Dienstag, 9. Oktober 2012

WHITE NIGHT FANTASY

(Nightwish)

Nach dem eher kulinarisch und politisch subkorrekt angehauchten Blogbeitrag am Nachmittag möchte ich euch heute natürlich auch ein paar kleine optische Eindrücke vo Helsinki verschaffen. Leider zum vorerst letzten Mal. :-( Morgen 13:10 Uhr Ortszeit hebt hier nämlich ein Air Berlin Flieger gen Berlin ab, an dessen Bord sich meine Wenigkeit wohl befinden wird.

BTW: Liebe Air-Berlin-Angestellte: Seid ihr eigentlich sicher, daß ihr anständig bezahlt werdet? Wären nicht eine 23 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich, eine 76,34%ige Gehaltserhöhung und ein vierzehntes sowie fünfzehntes Monatsgehalt zuzüglich Osterzuwendung, Pfingstzuschuß und natürlich Sylvesterpauschale i.H.v. jeweils 3780€ netto als Gesamtpaket ein lohnendes Streikziel? Ich schlage vor, ihr fangt mit der Durchsetzung eurer absolut legitimen Forderungen hier in Helsinki an… am besten sofort! Ich glaube an euch, denn mit eurer ehrlichen, harten Arbeit habt ihr es euch verdient, auch ein Stück vom Kuchen ab zu bekommen! ;-)

Zu unserem Urlaub passt es auch irgendwie, daß wir “DAS” Tourihighlight von Helsinki erst ganz am Schluß “machten”. (Man schaut sich im Urlaub ja nix mehr an, man “macht” ja mittlerweile. Genießen ist überbewertet, weil zu passiv… “Macher” braucht die Freizeit!) Das war aber eher zufällig, denn wir stiefelten praktisch jeden Tag drum herum wenn wir denn in Helsinki waren. Außerdem ist das Ding optisch sehr ansprechend und wirklich schick, sodaß wir es bestimmt nicht absichtlich umgangen haben. Kam halt so. Und heute waren wir endlich vor Ort und “machten”… nein, wir nicht, wir "besichtigten” noch ganz old school die Helsinki Cathedral.

cathedral 1

cathedral 2

catherdral 3

catheral 4

cathedral 5

catheral 6

THE SWEETEST THING

(U2)

Hallöchen. Heute gibt es, so zwischendurch, mal wieder ein kleines Fundstück aus den real existierenden Warenregalen Finnlands. Als ich das entdeckte, mußte ich doch sehr, sehr schmunzeln, weil es alle politisch überkorrekten Diskussionen in Deutschland mal locker ad absurdum führt. All ihr ewigen Weltverbesserer, die ihr einen Lebtag lang nur auf der Theorieebene verweilt, all ihr Anprangerer und Mahner, ihr “-inninnen” und “-innen” – Fetischisten, all ihr latenten Sexismus in die Biene Maja – Hineinleser…. kurzum: ALL IHR NERVTÖTENDEN GUTMENSCHEN – HIPPIES! Laßt euch mal folgendes gesagt sein:

In Finnland, dem Land, das ihr alle wegen seiner Demokratie, seinem Bildungssystem und seiner Toleranz so toll findet (was es nebenbei bemerkt ja in vielen Fällen auch ist), aber in dem Land, das ihr in euren lächerlichen “lass uns das mal ausdiskutieren” – Kifferhappenings ohne mit der Bong zu zucken immer wieder als Paradebeispiel für Gutmenschentum aus dem rhetorischen Jutebeutel heraus kramt… hier gibt es sie in praktisch jedem Laden:

Schokoladenschaumfüllungsnaschwerkin

… die Mutter aller Negerküsse! ;-)

Montag, 8. Oktober 2012

HIT THE CITY

(Mark Lanegan)

Hier noch ein kleiner Nachschlag zum heutigen Musikantenposting. Ein paar schöne Impressionen, welche wir gestern und heute in der finnischen Hauptstadt sammeln konnten. Los geht es mit dem meiner Meinung nach sehr, sehr schönen Denkmal, welches die Finnen "ihrem" Jean Sibelius gesetzt haben:




... und jetzt die International Stone Church Helsinki


... so drücken die Nordmänner übrigens "100 Jahre Demokratie in Finnland" aus:


... abschließend noch Olympiaturm Helsinki nebst der dazu gehörigen Aussicht :-)


(... ich will hier eigentlich gar nicht wieder weg...)

AMARANTH

(Nightwish)

Mahlzeit! Heute, also vorhin, sind wir bei einem kleinen Bummel durch Helsinki auf etwas richtig cooles Gestoßen: Straßenmusiker. Das ist jetzt durchaus ernst gemeint, denn die waren unterhaltsam, witzig und auch noch gut. Man blieb gerne stehen, hörte zu und applaudierte nach den Songs. Obendrein waren wir auch gern bereit den Kerls ein wenig Kleingeld in den Gitarrenkasten zu werfen. Das alleine zeigt schon, daß wir relativ beeindruckt waren. In Deutschland mache ich das nie - oder nur sehr sehr selten, was vor allem an der Art liegt, wie da Straßenmusik zelebriert wird. Entweder hackt da ein verfilzter Lehramtsstudent im 26. Semester unmotiviert auf einer abgeschranzten Gitarre herum und mumelt unverständliche Textzeilen oder man sieht sich einem dieser peruanischen Panlötenorchester gegenüber. Ich weiß nicht warum, aber in Deutschland scheinen die erfolgreich zu sein mit ihrem Gedröhne, warum auch immer. Das geht sogar so weit, daß man einen dieses Pfeifenheinis mit seiner Lamafelldecke zum "Supertalent" wählte. Als ob man sie in den Fußgängerzonen zwischen Flensburg und Freiburg nicht ohnehin schon genug hören würde, diese hohlen, sonoren Röhrenopern.

Die Etnofraktion findet das meist ganz toll, weil sie meint, daß da ein "fremdes Volk" mit ihnen "seine kulturellen Eigenheiten teilt" und in eine Art "interkulturellen Dialog" eintreten will. Pustekuchen! Die wollen nur eure Kohle, mehr steckt nicht dahinter! Das alleine ist ja für Straßenmusiker nicht einmal verwerflich, aber diese Eintönigkeit nervt halt; und an der sind wir Deutsche Schuld. Warum? Na, wenn da nicht funktionieren würde, würden die die hispanischen Flötenfiedler sich was Neues ausdenken müssen und wir würden nicht im akustischen Einheitsbrei ersaufen. Aber wie dem auch sei, Helsinki ist Gott sei Dank nicht Bottrop und so bekommt man hier noch was richtig erfrischendes geboten für seine Penunzen... viel Spaß:


Samstag, 6. Oktober 2012

WHY DOES IT ALWAYS RAIN ON ME?

(Travis)

Für den heutigen Blogbeitrag solltet ihr zwei Sachen wissen. Erstens war heute eigentlich ein Transfer von Vaasa nach Tampere geplant. Den Nachmittag wollten wir dann in Tampere und seinen Geschäften verbringen. Zweitens erhielt ich gestern eine SMS einer besorgten Mutter eines Bloggers, der hier nicht näher genannt werden möchte. Diese SMS hatte den Inhalt: “Fahrt langsam und vorsichtig – Unwetter!” Da scheint ja in den deutschen Medien wieder einmal die große “Horrorsturm im kalten Norden” Trommel gerührt worden zu sein in den letzten Tagen. Klar regnete es gestern durch und neben den Straßen standen auch reichlich Felder, Wiesen und Wälder unter Wasser, aber die Finnen interessiert das scheinbar null. Wo bei uns THW und die FFWs der umliegenden Dörfer sinnlos Mischwiesen abpumpen würden, da passiert hier nix. Ist halt so, stört auch keinen. ;-)

Wir haben uns so angewöhnt, hier immer den ausgeschilderten Sehenswürdigkeiten zu folgen. Das sind Schilder wo irgendwas drauf steht, was kein Mensch versteht, sowie die dazugehörige Wegbeschreibung. Die ersten beiden waren enttäuschend heute. Eine komische rote Scheune mit Gift-Shop und Wellnesskladderadatsch sowie ein seltsames Haus mit seltsamem Namen, was obendrein ohnehin schon geschlossen hatte. Beides war recht nahe der Straße und somit nicht so dramatisch. Beim dritten Schild überlegten wir erst, denn es hätte einen Umweg von über 20 Kilometern bedeutet. Wir fürchteten schon, am Ende wieder vor irgend einem verranzten Schuppen zu stehen, der dann auch noch seit 6 Tagen im Winterschlaf liegt; wir entschieden uns vorsichtshalber aber doch mal nach zu sehen. Und so juckelten wir über zunächst noch asphaltierte Landstraßen, später die schon gewohnten Schotterpisten und am Ende über das hier:

zz0

unserem Ziel entgegen… 11 Kilometer weit. Es sei gesagt, daß das eine gute Entscheidung war. Denn während unseres Transfertages unternahmen wir inmitten eines veritabel gefluteten Areals eine respektable Stein/Wald/Moor-Wanderung. Die Mutter des anonymen Bloggers kann nichtmal meckern, immerhin sind wir nicht gefahren. ;-)

zz1

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Jaja… tolles Moorimäki! :-D

Freitag, 5. Oktober 2012

COSMIC EGG

(Wolfmother)

Heute gibt es zur Auflockerung mal ein kleines Fundstück aus dem großartigen Joensuu. Entweder hat der Dude nicht wirklich darüber nachgedacht, wo er sich sein flatterhaftes Maskottchen auf dem Transporter klatscht, oder er hat irgend ein tiefer gehendes Problem mit VW…

ei gelegt

Montagsauto vielleicht? Sehr geil ist auch der Gesichtsausdruck dies Irokesenkuckucks. ;-)

Donnerstag, 4. Oktober 2012

LUMBERJACK SONG

(Monty Python)

Hi allerseits. Heute ging es für uns von Kuopio nach Vaasa, was eine recht lange Strecke ist. Bei den finnischen Straßenverhältnissen und Verkehrssitten aber auch recht entspannt abläuft. Da kommt ja meist eh keiner auf den langen Straßen durch den Wald… und wenn doch, dann halten die den dreifachen Tacho an Abstand. Man rollt also die meiste Zeit mit Tempomat gemütlich durch die Natur. Zwischenstopps mussten aber natürlich trotzdem sein und so suchten wir uns heute die weltweit höchsten Wasserfälle Finnlands aus – Korkeakosken. Vor 9 Jahren war ich ebenfalls schon einmal bei den höchsten Wasserfällen Finnlands, die waren aber ganz wo anders, Richtung Rovaniemi… und sie sahen auch anders aus. Naja, wer weiß, was mit denen passiert ist. ;-) Die hier sind aber auch toll, beeindruckend und natürlich jede Klettertour über Stock und Stein und durch Schlammpfützen wert. Da seit 1. Oktober hier alles an touristischem Schnickschnack abgeschaltet wurde was an Sehenswürdigkeiten normaler Weise so rumsteht (Kioske, Kaffees etc.) hatten wird mal wieder unsere Ruhe. Wenns da keinen Kahvi gibt, kommt da nämlich auch kein Finne freiwillig hin. Jedenfalls sah es so aus, denn diese Wasserfälle hatten wir heute über eine Stunde lang exklusiv für uns. Es zeigte sich mal wieder, daß der finnische Wald das darf, was der deutsche Wald gefälligst seien zu lassen hat: er darf Wald sein. Wenn da ein Baum umfällt, dann bleibt der liegen. Wenn er auf einem Wanderweg liegt und nicht allzu dick ist, dann juckt das hier keinen. Da muss der Wanderer eben mal das Beinchen heben und drüber steigen, umsonst ist er ja auch nicht auf nem Waldwanderpfad, da darf er ruhig schon mal mit so nem Baum in Berührung kommen. Was bei uns zu Hause so alles aus dem Wald geschleppt wird, darf hier einfach liegen bleiben und verrotten – und dem Wald geht es prächtig damit.

wasserfall1

wasserfall2

wasserfall3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was aber noch beeindruckend war, war das, was ich jetzt nicht unbedingt als “sanitäre Einrichtung” bezeichnen will. “Waldscheißhaus” trifft es eher. Gefunden am Parkplatz zu den Wasserfällen. Ein Plumpsklo mit vorgelagerter Waschgelegenheit (Wasser war abgestellt, ich musste das einfach mal testen).

waldscheißhaus

Das mal noch als kleines Fundstück. ;-)

PS: Da habe ich doch glatt vergessen euch ein Foto zu zeigen! Unverzeihlich sowas! Also: Die Wasserfälle sind wie so vieles hier recht weit im Wald, abgeschieden und mit allem was Räder hat praktisch nicht zugänglich ab dem Parkplatz. Die Natur scheint intakt und weitestgehend unberührt vom Menschen und wird eigentlich auch so weit möglich sich selbst überlassen… umso mehr würde mich mal interessieren, wie das Ding hier:

fast unberührte Natur

mitten in den Wasserfall kommt. Wie die Antwort auch lauten mag, sie ist wahrscheinlich ziemlich interessant.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

IT’S OH SO QUIET

(Björk)

Hey Leute. Heute habe ich fotografiert wie ein Irrer! Felsen, Wälder, Bäume, Mitreisende, Järvis und und und! Wir waren heute aber auch was das Erkunden Finnlands angeht sehr, sehr fleißig. Haben den Nationalpark Koli besucht, der auch bei etwas schlechterem Wetter definitiv seinen Reiz hat wie wir heute merkten. Sehr toll… das muß sogar der Chinese gemerkt haben, da da über die Steine kraxelte und alles mit seinem iPad fotografierte. Nicht nur optisch ein wenig putzig, nein, auch gefährlich für die Technik. Wir reden hier schließlich von Klettertouren auf nassem Felsen und dergleichen. Dazu aber andermal mehr. Außerdem haben wir wieder fleißig schotterpisten beackert und hier und da mal ein Päuschen eingelegt. Wir haben Outokumpu betreten, uns von den Einheimischen und den beiden ortsansässigen Jugendmotorradgangs begaffen lassen und nach kurzem Einkauf dann wieder verlassen. Das Umland war eh viel schöner. Dort fanden wir Steinzeitliche Runen, die irgend ein Faustkeilakrobat da mal in nen Felsen gemeißelt hatte (sowas ist hier versteckt, unauffällig und fast schon geheimniskrämerisch verschleiert. Einfach mal anhalten, wenn ein ominöses “Sehenswürdigkeitsschild” auftaucht und nachschauen, auch wenn ihr erst eine 2 Meter breite Schlammpiste hinab müsst, auf der theoretisch Gegenverkehr droht. ;-) Schließlich waren wir noch nach einer kleinen Fährfahrt in Kuopio, wo wir zu Abend speisten und ich ein phänomenal zubereitetes Stück Schweinefleisch genoss. Ihr merkt schon… da war ne Menge los heute, während ihr euren/unseren Independence Day gefeiert habt. Bei all der Fotoausbeute (anderthalb Akkus blieben auf der Strecke) habe ich heute dann trotzdem nur 2 Bilder für euch, aber die habens in sich.

Zunächst der Sonnenuntergang von der Fähre (kleine, bescheidene, kostenfreie Autofähre über einen der Straße im Weg liegenden Järvi hinweg) nach Kuopio aus betrachtet. Herrlich war das:

Sonnenuntergang Järvi

Und als wir kurz danach schließlich im Hotel Koivuranta, etwa 20 Kilometer vor Kuopio eincheckten und unser Zimmerchen mit “Balkon” bezogen, erwartete uns was ganz was Tolles. Der “Balkon” ist einfach eine Tür, durch die man nach draußen treten kann und direkt am Järvi steht, der ruhig und in fast vollkommene Stille gehüllt vor einem liegt. Das sah dann in der kompletten Stille des Vorabends ungefähr so aus:

Järvi Hotel Koivuranta

Beide Fotos lediglich verkleinert, kein Filter drüber, nix! :-D Gute Nacht allerseits, mit dieser Aussicht vor dem Fenster schläft es sich bestimmt fantastisch.

Dienstag, 2. Oktober 2012

I’M COMING HOME

(Murder by Death)

Unsere heutige Etappe führte uns von Lappeenranta, oder besser gesagt “dem Wald bei Lapeenranta”, in das großartige Joensuu. MsPittili war und ist von der Hauptstadt Kareliens nur so mittelstark beeindruckt, was ich hiermit mit einer Rüge der Stufe 245,5 auf der Zehnerskala sanktionieren muss. ;-) Sehr schön war es heute, Tour, Strecke… alles fein. Der gestrige Fauxpas mit der Hotelbuchung ist längst abgehakt, während wir hier in unserer “Superior Suite” sitzen. ;-)

Ich lasse mal wieder Fotos sprechen. Allen voran mein Lieblingsbild von heute: Ich vor meiner alten Wohnung. :-D

Nuottaniementie

Hach ja, war sehr schön wieder da zu stehen… 9 Jahre später. Aber auch der Weg dahin war reizvoll:

WF1

WF2

buntes Suomi

… und spaßig war er auch. Wir hatten nämlich jeder die Chance uns auf finnischen Schotterpisten ein wenig auszutoben ;-)

Schotter 1

Schotter 2

So, das wars dann für heute aus dem hohen Norden.

Montag, 1. Oktober 2012

IN MY TREE

(Pearl Jam)

Nun sind wir also auf unserer Rundreise und in... nein, bei... nein, das trifft es auch nicht... also: im Wald in der Nähe von Lappenraanta angekommen. Es ist schon etwas gruselig, wir kamen hier kurz nach 4 an und alles war zu. Keine Rezeption, kein Zugang zum Gebäude, nix! Der Schlüssel lag im Briefkasten und wir erkundeten auf eigene Faust ein riesiges Areal mit mehreren Mökkis, eigenem Bootssteg usw.. Wie gesagt, keiner da. Und bis auf eine Hand voll Esten hat sich das auch nicht geändert, hier, mitten im Wald. In alle Richtungen existiert im Umkreis von 15 Kilometern nur dichter Baumbestand oder Seen.

Bevor ich hier aber anfange in diffuse Horrofilmszenarien abzudriften, zeige ich euch lieber mal ein paar Bilder vom Tag:





SONNENDECK

(Peter Licht)

Während ihr dies hier lest, befinden wir und hoffentlich schon längst auf der Landstraße von Helsinki nach Lappenranta, vielleicht auf der Höhe Kotka. Als Überbrückung kredenze ich mal ein paar Schnappschüsse von heute, Sonntag. Anlaufpunkte waren Helsinki ganz allgemein (ein wenig Shopping) und Spaziergang am Sandstrand am frühen Abend. Von unserem vorgelagerten Abstecher auf den Hietaniemi-Friedhof gibt es noch jede Menge anderer, höchst sehenswerter Bilder, das wird aber wohl mal ein eigener Post werden. ;-)

sun

der schrecken aus der tiefe

 

wings

wir 2 

hammermann Engel

Sonntag, 30. September 2012

ST. ANGER

(Metallica)

Als kleines Häppchen zur immer später werdenden Abend gibt es heute den Beweis, daß die Finnen ein Volk von Nerds sind. Die haben:

Nerdland

Angry-Birds und Testbildgummibärchen.  Sogar Büchsenlimo von den Bombenvögeln habe ich hier schon entdeckt.

MONEY TALKS

(AC/DC)

Mahlzeitchen. Während es bei euch High Noon ist sitzen wir gerade in einem Kaffeehaus in der Innenstadt und vertreiben uns mehr oder weniger die Zeit. Die Sonne macht gerade Anstalten sich heute dann doch wieder blicken zu lassen und die MsPittili arbeitet brav für die Uni. Ihr sehr also, ich habe Zeit euch ein wenig auf die Ketten zu gehen. ;-) Für alle, die sich fragen, ob der Kerl denn nix anderes zu tun hat als sich irgend eine schlecht geschützte WIFI-Verbindung zu ergaunern und auszunutzen, sei gesagt, daß man hier von Free-WIFI-Angeboten förmlich erschlagen wird. Man kann ihnen nicht ausweichen. Mein Rechner findet an meinem aktuellen Standpunkt Hand gezählte 20 Netzwerke, welche verfügbar wären. Von diesen zwanzig sind nun aber natürlich nicht alle passwortfrei zugänglich, nein, das sind nur elf. Ihr sehr also: Mal schnell den Rechner auspacken, nen Tweet absetzen oder mal fix bloggen, das ist hier kein Problem. Dazu am Besten noch nen Kahvi und ein schmuckes Stadtpanorama...


so kann man leben. ;-)

Nun bin ich aber scheinbar auch nicht der einzige Deutsche hier, der das denkt. Als wir gestern auf Festungsbesuch waren, fühlten wir uns förmlich umzingelt von Landsleuten jedweden Alters. Das reichte vom  Gruppenausflug der Generation 70+ bis hin zu irgendwelchen nervigen Jungzwanzigern, die sich permanent mit anglophonen Kosenamen beschossen und zwei ziemlich dämliche Schicksen mit am Start hatten. Man muss nämlich schon selten begabt sein um auf einer Fähre, die von A nach B und wieder zurück fährt, sich kurz vor vollendeter Überfahrt zu seinem Yo-Yo-Yo-Macker umzudrehen und den zu fragen "Müssen wir hier raus?" Wenn man dabei noch derart ungünstig an der Schiffsausfahrt steht, daß das Personal nicht an den Knopf zum Herunterlassen der Rampe kommt, dann bleibt wohl nur folgendes Resümee:
Ganz großes Tennis. Jedenfalls griff bei uns ob dieser Umzingelung durch Landsleute ein seltsamer Mechanismus. Ich weiß nicht, ob ihr das aus dem Urlaub kennt und irgendwo ist es ja auch ganz schön widersinnig, aber: Wir wollten um Himmels Willen von denen nicht als Deutsche erkannt werden. MsPittili meinte schon, daß sie es bereue nicht mehr Finnisch zu sprechen, da wir dann die perfekte Tarnung hätten. Zunächst einmal ist es halt komisch, daß man auch im Ausland nicht seine Ruhe hat vor den Landsleuten... nicht einmal, wenn man gut 1000 Kilometer zwischen sie und sich selbst legt. Dann ist es aber noch viel komischer, daß man da plötzlich nicht mehr dazu gehören will; das widerlegt jegliche Annahmen zu sozialpsychologischen Gruppenbildungstheorien. Ob es nun an den komischen Ischen mit ihren Mittelschichtgangstermackern lag, die ja nun fraglos besonders peinlich waren und von denen eine Distanzierung wahrscheinlich vollkommen unabhängig der Nationalität war, das weiß ich nicht. Aber ich hoffe es, denn es wäre eine Erklärung.

Eine schöne Anekdote habe ich noch. Die geht in die andere Richtung, ist thematisch also passend. Wir waren gestern Abend in einem Pub und ich bekam mit, wie der Türsteher drei Teenies freundlich aber bestimmt abwies. Er kam dann lächelnd auf mich zu und tat das, was den Finnen öfter mal passiert wenn sie mich sehen: Sie halten mich für einen der Iren... nein, der Ihren. Ich lächelte und unterbrach ihn höflich, daß er bitte auf Englisch umswitchen sollte. Das tat er ein wenig überrascht (ich sah gestern wahrscheinlich außerordentlich finnisch aus) und erläuterte mir mit folgendem Satz, warum die Mädels nicht rein kamen, in den Pub. Für mich war das der Satz des Tages:

"If you have a small wallet, you should stay at home!" 

Hmm, uns Deutschen geht es da scheinbar zu gut. ;-)

PS: Wie seht ihr das denn? Habt ihr Ideen, warum man sich so schwer tut, sich im Urlaub freiwillig seinen Landsleuten gegenüber zu outen??

Samstag, 29. September 2012

BIG GUN

(AC/DC)

Mahlzeit allerseits! :-) Nur mal ein kurzes Finnland-Update, die MsPittili und ich, wir hatten und heute zu einem Ausflugstag durch gerungen. Wer immer nicht so wollte wie wir, das war das Wetter. So sagten wir unseren geplanten ÖPNV-Ausflug per Boot zur Festungsinsel Suomenlinna dann auch im ersten Anlauf ab und entschieden uns bei strömendem Regen für eine Stadtrundfahrt per Straßenbahn und ein lecker Mittagessen. Vorher allerdings besuchten wir noch fix die orthodoxe Kirche, wo wir in irgend eine indisch anmutende Taufzeremonie hinein platzten (fragt nicht, wir haben es selber nicht so ganz nachvollziehen können). Im zweiten Versuch dann regnete es zwar noch mehr, wir beschlossen aber, daß wir es jetzt einfach durchziehen. Also ab auf den Nahverkehrskahn und übergesetzt.

Es hat sich gelohnt, denn pünktlich zur Ankunft auf dem Inselchen kam die Sonne raus und der Regen nahm sich eine wohlverdiente Auszeit. Aber ich will hier nicht rumschwallen, schaut es euch an. Für alle, die sich unter "Suomenlinna" so auf den ersten Hieb nix vorstellen können, sei hier mal erwähnt, daß das rein optisch ungefähr so etwas wie ein Auenland ist - nur mit Kanonen...




... allerdings mit sehr beeindruckenden Kanonen: