutaler und ihre Hemmschwelle immer ebenerdiger wird. Stimmt! Während meinereiner während des Heranwachsens noch mit Gummibeil und Schießeisen friedlich Cowboy und Indianer spielte und munter seine Freunde imaginär umnietete, wird heute schon wesentlich härter zur Sache gegangen. Da werden von 4jährigen hinter verschlossener Kindergartentür Gewaltvideos von I-Phone zu I-Phone geschickt oder harmlosen Omis von einer gewaltbereiten Gruppe 9jähriger der Rollator gelüftet. Diese Satansbraten! Die Gesellschaft verroht immer und immer mehr und mit denen, die irgendwann mal die 34,56€ Grundsicherungsrente für uns erwirtschaften sollen, kann man schon jetzt keinen Blumentopf mehr gewinnen. Im fernen Bayernland, das ja auf seine christliche Grundausrichtung (-> Nächstenliebe, Güte, Werte, Bier) so stolz ist wurde ich bei verdeckten, investigativen Recherchen dann auch fündig, woher das kommen könnte. Als ich aufwuchs, da war das beliebteste Spielzeug das Monchichi. Jeder debil am eigenen Daumen nuckelnde Plüschaffe, welcher in den 80ern in jedem Kinderzimmer staubig vom Regal grüßte. Heutzutage sieht das ganz anders aus. Ab dem Alter von drei Jahren werden die kleinen Gangster schon mit folgendem beglückt:

autsch

Ein schlagringförmiger Bär mit Pumpguneinschuß! Obwohl die rotschimmernden Innereien schon schmerzhaft aus der Wunde grüßen, grinst das Vieh auch noch. Und so sollen die Wänster lernen, daß Hauen und Treten “dudu” ist?!?!! *FAIL*