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Sonntag, 17. März 2013

DINGE VON DENEN…

(Die Ärzte)

Leute, habt ihr nicht auch ab und zu mal das Gefühl, daß hier etwas gewaltig falsch läuft in dieser Welt? Habt ihr nicht auch hin und wieder die Vermutung, daß das, was uns die Medien zum Teil vorwerfen, nichts weiter ist als eine gigantische Volksverdummungskampagne? Eine Kampagne, die breite Bevölkerungsschichten derart enthirnen soll, daß sie jedweden Scheiß widerstandslos kaufen und sich in ihrem gesamten Denken vollkommen entpolitisiert nur noch mit den widerwärtigen Hirnfürzen der einen oder anderen Society-“Redaktion” beschäftigen? Mir geht es verstärkt so dieser Tage.

Beispiele? OK! Ich habe mal zwei für euch: 1. Gestern erst war ich im Media Markt und suchte Staffel 4 von “Bones”. Fand ich natürlich nicht, stattdessen war die Abteilung “B” vollgestopft mit 7 Staffeln “Berlin Tag und Nacht” – natürlich je Staffel mindestens zwei Exemplare. Geht es denn noch offensichtlicher?!?! Schlimm genug, daß dieses Unterschichtenkonglomerat täglich über die Mattscheibe prollt und dabei die alte Heimat in Verruf bringt, jetzt werden auch sinnvolle Serien noch von diesem Schrott aus den Regalen verbannt. Wer sich vorsätzlich dazu entscheidet ein paar tribaltätowierten Hauptschulabbrechern mit anabol geformten Stiernacken dabei zuzusehen, wie sie in den Trainingspausen lauthals röhrend eine wasserstoffblondierte Ex-Friseusengehilfenazubine nach der anderen bespringen und nebenher mit jeder Äußerung die sie von sich geben die Sprache der Dichter und Denker vergewaltigen, der interessiert sich auch für solche Headlines (nebenher ist das auch 2).:

KLICKEN AUF EIGENE GEFAHR – LATENTES VERBLÖDUNGSRISIKO

Ich finde es mitunter schlimm, was aus dieser Welt geworden ist – vor allem, daß es offensichtlich Leute gibt, die der verreckte Hamster eines kanadischen Playbackhampelmannes interessiert!

Dienstag, 12. Februar 2013

WRITE

(Kyuss)

Sagt mal, was erwartet ihr eigentlich von “der Presse”? Ich spreche jetzt nicht von diesen idiotischen Schundblättern vom Kaliber der “Bunten” oder “Freizeit Revue” oder “Dicke Tratschtrulla im Spiegel”, wo mal nur damit beschäftigt ist die dummdreiste Lügentrommel zu schlagen während man seine verleumderischen Giftfäden über “die Reichen und Schönen” mitten ins belockenwicklerte Konsumentenvolk speit. Nein, ich meine jetzt die Sorte Presse, welche Nachrichten ver- und/oder ausbreiten soll. Was erwartet ihr von denen? Denkt mal darüber nach und macht euch mal (von mir aus auch nur mental) 5-6 Stichpunkte. Ich lasse euch auch mal ein wenig Zeit dafür…

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Fertig? Nein? Gut, dann noch ein bisschen mehr Bedenkzeit:

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Gut, nun solltet ihr aber fertig sein. Schaut mal auf eure Liste, befindet sich darauf das Stichwort “Neutralität” oder auch das der “Objektivität”? Wenn ja: Fein gemacht! Falls nicht: Auch nicht schlimm… es hätte es mir hier nur leichter gemacht mich als allwissendes Medium hin zu stellen. Naja, jedenfalls sollte beides beim einen oder anderen von euch auch eine Rolle spielen, wenn er sich eine Tageszeitung oder eine Internetpräsenz aussucht über die er seinen Informationsdurst stillt. Mir ist klar, daß es durchaus zielgruppenspezifische Medien gibt. Der durchschnittliche Zockerbänker oder auch der gepflegte Gamsbartträger am CSU-Stammtisch im tiefsten Hinterland Bayerns beispielsweise wird sich wohl eher nicht, so wie ich, auf SPON informieren oder gar den Spiegel als Printmedium erwerben. Aber das finde ich noch OK. Man kann ein Thema, so sehe ich das, durchaus aus verschiedenen Perspektiven und  Blickwinkeln heraus objektiv beleuchten. Man kann, muß man aber nicht – wie uns die gute, alte BILD-Zeitung heute mal wieder bewies. Nicht, daß das was fundamental neues wäre, man erwartet es von denen ja schon fast, daß sie vom Niveau her besonders exzessiv “in die Tiefe gehen”, aber manchmal untertreffen die sich einfach nur selbst.

Man kann ja von Kim Jong Un halten was man will, man kann auch ruhig sagen “was der da macht, das finden wir mal voll Moppelkotze” – aber man sollte es schon mit einer gewissen Distanziertheit schreiben Kinder! Man sollte es einfach seriös rüber bringen. Daß das noch nie die Stärke der BLÖD war, das ist mir auch bewußt, aber

“Nordkoreas furchtbarer Terror-Diktator”

wie es heute gleich im Header der Homepage zu lesen war, ist dann schon ein wenig… naja… “wertend” würde ich mal sagen. “Furchtbarer Terror-Diktator”… ICH GLAUB’ ES HACKT!!!!! “Distanzierte Berichterstattung” sieh hier ja mal anders aus. Auch tritt man seitens dieses täglich ausgeworfenen Pamphlets langsam an die Mauern heran, die einem die eigenen Sensationshatz und Verbaldiarrhoe in den Weg gemauert haben. Wer den “irren Diktator” schon für Ahmadinedschad verbrät, der ist halt nicht mehr steigerungsfähig wenn es hart auf hart kommt. Zumindest nicht in einer sinnvollen Art und Weise, denn “furchtbarer Terror-Diktator” kann nun wahrhaft nicht als deskriptive Umschreibung durchgehen lassen… das hat schon so einen wertenden “Unterton” wenn ihr mich fragt. ;-) Was ich aber noch viel tragischer finde, ist, daß diese Titulierung in keinster Weise dem folgt, was dereinst das Aushängeschild der BLÖD-Redaktion war: Der Vorgabe, jeden Schrott in Form einer Alliteration zu formulieren. Die BILD verliert hier ihre Basisqualifikation – naja, streng genommen sogar ihre einzige Qualifikation, die sie zu so etwas wie einem wertvollen Mitglied der Medienlandschaft machte, wenn man drüber nachdenkt. Vielleicht, so hoffe ich, ist das ja das erste deutliche Zeichen für den Niedergang dieser scheinheilig schlecht schreibenden Schmierfinkenschranzen – wetten würde ich darauf aber nicht… LEIDER!

Sonntag, 23. Dezember 2012

THROW AWAY YOUR TELEVISON (RHCP)

02.01.0001

Tag 2:

Nach ein paar Stunden mehr oder weniger erholsamen Schlaf lag ich wach auf meinem Feldbett. Alleine zu überleben war ein Fehler, man kann sich nämlich nicht in die Wachen rein teilen. Im Bunker ist es immer noch genau so dunkel wie gestern – kein Fortschritt. Von draußen tönen hin und wieder Geräusche zu mir in den Bunker. Es klingt wie Regen, handelt sich aber wahrscheinlich um nuklearen Fallout, den der Tsunami durch die Straßen schwemmt sobald er gefallen ist. Ich traue mich immer noch nicht die Türen zu öffnen – es könnte mein Ende sein.

Auf meinen gestrigen Post erhielt ich zwar 2 Antworten, aber ich bin mir nicht sicher, ob diese nicht vielleicht nur von der neuen Weltregierung, einen Konglomerat aus den Illuminaten, Aliens und “IHNEN”, absichtlich gepostet wurden um mich in Sicherheit zu wiegen und aus dem Versteck zu locken. Jetzt wo “SIE” mutmaßlich an der Macht sind, hält sie nichts mehr davon ab skeptische Geister wie mich zu unterdrücken. Wahrscheinlich würde ich, sobald ich auf die Straße trete sofort von Roboterpolizisten festgenommen und nach Area Bielefeld 51 verschleppt um mich einer Gehirnwäsche oder Schlimmerem unterziehen zu müssen. Ich werde meinen Standort aber nicht preisgeben – niemals! Lieber steuere ich den Widerstand aus dem Untergrund. Vermutlich versucht die Weltregierung demnächst ein eigenes, zentralisiertes Fernsehprogramm auf Frequenz 19,84 MHz auszustrahlen und die Desinformation der Überlebenden damit einzuläuten. Aber da mache ich nicht mit! “WWW” steht ab heute für “Welt-Weiter-Widerstand”! Fangen wir am Besten damit an, das Fernsehen zu demaskieren. Als was? Als jene verkommene Form von Scheinunterhaltung, die es schon vor dem

Weltuntergang[3]

war und die es auch immer noch sein wird, wenn “SIE” auf dem Regiestuhl sitzen. Unter größten Mühen habe ich eine kleine Beweisliste zusammen gestellt um euch vor den Gefahren eines übermäßigen Propagandakonsums zu warnen. Was bereits seit dem Millennium begonnen hatte, das Projekt “Volksverdummung in allen Schichten” und von sämtlichen Sendern rücksichtslos verfolgt wurde, soll nun abgeschlossen werden. Dabei kam schon im Vorfeld der Apokalypse ein wahrhaft allumfassendes und furchteinflößendes Arsenal an Massenhirnzellenvernichtungswaffen zum Einsatz – von “Bause” bis “Silbereisen” bis hin zur menschenverachtenden intellektuellen Tellermine “Brainbreaker-IntVeen 4.0” kam alles zum Einsatz, was die Menschheit enthirnte. Dunkle Zeiten waren das… vergeßt sie nie:

KLICK 1 – Röhrenverdummung

KLICK 2 – Wie das Unterschichtenfernsehen die Geburtenrate in den Keller trieb

KLICK 3 – Was Fernsehen aus einigen von uns machte

KLICK 4 – vorgelebte Negation der Impulshemmung

Erinnert euch an diese furchtbaren Zeiten und fragt euch dann, ob ihr “IHNEN” und ihrem neuen Zentralsender wirklich vertrauen wollt.

Widerstandszelle – Ende!

Mittwoch, 21. November 2012

IRONIC

(Alanis Morisette)

Ich bin gerade auf ein kleines Video gestoßen, das den ganzen vorweihnachtlichen Spendenwahnsinn der Industrieländer herrlich auf die Schippe nimmt. Es wird ja bald wieder los gehen, die organisierte Tränendrüsenmassage der Hilfsorganisationen und einiger ihrer Trittbrettfahrer. Da sehe ich doch auch schon diesen nervtötenden RTL Spendenmarathon wieder am Horizont winken, dessen größter Verdienst das “Wer wird Millionär – Promispecial” ist, der sonst aber nur eine scheinheilige Selbstbeweihräucherung genau des deutschen Senders ist, der ohnehin schon grenzdebile Leute in Formaten wie “Mitten im Leben” für nen Hunni bloßstellt, ihr mentales Leid ausnutzt und mit diesen Gagaformaten die hiesige Volksverdummung vorantreibt – und zwar mit Nachbrenner. Ein Sender, der an diesem einen Tag im Jahr Promitrödel versteigert, Spendenuhren mitlaufen lässt und jede seiner dusseligen Sendungen mit ins Gesamtkonzept einbindet und die “Zwischenstände” in den Werbepausen von irgend so einem Gute-Laune-Kasper anmoderieren läßt, den man danach wieder für ein Jahr in den Senderkeller schiebt, weil ihn im “normalen” Programm nicht einmal mehr die RTL Zielgruppe ertragen will. Am Ende dieser 24 Stunden hat man dann genug Karmapunkte gesammelt um die Zuschauer die nächsten 364 Tage weiter zwangszuverblöden; meint man zumindest.

Aber das Video bringt eines ganz gut auf den Punkt: Bei all den Bildern und Filmchen, die uns dabei über Afrika so präsentiert werden um uns die Penunzen zu entlocken, was wissen wir denn eigentlich wirklich davon, wie es da aussieht… oder Gegenfrage: Was wissen die Afrikaner denn von Europa und was würden sie damit anstellen, wenn es da sowas wie “RTL” gäbe? Nun, das dürfte wohl darauf hinaus laufen:

KLICK

Freitag, 31. August 2012

PRISSY PRANCIN’

(Eagles of Death Metal)

Es war heute nach der Arbeit. Wir standen im Kollegenkreis noch kurz für ein kleines Feierabendpläuschchen beisammen, als es geschah: Die Ankündigung!!! Was angekündigt wurde, das traf bei mir nicht auf sonderliches Interesse, aber gerade deshalb wurde es mir ja angekündigt. Es ist bei uns so eine Art Running-Gag, daß am Sonntag “Schwiegertochter gesucht” geglotzt wird und das Erlebte dann am montäglichen Mittagstisch durch den Kakao gezogen wird. Klingt grundsätzlich mal nach etwas, an dem ich mich beteiligen würde (also das “durch den Kakao ziehen”, aber irgendwo sind einfach auch mal Grenzen. Und genau bei diesen RTL – Formaten sind die bei mir überschritten. Ich habe es ein paar Mal versucht, aber…. tut mir leid, ich KANN mir diesen Scheiß einfach nicht reinziehen! Anderer Menschen Dummheit ist manchmal anstrengend. Wenn ich diese Figuren da schon sehe, wie sie von RTL verheizt werden, dann rege ich mich nur wieder auf. Noch schlimmer macht es die Moderation, die ja nun auch nicht gerade durch komplexe Schachtelsatzgebilde glänzt. Eher wird da möglichst kurz die Gaga.-Message in einen Hauptsatz gepackt und direkt in unsere Köpfe gejagt…. wäre ich hier nicht mit Bildungsauftrag und hohen moralischen Ansprüchen unterwegs (**höhö**) würde ich es schlicht und ergreifend “negativistischen Brainfuck” nennen.

Aber so arm an Kommata das ganze Idiotenstadl’ da auch sein mag, ein literarisches Element – blöder Weise auch noch meinen Liebling unter den stilistischen Mitteln – hat man zwar nicht auf ein neues Niveau gehoben, aber dennoch fast perfektioniert: Die Alliteration! Die wird dort ungefähr so inflationär benutzt wie Personalausweise im Pornokino. Da ich weiß, daß ihr jetzt neugierig seid (also auf die Alliteration hoffe ich… nicht aufs Pornokino), ich euch aber als fürsorglicher Blogger ersparen will, euch diese Hohlrollersendung ansehen zu müssen, habe ich keine Kosten und Mühen gescheut einen hochrangigen Mitarbeiter des RTL – Sprachlabores mit Billigvodka vollzupumpen und ihm die Alltierationshighlights der neuen Staffel zu entlocken, sie nieder zu schreiben und unter dem Banner “Foxy-Leaks” auf euch anzufeuern:

Der bernsteinfarbene Berliner

Die stotternde St-stu-stu…. stttttuttgarterin

Der hampelnde Hamburger

Die drechselnde Dresdnerin

Der düsselige Dusseldorfer

Die essentielle Essenerin

Der mürbeteigliebende Münchner

Die handgranatenjonglierende Hannoveranerin

Der körperlose Kölner

Die druidenjagende Duisburgerin

Der leimende Leipziger

Die ausrangierte Auerin

Der brennende Bremer

Die wippende Wuppertalerin

Der fraktale Frankfurter

Die bonsaigroße Bonnerin

Der ambitionierte Amselhausener

Die mannstolle Mannheimerin

Der nüsternlose Nürnberger

Der karlspreisnominierte Karlsruher

Die gelierte Gelsenkirchnerin

Der erbärmliche Erfurter

Die jenseitige Jenenserin

Der malade Mainzer

Der harte Hammer

Die kaspernde Kasselerin

Der oszillierende Osnabrücker

Die olfende Oldenburgerin

Der levitenlesende Leverkusener

Die potzblitzende Potsdamerin

Der heidnische Heidelberger

Die paternosterverliebte Paderbornerin

Der solide Solinger

Die reglose Regensburgerin

Der brennende Bremerhavener

Die rempelde Remscheiderin

Der Oer Erkenschwicker (Die einzige Stadt, zu der mir spontan nix einfällt)

Die magenkranke Magdeburgerin

Der bisher unbewiesene Bielefelder (-> ein rein theoretisches Konstrukt… ein Gedankenexperiment)

Mittwoch, 15. August 2012

KNOW YOUR RIGHTS

(The Clash)

Es ist Sommer! Manche mögen sagen “endlich”, oder “wird auch Zeit” und andere wiederum trauen dem Frieden noch nicht und regen sich – wenns tagsüber schon an die 30 Grad ist – einfach über die 12 Grad Morgentemperatur aus. Über irgend etwas muß man sich ja echauffieren, durchgängig heiß ist nämlich auch wieder Scheiße (sorry). Was ist noch? Ach ja, Ferien. Ferien! FERIEN! Und wenn man hierzulande “Ferien” sagt, meint man meist “Urlaub”. Genauer gesagt “Familienurlaub”. Diese so genannte “schönste Zeit des Jahres” kann der “kleine Mann”  wie er sich selber nennt  (ich tue das nicht, denn ich bin einsneunzich und mir dessen ebenso wie meiner allgemeinen Großartigkeit bewußt ) dann auch wieder nicht richtig genießen. Die Frage ist nur: Will er das überhaupt, der kleine Mann mit dem bisweilen noch kleineren Geist?! Meine mutige Hypothese lautet: NEIN, AUF KEINEN FALL!

Kaum haben die Schulglocken in den meisten bedeutenden Bundesländern das Schuljahr final ausgeläutet, schon stürzt sich ein geiferndes Aufgebot von unterschichtmedial geprägten Reportern auf die bevorzugten Bettenburgen der Teutonen. Warum sie das tun, das wird uns daheim gebliebenen dann in “Beiträgen”, “Einspielern” oder so genannten “Reportagen” präsentiert. Schon alleine, daß sich das lohnt, daß die Einschaltquoten immer noch stimmen, bestätigt ja meine These. Entweder man ereifert sich nach dem Motto “bei mir wars genau so, bloß noch viel Schlimmer” oder man giftet vor dem Bildschirm gegen Abzocker, Schweinehunde und glatten Betrug im Reiseprospekt, obwohl es einen selbst gar nicht betrifft. Was da als “Enthüllungsberichte” der sprichwörtlichen “Embedded Journalists” getarnt über die Bildschirme geht, ist unterm Strich doch nichts weiter als das bewußte Drücken der liebsten Funktionstaste unseres Volkes: Des “Jammer- und Aufregmodus”. Wenn der Deutsche nicht ningeln kann, geht es ihm nicht gut. Da werden dann so genannte “Dreckecken” fotografiert, der Weg zum Strand mit der Stoppuhr handvermessen und am Frühstücksbuffet die halbwarmen Semmeln reklamiert. Ich möchte nicht Reiseleiter sein, wenn in meinem Resort ne Gruppe Deutscher einfällt, da braucht man ein dickes Fell und muß sehr gut darin sein Verständnis vorzuheucheln. Was erwarten die Leute denn von “3 Wochen Malle in zentraler Lage inkl. Begrüßungscocktail zum Hammerpreis von 259,-€”?? Fünf Sterne und einen eigenen Insulaner als Buttler, der ihnen tagein tagaus den Arsch hinterher trägt, dazu üppige Buffets mit Lachsröllchen früh und Hummerplatte am Abend? Etwa gar himmlische Ruhe zur bundesdeutsch festgelegten Ruhezeit; also daß in der spanischen Deppenschubse vor dem Fenster punkt 22 Uhr Mickey Grausig der Saft abgedreht wird, wenn er gerade irgend ein Lied über den Bummsbomber in seiner Hose “singt”?? Wer so was bucht, der sollte sich der Komposition aus Analogkäse und Formfleischschinken zum Frühstück doch bitte ebenso bewußt sein wie der nächtlich nicht abebbenden Idiotenmucke und der reihernden Mitreisenden vorm eigenen Fenster. Aber nein, das sind dann gleich “unhaltbare Zustände” von denen “im Reiseprospekt kein Wort” gestanden habe. Freunde, Hirn einschalten! Und wenn unser Mecker-Michl dann Entspannung sucht, dann ist auch noch Salzwasser im Pool und die dicken, weißbäuchigen Engländer haben die besten Liegen belegt… SKANDAL! Da muß man ja ausrasten. Gut, man könnte auch die eigenen Fehler analysieren, aber das geht dann auch zu weit. Am Ende wäre man vielleicht noch selbst Schuld. Statt dessen geht man dem Reiseveranstalter auf den Sack, weil man einige Prozente des Reisepreises zurückknausern will. Dieser ganze Kokolores macht es denen, die wirklich beschissen wurden im Urlaub dann um so schwerer sich beim Veranstalter durchzusetzen, weil der gleich wieder denkt, daß er es mit einem dieser bierbäuchigen Socken-zu-Sandalen-Kombinierer mit angeborener Mitdenkhemmung zu tun hat.

Eines der Lieblingsthemen klang schon an, der Pool! Entweder ist er (was auch gerne mal nachgemessen wird) nen halben Kubikmeter kleiner als im Prospekt, mit Meerwasser gefüllt oder – Klassiker – es gibt nicht genügend Sonnenschirme. Von Liegen ganz zu schweigen. Das ist so ein bissel wie früher im Schulbus, wo auch die Coolen immer hinten saßen und die Streberdeppen vorne beim Busfahrer. Damals mußte man auch immer darum kämpfen hinten auf die Bank zu kommen um sich nicht der Schmach der Busfahrernähe aussetzen zu müssen. Bei den Liegen werden so auch gefühlte 20% zum raren, erstrebenswerten Gut erklärt, die restlichen Pritschen mag keiner so recht haben – Arschlochliegen quasi. Was macht der Deutsche also im Urlaub – wohl gemerkt: im Urlaub – er stellt sich den Wecker! IM URLAUB!!! Das alleine ist schon verachtenswert, aber er stellt ihn auch noch auf halb 6 Uhr früh, was meiner Meinung nach dem Wahnsinn gleich kommt. Solche Leute gehören doch eingewiesen und nicht noch mit Schirmchendrinks belohnt. Dann streift er sich die Sporthose und das fleckige Unterhemd vom Vortag über, schlüpft in die Adiletten und verläßt das Hotelzimmer. Draußen geht die Sonne auf und im eben hinter sich gelassenen Ehebett erhebt sich bereits langsam der Ehedrachen aus seiner REM-Schlafhöhle und bereitet sich schon mal darauf vor seinen Gemahl nach allen Regeln der Kunst zusammen zu falten, sollte er ihr nicht den ersehnten Thron reservieren können. Während sie sich die Falten aus dem Gesicht spachtelt schiebt sich der Angetraute, das Handtuch hinter sich her schleifend, auf den Pool zu. Aus allen Ein- und Ausgängen sieht er den Feind heraus treten, optisch kaum von ihm zu unterscheiden und auch im Kopf herrschen vergleichbare, Tundra artige Zustände. Wie auf ein lautloses Startsignal, das nur Menschen mit Luft im Hirn hören können (“Resonanzraum und so” vermutet die Wissenschaft)  rammeln sie alle wie die Besessenen in Richtung Pool und werfen ihre mitgebrachten Handtücher auf die begehrten Liegen. Der Glückliche, der das Prachtexemplar direkt zwischen Beckenrand und Bar ergattert hat, wirft im Gehen noch einen verächtlichen Blick auf das Fußvolk, das sich mit den niederen Schemeln begnügen muß. Der eine oder andere nimmt noch kurz alibimäßig auf der Liege Platz und verschwindet dann wie seine Artgenossen auch wieder aufs Zimmer um noch vor 6 Uhr den Jagderfolg entweder stolz zu berichten oder ihn zu beichten und sich pflichtbewußt seine Predigt anzuhören. Dann gehts schnurstracks BILD-Zeitung kaufen und frühstücken. Denn wenn das Frühstück von 7 – 11 Uhr theoretisch möglich wäre, dann heißt das für diese Figuren: Ab dreiviertel 7 wird der Speiseraum belagert und mißmutig über jede Sekunde geknurrt, die der Kellner drüber ist mit der Öffnung der Fresskammer. Die anderen könnten einem ja die dickste Scheibe Analogkäse wegfuttern, das will man nun wirklich nicht riskieren… hmmmm, lecker, der gute Analogkäse! Danach wird der breite Arsch bis zum Abendbrot auf dem Jagdgut noch ein bisschen breiter gelegen, während sich die Epidermis farblich zunehmend in Richtung Feuerwehrauto bewegt.

Mit sowas beschäftigen sich manche Leute… ernsthaft. Dabei sehen sie vom Kleidungsstil her aus wie ne Mischung aus Sonderschulabbrecher und einem bestenfalls durchschnittlich attraktiven Platzwart aus Gelsenkirchen Buer. Und wehe es wagt sich jemand diesen auf die Liege geworfenen Lumpen zu entfernen, jemand der… sagen wir es offen: ausgeschlafen hat. Dann bricht aber die Hölle los. Und genau DA setzen die Fernsehsendungen an. Da werden jedes Jahr auf allen Sendern so wichtige Dinge hinterfragt wie “habe ich ein Recht auf meine mit dem Handtuch besetzte Liege?”. Ob das sonderlich clever ist, was die da machen, das steht nicht zur Debatte, sondern nur, ob man denn ein Recht hat. Natürlich gibt es dafür auch eine Antwort, und auch einen schmucken Winkeladvokaten, der auf einem strahlend weißen Paragraphen daher geritten kommt und diesen dem Publikum ins Notizhelft diktiert. Immer! Den gibt es IMMER! Wie so oft im Recht, stellt sich da nicht die Sinnfrage. Es will nämlich keiner wissen, ob es eine sonderlich gute Idee ist, im Urlaub früher aufzustehen als an normalen Werktagen. Auch fragt keiner genauer nach, ob diese handtuchwerfenden Figuren nicht vielleicht doch fundamental einen an der Klatsche haben, wie man als objektiver Beobachter anzunehmen geneigt ist. Noch nicht einmal die Sinnhaftigkeit des täglichen Bratens am Hotelpool in einem fremden Land wird hinterfragt. Nö, warum auch. Da wird nur nach einer juristischen Legitimation für blanke Dummheit gesucht. Das Unterschichtenfernsehen, das verpackt diese Begründung dann nur noch in möglichst idiotensichere Hauptsätze und präsentiert sie den Zurückgebliebenen und den zurück Gebliebenen.

Was bin ich froh, daß ich diese Probleme nicht habe und auch im Urlaub eher den Drang habe was zu erleben oder zu sehen – bei dem Programm, was die sich selber auferlegen, da kommt man doch kaum zum Erholen. (Sich drüber lustig machen ist ohnehin tausend Mal unterhaltsamer als sich über jeden Scheiß zu echauffieren. Zwinkerndes Smiley )

Montag, 23. Juli 2012

HARD SUN

(Eddie Vedder)

Habt ihr heute schon einmal Nachrichten gesehen? Also ich für meinen Teil habe mir das eben mal – wie jeden Tag – angesehen. Zwei Sachen waren dabei besonders bekloppt wie ich finde. Zunächst einmal die Reaktion unserer waffengeilen Übersee-Freunde auf das Kino – Massaker. Bevor man sich mal mit den eigenen Waffengesetzen beschäftigt und sich mit der Lobby der schießwütigen Hillbillies anlegt, läßt man Batman – Kostüme verbieten. Wenn der Hintergrund nicht so traurig wäre, müßte man wohl schallend loslachen ob so viel Dämlichkeit.

Das zweite Thema, welches heute zu nerven weiß, ist der Sommer. Nun nicht der “Sommer” als solcher, denn der hat einem ja nix getan. Viel mehr die mediale Reaktion auf den heutigen Tag. Senderübergreifend wurden heute irgend welche Reporter und Reporteusen durch die Parks und über die Strände dieser Republik geschickt, auf daß sie ein aberwitziges Loblied auf den “Sommer", der nun endlich da ist” singen und irgendwelche Figuren beim Eis essen mit ihren hirnlosen Fragen stören. Leute, wir hatten heute den ersten wirklich sonnigen Tag der letzten Wochen, stimmt, aber deshalb braucht man doch nicht gleich komplett am Rad zu drehen. Auch dieses Gejammer der letzten Tage und Wochen wurde heute auf die Spitze getrieben. Man könnte meinen, wir sind nicht einer 14tägigen Regenperiode, sondern einer Endzeitlandschaft mit nuklearem Fallout und parallel stattfindender mittlerer Eiszeit entkommen. Da ich gerne und viel lese, noch dazu einschlägige Literatur, assoziierte ich bei der heutigen Berichterstattung ungefähr folgendes:

In einer grauen Einöde lebte dereinst ein Volksstamm, der seit Menschengedenken nur Finsternis und Kälte kannte. Ein Volk, das vom eigenen Elend unterjocht und im Klammergriff des Entsetzens gehalten wurde. Ein Volksstamm, der sich täglich in Mammutfelle hüllte und gegen Schnee- und Hagelstürme ankämpfte, während er verdrießlich und nörgelnd sein knochenhartes Tagwerk verrichtete. Die löcherigen Stiefel in verwaschene, ehemals schwarze Lumpen gehüllt um ein wenig mehr Wärme zu speichern und die abgefrorenen Stümpfe noch leidlich am Funktionieren zu halten, schleppten sich seine kräftigsten Mitglieder durch die sie umgebende Endzeitlandschaft und stampften durch vereiste Sümpfe und klamm vor sich hin blubbernde Schlamm-Moore um unter dem angetauten Schnee die letzten Moose und Flechten des längst verblassten Frühlings zu sammeln und sich und ihrem darbenden Stamm ein karges Süppchen aus ihnen zu kochen, welches ihre geschundenen, ausgemergelten Leiber über eine weitere dieser furchtbaren, beißend kalten Apokalypsennächte hinweg rettet. Während draußen, im bleichen Vollmondschein zwischen den Ruinen der Schattenwolf heult bevor er sich auf die Jagd begibt um sich ein weiteres Mitglied aus der Mitter der Dorfgemeinschaft zu reißen, wimmern sich die Mitglieder besagten Volkes jede Nacht mehr oder weniger Einsam in ihren unruhigen, ungewissen und existenziell belasteten Schlaf. Kaum erfrischt stürzen sie sich am nächsten Morgen dann wieder in den Kampf ums Überleben und ringen mit dem Eis ums nackte Überleben. Jammernd und klagend trotzen sie der Eiseskälte, welche sie bis auf die morschen Knochen durchdringt und zusammen mit der täglichen Anstrengung ihre Rücken krümmt, während die Gischtfinger die letzten Wurzeln aus dem Permafrostboden schaben.

Doch dann kommt der 23. Juli, die Sonne geht auf und alles ist super! Am Nachmittag isst man ausgerechnet ein Eis… FREIWILLIG! Zwinkerndes Smiley 

Mal ehrlich: Das ist doch vollkommen meschugge, wie da jetzt der Sommer ausgerufen und der bisherige Sommer schlecht geredet wird. Ich für meinen Teil hatte bis jetzt einen wahren High-End-Sommer! Wer das nur vom Wetter abhängig macht, der ist doch selber Schuld. Oder wie Uli Hoeneß einst sagte: “Für eure schlechte Stimmung, da seid ihr doch selbst verantwortlich!” Ja, stimmt!

PS: Wenn das Wetter so bleibt, geht in spätestens 14 Tagen schon wieder das Gejammer von der “Sommerhitze” los, welche uns “im Würgegriff” hat… mal sehen, wann die BLÖD das Jammern neu ausrichtet! Zwinkerndes Smiley

Samstag, 5. Mai 2012

RADIO GAGA

(Queen)
Eigentlich wollte ich mich ja nicht mehr allzu oft aufregen über den ganzen Schrutz, den das Unterschichtenfernsehen so hervor bringt, aber manchmal gehts halt nicht anders. Der König der vollenthirnten Ga-Ga-“Unterhaltung” hat sich wieder einmal eine neue Frechheit ausgedacht, mit der er das anspruchsarme und bierschwangere Proletenvolk dieser Republik für die nächsten paar Wochen im Fernsehsessel festzudübeln gedenkt. “DSDS – Kids” nennt sie sich, diese neue Geißel der Menschheit, und wird – wie könnte es auch anders sein – von RTL ausgestrahlt. Hatte man dort früher noch die Champions League im Programm und sammelte mit dem “Torfall von Madrid” und dem Duo Jauch/Reif Fernsehpreise ein, so heißt das derzeitige Flaggschiff augenscheinlich “M.S. Diiietaaaaaa” und umschifft die Klippen des intellektuellen Anspruchs so sicher wie Schalke die Meisterschaft. Mit all seinen blödsinnigen Sendeformaten, die man unter “Reality-Soap” laufen läßt und in denen sich die untersten der Unterschichtigen vor laufenden Kameras gegenseitig wahre Idiotieduelle und sexuell aufgeladene Gaga-Konflikte vorspielen, hat man das Fernsehen zwischen 06:00 und 20:15 Uhr doch schon längst komplett wertlos und meidenswert gemacht. Aber das reicht nicht… jetzt wird der geistige Rückstand, welchen der Sender seinem Publikum unterstellt, weiter ausgebaut und zwar bis weit über 20:15 Uhr hinaus.
Man kennt ja das “normale” DSDS, wobei “normal” dabei ja schon ein gigantischer Euphemismus ist. Da jodeln Dutzende von sozial Abgehängten und Pseudogangstern um die Wette um anschließend nach dem ersten leidlich erfolgreichen Soloalbum, bei dem Bohlen wahrscheinlich dank Knebelvertrag den Gewinn fleißig abschöpft, die KIKs dieser Rebublik zu eröffnen (ganz nah am Fan eben). Während die Typen dabei regelmäßig am Versuch “möglichst cool auszusehen” scheitern (bei den Gesichtern und Radarlauschern kein Wunder… ich sage nur: “Daniele”) huren die Damen der Zunft bisweilen derart penetrant über die Bühne um sich dem “Diiiiieetääääää” anzubiedern, daß man geneigt ist von ihnen (horizontale) Gewerbesteuer einzutreiben. Am Ende gewinnt dann immer eine dieser Figuren und wird vom Muttersender für ganze 14 Tage rücksichtslos unterstützt bevor man ihn oder sie (meistens eher “es”) fallen läßt und sich den nächsten Bekloppten sucht, den man zum Temporalstar hoch zu hypen gedenkt.
Nun scheint dieses bescheuerte Konzept sich so langsam tot gelaufen zu haben. Die letzte Staffel litt angeblich unter massiven Einschaltquotenproblemen. Wahrscheinlich, weil selbst der letzte Depp im hinterletzten Dorfslum dieser Republik gemerkt hat, was für ein sinnfreies Spielchen da gespielt wird. Außerdem waren die Kandidaten hässlich wie nie, was sich in Kombination mit der musikalischen Wertlosigkeit der ganzen Sendung zwangsläufig in den Einschaltquoten niederschlagen mußte. Nun versucht man es eben, indem man nicht mehr die pseudopubertäre Trash-Generation der 20+x Jährigen vor die Kameras zerrt, sondern ihre Kinder und Enkel (klingt komisch, ist aber so). Jedenfalls dürfen all die kleinen Kevins, Jason-Marvin-Leon-Jämes-se und Schacke-lines sich da das nuttige Outfit irgend eines dieser anspruchsarmen Pop-Stars anschößeln lassen und dessen musikalischen “Hit” auf der “großen Bühne” zum Besten geben. Hernach müssen sie sich vom Obermotz der Generation “meeeega-geil” bewerten und/oder als unfähig aussortieren lassen. Was dabei am Ende heraus kommt, ist jetzt noch nicht absehbar. Ich tippe aber auch so eine Art siebenjährigen Lady-Gaga-Verschnitt, der von seinen überehrgeizigen Eltern (bei Original-DSDS nicht einmal den Recall geschafft… und zwar bei allen 25 Versuchen) bis zum totalen Kollaps auf die Bühne geprügelt wird um die Familien”ehre” gründlich zu ruinieren. Wer jetzt sagt “hoppla, dieses pädophil angehauchte, verantwortungslose Idiotenkonzept kommt mir doch bekannt vor”, dem sei zugerufen: Stimmt… guckst du hier:


Nur halt mit dem Unterschied, daß die renitenten Wänster dieses Mal (angeblich) selber singen – also genau das tun, was Bohlen während seiner ganzen “Karriere” nicht hin bekommen hat. RTL nutzt die Chance, ein altes Sendekonzept wieder neu aufzulegen und bei der Gelegenheit gleich noch mehr auf Massenkompatibilität und vor allem möglichst exzessive Denkbefreiung für die Zuschauer zu trimmen. Obendrein finde ich es vom Sender verantwortungslos so eine Sendung zu machen. OK, jetzt mag man sagen, daß das vor allem Verantwortungslosigkeit seitens der Eltern zeigt, wenn sie ihre Sprösslinge vor dieser als “Jury” genannten Hydra auftreten und im Unterschichtenfernsehen durch den medial-kulturellen Ver- und Entwertungsreißwolf drehen lassen, aber denen hat man doch durch solchen Kokolores wie “Mitten im Leben” in den letzten Jahren gezielt jedwede Kritikfähigkeit hinweg gesendet – die können nix für ihre eigene Dummheit!
Nee, das Fernsehen wird wirklich immer dämlicher! Ich für meinen Teil guck da heute Abend lieber “Schlag den Raab”! Zwinkerndes Smiley

Mittwoch, 18. April 2012

REST CALM

(Nightwish)

Was ist eigentlich in den letzten Wochen in unseren Medien los? Also jetzt mal nicht direkt auf die üblichen dummdreisten Idiotensendungen im Unterschichtenfernsehen bezogen, in denen sich die geistig Armen ums güldene Arschgweih der Enthirnung kloppen, oder auf die Fake-Reality-Scheiße bezogen, die meist so alltäglichen Strickmustern wie diesem

unterschichtenfernsehen

folgt und von untalentierten Laienschauspielern und Möchtegernnaddels lebt. Nee, ich meine eher den Teil, den man noch anschauen kann oder es zumindest mal konnte. Erst vor ein paar Wochen wurde bekannt, daß Sat.1 sich tatsächlich an die ehemalige graue Eminenz der bitterbösen Abendunterhaltung heran traut und “Dirty Harry” Schmidt kurzerhand absetzt. Heute wiederum muß man das Gleiche von Thomas Gottschalk lesen, nur ist es hier die ARD, die ihn zum 7. Juni sauber absägt. Vor einem Jahr wäre das bei beiden – beim Gottschalk noch viel weniger, denn beim guten Harald schlichen sich schon langsam Abnutzungserscheinungen ein – komplett undenkbar gewesen. Mit ihnen gehen zwei Leute, die mein Fernsehprogramm geprägt haben, seit ich Zappen kann. Unglaublich eigentlich! Harald Schmidt war immer der ultimative Bezugspunkt, welchen ich für grenzwertigen Humor hatte, ein Fixstern des finsteren Schabernacks. Von ihm lernte ich, wie man auf dem Drahtseil der politischen Unkorrektheit balanciert und dabei noch ne Menge Spaß hat. Unvergessen seine Polenwitze in den mittleren 90ern, oder die komplett auf Französisch absolvierte Sendung, welche sogar ich freiwillig schaute – und verstand (was die eigentliche Sensation ist). Oder seine Hitler-Parodien vor laufender Kamera, Dr. Udo Brömme, der Andrack, der “Letterman”, der “Liebling des Monats” oder die BSE-Schleife, die Sendung mit Dennis Rodman, welche der Schmidt im DDR-Trainingsanzug und mit reichlich Winkelementen abhielt, nur um den Herrn Rodman dann mit Sprüchen über Intimpiercings und Madonna zu bombardieren. LEGENDÄR!!! Dann, nach dem Wechsel zur ARD, gings zunächst auf dem gleichen, hohen Unfugsniveau weiter – ich sage nur “Nazometer”, wurde dann aber spätestens mit dem Pocher doch ein wenig flacher. Schmidts Problem war meiner Meinung nach auch, daß er von der Realität ein wenig überholt wurde. Heutzutage ist die Schockgrenze ebenso abgesackt wie der Genuß am Fremdschämen, wenn da ein Ü50er im Spandexanzug mit Handtuch im Schritt durchs Studio ömmelt und bissige Bemerkungen über die Sensationslust des TVs abfeuert. Sowas verstehen viele heute auch gar nicht mehr. Schmidt saß – ähnlich wie Thomas Gottschalk – schier unangreifbar auf einem der immer rarer werdenden TV-Throne und langweilte sich ob der eigenen Unangreifbarkeit. Gottschalks schnelles Umsatteln auf Daily-Talk war ähnlich überhastet wie Schmidts Rückbesinnung auf Sat.1 wie ich finde. Beide stiegen aus purer Unterbeschäftigung vom mühsam erarbeiteten Kultsockel herunter und scheiterten nun. Der eine noch viel schneller als der andere. Wer oder was bleibt also noch? Eigentlich nur Günther Jauch… und selbst der kratzt mit seinem Polittalk ja schon recht fleißig am eigenen Goldlack – wenngleich es mich wundern würde, wenn er ähnlich abschmiert. Aber sonst haben wir hier doch keine Institution mehr auf Sendung und das finde ich traurig.

Irgendwie wird im TV alles und vor allem jeder immer austauschbarer. Wer “Wetten dass…???” moderiert ist eben nicht egal, da muß der Tommy stehen und basta! Schmidt Show kann eh nur der Harald. Ob da nun aber der Kerner, der Lanz oder am Ende der Plaume (btw: furchtbarer Typ) mit Alfons Schubeck um die Wette kocht, das ist doch streng genommen wurscht. Ich fürchte, uns gehen die Originale aus; die großen, grauen Eminenzen, an denen man sich auch mal reiben konnte, die aber Charisma und Charakter hatten und alleine eine mittelmäßige Sendung reißen konnten; wenn ein Konzept total vergeigte, dann machten sie es zu ihrem Running-Gag wie Harald Schmidt seine komische Dampfersendung mit den ganzen Schlagerheinis. So macht man sich auf dem Bildschirm “unsterblich”… zumindest so lange, bis man dann doch abgesetzt wird. Das ist jetzt passiert; und was bleibt übrig???? “Betrugsfälle” und “DSDS”! Na VIELEN DANK!

Montag, 20. Februar 2012

COLD & UGLY

(Tool)

An Tagen wie diesen meldet sich der Anthropologe in mir, gleichzeitig mit dem Historiker und noch ein paar anderen schrägen Gesellen, die mir inne wohnen. Ja, so ist es. Ich höre zwar keine Stimmen, aber ich habe welche. Heute durchfuhr mich beispielsweise der Gedanke, ob euch, werte Leser, der Begriff des “Mittelalters” noch etwas sagt. “Mittelalter”… also nicht mehr jung, aber auch noch nicht erwachsen… mittelalt eben. So wie mancher Gouda. Aber geschichtlich betrachtet, rede ich hier von einer höchst interessanten Epoche, welche irgendwo zwischen 6. und 15. Jahrhundert verortet wird und noch heute Anlaß zu manch’ Spekulatius und Geschicht’ gibt. Spekulation meine ich. Es gibt Romane darüber, Abhandlungen, Ausgrabungen, Ausstellungen und obendrein noch so manches Pergament, welches vom Minnesange zeugt. Außerdem heult die Kirche dieser Zeit der Allmacht irgendwie immer noch hinterher. Wie wir sehen, ist aus dieser Zeit so einiges bekannt – anderes auch wieder nicht. Deshalb begann ich nachzugrübeln und vor mich hin zu definieren.

Allgemein beschreibt man das “Mittelalter” auch  als “finstere Zeit”, in welcher sich das niedere Volk im Schlamm sowie dem eigenen Dreck auf den Straßen der Metropolen (sofern diese Ansammlungen von unansehnlichen Bretterverschlägen diesen Namen verdient haben) suhlte. Wo sich der Pöbel in finsteren Ecken und auf den Gehsteigen im Vollsuff seinen niederen Trieben hingab. Wo Völlerei und Trunksucht die Menschen übermannten und sich mit ihnen aus den Wirtshäusern heraus in die Gassen und Wege ergossen um von einer amoralischer Schandtat zur nächsten zu eilen. Das Zeitalter, in welchem man sich des Nachts nicht sicher vor die Tür wagen konnte, da die berauschten Spießgesellen, Mordbuben und vogelfreie Lumpen, welche auf dem Pflaster zu hause waren, bereits geifernd auf ihre Gelegenheit warteten einen zu beklauen. Ja, das Zeitalter, in welchem im Bierdunst der Tavernen manch Magd sich nach durchzechter Nacht unter dem Biertisch hervor schälte und wenige Monate später einem namen- und vaterlosen Bastard das Leben schenkte ohne sich an den rotnäsigen “Recken”, welcher ihr beiwohnte auch nur im Entferntesten erinnern zu können.

Der einzige Unterschied zu heute ist eigentlich, daß man sich damals nicht mit Bonbons bewarf.

Sonntag, 12. Februar 2012

JOHNNY B. GOODE

(Chuck Berry)

Mahlzeit! Der Onkel war gestern Abend auswärtig dinieren. Jetzt war das nicht so ein stocksteifes Restaurant wo man 80% der regulären Portionsgröße einfach weg läßt, die verbleibenden 20% mit Flüssigstickstoff aufschäumt, auf einen UFO-großen Teller packt und das Ganze dann für 70 Tacken als “Amuse Gueule” vertickt. Nein, ich war ganz klassisch bei ner Freundin eingeladen. Vom Essen mal abgesehen hatte das im Gegensatz zum Restaurant den Vorteil, daß wir während wir den Camembert rein drehten das Unterschichtenfernsehen dudeln lassen und verbal verreißen konnten – Assibashin sozusagen. Zu meiner Verteidigung sei außerdem gesagt, daß wir am Ende “Zurück in die Zukunft” guckten, was durchaus löblich und hochqualitativ ist. Aber bis Doc Brown und Marty McFly über den Bildschirm fluxkompensatorisierten zappten wir noch ein wenig herum und landeten irgendwann halt auf RTL (ich hab ja gesagt: “Unterschichtenfernsehen”).

Jedenfalls hockte da dieser schreckliche Dieeeetäääääää am maledivischen Tresen. Im zur Seite standen irgend so ne blonde Trulla (keine Ahnung wer das ist) und dieser furchtbare Bruce Darnell. Die ständig flennende Ü50 – Handtasche von RTL (“Du ‘aste dats soooooo guhhht gemackt!!! Ick… ick… ick könnte… dahhs gekt ganz tief rain!!”). Jedenfalls hocke diese Troika der musikalisch zu Ächtenden da am Sperrholztisch, welcher direkt am blauest möglichen Palmenstrand aufgestellt wurde und ließ die üblichen Witzfiguren mit ihren “Interpretationen” bzw. “Covern” von Welthits vorbei marschieren. Das Schlimmste war, was zwei solche Beknackte aus “Everybody Hurts” gemacht haben, das war einfach nur verachtenswert! Konkret will das heißen: “DSDS” geht wieder los… die nächste Casting-Show – nimmt das denn gar kein Ende mehr?! Dabei fällt mir ein: Was macht eigentlich dieser komische Indianer mit seiner Pfeife? Hat er denn die Weltkarriere schon gestartet? Ich wäre ja enttäuscht, wenn dem nicht so wäre. Jedenfalls verarschen der Bohlen und seine zwei Sidekicks momentan die nächste Hundertschaft von Vollenthirnten vor laufender Kamera. Und WAS da für Leute dabei sind… ich war schockiert! Zunächst fällt die – wohl diesem Pieter Lambrusco geschuldete – Italienerdichte ins Auge. Klar, die Show muß ja immer was Neues bieten *fg*! Außerdem scheinen die teilnehmenden Weiber eine Art Wettkampf gestartet zu haben, wem vorm großen Juryzampano als erstes der Bikini platzt. Widerlich, vor allem, wenn man sich die Bratzen mal anschaut. Wie man sich auf eine derart billige Art und Weise für vorgegaukelten Scheinruhm prostituieren kann – unverständlich. Die Typen wiederum sind alle derart affig, da verliert Frau (konnte das gestern live miterleben) umgehend ihren Glauben an die Männerwelt. Schon alleine die Optik schreckt ab. Das sind alles solche Pseudomigrationshintergründler, die ihren Straßen-Habitus zu Markte tragen. Als Krönung praktizieren sie alle diese eine überdeutliche Homophilie ausstrahlenden Basecaptragetechnik (ich wollte nicht sagen “sieht voll schwul aus”). Ihr wißt schon: Die Mütze wird in möglichst schiefem Winkel und so locker wie möglich auf die Spackofrisur aufgelegt und mit mehreren Dosen Haarlack auf dem hohlen Haupte zwangsfixiert. Die sehen alle so lachhaft aus, das gibts gar nicht! Darüber hinaus scheinen 90% der anwesenden Herren dem durch ihre Kopfbedeckung bereits optisch vorgegebenen Trend bezüglich ihrer sexuellen Ausrichtung treu zu folgen. Das ist an sich ja nichts Schlimmes, wird es aber dann, wenn man sich diese Typen mal anguckt – das geht nämlich mal gar nicht. Die Insel glich gestern so ner Art Christopher-Street-Day unter Palmen… besonders, als die Delinquenten vom Regisseur aufgetragen bekamen, sie sollen nach dem Vorjodeln den Strand entlang auf die Kamera zu rennen. Da waren Bilder dabei… nee, die kann man mangels adäquater Wörter, welche dieses Entsetzen angemessen vertextlichen, einfach nicht beschreiben. Besonders negativ hervor heben möchte ich einen Typen namens “Danielle Negroni” (hab ich jetzt extra gegoogelt); auch so ein im lombardoschen Fahrwasser in die Sendung gespülter Deutschitaliener. Auch er trägt die Prekariatsmütze stolz auf der Murmel, was aber noch viel lächerlicher aussieht, sind die gigantischen Buttons, die sich der Typ in die nicht unerheblich abstehenden Segelohren treiben ließ – in Verbindung mit der Mütze wird das ästhetisch noch schlimmer. Mal ehrlich: Wenn ich schon solche Lauscher habe, dann tue ich doch den Teufel, diese Schüsseln optisch noch zu betonen. Negroni sieht das anders, der läuft da lieber rum wie ‘ne Flügelmutter. Andererseits: Das lenkt wenigstens vom Gesicht ab… .

Wie dem auch sei, ich war jedenfalls froh, als dann endlich “Zurück in die Zukunft” kam. Und um mal zu zeigen, daß man ohne Castingorgien unter Plamen und vor allem ohne all diese geistig minderbemittelten Modeopfer die da mitmachen Freude an guter Musik – und sei es auch “nur” ein Cover - haben kann, hier mal abschließend meine Lieblingsszene aus “Back to the Future”; viel Spaß:

Mittwoch, 8. Februar 2012

YOU’LL BE SORRY

(Boots Electric)

Jetzt mal ganz ehrlich: Kann irgend jemand auf diesem Planeten Vera Int Veen ernst nehmen? Geschweige denn sogar “gut leiden”? Ich kann mir das nicht vorstellen. Schon in ihrer Talkshow hat sie ja versagt… obwohl, “versagt” ist nicht ganz zutreffend, man sollte vielleicht lieber sagen, sie hat “genervt”. Immer dieses hamstermäßige Grinsen zwischen die feisten Backen gedübelt machte sie sich da unter schlecht vorgetragener Vorheuchelung von Interesse über andere Leute lustig. Weil die wiederum mitunter so behämmert waren, sich dafür auch noch freiwillig zu melden, wurde sie vor laufender Kamera nie mit der Wert- und Inhaltslosigkeit ihres Sendekonzeptes konfrontiert. Nennen wir das Kind beim Namen: Die Frau hat es auch mit zu verantworten – das Unterschichtenfernsehen. Furchtbare Frau! Als ihre Assisendung dann irgendwann eingestampft wurde, hatte ich persönlich die Hoffnung, daß das für die gute Vera nun auch heißt “Ende Gelände” und sie sich irgendeinem möglichst öffentlichkeitsfernen Hobby widmet – lebenslang versteht sich. Hat leider nicht geklappt! Dann kam sie irgendwann mit dieser “Vera Hilft” – Sendung wieder. Dort wurden Familien mit möglichst schlimmem Schicksal einschaltquotenwirksam vorgeführt und mit Renovierungen oder Ähnlichem zwangsbeglückt. Dazu wurde alles und jeder, der dem Grinsemops und seinem Kamerateam über den Weg lief als “Helfer” rekrutiert. Daß dabei mitunter das ganze Dorf in die Problematik eingeweiht wurde – wen interessierts?!? Wurde ja am Ende ohnehin bundesweit gesendet. In einer Stadt mag das ja noch mal schleichen, aber auf nem Dorf… da kann man aus der sanierten Hütte doch gleich wieder ausziehen wenn man keinen Wert darauf legt, daß sich die “lieben Nachbarn” hinter dem Rücken das Maul über das eigene Elend zerreißen. Jedenfalls wurde das dann auch bald eingestellt. Wahrscheinlich, weil keiner mehr eine Vera sehen wollte, die selbstgerecht und bis zum Platzen gutmenschlich durch die Botanik hubbelt und vorgibt “Gutes zu tun”, während doch offensichtlich ist, daß den Teilnehmern in ihrer Not nur noch der bundesweite Seelenstriptease als Ausweg blieb – ob sie wollten oder nicht. Hier braucht es schon zwei Wörter um das zu beschreiben: Verantwortungsloses Unterschichtenfernsehen!

So… und jetzt stellt euch mal vor, ihr seid eine Firma. Würdet ihr diese komische Frau als Werbeträger wollen? Also wenn ich eine Firma wäre, sagen wir mal… sagen wir mal, ich wäre BMW, dann würde ich mit der höchstens ne Fake-Kampagne für Mercedes finanzieren. Virales Kontermarketing sozusagen. Aber ich würde alles, also wirklich ALLES dafür tun, daß mein Produkt nicht mit dieser furchtbaren Bildschirmnervensäge in Verbindung gebracht wird. Das scheinen nicht alle Bosse so zu sehen, wie folgendes Dokument beweist:

Ja, ich kenne das auch, daß man sich “unwohl fühlt”… aber nach 35 Sekunden ist das weg; dann ist alles wieder voll super! Außerdem will ich nicht, daß diese furchtbare Person mir was “ganz Privates” erzählt. Nein, ich wills gar nicht wissen. Soll sie sich den Activa doch Eimerweise reinpfeifen und die Darmflora zusätzlich noch mit Bullrich-Salz düngen oder nur noch Lebensmittel konsumieren in denen kein Vokal vorkommt (und zwar immer püriert) – ist mir vollkommen mumpe, aber ich will es eben NICHT wissen! Überhaupt: Dieser gefakete “Home-Video-Stil” ist an sich schon lächerlich. Vermutlich wollte man “Verbindlichkeit” generieren, “Vertrauen” und “Sicherheit” um ein leicht “pikantes Thema” anzusprechen und das eigene Produkt somit der Zielgruppe “ans Herz zu legen”. Da das aber alles Begriffe sind, die sich selbst mit einem vollkommen überschuldeten, hungrigen, polnischen Kleptomanen noch eher verbinden lassen als mit Frau Int Veen, ging der darmgesundende Schuß sozusagen nach hinten los.

Das Produkt an sich schmeckt ja gut. Ich glaube zwar nicht, daß das Zeug ansatzweise halten kann, was es so alles verspricht zu können, aber es schmeckt immerhin. Für mich persönlich ist das der Hauptindikator bei Nahrung – nennt mich altmodisch. Doch nach dem Spot mit dieser Werbeträgerin… vergiß es! Das Zeug wird bleiern in den Regalen liegen, weil keiner, aber auch wirklich KEINER mit dieser Frau da oben etwas gemeinsam haben will. Das ist keine Werbekampagne, das ist gezielter Selbstkonkurs.

Mittwoch, 1. Februar 2012

DAS MODEL

(Rammstein)

Heidi Klum läßt sich also scheiden… OH GOTT! Welch Drama!!! Welch Schocknachricht! Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll… außer vielleicht: “Shit Happens!” Warum alle gleich so ein Faß aufmachen deswegen??? Nur weil Catwalk-Carmen und ihr Schnulzenbarde uns zukünftig getrennt im TV auf den Sack gehen… zumindest ist dieses “heile Welt Getue” erst mal Geschichte. Das ist doch mal wieder so eine Privatangelegenheit, die für die Betroffenen sicherlich… sagen wir mal “unschön”…. ist, aber den Rest der Welt eigentlich schon aus Pietätsgründen kalt lassen sollte. Ähnlich wie Heidis Schicksenschmiede auf Pro Sieben geht mir das persönlich komplett am Arsch vorbei!

So, ich hoffe mal, daß ich mein Desinteresse nun klar gestellt habe. Ich halte übrigens auch das ganze Modelgeschäft für verlogen, falsch, von inzestuöser Vetternwirtschaft geprägt und vor allem für gesellschaftlich verzichtbar. Der Erkenntnisgewinn für die Menschheit an sich, welchen ein Haufen abgehalfterter, sich stündlich übergebender Hexen auf High Heels bieten soll, ist für mich nonexistent. Schlimm genug, daß man den Entstehungsprozess eines derart absurden Wesens bereits mehrfach im TV ertragen mußte; Heidi sei dank. Aber das Unterschichtenfernsehen wäre ja nicht das Unterschichtenfernsehen, wenn es nicht einen Weg fände, ein ohnehin schon mieses Format durch eine halbherzige Billigkopie noch schlechter zu machen. Auf VOX läuft somit, wie ich gestern erfuhr, der erste Billigabklatsch der originären Bratzenbattle. Das schimpft sich dann “Das perfekte Model”. Entgegen dem Namensvetter werden wie Schachteln da aber nicht gekocht, ist ja eh nix dran. Nein, auch hier wird in die Spektatoren komplett verblödenden “Quests” gegeneinander angetreten (oder so) und am Ende gewinnt dann irgendwann irgendwer ein semiprofessionelles Shooting für das Titelbild von “Wild und Hund”; Oktoberausgabe 2015… oder so. 14 Tage später macht die "Glückliche” dann  Werbung für “KIK” und zwar als Pauschalkraft an der Kasse im neu eröffneten Megastore in Castrop-Rauxel. Man kennt sie ja, diese unendlich steilen Karrieren, welche diese Castingshows ermöglichen. Jedenfalls habe ich vorvorvorvorvorvorvorvorvorvor----VORVORgestern zufällig in der “Bunten” die Annonce des Senders Entdeckt, mit welcher das Grundmaterial an hochgejazzten OP-Unfällen geworben wurde. Da hieß es:

“Bist Du unter 20, klapperdürr und wenns geht noch boulemisch? Träumst Du schon immer von Glamour, Society und Reichtum, hast aber keine Ahnung woher du das alles bekommen sollst ohne vorher lesen und schreiben lernen zu müssen? Siehst Du, wie Dir Deine Eltern und Dein tuningbesessener Proletenfreund immer wieder bescheinigen, “voll hübsch” oder gar “ultra-swagmäßig-endscharf” aus? Hast Du keine Hemmungen Dich vor laufender Kamera und vor allem der ganzen Nation zum Vollhorst zu machen? Bist Du tough genug, um unter Deinesgleichen in epischen Zickenkriegen zu bestehen ohne Dein falsches Lächeln zu verlieren während Du Deiner Zimmernachbarin und “supidupi besten Freundin” heimlich Enthaarungscreme ins Shampoo füllst? Dann brich die Hauptschule ab und melde dich bei uns! 0180/12365478789665442 – oder frag Mutti!”

Naja, soooooo direkt stand das natürlich nicht da, aber doch schon sinngemäß. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Ist ja auch egal…! Auf jeden Fall kann man demnächst wieder alles, was sich nicht gerade des Franzmanns Industriesilikon aus dem Vorbau entfernen läßt und daher grad mal physisch lahm gelegt ist, den chirurgisch suboptimierten Leib klappernd über den Bildschirm schieben sehen. Dazu noch ein paar dusselige, denkbefreite Kommentare in Richtung “Weltfrieden” und dann kann munter von der ganz, ganz großen Karriere geträumt werden während sich der Sender dumm und dämlich verdient mit diesem Dschungelcamp in Pumps.

Tja, Leute, so weit ist es nun schon gekommen mit unserer Gesellschaft… so verkommen ist sie. Ich hab da letztens bei 9Gag ein Bild gefunden, was ich hier recht passend finde und was das Dilemma des ganzen Modelbusiness, und somit auch das unserer heutigen Zeit (die es ja hervor gebracht hat) und all der darin lebenden “It-Girls”, “Society-Ladies” und ach so “natürlichen” OP-Opfer, die sich für total behämmerte Schickimickiideale noch viel behämmerteren OPs unterziehen, in meinen Augen perfekt auf den Punkt bringt. Voila:

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(Quelle)

Dienstag, 17. Januar 2012

WELCOME TO THE JUNGLE

(Guns ‘n Roses)

Ich hatte eigentlich nicht vor, mich hier über das “Dschungelcamp” zu äußern, aber naja… nun hat man mich quasi gezwungen. “Man”, das sind in diesem Fall meine Freunde von laut.de, welche uns folgenden, fluffigen Artikel schenkten.

Es ist schon komisch mit #ibes, die mittlerweile sechste (?) Staffel geht auf Sendung und man hört plötzlich keine Mahner mehr, die den Sittenverfall ausrufen. Sogar Spiegel.Online schoß einen verhältnismäßig positiven Artikel unters Volk. Dessen Grundtenor ungefähr “Trash? Ja, aber noch der unterhaltsamste” lautete. Nur schauen tut das scheinbar keiner… oder gibt es zumindest zu, je nach dem. Ich gebs hier mal zu – wir sind ja unter uns – ich schaue mir diese laue Brise von niveaufreiem Gaga-TV gerne mal an. Bescheid weiß man aber trotz eventueller Verweigerung trotzdem, sei es durch die Zweit- und Drittverwertung von RTL oder durch Auswertungsgespräche der Kolleginnen am Mittagstisch. Daß sich nun auch noch die Alternative-/Metal-Instanz laut.de damit beschäftigt, das sagt schon ne Menge aus. Wahrscheinlich spielt da auch diese unterschwellige Sympathie für Martin Kesici mit rein, die sich aber auch keiner so recht eingestehen will. Ich sags daher nochmal: Der Typ kann was, das hat seine “Nothing Else Matters”-Version gezeigt! Sein Pech war nur, daß er ‘ne Castingshow gewann, denn dann nimmt das schon aus Prinzip keiner mehr wahr. Nun hat man den schnodderigen Doppelspitzbart also in die grüne Hölle getrieben, damit er anschließend seine Rechnungen wieder zahlen kann. Viel geleistet hat er da allerdings noch nicht. Ich würde mir wünschen, daß er viel öfter die im Camp ja reichlich vorhandenen hohlen Bratzen mal mit seiner Berliner Schnauze anpflaumt. Macht er aber nicht. Leider. Überhaupt ist das mal wieder eine seltsame “Promi”mischung. Brigitte Nielsen sehe ich ja mal noch ein, nur will die ja streng genommen schon lange keiner mehr sehen. Nicht mal mehr der “Italian Stallion”, der die Alte ja schon vor einigen Jahren in den Wind schoß. Er wird schon gewußt haben warum. Ansonsten ist da doch nun weiß Gott nix Prominentes dabei, nur Kanonenfutter. Die komische Trulla, die dauernd nackt durchs Camp huppt und dabei ihre beiden französischen Plagiatsflummis an Ailton reibt, die hab ich noch nie gesehen! Wer ist das??? Angeblich war die mal bei der Klumm dabei… aha… rausgeflogen soll sie sein, weil sie die ganze Zeit nacksch durchs Camp durchs Haus gehuppt ist und… na ihr wißt schon. Mal ehrlich: Ich kenne nicht einmal die Gewinner dieser “Show”, warum soll ich mich denn dann für den vorzeitigen Auswurf interessieren? Nee, sehe ich doch gar nicht ein! Die andere Tussi ist auch nicht besser, “Kim Gloss” meine ich – auch sie kannte ich bislang nicht. Die guckt doch auch nur ungeschminkt ins Dickicht und erschreckt die Ratten. Oder nehmen wir Daniel Lopes. Einer dieser Ausgebohlten von DSDS. Im Wesentlichen gilt für dieses Format ja das Gleiche wie für Heidis Schicksenschmiede: Vollkommen nutzlose Veranstaltung mit noch viel nutzloseren Mitgliedern unserer Trashgesellschaft. Dann ist da noch die Momo-Darstellerin (aha…) und eine ehemalige Moderateuse, die irgendwie auch keiner mehr kennt. Toll! Ailton hätte sich das mit einem halbwegs vernünftigen Wirtschaften auch ersparen können, hat er doch das eine oder andere Milliönchen verdient. Der Brüller ist aber dieser Vincent Raven. Mal ehrlich: Der hat keinen, der IST der Vogel. “Next Uri Geller”, das war doch das größte Flopformat seit es die braunsche Röhre gibt. Und jetzt hockt der Typ mit seiner 80er – Jahre – Hairmetal-Frisur da im Känguruland unterm Baum rum und ist weiterhin uninteressant… das hätte er auch hier sein können, da hätte man ihm wenigstens nicht dabei zuschauen müssen. Aber die größtmögliche Unprominenz im Camp besitzt trotzdem ein anderer. Rocco Stark, von Beruf “Sohn von Uwe Ochsenknecht”. Selbst der Uwe hat die Talentfreiheit seines Sproßes erkannt und ihn nicht einmal mit einem komplett behämmerten Doppelnamen gesegnet, das sagt doch schon genug aus über den. Das ist auch, soweit ich erkennen konnte bisher, die mit Abstand größte Luftpumpe im ganze Camp. Immer debil grinsen und den Daumen empor strecken, mehr macht der nicht. Ab und zu legt er sich noch mit dem Lopes an, aber das ist am Ende auch kein Qualitätsmerkmal.

Auch wenn die das alle immer wieder selber erzählen, daß sie ihre “Grenzen ausloten”, das “Abenteuer suchen” oder “voll den Survival-Aspekt und so in den Vordergrund stellen” wollen… das ist doch Bullshit! Setze diese Gestalten mal wirklich in der Wildnis aus und nach 5 Tagen hats bis auf den Kesici alle dahin gerafft. Wahrscheinlich gehen die meisten sogar bei vollkommen absurden, selbst verursachten Unfällen drauf. Naja, ernst nehmen sollte man die Sendung nicht, schon gar nicht die Teilnehmer. Mal sehen wie es weiter geht. Am Unterhaltsamsten sind ja immer noch die Zietlow und vor allem Dirk Bach mit ihren Lästerattacken. Ansonsten kann man die nächsten anderthalb Wochen halt täglich das bewundern, wofür ich mich als “Evolution” in Grund und Boden schämen würde.

Donnerstag, 5. Januar 2012

AM I NOT YOUR GIRL?

(Sinead O’Connor)

Kennt ihr noch Sinead O’Connor? Nein? Doch? Na wie auch immer, hier mal eine kleine Gedächtnisauffrischung:

Jo, guter Song wie ich finde… damals. Heute, ja heute ist die Gute in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem eines: Verheiratet. Oder eben auch nicht mehr, das weiß man nicht so genau. Letzte Woche platzte die Meldungsbombe in den kunterbunten Blätterwald der Boulevardpresse: SCHEIDUNG!!!! Nach nicht einmal 2 Wochen Ehe ist schon wieder Schicht im Schacht. Grund sollte sein, daß sie in den Flitterwochen eine ganze Nacht durch die Gegend gefahren ist um sich Gras zu besorgen. Da ihr frisch angetrauter Macker Drogenberater ist… naja, schlechte Idee. Jedenfalls hat Macker O’Connor daraufhin wohl die Scheidung eingereicht. Ich dachte mir noch nix weiter dabei – wieder so ne nutzlose Promi(schein)ehe, die den medialen Bach runter geht um irgendwelchen abgewrackten D-Promis ein wenig Aufmerksamkeit zu verschaffen. Vorgestern dann aber, kam es zum Update; wiederum in den letzten Minuten Explosiv. Da war es nicht mehr der Beschaffungs-Drive-By, welcher die Ehe terminierte, sondern schon das angebliche Dauergekiffe im Liebesurlaub. “Soso” dachte ich “wird ja immer schlimmer…”. Gerade eben aber, sozusagen als Dritter Akt, wurde vom “Liebescomeback” berichtet. (Macht sich ja immer gut, so ein verkitschtes Gehampel vor versammelter Fotojournalie.) Demnach hat der Typ sie zurück genommen, obwohl sie in den Flitterwochen “exzessiv Crack geraucht” (RTL) habe. Hmm… es ist eine gewisse Entwicklung erkennbar. Scheinbar muß das Unterschichtenfernsehen immer noch einen drauf setzen und dabei hoffen, daß es keiner merkt. Wenn man direkt von “Dope suchen” auf “Crack rauchen” geswitcht wäre, dann wäre das aufgefallen. Die hirntot gesendeten Zielgrüpplinge des RTL Kernklientels, die hätte man vielleicht täuschen können, aber normale Menschen – keine Chance. Also entschied man sich, die Message so lange “leicht zu modifizieren”, bis man das hat, was man will: nen handfesten Drogenskandal eines abgestürzten “Stars”. Wenn das so weiter geht, vermute ich für die folgenden Abende Folgendes:

7. Januar 2012

“O’Connor und ihr Mann erneuern in Las Vegas vor Elvis persönlich ihr Ja-Wort. Nach dem Liebesschwur zog sich die ehemals prominente Ex-Sängerin auf Anraten ihres Angetrauten die Tagesproduktion eines durchschnittlichen kolumbianischen Dorfes durch die Nase.”

11. Januar 2012

“LIEBESDRAMA!!!! O’Connor wurde mit drei Dutzend Spritzen im Arm von ihrem Noch-Ex-Mann über den Zaun der Betty-Ford-Klinik geworfen. Sie wurde von den prominenteren Insassen (also ALLEN) zunächst mit “Veuve Cliquot Champagner” abgeduscht und anschließend mit Appetitzüglern gemästet.”

15. Januar 2012

“O’Connor, die sich in Rekordzeit zum mächtigsten Drogenbaron nördlich der Falkland – Inseln aufgeschwungen hat, ließ ihren treulosen Exgemahl von einem Killerkommando bestehend aus 24, bis unters Dach zugekoksten, Gummistiefel tragenden, bolivianischen Transvestiten unter Zuhilfenahme von stumpfen Löffeln liquidieren. Die Überreste ließ sie sich einfrieren und in einer gläsernen Kühltruhe zur Warnung für all ihre Konkurrenten in ihrer 26.000.000.000.000.000.000.Quadrathektar großen Hacienda ausstellen.”

32. Februar 2012

“1 Gramm O’Connor besitzt auf der Straße einen Gegenwert von 965 US-Dollar und 3 halben Hähnchen – Teufelszeug! Randolf Q., der erste von der BUNTEn offiziell anerkannte Süchtige, meint zu dem Stoff: “Nothing Compares to you”.

Montag, 19. Dezember 2011

SUTURE UO YOUR FUTURE

(QOTSA)

Leute, so etwas Beknacktes habt ihr noch nicht gesehen!!! Aber glaubt mir: Solche Figuren gibts da draußen en masse! Und: Kuckt mal liebe Rentner, eure Zukunft:

Sonntag, 18. Dezember 2011

HISPANIC IMPRESSIONS

(Queens of the Stone Age)

Wie ich soeben gelesen habe, nennt unsere kleine zentraleuropäische Bananenrepublik seit gestern wieder ein neues “Supertalent” ihr Eigen. Wahnsinn! Hab ich gar nicht mitbekommen; geschweige denn, daß ich es gesucht hätte. Da hat also wieder so eine arme Sau den Spießrutenlauf vor Diiiiieeeeetaaaaaaa und seinen beiden entmündigten Jurykaschpern überstanden und sich erfolgreich dem Massengeschmack der ferngesteuerten Studioclaqueure angebiedert. Wie ich der “Presse” entnehme, ist das mittlerweile schon der fünfte Auswurf dieser Erniedrigungsoffensive des Unterschichtenfernsehens, der nun seine “Weltkarriere” starten soll. Zwei dieser Typen kriege ich immerhin noch zusammen. Da war doch Michael Hirte, dieser Mundharmonikaspieler mit der bewegenden Lebensgeschichte, der zum Abschluß ein anrührendes “Ave Maria” geblasen haben soll. Der wurde dann samt Mützchen eingetütet nach der “Show” und erst mal auf Deutschlandtour geschickt. Mal ehrlich: Wer von uns würde denn freiwillig auf ein Konzert gehen, auf dem einem 90 Minuten lang das Tonbild einer Mundharmonika um die Lauscher gezwirbelt wird?!? Ich jedenfalls nicht, da kann der Knilch noch so eine herzzerreißende Vita haben, interessiert mich nicht! Der Typ singt ja nicht einmal dazu (wie auch…)?! Sein so genannter “Weltruhm”, welcher ihm vom großen Zampano mit der lockeren Zunge versprochen wurde, baute sich doch nur auf seiner tränenrührigen Story auf. Hier in den neuen Ländern ist der Knilch im Übrigen nach wie vor leidlich prominent. Zwar füllt er jetzt, da er von Bohlen finanziell ausgequetscht und weg geworfen wurde, keine großen Hallen mehr, aber um mittelgroße Rathaussäle oder Turnhallen zu füllen reichts noch; karrieristische Resteverwertung. Mittlerweile hat er sogar ein Kind gezeugt, was ihn unter “Vermischtes” wieder in die Zeitungen katapultiert hat. Zu Weihnachten wirft er außerdem jedes Jahr ein neues “Album” mit den besten Mundharmonika-Covern von Waschmitteljingles auf den Markt und kommt so wohl ganz passabel über die Runden alles in allem.

Der Zweite war dieser komische Kerl mit seiner Opernstimme glaube ich (Freddie oder so). Joa, tolle Stimme, hat ihm aber auch nix gebracht unterm Strich. Ein bissel Kohle wird er gescheffelt haben, aber im Vergleich zu einer professionellen Vermarktung, die nicht auf kurzfristigen Profit und schnellen Rückfall in die Bedeutungslosigkeit angelegt ist, ist das Ergebnis wohl eher lächerlich. Der Typ hätte mit seiner Stimme mehr verdient gehabt. Aber wer sich dem Bohlen anvertraut, dem geschieht es auch irgendwie recht; der Verlauf ist doch vorhersehbar.

Die anderen beiden habe ich erst mal Googeln müssen. Es waren ein leicht aufgedunsener Italo-Sänger, der schnurstracks wieder in der Bedeutungslosigkeit versank (oder besser gesagt: der gleich in selbiger verweilte) und irgend so ein Heini, der seinem Köter beigebracht hatte Salti zu schlagen. Ich kann mir gar nicht erklären, daß man es nicht geschafft hat daraus ein abendfüllendes Programm zu zaubern… ! Aha, toll! Vollkommen zu Recht in Vergessenheit geraten dieser Vogel!

Nun jedenfalls hat ein Mensch namens “Leo Rojas” gewonnen. Wie ich die Berichte deute, ist das so ne Art Panflöten – Winnetou. Toll… klingt so, als wäre das genau das, was uns zum glücklich sein noch gefehlt hat. In jeder Fußgängerzone steht doch mittlerweile eine dieser eingereisten mittelamerikanischen Indiofamilien und trällert uninspiriert irgendwelche latinomäßigen Schmachtlieder. Sogar im oberpfälzerischen Frankenbayern erlebten wir das letztes Wochenende. Gott allein weiß, was die da eigentlich singen, streng genommen könnten die auch Schimpfwort an Schimpfwort reihen, solange das vom nasalen Gedröhne einer Panflöte und dem interkulturellen Grinsen der ewig Glücklichen begleitet wird, merkt das eh keiner. Ich für meinen Teil mag keine Panflöten, der Klang geht mir auf den Zeiger. Auch, daß einem das von der Hippiefraktion immer gleich als Multikulti - Highlight verkauft wird ist lächerlich. Sobald irgendwo ne Panflöte dudelt denkt die durchschnittliche Weltverbesserin auf ihrem Meditationsschemel gleich, daß da der Sound der Entrechteten in Form eines Hilfeschreies an ihr Ohr dringt und nur sie ihn aus dem Elend befreien kann indem sie möglichst viele ihrer Mitmenschen mit Panflöten-CDs versorgt. Ich möchte es mal mit den Worten von Frank Buschmann beurteilen: SO EIN PLUMPERQUATSCH!

Als ob das alles nicht schon genug wäre, schickt der Diiieeeedaaaaaa demnächst noch diesen billigen Schoschonen Abklatsch mit seiner uringelben Lamaweste und dem Instrument des Grauens durch deutsche Hallen. Wahrscheinlich wird er nach jedem “Song” effektvoll die Panflöte wechseln, als ob es irgend einen Unterschied machen würde (“Jooooooaaaaaaa, diese zweiungsiebzigzylindige, fußgeschnitze peruanische Quadrupelpanflöte mit ihren zweihundertvierungsiebzig Zentimeter – Hauptrohr unterstreicht das unterschwellige Leiden des Protagonisten in dieser bolivianischen Liebesballade schon durch ihre optische Erscheinung und natürlich auch durch das angenehm warme Klangbild & die dezent sonoren Subfrequenzen.”). Bloß gut, daß er nach ein paar leidlich erfolglosen Wochen auch schon wieder vergessen sein wird und der Typ hernach wieder in Hinteroberunterniederhammerwiesenthal vorm Rossmann stehen und breit grinsend Passanten beleidigen muß um sich pro Stunde nen knappen Heiermann zu ergaunern. Der Diiieeeedaaaa wird das entstandene (klaffende, schwer zu füllende…) Loch, welches er in der Unterhaltungsindustrie hinterlassen hat, schon in der nächsten Staffel wieder mit irgend einem sich überschlagenden Haustier füllen. Ein beunruhigender Gedanke… .

Sonntag, 27. November 2011

MONSTERPARTY

(Die Ärzte)

Gott sei Dank nun ist’s vorbei mit der Assiwänsterei! Die televisionäre “Stille Treppe” vom Dienst hat mit ihrem Brötchengeber gebrochen. Die “Super Nanny” ist nicht mehr; K. Saalfranck hat hin geschmissen. Endlich!!! Wieder ein effekthascherisches Proletenformat weniger im Unterschichtenfernsehen! Wobei: Es gibt auch einige noch schlimmere Sendekonzepte, die es meiner Meinung nach noch vor dieser (V)Erziehungsshow hätte erwischen können. Hat es aber (leider) nicht. Aber so können wir wenigstens mal kurz durchatmen, keine renitenten Blagen mehr, die sich brüllend vorm Fernseher wälzen oder ihre Geschwister beim Zigarettendrehen stören! Keine siebzehnjährigen Hauptschulabbrecherinnen mehr, die gerade das vierte Kind vom fünften Mann austragen und dabei schon mit Justin, Kevin und Zehderick heillos überfordert sind. Keine Stiefväter mehr, die den ganzen Tag Bier saufend auf dem Sofa hängen, RTL gucken und den Stiefnachwuchs dabei mit allerhand mehr oder weniger kreativen Tiernamen (bevorzugt mit vorgeschaltetem, degradierendem Adjaktiv kombiniert) bombardieren. Und vor allem keine selbstgerechte Rettungsmuddi mehr, die auf ihrem Besen beim Assivolk ins Haus gedübelt kommt und sich vor versammelter Fernsehnation als ultimativer pädagogischer Bezugspunkt der Gesellschaft produzieren muß. Versteht mich nicht falsch, Familienarbeit und ne gewisse soziale Kontrolle sind wichtig, was die Saalfranck da macht ist im Grunde genommen auch notwendig und unverzichtbar, aber warum muß ich denn da ein Kamerateam – auch noch eines vom landesweit bekannten Niveausender RTL – mit hin schicken, was das Ganze dann auch noch filmt?

Ich habe mich dann immer gefragt, was das für Beknackte sind, welche sich freiwillig beim Unterschichtenfernsehen anschwärzen. Entweder sind die wirklich alle so dumm, daß sie meinen, das Problem ist das Kind und nicht der eigene Umgang mit selbigem, oder das sind einfach nur (*sorry*) die ultimativen Mediennutten, denen für ein wenig Sendezeit nix zu peinlich ist. Hauptsache man wird dann im Bekanntenkreis für die eigene Niveaufreiheit kräftig abgefeiert, immerhin war man ja auf RTL, was in diesen Milieus vergleichbar ist mit einem Lottogewinn für uns “normale” Menschen. Es fanden sich jedenfalls genug “Eltern”, um 145 Folgen zu füllen, in welchen die Saalfranck fröhlich vor sich hin erzog, was bis dato nur “nebenbei aufwuchs”. In 14 Tagen sollte sie das wieder gut machen, was vorher über Jahre versaut wurde… sehr realistisch. Gesendet wurden immerhin 40 Minuten der “Rettungsaktion”, wobei am Ende immer das “Happy End” stand; NOCH realistischer! Tut mir leid, aber mit zwei Wochen stiller Treppe und gemeinsamen Abendessen macht man aus nem Kevin noch kein Wunderkind und aus Assieltern keine Heiligen! Aber genau das wurde ja transportiert.

Wenn dann so ein Hohlrollerpärchen den Eindruck hatte, das Kind, was sie irgendwann im Suff mal fabriziert haben und das ihnen nun auch schon wieder seit 9 Jahren die Freizeit verhagelt, könnte doch auch mal ein wenig Erziehung vertragen damit es in ein oder zwei Jährchen vielleicht doch eingeschult werden kann, dann riefen sie die “Super Nanny”. Das ganze Format ist mit der Zeit doch sprichwörtlich zur letzten Rettung der pädagogisch Armen verkommen. Die haben doch bei RTL nicht etwa angerufen, weil sie sich in der Erziehung überfordert fühlten, sondern weil ihrer Meinung nach der renitente, boshafte Störenfried im Laufstall ihnen das Leben absichtlich zur Hölle macht. Wahrscheinlich haben einige sogar erwartet, daß die Nanny dem Wanst mal pädagogisch eine scheppert und sagt “Ja, liebe Eltern, ihr habt recht! Das da ist Luzifers Wechselbalg und ihr tut mir leid, denn ihr habt alles richtig gemacht und trotzdem seit ihr mit diesem Ding da bestraft worden!” Das Weh und Ach war dann immer groß, als es wider Erwarten plötzlich doch an den Eltern liegen sollte – wer kann denn das auch ahnen, daß die Vertreter des Lieblingssenders am Ende ihre Zuschauer der Dummheit bezichtigen?! (Leute die Reflektieren können, haben mit dem Erringen dieser Einsicht im Falle von RTL in der Regel kaum nennenswerte Probleme.) So lief das aber immer und immer wieder! Ich habe auch ein paar Folgen gesehen und bei gut der Hälfte davon hätte ich persönlich an Saalfrancks Stelle die Eltern am liebsten bei Seite genommen, ihnen barbarisch eine auf den Hinterkopf gekachelt (Denkanstoß…) und die Kinder vom Jugendamt retten lassen. Das ging ja streckenweise gar nicht, was da los war. Das gehört auch nicht ins Fernsehen meiner Meinung nach! Daß die Eltern sich lächerlich machen, das ist ja noch selbst gewähltes Leid, aber die Kinder werden doch noch über Jahre damit gehänselt, was sie doch für Assieltern haben.

Angeblich soll jetzt auch noch durchgesickert sein, daß der Grund für die Beendigung der Serie war, daß die Nanny es nicht so knorke fand, daß RTL “gegen pädagogische Interessen” eingegriffen habe. So steht es jedenfalls in diversen Artikeln. Nur erklären tut einem das da keiner. Was heißt denn “gegen pädagogische Interessen eingreifen”? Nun, es könnte zum Beispiel bedeuten, daß man immer feste drauf gehalten hat mit der Kamera, wenn Mama Schakkeline ihren Dreijährigen am Ohrläppchen zurück ins Bett zerrte und ihn dann liebevoll in den Schlaf prügelte, anstatt unverzüglich einzugreifen. Es könnte aber auch heißen, daß man das Jugendamt hier und da ein wenig zu spät einschaltete um vorher noch möglichst viele Aufnahmen der Kinder abzufassen, die zwischen halb leeren Bierflaschen mit Papas Zigarettenstummeln Halma spielen. Es könnte aber auch heißten, daß man in bester Scripted – Reality – Manier die Zustände quotenwirksam aufmotzte indem man volle Windeln an die Küchendecke klebte oder den Rottweiler zum Spielen ins Kinderzimmer ließ ohne daß die Eltern eine Ahnung von dieser Sabotage hatten. Wie gesagt: Könnte, lang lebe der Konjunktiv! Entscheidet mal selbst, was davon ihr annehmen wollt, die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Ich für meinen Teil werde diesem Format keine Träne hinterher weinen, jedenfalls noch nicht. Denn zum Heulen wird mir vermutlich dann zumute sein, wenn das Flaggschiff des Unterschichtenfernsehens in Kürze das Nachfolgeformat vorstellt. Denn ihr wißt ja: Schlimmer geht immer! Insbesondere bei RTL!!!

Sonntag, 9. Oktober 2011

THE DEVILS REJECTS

(Rob Zombie)

Eigentlich wollte ich heute einen möglichst ruhigen, unbloggigen Sonntag verleben, aber dann kam mal wieder das Fernsehen dazwischen! In den letzten Wochen spiegelt sich bei mir auf Arbeit der immer wieder kehrende Ritus des “Montagsmittagsessens” wider. Wir sitzen im Pausenraum, mümmeln unseren Proviant in uns hinein und schlürfen feinsten Kahvi. Das geht ungefähr 10 Minuten lang gut, dann, wenn der gröbste  Hunger erfolgreich niedergeknüppelt ist, fragt einer beiläufig in die Runde “habt ihr es gestern gesehen”? PENG! Aus ist es mit Besinnlichkeit! Von diesem Moment an werden sie wieder ausgepackt, die teilnehmenden Beobachtungen vor der braunschen Röhre zu Thema “Schwiegertochter gesucht”. Alleine aus den Schilderungen meiner Mitarbeiterinnen kann ich entnehmen, daß RTL sich da wieder ein paar ganz besonders widerliche Gestalten für seine Ekelshow gekrallt hat. Ich habe es bislang noch nicht gesehen – ehrlich -  jedenfalls nicht bis vorhin, aber ich konnte mir diese Gestalten lebhaft vorstellen. Es ist doch immer das gleiche Lied, was da gespielt wird: RTL entsendet seinen penetranten Moderationshamster mit dem falschen Grinsen in die Untiefen der bundesdeutschen Gesellschaft, wo er sich durch die Haustüren der geistig Armen nagt und nicht eher Ruhe gibt, bis er eine besonders bedauernswerte Gestalt mit dem Versprechen von Ruhm und einer Frau fürs Leben dazu überredet hat sein Elend vor der Kamera zu teilen. Dann wird noch die Mutti in ihrem Ohrensessel ins Wohnzimmer geschoben und zum gruppeninterview gebeten, wo sie mit medikamentös verwirrtem Geist ihren Wunsch kund tut, daß Horst-Kevin doch bitte endlich eine Olga anschleppen und sich dann mit der nach Möglichkeit schnellstens fortpflanzen soll.

“Ich will nur wissen, daß für dich gesorgt ist wenn ich mal nicht mehr bin! Mein Junge!”

Das sagen diese dauergewellten Schachteln dann immer. Wirklich bedeuten tut das aber entweder “Du Arsch, zieh endlich aus!” oder “Der Junge ist total lebensuntüchtig und würde nach meinem Ableben binnen 14 Tagen in seiner eigenen Schmutzwäsche ersticken sofern er nicht vorher schon jämmerlich verhungert ist! Er braucht dringend ‘nen neuen Pfleger!”  Dann werden diese bei einer Tasse Kaffee und einer Nußecke von vorvorgestern in der guten Stube aufgezeichneten Erpresservideos über den Sender geschickt und fortan hat die holde Weiblichkeit Zeit, sich den für sie passenden Pantoffel-Don-Juan heraus zu picken und sich in einer persönlichen Analog-E-Mail (in Fachkreisen auch als so genannter Brief bekannt) selber anzupreisen. Wie liebenswürdig und allein man doch ist, wie gut man kochen kann wie gern man doch lacht. Dann noch ein Foto von 1986 dazu gepackt, als man meinte noch jung und knackig gewesen zu sein (naja… wie gesagt: “meinte”), sowie ein leicht anzüglicher Subtext ins “PS” gepackt und ab damit an die Redaktion. Die sichten dann vor und packen die komplett Behämmerten schon mal präventiv auf den “DSDS”-Stapel, während die übrige, recht üppige Auswahl von maximal 4 Restbriefen direkt dem Loverboy aus Mamas Luftschloß vorgelegt wird. Dann darf der sich zwei Weiber aussuchen und sie in sein trautes Heim einladen. Stolz besichtigt er dann sein altes Kinderzimmer (“Hier werdet ihr dann schlafen, unter meinem alten Lollek und Bollek – Poster") in der spät-86er DDR Wohnplatte oder (wenns gut läuft) das elterliche Eigenheim (“Das wird alles irgendwann mal mir gehören *stolz*”). Dann lebt man unter Muttis Knute und ständiger Aufsicht ein paar Tage so vor sich hin und lernt sich kennen. Begleitet von ungelenken Annäherungsversuchen und widersinnigen Alliterationen wie “die knusprige Keksverpackerin Kerstin”, “der schüchterne Schornsteifeger Schorsch” oder “die rachsüchtige Rassekatzenschlachterin Romulana” wird dem Zuschauer all das präsentiert, was lieber nie passiert wäre. Kuckt euch die Gestalten doch mal an, das hat schon seinen evolutionären Grund, warum diese Löffel bisher keine abbekommen haben. Andersrum genauso. Viele haben seit Jahren das Tageslicht nicht mehr gesehen (aus GRÜNDEN) und kennen “Frauen” bestenfalls als Dirndl tragende Anschauungsobjekte aus der Musikantenstasi, welche sie mit Diktatorenmama immer auf Heavy-Rotation schauen müssen… und diese Figuren sollen nun plötzlich eine “reife Beziehung” führen?!? Ich lach mich schlapp! Die Weiber sind, das sollte man der Fairness halber mal dazu sagen, aber kaum besser. Ein Spruch meines ehemaligen Biolehrers, den er zu unserem Erstaunen (teilweise Entsetzen) kurz vor unserem Abi mal flappsig in die Runde feuerte, bringt es ganz gut auf den Punkt: “Die möchte ich aber auch nicht tot im Schuppen liegen haben!” (Jaja, das waren damals noch pädagogische Techniken, die sich deutlich von Waldorfschulen abhoben… Zwinkerndes Smiley nicht so wie heute).  Ich glaube, damit ist das Sendekonzept ganz gut umrissen.

Als ich jedenfalls vorhin den Fernseher andrehte und nebenbei kochte, lief dieser Rotz plötzlich. Es ist komisch, man braucht keine 2 Sekunden um Sender und Format zu erkennen, obwohl man es noch nicht gesehen hat in den letzten Wochen. Aber da es noch zu früh war für “The Hills Have Eyes”, “Wrong Turn” oder anderen Mutantenhorror, konnte es sich hierbei nur – so schlimm wie es ist – um Reality-TV handeln. Und nach meinen Mittagspausenerlebnissen der letzten Hand voll Montage, war mir ziemlich schnell klar, womit ich es zu tun hatte.

PS: Für alle, die meinen Mutantenfilm – Vergleich vielleicht ein wenig hart fanden, soll folgendes Bilderrätsel zur Untermauerung dienen. Frage: Welches Bild stammt aus “Wrong Turn”? Denkt gut nach, man ich schnell auf der falschen Fährte!

KLICK 1
KLICK 2

Sonntag, 14. August 2011

HOLY SMOKE

(Iron Maiden)

Moin! Könnt ihr euch eigentlich noch an ganz damals erinnern, als das das Privatfernsehen voll war von niveaulosen Schrottsendungen? Von Formaten, in denen sich der so genannte "kleine Mann von der Straße" (de facto eher der "dumme Hund von der Straße")  vor versammelter Fernsehöffentlichkeit zum Vollhorst machte? (Ist schon sehr lange her, zugegeben. ) Ich rede natürlich von den so genannten "Talkshows", im Gegensatz zu heute, wo man die Assis ja in ihrem natürlichen Lebensraum heimsucht und das dann "Reality-TV" nennt, wurden die damals in eine Szenerie aus Sperrholzkulissen und gröhlenden Moralapposteln verschleppt wo an jeder Ecke der Inneneinrichtung der Vorname des Moderatorenkaschpers eingraviert war. So pilgerten Heerscharen von Enthirnten Woche für Woche in die Studios dieser Nation um sich für nen knappen Hunni (der dann auch noch angerechnet wird) wahlweise mit einem Vaterschafts- oder Treuetest versorgen zu lassen. Hammer-Konzept! Natürlich konnte sich da öffentlich-entrechtete Rundfunk nicht lumpen lassen und schickte einen eigenen Gladiator in den Kampf gegen das Anspruchsfernsehen. Da sich aber mit Hans Meiser die personifizierte Seriosität bereits bei RTL um den guten Ruf talkte, suchte man bei der ARD eine halbwegs ernst zu nehmende Alternative.

Man besann sich auf die ureigenste Zielgruppe von ARD & ZDF, die Generation 60+, um eine Lösung zu finden. Normale Menschen halten diese Mischung eines Dauerfeuers aus Florian Silbereisen und Musikantenstasi (moderiert von diesem furchtbaren Bela Rethy) ja keine 20 Minuten aus ohne zur Flasche zu greifen. Aber die schunkelnde Zukunfts-Mehrheit unserer Gesellschaft findet das ja super - und so wollte man diese auch an den Fernsehsessel ketten während man die Idiotenformate der privaten Konkurrenz erst kopierte und dann breitrat. Man entschied sich für einen Gottesmann als Talkschowmaster, einen Pfarrer. Klar, die Knackerbrigade assoziiert sowas mit Integrität, Moral und Gerechtigkeit. Ein im Kern erzkonservativer Gutmensch, dem alles Böse fremd ist und der sich mit den schlimmen, schlimmen Dekadenzen der Gegenwartsgesellschaft kritisch auseinandersetzt und sie mit Bibel und Kruzifix zurück in die Hölle schickt. Ein asketisches Vorbild, das allem Fleischlichen entsagt oder es zumindest als entsetzliche Bürde wahrnimmt, welche es zu schultern gilt um jede Menge kleine Messdiener zu produzieren, an der aber keinesfalls etwas hedonistisches zu finden ist. So zumindest die Theorie... daß die Praxis "Jürgen Fliege" hieß, das konnte ja keiner ahnen.