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Dienstag, 22. April 2014

A SILHOUETTE OF DOOM

(Ennio Morricone)

Männer; brace yourselves – Turbofeministinninnen from fucking Hell are coming!

Meine Geschlechts- und ja, mittlerweile auch Leidensgenossen; ihr tut mir leid. Erinnert ihr euch noch an den großartigen Film “Fight Club”? Ja, den mit Brad Pitt und Edward Norton und natürlich dem mordsmäßig guten Soundtrack. Da gibt es eine Szene, da theoretisiert Tyler Durden über das Männerbild der Gegenwart und faßt das Dilemma der zur Bedeutungslosigkeit femininisierten Testosteronantenschaft mit folgendem Satz mal so grob zusammen:

“(…) Und wir beginnen uns zu fragen, ob noch eine Frau wirklich die Antwort auf all unsere Fragen ist!?

Gut, das hätte man ja schon vor der letzten Bundestagwahl bedenken können – hat aber wohl keiner. Ich sage jetzt nicht, daß ich dem vorbehaltlos zustimme, aber ich sehe da schon gewisse Tendenzen. Beispielsweise habe ich heute erst einen Artikel gelesen, in dem angeprangert wurde, daß es in meinem Bundesland nur eine Quote von 1,1% Frauen bei den Berufsfeuerwehren gibt. Lösungsvorschlag war unter anderem das Absenken der Zugangsvoraussetzungen, sodaß auch Frauen unter 1,65m Körpergröße die (Sport-)tests schaffen können (da ist NICHTS übertrieben, genau DAS wurde gefordert). Das hat für mich nichts mit Emanzipation zu tun – das ist einfach eine Verwässerung von Leistungsstandards für mich – zu Gunsten einer krankhaften Gleichmacherei. Von mir aus mehr Frauen in die Feuerwehr, immer gerne, aber die sollten dann auch genau das leisten, was jeder Mann leisten muß! Warum? Weil es zum Berufsbild gehört, verdammt noch mal und eben kein Werkzeug der Geschlechterdiskriminierung ist. Wenn ich im 5. Stock einer brennenden Bude ohnmächtig im Giftqualm liege, dann wäre mir (als 1,90 Meter großer, subdürrer Mensch) schon wesentlich wohler zu Mute, wenn da ein Zwei Meter Hüne mit der Axt durch die Türe bricht und mich laut fluchend über die Schulter wirft und ins Freie trägt, als wenn da plötzlich ein (politisch korrekt beschäftigtes) 1,64m – Mädel mit geschätztem 50 Kilo Körpergewicht an mir herum zerrt. “Er ist tot Jim!” – Ist aus meiner subjektiven Sicht nämlich keine Option, wenn sie sich durch ein wenig mehr Vernunft umgehen ließe. Bei “gleiches Recht für alle” und “gleichen Chancen” gehe ich ja voll mit. Ich bin so aufgewachsen und habe damit keinerlei Problem. Allerdings heißt das ja nicht, daß jeder unterm Strich auch das Gleiche bekommt. Ist ein feiner Unterschied, der immer mehr zu verschwimmen scheint.

Aber egal, ich rede mich hier noch um Kopf und Kragen. Für derlei Ansichten wird es nämlich langsam eng in diesem Land fürchte ich. Aber hey, ich habe da heute ja noch etwas gefunden, das meine Ansichten ein wenig unterstreicht. Wir waren einkaufen und irgendwo zwischen Schreibwaren und Büchern hängte mich die Frau schwuppdiwupp ab. Wech war se! Gut, dann stöberte ich ein wenig die Juxkarten durch. Folgende Karte fiel mir dabei in die Hände:

Aufschrei1

Gut, ist halt ne Juxkarte, dessen bin ich mir schon bewusst – ich bin auch weit davon entfernt die ernst oder auch nur im Entferntesten persönlich zu nehmen. Ich habe da eher grundsätzliche Bedenken. Jetzt stellt euch die mal mir “Frauen sind” im Titel vor...! Den Urheber dieser Karte hätten sie noch mit Knüppeln aus dem Verlag getrieben und öffentlich geteert und gefedert. Wer jetzt meint:

“Ja gut, das ist eine Juxkarte, da gibt es bestimmt auch ein selbstironisches Pendant über Frauen und du reagierst hier vollkommen über, Du ekelhafter Patriarchenmachohengst”

dem halte ich mal besagtes Pendant, denn das existiert in der Tat, vor Augen:

Aufschrei2

Mir geht es nicht um die Karten, die nimmt eh keiner ernst. Aber alleine der Fakt, daß die Karte auf dem ersten Foto in diesem Land überhaupt existiert und verkauft wird, wohingegen man sich nicht traut ein gleichwertiges Gegenstück zu produzieren, die führt doch die Motive des sich immer verbissener durch den kompletten Duden vor sich hin gendernden Gutmenschenvolkes komplett ad absurdum! “Gleichberechtigung” heißt nun einmal auch, daß man damit leben muß, auf die gleiche Art und Weise verarscht zu werden. Ich fand einfach, ihr solltet das wissen…Zwinkerndes Smiley.

Ich geh jetzt DMAX gucken! “Fernsehen für die besten Menschen der Welt – MÄNNER!”

Samstag, 4. Januar 2014

ZERSTÖREN

(Rammstein)

Ich sitze hier gerade am PC und damper ein wenig bei ebay rum – ohne wirkliches Ziel, eher so informativ. Dabei wurde ich soeben auf eine Auktion aufmerksam, wo offensichtlich ein Verkaufsgenie erster Kajüte am Werk ist. Hier mal ein Screenshot vom Angebotstext:

LÜGNER

… da war offensichtlich mal wieder ein Genie am Werk!

PS: Wer es nicht glaubt, HIER der Link! Zwinkerndes Smiley

Montag, 25. November 2013

MANN, PISS DIE WAND AN!!!

(Donnie Brasco)

Jetzt kommt so ein Blogbeitrag, bei dem ich mir im Kopf heute die “Stilfrage” stellte. Da ich aber explizit unter FSK18 laufe und mir ohnehin manchmal nix zu blöd ist, habe ich entschieden, das einfach mal zu bringen. Warum? Weil ich da heute im Büro wirklich herzhaft lachen mußte.

Aber der Reihe nach! Mir kommen beruflich ab und an ein paar medizinische Fachbegriffe unter, die ich im Zweifelsfall lieber verstehen sollte. Ich habe dann die Wahl, eines der bereit stehenden medizinischen Wörterbücher aus dem Schrank zu holen und nach zu schlagen oder es schlicht und ergreifend zu googeln. Für gewöhnlich lande ich dann – wo sonst – auf Wikipedia. Heute war es mal wieder so weit. Ich las das Wort “Miktion”. Na, weiß einer, was das ist? Nein? Kleiner Hinweis:

“Die gesellschaftliche Haltung gegenüber dem Miktionsvorgang variiert stark zwischen verschiedenen Epochen und Kulturkreisen.” (Quelle: Wikipedia)

Na, jetzt jemand? Immer noch nicht? Nunja, das Wort “Miktion” beschreibt quasi den Vorgang des Urinierens, Pinkels, des Piselns, Strullens… oder platt gesagt des “schiffen Gehens”. (Man kann sich vorstellen, daß es im Regelfall für den Betroffenen nicht sonderlich erfreulich ist, wenn selbiges ärztlich auf seine ordnungsgemäße Funktionalität geprüft werden muß – aber das nur am Rande) Jedenfalls läßt es sich Wikipedia als gutes Lexikon auch nicht nehmen, hier und da die erläuterten Sachverhalte mit entsprechenden Bildern zu untermalen, welche den jeweiligen Vorgang quasi bildlich unterstreichen. So auch im Falle der Miktion! Dort findet man als “Anschauungsmaterial”, also für den Fall, daß der eine oder andere sich mangels persönlichen Erfahrungshintergrundes unter “urinieren” oder eben “schiffen gehen” dann doch nichts vorstellen kann, ein recht skurriles Bilderpaar, welches gleichzeitig noch einen Bezug zur Geschlechtsspezifik des Themas herstellt. Diese zwei Bilder hier meine ich:

Schiffen

… Männer, GANZ GROßES TENNIS! Zwinkerndes Smiley

Dienstag, 19. November 2013

DURCH DEN MONSUN

(Tokio Hotel)

Immer schlechter das Deutsch unserer Banker würd! Zu schreiben in Satz mit Verstand scheinbar unmogelich fur sie ist, mein junges Padawan. Bekommt ich heute gehabt habe folgender Mail mit E.

bank

Klicken du konntest wenn haben du willst Kopie Bild groß zu lesen dem Halt am Inn!

Prost!

PS: Mein Lieblingssatz ist übrigens “Um die Gaunerei und\oder die ungesetzlichen Geschafte zu prufen und zu verhindern.” Zwinkerndes Smiley Wenn man mich schon bescheißen will, dann soll man sich doch bitte wenigstens ein bisschen Mühe dabei geben, das erwarte ich einfach – zur Strafe gibts auch nur dieses Scheißlied von den seltsamen Post-Emo-Punk-Schmuse-Schlager-Witzfigur-Püppis als Titel. Dem hattest du davon nun, Deutscher Bank!

Montag, 18. November 2013

DRAGULA

(Rob Zombie)

Die Südstaatensuffziege hat gerade ein Bild ihrer Vampirkatze getwittert. “Catcontent” nennt man das. Neulich habe ich ja erst interveniert, daß ich “Catcontent” nicht verstehe und gefragt “warum nicht mal Esel”?!? “Eselcontent” quasi. Ich bin mir nämlich sicher, daß Esel mindestens so niedlich sind wie Katzen und vom Internet sträflich vernachlässigt werden. Hier also nun, für, aber nicht exklusiv für, die Südstaatensuffziege ein wenig #Eselcontent:

vampiresel

Entstanden ist das Bild übrigens dieses Jahr in Berlin. Smiley

Samstag, 9. November 2013

DIE FETTE ELKE

(Die Ärzte)

Die Elite unter euch sollte mittlerweile ja mitbekommen haben, daß ich alleine zu Hause bin momentan. Die MsPittili ist ausgeigort und ich kann ein ganzes verlängertes Wochenende lang tun und lassen was ich will. Großartig ist das! Allerdings dürften einige von euch auch schon mitbekommen haben, daß der Onkel manchmal ein wenig… naja… sagen wir mal “verhaltensoriginell” ist. Vorgestern zum Beispiel, da wußte ich nicht, was es zum Abendbrot geben soll und entschied mich dann für das, was ich seit Jahren als “Primitivlingsnudeln” kenne. Allerdings wollte ich dann doch ein bisschen Fleisch mit dabei haben und irgendwie kam es dann halt, daß ich das hier tat…

Wurschtghetti

was dann nach dem Kochen…

kochen

auch im gewünschten Ergebnis mündete:

resultat

Warum ich das gemacht habe? Hmm, warum nicht?! Außerdem hat man so nicht immer das Problem, daß man anfangs nur Nudeln, aber keine Wurst auf der Gabel hat und am Ende vom Teller dagegen nur noch Würschteln den Teller füllen.

Man mag das jetzt seltsam halten, man mag mich auch mit “der hat einen an der Waffel” diskreditieren… aber es gibt da noch wesentlich Schlimmeres. Hätte ich anstatt Würstchen lebendige Mistkäfer auf die Spaghetti gefädelt und hätte das ganze dann in einem Kessel Fledermausblut gekocht, der über einer grünen Flamme hängt, welche mit den getrockneten Kadavern von Pfeilgiftfröschen genährt wird, dann wäre das als Nahrungsmittel immer noch nicht annähernd halb so absurd wie dieser kulinarische Blödsinn hier:

glöcklergedööns

Als ich das heute im Penny sah (ich wollte Sprühdosenschlagsahne holen und kam außerdem noch mit ner Packung Hackfleisch wieder – sicher ist sicher), da stand ich erst einmal kopfschüttelnd vor der Auslage – konnte dann aber, verstört wie ich war, doch noch das Foto oben schießen. Glööckler, der an sich ja durchaus sympathisch rüber kommen kann, wenn er mal in einer qualitativ höherwertigen Talkshow sitzt und nicht im “Bling-Bling-Vermarktungs-Modus” läuft, hat jetzt Pralinen auf den Markt geworfen. Man kennt ihn ja bisher nur als Erfinder der hüftverbreiterten Glitzerjeans. Postklimakterische Beinkleider aus Fernost, denen dann von Mindestlöhnerhand mit Hilfe einer Tube UHU aus billigem Funkeltand noch Kronen, Schwäne und anderweitiger pseudoaristokratischer Schnickschnack auf den Arsch geschmiedet werden. Dann hängt der Meister noch ein Pappschildchen ran, worauf sein von Chirurgenhand dilettantisch zurecht geschnitztes Konterfei prangt und gibt dem Elend noch einen Namen; “POMPÖÖS”. Der so kreierte, komplett überflüssige Konsummüll wird von der “Hafra-u-mu”-Subkultur begeistert bestellt, sodaß der Teleshoppingsender, in welchem der Glitzerfunkelmessias hin und wieder gar selber auftritt, den Ramsch noch nicht mal ins Lager räumen muß, sondern die Beinkleider des Grauens gleich direkt vom Laster in die Versandkartons pfeffern kann. 

Als Geschäftsmodell unschlagbar – zugegeben.

Aber warum sattelt der Kerl jetzt auf den Vertrieb von Zuckerpampe um? Will er, daß sich seine Jüngerinnen aus ihren erworbenen Blinkerjeans quasi “heraus genießen” und dann  gezwungen sind, sich die Dinger ein zweites Mal in ein bis fünf Nummern größer nach zu ordern? Raffiniert, der Harry, muß man ihm lassen! Allerdings würde ich ihm dann doch nahe legen, über den Namen dieser kulinarischen “Kostbarkeit” nach zu sinnen. Die Matronen, die diese Dinger während dem täglichen Intensivputz der heimischen Furnierholzschrankwand Modell “Gelsenkirchener Barock” in sich hinein schaufeln werden, während der Knopf ihrer alten Pompöös-Jeans lauthals ächzend die Krise kriegt, die haben dann doch die Wahrheit verdient. “Pralinöös”, boah ey, klingt das dämlich!!!! Mein Vorschlag für die Hüftexplosionsplätzchen wäre ja:

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Achtung…

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gleich kommt’s

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“ADIPÖÖS”

Montag, 14. Oktober 2013

ICH GEHÖRE NICHT DAZU

(Farin Urlaub)

Wie Deutsche sind und bleiben ein Volk von Phrasendreschern! Es ist an der Zeit, daß das auch mal in meinem Blog angemessen gewürdigt wird. Wenn mir demnächst mal wieder was auffällt, kommt es gnadenlos hier rein; unter der Rubrik “Phrasenrodeo”. Heute mache ich den Anfang. Ein Besuch im Penny Markt letzte Woche brachte mich auf die Idee, mit einer der Lieblingsphrasen der allzeit betroffenen Gutmenschen zu beginnen, nämlich mit:

“… und in Afrika verhungern die Kinder!”

Traurige Wahrheit einerseits, argumentativ schwer besiegbarer Phrasen-Knüppel-aus-dem-Sack andererseits. Gern auch erweitert um “Die würden sich freuen so etwas feines zu essen zu bekommen.” Wenn man das hinterfragt, ist man gleich wieder ein Menschenfeind. Vielen Kindern wird es von Natur aus nicht unbedingt klar sein, wie es die Kinder in Afrika retten soll, wenn man es löffelweise mit einem graugrünen Brei aus Spinat und Grünkernmoppelkotze zwangsernährt; mir geht es da übrigens ähnlich. Die moralisch entrüstete Elterngeneration sollte sich mal selbst hinterfragen, warum man sich den teuren Biobrei, den man da dem Nachwuchs auf Teufel komm raus hinter die Kiemen spachtelt nicht gespart und statt dessen den Kaufpreis an eine Hilfsorganisation gespendet hat. Wäre im Zweifel effektiver… aber von Kindern kann man nicht verlangen solcherlei Gegenfragen zu entwickeln, während sie mit Lätzchen und Sitzkissen an die Tafel gefesselt dem Treiben ihre beiden Erzeugerinquisitoren schutzlos ausgeliefert sind. Was lernt das Kind? “Ich bin Schuld, wenn ich nicht aufesse! Und wenn ich aufesse, bin ich irgendwie auch verantwortlich, weil es mir nicht geschmeckt hat!” Ganz großes Pädogogentennis! Das Einzige, was man damit erreicht, ist, daß man dem Nachwuchs gleich den typisch deutschen Betroffenheitshabitus einimpft.

Die Kehrseite der Medaille ist, daß sich da manchmal gerade wieder die zu den Hütern der moralischen Überlegenheit aufschwingen, die selber Unsummen für Nahrungsmittel ausgeben, deren bloße Existenz schon von der fortschreitenden Beknacktheit moderner Gesellschaften zeugt. Die Nahrungsmittelindustrie versorgt uns ja seit Jahren mit Dingen, die zwar schön klingen, schön aussehen, schön riechen, aber bei einer näheren Analyse aus Zutaten hergestellt sind, deren Nutzen für die menschliche Ernährung außerhalb von petrochemischer Verwurstungsorgien irgendwo zwischen Fußpilz und Febréze angesiedelt sein dürfte. Da wird uns farblose Pampe in schön designten Bechern für einen Wucherpreis angedreht, weil sie “die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringt”, “Völlegefühl vorbeugt” oder sonst welchen Blödsinn verkündet, für dessen Umsetzung selbst die sympathische Pharmaindustrie dereinst mehrere Hundertschaften von Affen ins Nirwana “testen” mußte bis sie eine entsprechende Tinktur entwickelt hatte. Bloß gut, daß wir nicht im Mittelalter sind, sonst würde man uns wohl mit Joghurt vom schwarzen Tod befreien wollen – beruhigend. Seit die besonders bekloppten Auswüchse dieser “Funktionsnahrungsmittel” und ihrer Versprechungen nun aber verboten sind, hat man einfach umgeschwenkt. Statt sich im Supermarkt “gesund” zu kaufen (und arm), wurde die Werbestrategie nun auf “Wellness” ausgerichtet. Man kann sich praktisch die Entspannung und das Wohlergehen förmlich anfressen, wenn man die “richtigen” Lebensmittel kauft. Neuerdings scheint aber auch das nicht mehr genug zu sein. Nahrungsmittel werden zielgruppenspezifisch. Gut, waren sie früher auch schon… wer zu blöd war zum Jagen, der mußte halt Wurzeln schnurpsen, aber heute ist das schon noch ein wenig… naja… perfider.

Diskriminierungsöl

Es gibt mittlerweile Lebensmittel, die man um Himmels Willen nicht einfach so kaufen und/oder konsumieren darf. Nur die, die ausdrücklich erwähnt sind. Wenn ich, der ich weder schwanger noch Ü50 bin, mir ne Bratwurscht in einem dieser Öle braten würde, dann… dann… hmm, keine Ahnung, aber es wäre bestimmt schlimm! Und das ist ja noch nicht alles, denn auf Grund der unsachgemäßen Anwendung des Produktes würde wahrscheinlich der Hersteller vollkommen zu Recht jedwede Haftung für resultierende Folgeschäden ablehnen. Schreckliche Vorstellung! Was ist das Nächste? Windeln exklusiv für Babys? Medikamente nur für Radprofis? ALKOHOLFREIES BIER??? Das Leben wird hierzulande immer und immer absurder!

Was ist denn so schlimm am einfachen Kochen mit einfachen Lebensmitteln? Was spricht denn dagegen, sich eine Scheibe Gouda auf sein Bauernbrot zu legen, auf welchem sie von einer Schicht Butter fixiert wird, und das dann “Frühstück” zu nennen? Muß es denn immer die “vitalisierende Fruchtmüsliflockenkomposition mit simbabwischer Stinkbeere” sein, die man mit laktosefreier Wohlfühlsojamilch (für 3,49 den halben Liter auch in ihrem Biomarkt) in seiner handgetöpferten Tonschüssel aufgießt und mit der liquiden Dickdarmpolizei in Joghurtform herunter spült? Mir geht es da mit dem Käsebrot deutlich besser, weil sich da auch die Dosierung und das Beachten der Wechselwirkungen der einzelnen Komponenten deutlich einfacher gestaltet. Das ist ja auch Stress, wenn man sich schon früh entscheiden muß, ob man den Tag nun “vital” und “frisch” beginnen will, mehr wert auf “Wellnessfaktor” legt und trotzdem einen Schuß “vital” beimengt oder ob man dann doch lieber den ganzen Tag intensiv seine Eingeweide und deren Pflanzenwelt wieder beleben will indem man mal so richtig schön intensiv vor sich hin verdaut. Nee, Käsebrot! Ist außerdem auch laktosefrei! Ich weiß nicht, wir haben so viele tolle Lebensmittel in den Läden, die fast jeder von uns essen kann – warum brauchen wir dann diesen Spezialisierungsquatsch? Die Schwangeren dieser Republik werden auch nicht noch schwangerer von diesem seltsamen Öl, genauso wenig wie es die über 50jährigen jünger macht. Ich wage mal zu behaupten, daß die auch ein halbwegs vernünftiges Olivenöl nehmen könnten… ist aber nur so ne Theorie.

Wir zeichnen uns derzeit meiner Meinung nach durch einen seltsamen Doppeltrend aus, der unsere Nahrungsmittel betrifft. Auf der einen Seite werden Fertig- und Massenprodukte in Fabriken zusammen gedübelt, für deren Inhaltsstoffe der Begriff “Schlachtabfall” noch ein Kompliment ist. Diese Nahrung wird dann zu Dumpingpreisen verschleudert, sodaß sich der Konsument über sein Schnäppchen (vorgekochte Kartoffeln im 500g Glas für 1,99) einen abfreuen kann, während gegenüber die Rohware zum selben Preis im Zentnersack im Regal vergammelt. Leute, sind wir denn zu faul zum kochen? Wasser druff, Kümmel rein, Ofen an, warten… fertig! Andererseits wiederum wird all jenen, die es “sich leisten können und wollen” vorgeblich Designernahrung auf den Teller maßgeschneidert. Daß diese Pampe dann im Wesentlichen nichts anderes enthält als eine halbwegs Vernünftige Version eines “konventionellen” Produktes, das maskiert man dann mit “Bio-plus”, “Wellness” und ähnlichem Schabernack. Früher, also ganz damals, da knüppelten unsere Vorfahren ihr abendbrötliches Mammut noch eigenhändig in die nächste Welt und wurden auch satt. Heute, da müßte das schon ein Wellness-Mammut sein, das einem bei Verzehr auch gleich noch Dünndarmzotten durchkämmt, bevor die Lifestyle-Opfer da freiwillig zu Messer und Gabel greifen. Wohlstand, so scheint es, hat mit Vernunft ab einem bestimmten Punkt nichts mehr zu tun. Während wir hier das gleiche Lebensmittel in 472 zielgruppenspezifischen Versionen (als Gipfel vielleicht sogar noch als Wellness-Teewurst Limited Edition) zusammenrühren, da verhungern in Afri… .

Mist!

Montag, 30. September 2013

ELEPHANT BELL

(Monster Magnet)

Ich habe in den vergangenen 14 Tagen zwei Rechnungen nicht bezahlt! Nicht, daß ich das mit Absicht gemacht hätte, das ist halt einfach so passiert. Das Schlimmste ist ja, daß ich mir dessen nicht einmal bewußt bin. Aber Gott sei Dank haben die Betroffenen ja mitgedacht und sich mit mir in Verbindung gesetzt. Ich bin manchmal so dermaßen verpeilt, daß ich auf diesen Service angewiesen bin. Aber der Reihe nach:

1.

Am 26.März diesen Jahres habe ich eines der großen Probleme, welche mich und die Menschheit plagen zumindest auf der Individualebene erfolgreich gelöst. Seit mehreren Jahren schon habe ich ein massives Zeitmanagementproblem. Wenn man so durchs Leben geht und von irgend einem grenzdebilen Vollhonk – von denen gibt es einfach viel zu viele auf dieser Welt – mal wieder mit seiner bloßen Anwesenheit oder der einen oder anderen “Weisheit”, welche er sich ungefragt abzusondern genötigt sieht, belästigt wird… wie leicht gerät man dann in Rage?!! Selbst als Humanist, Gutmensch und Vernunft begabtes Wesen wie ich kommt man da schon mal in die Bredouille, daß man sich zu einer unappetitlichen aber ehrlichen Meinungsäußerung hin reißen läßt. Man sagt dann sinngemäß in etwa:

“Du kannst mit mal den Buckel runter rutschen – und mit der Zunge bremsen!”

Tja, da wären wir dann schon beim Kernproblem. Wenn man das ein wenig zu oft sagt, dann fällt es einem schwer die Umsetzung auch nur halbwegs so zu organisieren. Nicht, daß der eine oder andere Delinquent sich über die Verjährungszeit in Sicherheit bringen kann. Man muß so was halt planen, Termine vergeben, welche dann auch bindend sind. So ungefähr wie bei Telekom-Technikern (“8-16 Uhr”), nur anders; nur präziser. Also erstand ich beim “MC Papier” (wahrscheinlich irgend so ein Rapper) die revolutionäre Applikation “Wandkalender”. In der Betriebsanleitung heißt es da:

“Helzlichen Glückwunsch, daß Sie sich für Gadget “Wandkalendel” entschieden gehabt hast. Wil wünschen Dich Planwirtschaft gut in ganze Leben! Tlägst Du ein Telmiten in “Wandkalendel”, du nicht sind bei Gefahl zu velgessen wichtiges Meeting oder Aufgabe von große Bedeutung! Viele Spaß mit “Wandkalendel” wünscht Dich, Freund, ganzel chinesisches Volk”

Ja, gut… das war jetzt nicht wirklich hilfreich, aber ich dachte, daß ich den Kalender auch für meine Zwecke modifizieren könne ohne daß gleich die Garantie erlischt. Das tat ich auch und was soll ich sagen: Klappte super! Mit diesem “MC Papier” machte ich eine Ratenzahlungsvereinbarung klar, welche mir ein freier Mitarbeiter des Unternehmens am Folgetag mit einem Jagdmesser, auf dessen Klinge “Dem Dragan sein Mösssööööör” eingraviert war, netter Weise an die Wohnungstür pinnte. Ich bin ja so verpeilt, ihr wißt ja… da brauche ich was Schriftliches. Jedenfalls nutzte ich den “Wankalender” seit dem zwar, vergaß aber die monatlichen Ratenzahlungen an “MC Papier” darin zu vermerken. Mein Fehler! Jedenfalls hatte ich letzten Dienstag folgende Mail im Posteingang:

Melanchton(druffklicken, groß machen)

“Konstantin Melanchton”… kein Wunder, daß der einen coolen Künstlernamen wie “MC Papier” braucht. Mit “Konstantin Melanchton” wird man in der Hood doch von jedem Faker in der Battle rigoros zerflext. Mir war gar nicht bewußt, daß der Wandkalender so teuer war… vermutlich muß ich “Dem Dragan sein Mösssööööör” auch gleich mit bezahlen, nur weil der zu dusselig ist mit Klebeband umzugehen. Ich habe dann mal den Dateianhang geöff… hehe, Scherz! Zwinkerndes Smiley 

Lieber “Konstantin Melanchton”: In meinem tollen, neuen Kalender ist am 13. November um 13:47 Uhr für Dich ein Termin reserviert.

2.

Heute erhielt ich noch ne E-Mail. Nämlich diese hier:

Brantner

Die Mail geht super los: “Verehrter” steht da. Hüchschen, ich werde verehrt! Nicht, daß ich das nicht global als “Standard” voraus setzen würde, aber es ist halt schön, wenn es einem mal jemand so offen schreibt. Danke! Smiley mit geöffnetem Mund Im weiteren Verlauf baut die Mail aber dann sagenhaft ab. Das geht schon bei “automatischeAbzug” los. Manuelle Leertaste, das wäre mal was, ihr Noobs! Die schönen “ü”s, “ä”s und “ö”s, die Zierden eines jeden Textes, werden verhohnepiepelt. Furchtbar! Außerdem habe ich hier nun wirklich keine Ahnung, was ich bei dem Vogel gekauft haben soll. Gut, einen Verdacht dann schon ehrlich gesagt. Es ist nämlich so: Nachdem dieser Dragan bei mir war und sein “Mösssööööör” unvorsichtiger Weise in meiner Tür stecken ließ, sah ich mich aus purem Selbstschutz dazu gezwungen einen gewissen “Vladimir” aus Nischni Nowgorod über ICQ zu kontaktieren. Ich kenne ihn noch von früher, als sowjetischen Zwangsbrieffreund in der 2. Klasse. Ich ließ die deutsch-sowjetische Freundschaft quasi wieder aufleben und erstand bei ihm nach einem mittelkurzen Erfahrungsaustausch über die Vor- und Nachteile vom Einsatz linksdrehenden Joghurtkulturen in der kommerziellen Elefantenmast das, wofür ich als Tauschobjekt dringend den Rüsselschoner “Töörööö 3000 XXL” brauchte (ich sagte ja “kommerzielle Elefantenmast”). In Rußland sind die Dinger mit derart hohen Einfuhrzöllen belegt, daß der arme Vladimir fast nur noch Elefanten mit kurzen Rüsseln hat; kurzen, abgenutzten Rüsseln. Die armen Tiere! Ich kaufte den “Töörööö 3000 XXL” dann schließlich über amazon bei einem Drittanbieter. Ich glaube, er hieß Jakob… ja, Jakob Irgendwas… ha… Rätsel gelöst! Smiley mit geöffnetem Mund Scheinbar habe ich den auch nicht bezahlt… Sachen gibts! Wenigstens ist er postalisch gut bei Vladimir angekommen, der “Töörööö 3000 XXL”. Aber, lieber Herr Brantner, willst du wissen, was der Vladimir mir dafür gegeben hat? Was Du, lieber Jakob, quasi mit finanziert hast mit der großzügigen Gabe des “Töörööö 3000 XXL”? Der Vladimir hat noch jede Menge gute Kontakte und hat mir ein Musikinstrument aus alten Rote Armee – Beständen organisiert. Das stand eh nur ungenutzt in der Taiga rum und war traurig, daß es keiner mehr spielen wollte. Das ist nun Geschichte, denn  es hat eine neue Lebensaufgabe gefunden. Es wacht jetzt über meine Haustür mit der Aufgabe, daß es jedweden ungebetenen Besuch… na, sagen wir mal “empfängt”! Das Instrument ist im Übrigen dieses hier:

So, mein liebster Jakob Brantner! Jetzt weißt du Bescheid! Dir lasse ich sogar eine Wahl. Was darf es sein: persönlich vorbei kommen, einfach mal klingeln und warten was passiert oder Mittwoch, der 30. Oktober 09:26 Uhr?!?

Zwinkerndes Smiley

Samstag, 17. August 2013

IRONIC / LIFES’S A BITCH

(Alanis Morrisette / Motörhead)

lab

“I don't know what you see,
I don't know the score,
But if you don't like blood,
You better close the door

(…)

Just remember Life's a Bitch”

(Life’s a Bitch; Motörhead)

Mittwoch, 14. August 2013

ANYTHING GOES

(AC/DC)

Schon lustig, was man den Leuten bisweilen so alles andrehen kann Zwinkerndes Smiley :

norway

Montag, 12. August 2013

FEEL GOOD HIT OF THE SUMMER

(QOTSA)

Daß dieser Tag nochmal kommen würde, das habe ich nie für möglich gehalten! Aber nun ist es scheinbar nicht nur so weit, daß Flüße bergauf fließen und Regen nach oben fällt… nein, jetzt können auch noch Schweine fliegen. Anders läßt es sich schlicht nicht erklären, daß ich heute einen positiven Post über ein Wahlplakat der CDU verfasse. (Im Falle der FDP müßen die fliegende Schweine noch mit brennenden Kettensägen jonglieren, während sie mit den Hinterbeinen Beethovens 9. auf einem Blasinstrument aus Uran 235 zupfen…  eher wird diese neoliberale Spinnerbande hier nicht positiv erwähnt. Nur zum Vergleich: Das ist ungefähr gleich wahrscheinlich, wie daß sie sie die 5%-Hürde meistern Zwinkerndes Smiley).

Na jedenfalls habe ich am Wochenende die MsPittili aus dem schönen Karlsruhe abgeholt. Im Gegensatz zu Three-O-City, wo ich bisher nur Wahlplakate der Piraten ausmachen konnte, hat man im raum Karlsruhe schon fast parteiübergreifend die Spitzenkandidaten an den innerstädtischen Laternenmasten aufgehängt. Wer noch keinen Spitzenkandidaten hat, oder ihn noch nicht herzeigen möchte, der hat zumindest irgend eine knackige Propagandabotschaft auf ein Pappschild pinseln lassen und das wiederum am Laternenpfahl platziert – ist ja auch gleich viel humaner. Jedenfalls hat man da in BaWü schon einen gediegenen Überblick über die Politlandschaft in diesem Lande. In anderthalb Monaten dann muss man sich ja für einen dieser Vereine entscheiden, da kann ein wenig Informationsbeschaffung im Vorfeld nicht schaden. Wieder einmal muß man übrigens den Grünen zur Kampagne gratulieren bisher.

grüne

grüne2

Gut, sie sagen jetzt nicht unbedingt, was sie vor haben, aber die Konkurrenz im Großformat durch den Kakao zu ziehen, das hat auch erst mal was. Außerdem muß man ja nicht von Anfang an potentielle Wähler mit den Gesichtern der eigenen Parteispitze erschrecken. Ich hoffe mal, die bringen im nächsten Monat noch ein wenig mehr Message rein. Den Vogel abgeschossen hat aber die CDU wie ich finde. Man muß sich das mal vorstellen: Wir haben eine Bundestagswahl vor der Tür. Eine Wahl, die über die politische Ausrichtung des ganzen Landes binnen der nächsten vier Jahre entscheidet. Man erwartet, daß sich alle Parteien mal fünf Minuten Zeit nehmen und ihre Wahlkampagnen durchdenken. Man erwartet zwar nicht, daß diese dann sonderlich originell oder aussagekräftig sind, aber ein paar gewohnt abgedroschene, inhaltsleere Schlagworte, die man uns auf den Plakaten um die Ohren schmeißt, das erwartet man dann schon. “Familien stärken”, “Mehr Arbeitsplätze” “Für mehr soziale Sicherheit”, “Für einen starken Euro”, “Mehr Moppelkotze in Fleischersatz”… so etwas eben. Für “Wir sind besser als die anderen, weil wir ein Konzept haben daß folgendes besagt: … “ reicht es ja meistens eh nicht. Aber man erwartet schon eine grundsätzliche Kampfansage an die Konkurrenz. Normalerweise hält sich der parteipolitische Wahlkampfstratege ja auch daran; es gilt ja, sich mit dem großen, politischen Gegenspieler auseinander zu setzen. Was den Wahlsieg angeht, da war das früher im ne ganz große Schlacht ums Wählerherz. Da prügelten CDU und SPD argumentativ und optisch auf ihren Plakaten aufeinander ein. Das waren noch Zeiten! Momentan aber, da die Kanzlerin in der Öffentlichkeit nicht wirklich den Eindruck vermittelt sich Sorgen um die Wiederwahl zu machen, da scheint man bei der CDU eher eine Strategie der Ignoranz zu verfolgen. Warum soll man gegen einen Gegner in den Wahlkampf ziehen, den man als solchen nicht wirklich ernst zu nehmen scheint? Die Kanzlerin hat gefühlt im letzten Jahrzehnt zuletzt den Namen “Steinbrück” öffentlich erwähnt und verweigert seit seiner Nominierung als Spitzenkandidat jegliche Auseinandersetzung mit ihm. Da passt dann dieses, in Karlsruhe mehrfach plakatiertes Wahlplakat nur zu gut ins Bild:

cduu

Was soll man sich auch mit Wahlkampagnen abplagen, wenn man gefühlte 67% Vorsprung hat? Warum dem Bürger all den Ungemach eines Wahlkampfes aufnötigen, wenn es draußen doch sooooo schönes Wetter gibt? Ich mußte schmunzeln, als ich das sah. Nicht etwa, weil mir ich die Union so super finde, nein. Dieses Plakat trifft viel mehr meinen Humor. Es ist derartig dreist, auf die Tour den Wahlkampf zu eröffnen, daß es schon fast wieder erfrischend ist. Das traut man dieser konservativen, frühergrauten Langweilerbande halt nicht zu, so viel Kreativität und Witz. Außerdem fällt mir seitens der SPD, die scheinbar ziemlich überrumpelt wurde von dem Ding, keine auch nur annähernd passende Antwort ein, mit der sie auf dieses rotzfreche Plakat reagieren und dabei noch punkten könnte.

Well played, Mutti… well played! Zwinkerndes Smiley

Donnerstag, 4. Juli 2013

DIE PARTEI HAT IMMER RECHT

(Lied der Partei)

Wie ihr alle wißt, werden wir ja im September wieder zur Urne schreiten um festzulegen, wer die fragwürdige Ehre hat die noch viel fragwürdigere FDP als Kollisionspartner von Mutti zu beerben. “Bundestagswahl” nennt sich der Spaß. Wir tun zwar so, als ob es bei der Wahl nur um CDU/SPD/Grüne/Linkspartei und die üblichen Splitterparteien wie die Piraten oder die FDP geht, aber das ist so nicht ganz richtig. Abgesehen von den verachtenswerten Hetzern aus Adolfs scheißbrauner Gesinnungsecke, die hier nicht weiter erwähnt werden sollen, gibts da nämlich noch viel, viel mehr zu entdecken auf unserem zukünftigen Wahlzettel.

An einige dieser Kaschperlevereine hat man sich ja schon gewöhnt, sie sind einem auch schon irgendwie ein Begriff. Zum Beispiel die geistig leicht verstrahlten Wünschelrutenhippies von den Violetten, die Kalkfraktion der Grauen Panther oder auch die Deutsche Tierschutzpartei… sie alle sind uns irgendwie geläufig, was allerdings nicht heißt, daß wir sie ernst nehmen. Gleiches trifft auf unsere landeseigenen Muslimbrüder zu, die “Partei Bibeltreuer Christen”. Irgendwie findet man es ja schon niedlich, wie sich diese ganzen Splitterparteien alle vier Jahre neu formieren und uns im Öffentlich Rechtlichen Anstaltswesen mit ihren zusammendilettierten Wahlwerbespots traktieren nur um sich dann praktisch wieder selbst zu wählen und mit Ergebnissen im Promillebereich wieder in Vergessenheit zu geraten. Zu Recht, wie ich mal festhalten will. Aber im Gegensatz zu anderen, zukünftig potentiell Gelisteten Parteien, sind selbst das noch “etablierte politische Größen in der bundesdeutschen Parteienlandschaft”. Glaubt ihr nicht? Dann klickt mal DIESEN LINK HIER an, über den ich gerade gestolpert bin. Da listet der Bundeswahlleiter auf, wer denn so alles bei der Wahl zugelassen werden will. Bei einigen hoffe ich inständig, dass man ihnen den demokratischen Vogel zeigt und ihnen den Verfassungsschutz ins Wahlbüro schickt. Andere sind schon vom Namen her derart skurril, daß man sich fragt, was zum Henker die Gründer dieser Klitschen geritten hat. “Die PlanetBlauen” – die Wasserpartei. Mal abgesehen davon, dass es denen das Lehrzeichen weggespült hat, dürfte ihr liquider Wahlhelfer ausgerechnet ihnen dieses Jahr die absolute Mehrheit ohnehin verhagelt haben – Stichwort “Jahrhundertflut”. Man kann sich auch fragen, wer oder was “DIE NÄCHSTEN” sein sollen. “Ihr seid die Nächsten!” ist in Filmen ja eher finalvital konnotiert – so ne Art Prophezeiung zum eigenen Abschneiden? Sehr nett finde ich hingegen die “Partei Gesunder Menschenverstand”; nur in der Politik haben die mit dieser Einstellung wohl keine Chance. Und wofür steht “Aufbruch C”? Vor allem: Was ist dieses “C”. Chemnie? Corpus delicti? Chromosomale Translokation??? (BTW: Ich habe es gegoogelt, finde meine Deutungen aber deutlich cooler). Die “SU”, die Suitainable Union, umschreibt auf ihrer Homepage ihre Ziele übrigens wie folgt:

“Das politische Ziel ist Nachhaltigkeit bei jeder politischen Entscheidung aufgrund der 3 Säulenlehre: der Sozialen, der Okonomischen und derÖkologischen.”

(Quelle:  http://space.arcor.de/sustainableunion/; Version 04.07.13)

Wer in einem Zweizeiler schon derart katastrophale Rechtschreipfählär uhnt einpaud, där hattete in dem politik nix verliert, wemm mir wer frägt! Zumal ich ja aus orthographischer Sicht für eine Nachhaltige ÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖkonomie bin. “Ö”, liebe Leute, wie in MotÖrhead! Naja, alle ballaballa! Final möchte ich “Die GERADE Partei” noch erwähnen. Auch wichtig, nicht krumm oder schräg, nein, gerade. Auf ihrer Homepage führen die den politischen Diskurs mit der verstärkten Benutzung des Wortes “Schlauberger”. Das ist aber auch das einzig Sympathische an denen wie ich nach der Lektüre ihres Onlinepamphletes finde. Aber wenigstens wissen die, was ein “Ö” ist.

Ich habe mich, angesichts dieser ganzen mehr oder weniger offensichtlichen Klappsparteien, mal gefragt, was uns in diesem Land denn noch zum Untergang fehlt – wo wir doch scheinbar schon alles haben. Die gute Nachricht ist: Es geht noch dämlicher, die schlechte: Ich weiß auch wie Zwinkerndes Smiley:

PDBFUBFINNENSAVIH

Oder wie wäre es mit denen:

Die Indianer

Wenn es allerdings einer zur absoluten Mehrheit schafft, dann wohl nur der Geheimfavorit:

DDFP

Liebe Gaga-Parteien: Demokratie bedeutet, dass man eine Meinung vertreten darf… man muß es nicht unbedingt.

PS: Mit 23 Jahren Abstand wirkt der Titelsong zum heutigen Posting übrigens enorm absurd: KLICK.

Samstag, 15. Juni 2013

AUFTRITTE VOR OSTDEUTSCHEN SENIOREN

(Rainald Grebe)

Morgen gehen wir hier in Three-O-City erstmals in diesem Jahr wählen. Oder sollte ich sagen wir “schreiten zur Urne”? Klingt etwas bedeutsamer und kommt auch auch dem hiesigen Altersdurschnitt so rein motorisch mehr entgegen. Wäre ja auch generell bitter nötig, daß man den Wahlen mal eine kleine Aufwertung verpasst. Wenn es im September zur Bundestagswahl geht und wir doch bitte alle zusammen der “ruhmreichen” FDP eine mindestens vierjährige Parlamentsauszeit verschaffen, dann können wir uns immerhin über eine Wahlbeteiligung von irgendwas in die 70% “freuen”. “Freuen” deshalb, weil das auch schon mal mehr war und meiner Meinung nach auch mehr sein müsste. Je weiter man die politische Hierarchieleiter hinab steigt, um so weniger Leute machen dann auch ihr Kreuzchen. Irgendwie schade. Jedenfalls sind wir auf besagter Leiter schon in einer recht komfortablen Sprunghöhe angekommen, wenn wir hier über Oberbürgermeisterwahlen reden. Als ich dann die Wahlbeteiligung beim letzten Durchgang ergoogelte, hatte ich mich schon auf unter 50% vorbereitet… aber 30,78% im zweiten Wahlgang???? Dreißig mickrige, beschi*ene Popelprozent?!?!?? Peinlich finde ich das. OK, im ersten waren noch gut 38% wählen, aber auch das ist doch lächerlich.

Liebes Three-O-City, morgen erwarte ich mehr von Dir! DEUTLICH mehr!

Meckern könnt ihr doch auch immer alle! Das ist ja an sich auch nix Schlimmes, das Meckern. Irgendwie gehört es hier in Nischelstan ja auch ein wenig dazu, aber wer meckern will, der muß sich das Recht auch durch seine Stimmabgabe verdienen finde ich. Jeder andere sollte gezwungen werden die gesamte Legislaturperiode in Bieberbettwäsche zu schlafen… in Justin Bieberbetwäsche! Seht mich an, ich hab ordnungsgemäß gewählt damals und kann nun sagen: ““Stadt der Moderne” ist ein suboptimaler Slogan, wenns in der Innenstadt mitunter SO HIER aussieht. Außerdem finde ich, es ist zu 08/15, hat zu wenig Pepp!” Aber da ich gewählt habe, kann mir niemand vorwerfen, daß ich nicht mein Möglichstes versucht hätte diesen Rufmord an sich selbst zu verhindern. Hab ich ja, aber auf mich hört ja wieder einmal keiner – typisch!

Ich weiß, daß es einem die Kandidaten und vor allem die Parteien in diesem Jahr nicht besonders leicht machen (wie auch HIER nochmals nachzulesen ist), aber das ist keine Ausrede finde ich, dann wählt halt den, der am wenigsten Banane ist eurer Meinung nach, aber um Himmels Willen: WÄHLT!

Zwei kleine Anekdoten bzw. Nachrichten noch um das Interesse der Chemnitzer an ihrer Oberbürgermeisterwahl zu illustrieren. Eine gute und eine schlechte; welche wollt ihr zuerst hören? Die schlechte? OK. Wir haben diese Woche dann doch noch einen Wahlkampfstand in der Innenstadt gesehen, an dem der Kandidat und zwei seiner Hiwis mutterseelenallein und vollkommen unbeachtet vom Passantentum in der Gegend herum standen und auf ihren Flyern sitzen blie… wobei: Das war der verhinderte Wortakrobat von der FDP…  HA! Ich glaube, ich habe doch zwei gute Nachrichten für euch, wenn ich’s mir recht überlege.

Die zweite ist nämlich, daß es auch in einer 30% Stadt noch Leute gibt, die ihren Mitmenschen ein wenig ins Gewissen reden wollen. Das ist eigentlich recht einfach und man braucht nicht einmal einen Blog und schon gar keine politisch verklausulierten Sprachhülsen vom “Volk als Souverän” oder vom “Bürger mit der Macht”… es geht auch viel einfacher. Gleich nachdem wir dem Ignorierten beim ignoriert werden zugesehen hatten, stießen wir an einem Fahrkartenautomat an der Zenti (Zentralhaltestelle des ÖPNV – man hat also Publikum) auf folgende Botschaft eines Mitbürgers an sein belebtes Umfeld:

IMAG0374

Zu klein? Dann guckst Du hier:

IMAG0373

… also ich finde, das macht irgendwie Mut, daß doch noch nicht aller Tage Abend ist in unserer Demokratur! Wer immer das verzapft hat: Daumen hoch! Smiley

Montag, 10. Juni 2013

HORST

(Blumentopf)

Kleines Fundstück von Amazon, das ich euch nicht vorenthalten wollte:

amazon wtf

… wenn das der Chef von Bautzen ist, will ich die anderen gar nicht erst erleben. ;-)

Samstag, 1. Juni 2013

BULLENSTATT–offizieller Kindertagsblogpost

(Die Ärzte)

Heute ist Kindertag! Smiley mit geöffnetem Mund Ja, der Tag, an dem die Weltbevölkerung es sich zur Aufgabe gemacht hat die kleinen, nervtötenden Windelterroristen zu huldigen, die ihr den Schlaf rauben. Das ist ein wichtiger Tag, wie ich finde. Erst gestern wurde ja bekannt, daß uns im Vergleich zu vorgestern rein statistisch gesehen ganze 1,5 Millionen Einwohner abhanden gekommen sind. Blopp! Einfach weg – wie ein Furz im Wind (wie es so schön heißt). Die paar Männeken, die jetzt noch übrig sind sterben bei der aktuellen Geburtenrate ja praktisch auch gerade aus. Wir sollten also gegensteuern, bevor und in 20 Jahren die Briten noch “neu entdecken” und zu ihrer Kolonie machen. Aber das ist halt schwer umsetzbar, wenn die letzten Humanplatzhalter zwischen Kiel und Bodensee, ein geradezu expansionsfeindliches Klima schaffen.

Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Wenn in diesem Land auf irgend einer beschissenen, sumpfigen Wiese ein Juchtenkäfer hockt oder eine Feldermaus mit U-förmig krumm gekloppten Zinken bräsig im Baum hängt, dann springt der so genannte “Wutbürger” vom Fernsehsessel auf und wird renitent. Da werden Plakaten gemalt, ganze Hundertschaften der Polizei für Demos gebunden (hier im Osten müssen ganze Regionalligaspieltage ausfallen, weil schlicht und einfach niemand mehr da ist, der sich dem dummhohlen Hooliganabschaum in den Weg schmeißt) und per Trillerpfeife dem eigenen Unmut Luft verschafft. 99% der beteiligten haben dabei diese Viehcher noch nicht ein einziges Mal in ihrem Leben gesehen, da gehe ich jede Wette ein. Aber wenn der siffige Althippie von Nebenan im Halbrausch weinselig “Rätät den Juchtäänkäääfaaaaaaa” gröhlt, dann wird munter eingestimmt und die eigene Infrastruktur boykottiert. Ist ja auch logisch – wenn wir eh bald alle Wurmfutter sind, wer nutzt denn dann noch die schönen Brücken, Bahnhöfe oder – so sie denn jemals fertig werden – Bahnhöfe? Der Juchtenkäfer etwa???

Der Protestant an sich, mit seinem Pappschild und der Trillerpfeife, der da im Pulk der Aufgestachelten das Ungeziefer vor dem Bagger rettet, der hat aber auch noch eine andere Seite. Eine Seite, gegen die sogar Darth Vader durch seinen Geistesblitz am Ende von Episode VI, noch wie der Vater des Jahes wirkt. Kehrt Freund Pfeifenheiner nämlich nach langem, lautstarken, zivilen Ungehorsam wieder heim in sein Loft, dann will er seine Ruhe haben. Dann will er sich sein handwarmes Körnerkissen ins Genick rammen und bei einer Bionade Chopin lauschen – und wehe, man stört ihn dabei!

Wir waren gerade in einer der in den letzten 3 Wochen recht spärlichen Regenpausen noch einmal spazieren. Dabei kamen wir auch an etwas vorbei, was mir schon seit Jahren negativ auffällt. Ich finde, daß das durchaus entlarvend ist.

Kinderhasser

Das ist Folter! Eine schöne, große Wiese, auf der ein wacher Geist netter Weise diese tollen Fußballtore installiert hat und dann sowas! Wie? Wäschedingsbumseln? Ja, aus der Sicht eines Ü15jährigen vielleicht, aber als Kind sieht man darin genau das: ein Fußballtor! Ich kenne das aus eigener Erfahrung, damals, in Berlin. Da hatten wir die Dinger auch vor unserem Wohnblock und es wurden ein paar epische Europapokalschlachten zwischen ihnen ausgetragen. Wie? DDR damals? Da war nix mit Europapokal? Gut, dann halt FDGB-Pokal, Kommi-Cup oder Lenin-Liga – wie ihr auch wollt. Jedenfalls waren das Tore für uns, nix anderes – und wenn man die Bettlaken von Frau Schrumpf traf, gabs ein Bonustor! Zwinkerndes Smiley Dann – Honnis Landnahme war gerade vom Wind der Geschichte hinweg geweht – ging es im Erzgebirge weiter. Ich war ja kaum 10 Jahre alt und konnte daher immer noch keine alternative Nutzungsform für die Teile ausmachen. Auch im Düsterwald hatte ich ein paar Kumpels, die bei sich zu Hause diese Metallbögen im Garten hatten und wieder kickten wir. So siehts mal aus! Aber hier, keine 200 Meter von meiner Butze entfernt, hat ein Trupp von grantigen Orkhauptmännern das Régime übernommen und jenes boshafte Schild an den Sportplatz gedübelt. Ich finde so etwas furchtbar! Zumal wir hier im Umfeld noch mehrere dieser Wiesen haben und keine der Hausgemeinschaften ist ähnlich Kinderfeindlich wie diese subversiven Subjekte da. Überhaupt finde ich es furchtbar, daß wir es hier nicht hin bekommen, solche Schilder – wenn sie denn schon sein müssen – wenigstens etwas freundlicher zu gestalten. Vom Tonfall her besagt “Fußballspielen verboten!” ja eher nicht “Wir bitten Sie, auf diesem Rasen nicht Fußball zu spielen, da sich die Anwohner gestört fühlen könnten”. Nein, es klingt eher wie “Sait föhnf Ohrrr föhnfuntföhrzähg wirrrd zoröckgeschossän!”. Typisch deutsch halt. Wahrscheinlich hat sich einer dieser Blockwarte hinter seiner Spitzengardine verschanzt und beobachtet sein schickes Schild den ganzen Tag mit dem Feldstecher, daß dem bloß nix passiert. Und wenn der Liter Doppelherz vom Frühstück die Nieren passiert hat, muß seine Else so lange das Fernglas halten und eventuelle Delinquenten beim Schutzmann melden.

Schämt euch, da drüben… in Mordor!

In diesem Sinne: Einen schönen Kindertag Jungs und Mädels - und vor allem natürlich uns vor rudimentärer Restinfantilität nur so strotzenden Männern.

Freitag, 17. Mai 2013

MISTY MOUNTAINS

(Richard Armitage)

Einen habe ich noch zu später Stunde! Smiley mit geöffnetem Mund Ihr kennt doch bestimmt all die “How XY should have ended” Videos? Wenn nicht, dann schämt euch. Jetzt gibt es auch eins zum Hobbit. Wichtig hierbei: Bis zum Ende dabei bleiben, da kommt noch was Schickes am Ende. Zwinkerndes Smiley

Die anderen Episoden sind übrigens ähnlich empfehlenswert.

Viel Spaß!

Mittwoch, 15. Mai 2013

WAKA WAKA

(Shakira)

Wir wohnen hier ja nun – wie schon des Öfteren erwähnt – in einer Rentnergegend. Wenn man so die umliegenden Balkons betrachtet, ja, dann merkt man das auch. Sogar schienbeingroße Gartenzwerge und bunte Gartenzwerg-Lichterketten sind zu erblicken.  Eine Hand voll dieser “Erwins” kann man in beängstigender Regelmäßigkeit auch im weißen Feinrippunterhemd beim Abendbierchen im Balkonliegestuhl beobachten. Obwohl… eigentlich beobachten die eher uns, jedenfalls kommt es einem so vor, wenn alibihaft an irgend einem Gebüsch herum genestelt wird während man zu “den jungen Leuten” herüber schielt. Ich frage mich dann manchmal “Haben die eigentlich nix anderes zu tun?”

Nein, haben sie nicht. Könnten sie aber, wie letzte Woche ein Blick in den Briefkasten zeigte:

1

Ich finde das aus mehreren Gründen ziemlich amüsant. Zunächst sticht die hochprofessionelle Aufmachung der ganzen Aktion da ins Auge. Handynummer (gehört zu einem Herrn Schöne im Übrigen) und Gmail–Adresse, mehr nicht. Da springt einem die Seriosität doch schon fast entgegen – und nicht nur die. Ich habe mir des Spaßes halber mal die “Mühe” gemacht auf die Homepage zu gehen um das Impressum zu checken – dazu aber gleich mehr. Ich finde ja schon den Slogan nen Brüller “Wir schicken sie auf keine Kaffeefahrt!” Kein Kaffee? Wäre für mich ja schon das erste No-Go! Außerdem ist “Erotikveranstalter für Sachsen” bei der hiesigen Nähe zur Tschechischen Republik sicherlich auch ein wenig euphemistisch ausgedrückt – aber gut, wir sind doch irgendwie alle EU. Mal abgesehen vom hochgradig dezent gehaltenen Logo (bei dem ich mich frage, was passiert, wenn die gute Frau versucht zu laufen – weg zu laufen vor dem Elend was sie da heimsucht)

3

dieses Schlüpferstürmer-Neckermännchens, sei hier vor allem auf die Rückseite des Flyers verwiesen:

4

Es ist also offensichtlich kein “Versehen”, daß hier in der Rentnerecke der Stadt die Knattertouristik ihre Animationsblättchen verteilt, nein, es ist gezieltes Marketing! Was, wenn schon keinen Kaffee, bietet man den Lustgreisen denn an, daß die ihre morschen Knochen vom vermeintlich letzten, viagraschwangeren Hormonschub nochmal zur Svetlana in den Sauna-Club spülen lassen? Nun, scheinbar folgendes:

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Mal abgesehen von der grottigen Interpunktion, sind die Formulierungen sehr… vielsagend. Das fängt beim jovialen “für jeden Spaß zu haben” an, was natürlich den Zweck der Reisen harmlos umschreiben soll. Da man aber mit nackten Ischen alleine den Rentner noch nicht hinter dem Ofen hervor lockt, wird auch der Komfort einer “Abholung” und die obligatorische “Verpflegung” versprochen. Wahrscheinlich gibts wahlweise Schnitten oder Würstchen aus der Dose zum Anheizen und einen ordentlichen Humpen Doppelherz zur präkoitalen Stärkung. Man muß ja immerhin einen “mehrstündigen Aufenthalt” durchstehen. Anschließend gehts in eine Pension inklusive Frühstück um die Kraftreserven wieder auf zu füllen vor der langen Heimfahrt. Klingt bis auf den “mehrstündigen Aufenthalt” eigentlich eher nach Städte- als nach Ständerreise. Man mag kaum glauben, daß die Teilnehmer nicht mit ner Heizdecke, sondern wahrscheinlich eher mit nem Tripper heim kehren. Wenn das die Enkel wüßten… ! Am niedlichsten finde ich aber die “individuelle Betreuung der Reiseteilnehmer”. “Betreuung” ist wohl durchaus das richtige Wort bei der Zielgruppe. Das ist da auch keine Massenabfertigung, kein Durchgangsverkehr im amourösen Etablissement; es ist “individuell”, ja schon fast “exklusiv”. Jeder Mitreisende bekommt seine eigene Erotikdienstleistungsfachtkraft auf den Schoß gesetzt und dann geht’s ab – das betreute Fummeln. Denn: Mal ehrlich: Eine dankbarere, weil pflegeleichtere Kundschaft als die Generation 70+ kann sich die Dame doch nicht wünschen.

Jedenfalls fand ich den Flyer irgendwie witzig, weshalb ich dachte, es wäre eine gute Idee ihn mal mit euch unter der Rubrik “Fundstück” zu teilen. Abschließend möchte ich noch mein Versprechen vom Anfang des Textes einlösen. Wie ihr euch erinnern werdet, bin ich euch noch die Rückkehr zum Impressum schuldig. Da steht ungefähr doppelt so viel drin, wie auf dem Flyer – nämlich 2 Handynummern. Als zweiter Ansprechpartner und Mitorganisator dieser Knackersafiris nach Strapsistan wird da nämlich – und solche Geschichten kann man sich nicht ausdenken, die schreibt nur das Leben selbst – ein gewisser “Herr Nutto” geführt. Zwinkerndes Smiley