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Freitag, 26. Oktober 2012

LONESOME DAY

(Bruce Springsteen… THE BOSS)

Seit einigen Tagen rief mich immer eine seltsame Handynummer an. Da ich die Quatsche auf Arbeit immer lautlos habe, verpasste ich die Anrufe natürlich. Ich war mir ziemlich sicher, daß es eigentlich nur mein Mobilfunkanbieter sein kann, drum rief ich nie zurück. Heute, Freitag, ergab es sich nun, daß ich am frühen Nachmittag bereits daheim war als es wieder klingelte. Einkauf war gemacht und ich hatte das Telefon wieder angeschaltet (was ich oft vergesse), der Tag auf Arbeit war auch einer der ruhigeren und obendrein schön kurz. Zur freitäglichen Siesta hatte ich mich auch noch nicht hingelegt, sonst hätte ich wieder nicht abgehoben. Ich ging also einfach mal ran. Es entwickelte sich folgendes Gespräch:

SIE: Guten Tag Herr Suomieven! Mein Name ist Trullala und ich rufe im Auftrag von Base an, ihrem Mobilfunkanbieter. Wir haben gerade eine große Treueaktion von der sie Profitieren können. Da sie ja nun schon seit langer Zeit einer unserer treuesten Kunden sind (Anm.: Seit Ende August… ) möchten wir ihren dieses einmalige Angebot der goldenen Partnerkarte unterbreiten. Diese können sie natürlich für sich als Zweithandy nutzen oder an einen ihrer Freunde oder Partner (was unterstellt die mir hier?!?) weiter geben und somit dessen Telefonkosten deutlich senken. Dieses Angebot ist zeitlich allerdings begrenzt.

Ich: Aha, aber…

SIE: Sie können das direkt hier am Telefon abschließen und wir schicken Ihnen das Paket dann für sie bequem und selbstverständlich versandkostenfrei zu.

Ich: Aber warum? (einfache Frage, Bombenwirkung)

SIE: … (Pause)… damit, damit können sie dann…

Ich (dachte mir so “jetzt mußt du aber nachlegen”): Ich bin ein sehr, sehr einsamer Mensch.

SIE:… öhm (lange Pause). S-s-s-sehr einsamer M-M-Mensch?

Ich: Mhhhm, ich weiß manchmal gar nicht, was ich hier eigentlich mache, so auf der Erde und so.

SIE: Ähm… (noch ne längere Pause).

Ich (mit leidendem Unterton): Bitte verkaufen sie mir nie wieder SOWAS!

SIE: (überraschend ernsthaft) OK, OK… dann wünsche ich Ihnen aber noch alles Gute!

Ich (kichernd, denn ich konnte es nicht mehr unterdrücken): Ja vielen Dank, ihnen auch.

Zwinkerndes Smiley

(Ihr Problem war einfach der lange Einleitungsmonolog, sowas gibt mir viel zu viel Zeit auf dumme Ideen zu kommen.)

Mittwoch, 13. Juli 2011

IT SNOWS IN HELL

(Lordi)

Ich bin ja bekannter Maßen ein Fan von allem Schrägen, das so unter der Sonne wandelt. Wir leben, das ist Fakt, nun mal in einer Welt, die immer durchorganisierter, genormter und standardisierter wird. Es werden Regeln, Größen, Relationen… Größenrelationen und zulässige Gurkenkrümmungen vorgegeben. Vieles davon macht dermaßen wenig Sinn, daß man sich nicht einmal traut die Gründe zu hinterfragen, weil man dann wahrscheinlich die Mitglieder eines ganzen EU-Ausschusses kollektiv zwangseinweisen müßte, sobald man verwundert die Begründung vernommen hat. Wieder anderes hingegen ist durchaus sinnvoll und vereinfacht uns das Leben doch erheblich; ist also gut. Unterm Strich ist es einfach mal so, wie es ist. Was sich daraus natürlich zwangsläufig ergibt, ist, daß alles, was nicht normgerecht daher kommt erst einmal auffällt. Manche unserer Zeitgenossen machen das dann natürlich mit voller Absicht, was die Sache dann meist noch lustiger macht. Bei den ganzen technischen Dingen funktioniert das eigentlich auch ganz gut, das Normen. Da traut sich auch kaum einer, eine Revolution vom Zaun zu brechen. Problematisch wird es aber immer dann, wenns religiös angehaucht wird, denn dann funktioniert der Pragmatismus der technokratischen Richtlinie ja nicht mehr. Da wir allerdings alle so vorbildlich politisch korrekt sein wollen, versuchen wir die entsprechenden Hindernisse zu beseitigen und schaffen „Ausnahmeregelungen im Namen des Herrn“.
 
(Jaja, ich werde gleich deutlich unkryptischer, keine Angst)

Aber sobald mal jemand die Frage stellt „Joa mei, welches Herren denn eigentlich?? Man hat ja ne gewisse Auswahl!“, dann wird’s schwierig. Im vorliegenden, mich zu diesem Posting inspirierenden Artikel, sogar mal so richtig schwierig. Denn während bei den Amis, rein theoretisch, Krethi und Plethi ihre eigene Religion aufmachen dürfen, muß das bei uns erst mal anerkannt werden. Was macht man nun aber, wenn einer auf eine (wahrscheinlich die mit Abstand coolste) Alternativreligion aus Übersee zurückgreift und das ausgerechnet in Österreich auch noch durch praktizieren seiner religiösen Gebräuche kund tun will? Hmm, wenn man politisch korrekt sein will, wie wir es dich alle ganz bestimmt wollen, müßte man den machen lassen. Was aber, wenn der Typ jetzt nicht an die, ich nenne sie mal „Klassiker“ glaubt, nicht an Gott, Jehova, Allah oder Buddah, sondern sich das FSM ausgesucht hat?!? [Ist mir jetzt zu schwierig das alles zu erklären, aber ich habe vor ein paar Jahren schon mal über die gebloggt. Schaut am besten selbst: FSM - Deutschland] 
ER
Gut, das ist jetzt augenscheinlich nicht die am ernstesten gemeinteste Religion, gebe ich ja zu. Jedoch, das ist ja das Schöne am Metaphysischen, man kann sich auch nicht wirklich widerlegen. Also warum nicht das tun, was man bei den anderen Religionen auch macht: Prophylaktisch mal so ihr Ding machen lassen, es könnte ja sein, daß sie Recht haben und dann will man am jüngsten Tag nicht der Arsch sein, der alles vermasselt hat. Ich weiß gar nicht, warum es den Ösis so schwer fällt, das einzusehen. Rein pragmatisch gesehen ist die Beweisführung für ein Flying Spaghetti Monster doch auch nicht schwerer als für den Rest der Bande. Wenn dann jemand seiner religiösen Überzeugung Ausdruck verleihen will, dann soll er – meine Meinung – auch die uneingeschränkte Gelegenheit dazu haben. Wenn man den anderen Dudes schon diese Freiheiten einräumt, um deren religiöse Gefühle nicht zu verletzen, dann sollte man all den Freaks und den Alltagsguerillas da draußen, die unterhaltsame Lücken in der allumfassenden Normierung kreativ zu meinem Amüsement nutzen, den gleichen Gefallen tun. Gleiches Recht für alle sozusagen! 

Nach dem ich folgenden Artikel las, war ich richtig traurig, daß ich mit der Ausweisbeantragung nicht noch ne Woche gewartet habe. 

Viel Vergnügen, ich fand es witzig:


PS: DIE HABEN EINEN BIERVULKAN!!!