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Freitag, 24. Mai 2013

THE FINAL COUNTDOWN (Statement zu BVB vs. Bayern im CL-Finale)

(EUROPE)

Sicherlich habt ihr nicht geglaubt, daß ich großartig was dazu sagen werde; werde ich aber. Die Rede ist natürlich von dem, was da morgen ab 20:45 Uhr auf uns und den Rest der europäischen Fußballwelt zurollt. Das Champions League Finale 2013 im Wembley-Stadion zu London. Kommt schon, mal ehrlich: Jemand, der sich im international renommiertesten Tippspiel, an welchem nur die ab-so-lu-te Fußballelite teil nimmt, mit Fug und Recht “Rekordmeister” nennen kann und 2004 das Mailänder Derby vor dem Bildschirm überlebt hat (gut, ich gebe zu, daß ich da professionellen Beistand von Teilen dieser Elite hatte… und natürlich Bier), der wird sich vor so einem Spiel ganz bestimmt nicht zurück halten können ein wenig von seinem Senf zur nationalen Finalbockwurst (& Chips) hinzu zu distribuieren.

Zunächst möchte ich mal klar machen, daß ich im Grunde genommen neutral bin und vollkommen vorurteilsfrei an den Fernsehabend heran gehe. Der schönere Fußball soll obsiegen und der andere Verein soll froh sein, dabei gewesen zu sein. Als fairer Verlierer sollen sie ihre Silbermedaille mit Stolz empfangen und danach zusammen mit der anderen Mannschaft, der man selbst redend als fairer Verlierer ausführlich gratuliert hat im Vorfeld, ein wenig feiern gehen. Denn es ist nur ein Spiel… nur ein kleines, unbedeutendes – aber doch ein wenig un-unbedeutenderes als alle anderen – Fußballspiel zweier Teams aus dem gleichen Land, die sich daher gegenseitig auf Grund ihrer gemeinsamen kulturellen Identität mögen sollten. Freundschaftsspiel… streng genommen ist das morgen ein Freundschaftsspiel. MÖÖÖÖÖGE DER BESSERE GEWINNEN!!!

*Hippiemodus aus* Nur Spaß! Natürlich hoffe ich, daß es die Bayern sein werden, die mit Stolz die Silbermedaille empfangen. Das passt auch farblich viel besser zu ihren Trikots als zu denen von Dortmund. Außerdem finde ich es furchtbar, wie man sich außerhalb der eindeutig parteiischen Sympathiekrater an Ruhr und Isar landesweit um eine möglichst politisch korrekte, neutrale Begeisterung bemüht. Das ist Fußball, da darf man schon mal ein wenig parteiisch sein. Verdammt, wir bringen es ja noch nicht einmal fertig, den Engländern unser hochgradig bemerkenswertes Timing unter ihre in Pubschlägereien krumm geprügelten Zinken zu reiben. Da hat der Inselmann sich das tollste Spiel der europäischen Fußballwelt in sein schickes, neu erbautes Lieblingsstadion geholt und auf irgend ein angelsächsisches, petrolmilliarden gestärktes Duell mit einem “richtigen” Fußballclub gehofft, aber – schwubbeldibubbel – spielen da ausgerechnet zwei deutsche Vereine gegeneinander (Also gleich zwei “richtige Vereine”). Sowas kann man da schon ruhig mal betonen, finde ich. Ein lautes ÄLLÄBÄTSCH halte ich für durchaus angebracht. Aber machen wir das – nein! Warum nicht? Weil wir Deutsche mal wieder alles und vor allem uns selbst viel zu ernst nehmen. Das Inselboulevard-Blatt Nr.1 – paradoxer Weise heißt dieses AbziehBILD unseres hiesigen Volksverdummungsorgans da drüben auf der Regeninsel auch noch “Sun” – ist doch sonst auch um keine Panzermetapher verlegen. Warum sollen wir die Inselaffen nicht mit ihrer offensichtlichen fußballerischen Unfähigkeit in dieser Saison aufziehen – wenn es 2015 in Berlin ManU gegen Chelsea heißt, dann blüht uns Ähnliches?!? Soooo schnell wird diese Gelegenheit wohl nicht wiederkehren, also nutzen wir sie lieber.

Da dies aber wohl medial nicht durchsetzbar ist, wird das getan, was mich in den letzten Tagen so nervt – belanglos vor sich hin berichtet. Es wird GESCHWURBELT!! Kein bisschen Witz und Pepp in den Berichten. Alles was bislang kam war entweder belanglos oder berechenbar – oft beides. Specials zu Wembley, zu Bayern und zum BVB waren da schon noch die kreativen Highlights. Ansonsten wurden wir mit solchen hoch brisanten und potentiell spielentscheidenden Fakten bombardiert wie “Manuel Neuer spielt in Grün!”. Suuuuper. Das steigert die Vorfreude natürlich ungemein. (Hätte man statt “grün” nicht “panzerfarben” melden können, nur um die britischen Metaphern zu persiflieren? ;-)) Sehr toll auch diese schier unendlichen Aufzählungen von Polit- und C-Prominenz, welche sich zum Spielausgang äußert. Einige, vor allem die, von denen man es nicht anders kennt, tun dies sicherlich ungefragt und sondern ihre ungewünschten, verloddarten Kommentare ab. Grundsätzlich scheint aber keiner dieser zufallsprominenten Scheinstars dieser Tage um einen Tipp herum zu kommen, wenn die Kamerateams von verabscheuungswürdigen “Promimagazinen” ihnen gerade mal das Mikro beim Koksen auf dem P1-Klo unter den schneeweißen Rüssel drückt. Damit das dann aber auch möglichst “neutral” bleibt, werden immer gleich viele “Promis” für jeden Verein aufgelistet. Boulevardmedien mit besonders viel sozialem Gewissen achten dabei sogar noch darauf, daß die Relevanz dieser Mediennutten im großen Promikaschperletheater zumindest ungefähr vergleichbar ist. Will heißen: 3 A-Promis für Bayern und auf der Gegenseite bloß Horst Seehofer mit einem flammenden 7:1-Tipp für “seinen” BVB – gibts nicht. Mir persönlich ist es ja vollkommen mumpe, was diese Figuren über das Spiel denken. Jeder, der in einem “Society-Magazin” vorkommt und das aktiv unterstützt (also diese wegelagernden Heckenpenner nicht mit Ignoranz straft oder gleich prozessiert) wird von mir nicht mal ansatzweise ernst genommen. Außerdem: Was haben denn Menschen, die sich ohne folgende Unterlassungsklage von Lude Fraukowig oder diesem blonden Besenweib von “Prominent” anmoderieren lassen schon für Kompetenzen vorzuweisen? Vor allem fußballerische Kompetenzen??? Von Einfluß auf das Spiel mal ganz zu schweigen! Sollen sie sich doch im Quotentief weiter ihre Endergebnisse zusammennaddeln. Ich jedenfalls finde es verwerflich, daß dieses Gesindel mit seinen “Expertentipps” dem Testbild wertvolle Sendezeit stiehlt und bisweilen noch mit Finaltickets belohnt wird.

Das Sinnvollste, was an Vorberichtserstattung lief dieser Tage läßt sich in 2 grobe Felder aufteilen. 1. Das Konzept “Doppelpass” mit all seinen Ablegern. Einfach ein paar Trainer, Sportschreiberlinge und ehemalige Spieler an einen Tisch setzen, Moderator dazwischen (im Idealfall auch ein Ex-Spieler) und dann sollen die mal machen. Da kommt am Ende zwar auch nicht raus, wie das Spiel ausgeht, aber es ist unterhaltsam und wird bei Bedarf noch mit der einen oder anderen Anekdote gewürzt – mit sehr viel Glück sogar von Udo Latek höchst persönlich. Ich mag halt solche Talks, die sind so herrlich sinnfrei. Die andere Vorberichterstattung spielte sich auf Twitter ab. Warum? Weil man da bestimmen kann, wem man folgt. Man ist nicht darauf angewiesen, was das Unterschichtenfernsehen einem entgegen sendet und wen die Redaktion dieser Idiotifizierungskonzerne gerade mal für “relevant” hält mit seiner Meinung, sondern stellt sich seine Quellen selber zusammen. Ich tat das vor einer Woche und wählte beide teilnehmenden Vereine, ein paar Spieler, ein paar Offizielle und ein gerüttelt Maß an UEFA-Accounts zum Folgen aus. Sehr unterhaltsam! Vor allem bekommt man einen Eindruck davon, was beide Vereine ausmacht und daß man mit seinen “leichten” Sympathien für den BVB gar nicht so falsch liegt. Wie sich der FC Bayern da präsentiert ist gelinde gesagt “schnarchig”. Man muß sich das mal vorstellen: Die Bayern sind im CL-Finale in einer der bombigsten Städte Europas… oh, schlechte Metapher…. in einer der tollsten… ach Scheiß drauf, dann versteht es doch falsch wenn ihr müßt, ihr PC-Kasper, also: … in einer der bombigsten Städte Europas und statt sich etwas einfallen zu lassen, was macht man da? Man schickt sein potthässliches Bärenvieh von einem Maskottchen (mal ehrlich: Stuttgart hat ein Krokodil, das aufrecht geht wie Godzilla - das ist ja mal um Längen cooler…) in die Innenstadt und twittert die ganze Zeit nur Fotos von dem Vieh. “Ohhhh, Bernie ist auf der Tower Bridge”, “Bernie vor Big Ben” – laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig. Wenn das, liebe Bayern, eure Version von “Finaleuphorie” ist, dann braucht ihr morgen gar nicht antreten, denn dann habt ihr nicht einmal den DFB-Pokal verdient. Den soll bitte das lustige Godzillakrokodil gewinnen. Vermutlich ist das für den FC Ruhmreich aus Weißwurstistan mit seinem laufenden Kapitäns-Meter schon zu “normal”, in einem Finale der CL zu stehen. 3 Finals in 4 Jahren, das ist sicherlich eine tolle Leistung, das muss man ja auch mal würdigen. Aber wenn man sich dagegen den BVB und seine Anhängerschaft anschaut… da merkt man, daß man da einen Finaleinzug noch richtig feiern kann. Weil er eben nur alle 16 Jahre mal vorkommt. Statt nur das Maskottchen auf Fotosafari zu schicken, packten die Dortmunder ihren Stadionsprecher in einen quietschgelb lackierten Bus nebst Vereinslogo und lassen den dann mit viel Tamtam durch die englische Hauptstadt rollen und twittert feste Fotos mit Fans oder wie man der Queen zuwinkt. Ich würde mich jetzt nicht als Fußballnostalgiker bezeichnen, aber wenn ich die Rolex-schmuggelnde Schikeria-Gemeinde um den Rekordmeister gegen Fans abwägen muß, die im REWE das Vereinslogo aus Paprika und Auberginen nachbauen und die trotz drei Public Viewings in der Stadt immernoch die Westfalenhalle ratzfatz ausverkauft bekommen… dann fällt mir die Entscheidung nicht gerade schwer. GOOOOOOO DORTMUND!

Immerhin haben die Medienheinis beider Vereine Twitter als “wichtig” erkannt und sich und ihrem Verein eigene Hashtags zugeteilt. Aber auch hier merkt man, daß der BVB das morgige Spiel viel emotionaler und euphorischer als “Feiertag” begreift. Die Dortmunder teilen ihre Finalerfahrungen nämlich unter dem Label “#fairytale”. Schon sehr vielsagend – märchenhaft paraphrasiert sozusagen. Der FC Bayern hingegen geht da mit weitaus weniger Verträumtheit zu Werke. “#packmas” heißt es bei denen hölzern. Ich glaube (das ist allerdings nur meine persönliche Theorie), das ist als Reminiszenz an König Ludwig gemeint und soll wohl die Kurzform von “#PackMyAss” sein – also “pack mir ans Popöchen”. Lokalhistorisch sicherlich reizvoll und wohl als eindeutiges Statement “Pro Homoehe” gemeint (da bin ich mir relativ sicher bei den weltoffenen, modernen und liberal eingestellten Bayern), erschließt sich mir dann doch nicht der Zusammenhang mit dem Fußball. Also auch hier hat der BVB – metaphorisch gesprochen – besagtes “Popöchen” ein gutes Stück vorne.

So, ich sollte langsam mal zum Punkt kommen glaube ich. Ich finde einfach, daß das Bohei, das um das Finale gemacht wird grundlegend in die falsche Richtung ging in den letzten Tagen. Zu wenig Informationen und vor allem viel zu wenig Witz. Das war langweilig, öde und bisweilen schon von oberlehrerhafter Großmannssucht und der typisch deutschen Verbalpanik geprägt. Kurz gesagt: Allerunterstes BILD-Zeitungs-Niveau! Es hätte viel mehr Spaß machen können, viel lustiger sein können die Briten mit ihrem Rumpelfußball dieser Saison aufzuziehen und ihnen die erneute Entweihung ihres Fußballtempelt in jedem zweiten Nebensatz aufs Brot zu schmieren. Tja, Chance verpasst – wir sind und bleiben was das angeht ein langweiliges, vom widernatürlichen Trieb nach permanenter Political Correctness zwangsentschmunzeltes Schnarchnasenvolk. Die einzigen, die dieses Finale so zu genießen scheinen, wie man das machen soll, das sind scheinbar jene schwarz-gelben Horden, die in diesem Jahr schon die Skalps von ManCity, Ajax, Malaga, Schachtel Donezk und vor allem vom Großen Satan stolz am Gürtel baumeln haben. Die scheinen alle happy zu sein, daß ihr Verein da mitspielen darf und würzen das ganze noch mit dem höchst sympathischen Schuß Verrücktheit. Wenn ich von diesem Spiel nichts anderes Wissen würde (zum Beispiel, daß die Bayern – diese Saupreißn’ – meinen erklärten Lieblingsverein aus dem Wettbewerb warfen), dann würde mir das genügen um für mich zu entscheiden, wer diesen Henkelpott morgen mit nach Hause nehmen soll.

#BVB

Freitag, 22. Februar 2013

WITCHDRUMS

(Nightwish)

Seid ihr irgendwann in den letzten Jahren schon mal durch Bayern gefahren? Im Winter? Nein? Wir vorgestern schon. Da wir nach BaWü wollten befanden wir uns zudem in der sehr, sehr komfortablen Position, daß wir im einzigen deutschen Schurkenstaat nicht einmal anhalten mussten. Wir konnten komplett und nonstop hindurch fahren – was wir dann auch eifrig taten.

Kennt ihr Supernatural? Tolle Serie! Für die,. die sie nicht kennen sei gesagt, daß sich da zwei Brüder auf die Jagd nah allerhand Höllengetier begeben. Sie metzeln sich fröhlich durch Vampire, Dämonen, Höllenfürsten und – ja – auch Engel hindurch. Wenn sie allerdings mal in die Enge getrieben sind oder ein wenig Ruhe vor dem übersinnlichen Geviehcht haben wollen, dann packen sie das Salz aus. Die Theorie besagt nämlich, daß Dämonen, Geister, Hexen und allerlei anderes, boshaftes Getier eine Linie gezogen aus Salz nicht zu übertreten vermögen.

In Bayern scheint man sehr, sehr eifrig “Supernatural” zu gucken wie wir merkten. Gut, ob es da für das gottesfürchtige Katholikenvolk frei gegeben ist… ich vermag es niht zu beurteilen; aber der bayrische Exorzismusminister scheint sehr, sehr interessiert zu sein. Jeden Tag scheint der Kerl sich eine der Staffeln dieser indizierten Serie (der DVD-Special Edition Schuber steht vermutlich im Bayrischen Finanzministerium direkt neben dem Ordner mit den Rechten zu “Mein Kampf”) rein zu pfeifen und zu überlegen, wie man Gottes schönes Eden Bayernland mit den gewonnenen Erkenntnissen sicherer machen kann – ohne gleich zu den leider, leider, leider verpönten Mitteln  der Hexenverbrennungen und Inquisition zu greifen wie sie im “Hexenhammer” so schön beschrieben stehen. Ich vermute ja, daß die Notwendigkeit einer unverzüglichen Gegenmaßnahme gegen die Gottlosigkeit auf dieser Welt in jenem Moment akut wurde, als im Nachbarland plötzlich ein Grüner zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Für die Bayern muss das doch furchtbar sein, wenn der Kommi plötzlich vor der eigenen Haustür steht. Die Landesgrenzen zwischen Batzistan und BaWü sind doch seither kaum mehr als eine Demarkationslinie zwischen zwei politisch vollkommen kontrastären Systemen. Auf der einen Seite steht der demokratische Hort der Freiheit, des Wohlstandes und der gutbürgerlichen Mittelschicht – ein Land voll Weltoffenheit und gesellschaftspolitischer Aufgeschlossenheit…. und auf der anderen Seite Bayern! Eingedenk der geographischen Lage traue ich mich sogar für Weißwurstien in diesem Zusammenhang den Terminus der “Neuen Ostzone” zu verwenden.

Um dem entgegen zu wirken – oder es zumindest zu kaschieren – entschied der Zentralrat der KPCSU mit seinem bereits erwähnten Exorzismusminister daher umgehend die gewonnenen Erkenntnisse aus der Fernsehserie auf die Realität anzuwenden. Der volkseigene Betrieb “VEB Bayrische Straßenmeisterei” entsendet daher dieser Tage seine gut erkennbaren, orange lackierten Lastkraftwagen, welche die bayrischen Autobahnen rund um die Uhr mit einer Mischung aus Salz und Weihwasser besudeln. Offiziell spricht man von “Winterdienst im Sinne der Bevölkerung der Bayrisch Demagogischen Republik” – die Wahrheit ist für Leute wie mich aber leicht zu durchschauen. Zumal vorgestern fast vollkommene Schneefreiheit herrschte und dennoch das weiße, körnige Volkseigentum auf die dunkelroten Verkehrsadern der “Neuen Zone” aufgebracht wurde. Das Ergebnis, wenn man sich ein Mal getraut hat Bayern zu durchqueren, sieht dann ungefähr so aus:

salz

Wenngleich ich den Bajuwaren zurufe: Haltet ein! Es bringt nichts! Ich, meine Herren, bin das beste Beispiel für die Nutzlosigkeit eures Tuns. Mit mir durchquerte vorgestern ein so genannter “Ossi” (oder jetzt auch “Altzonler”) euer Kaschperletheater von einem Freistaat. Einer, der aus dem ehemaligen Karl-Marx-Stadt aufbrach, ein… ihr müßt jetzt stark sein… Atheist!!! Und euer Salz, hat euch nicht retten können! Wartet nur ab, ich muß auch wieder zurück und dann, liebe Bayern, dann steige ich auch aus – nur um euch und euren  Salzfetischismus zu verhöhnen.

Dienstag, 6. November 2012

AMERICAN LAND

(Bruce Springsteen)

Hallöchen. Smiley Heute will ich mal wieder ein paar Worte zum aktuellen politischen Geschehen auf unserem blauen Weltraumball verlieren, der so verloren durch die unendlichen Weiten eiert. Es liegt mir seit gestern auf der Tastatur, aber ich konnte mich nicht aufraffen nach dem anstrengenden Tag gestern. Heute setze ich mich einfach mal hin, habe ich beschlossen, nicht zuletzt, nachdem ich gerade den Blogeintrag von Frau Weibsvolk las welcher mich inspiratorisch zur Äußerung motivierte. Es soll nicht nur um das Betreuungsgeld gehen, nicht nur. Aber anfangen können wir ja damit.

Betreuungsgeld ist und bleibt für mich ein absolut rotes Tuch. Das hat nur bedingt etwas mit denen zu tun, die diesem Mist seit Monaten predigen, sondern viel mehr mit der Sache an sich. Mal ehrlich: So ein Scheiß kann auch nur der CSU einfallen! Schön die Kinder aus den Kitas raus halten – weil man sie nicht hat (also die Kitas, Kinder hat man in der CSU mehr, als es Frau Seehofer lieb ist) – und dafür die Eltern “motivieren” dem kleinen Xaver oder der Zenzi am heimischen Herd den Arsch hinterher zu tragen, auf daß die Sozialkompetenz der Kleinen gleich mal mit einem Entwicklungsdefizit in die Schulzeit startet und die mütterliche Karriere ein halbes dutzend Jahre zwangspausiert, sodaß sie am Ende gleich hinterm Herd stehen bleiben kann wenn der Sprößling mit 14 “aus dem Gröbsten raus” ist und die Teilzeitstelle winkt. Das ganze Konzept riecht derart nach dem Berufsbild “Hausfrau und Mutter” als Selbstzweck, daß es nur einer antisäkularen, christsozialen Spinnervereinigung wie der CSU einfallen kann. Nicht einmal die FDP ist auf so eine Scheißidee gekommen. Obwohl das auch wieder klar ist, denn dieser turbokapitalistische Liberalohaufen kriegt ja schon das Grausen, wenn Sozialetats aufgestockt aber “Besserverdiener” mit 5 Tacken monatlich mehr “belastet” werden sollen. Ist irgendwie auch nicht besser. Aus der Perspektive von einem Rösler oder Westerwelle muß Bayern durch diesen Betreuungsgeld-Blödsinn ja schon in Sozialismusverdacht geraten. Der große Freistaatsratsvorsitzende Horstimir Iljitsch Seehow führt seine blau-weiße Volksrepublik güldenen Zeiten entgegen, indem er die Kinder hinter Mutterns Rockzipfel zwangskaserniert und so mal eben noch die Kommunen entlastet. Für jedes Herdprämienbalg muss schließlich kein Kita-Platz her. Und in seiner gütigen Voraussicht und weil er denkt, daß die Deutsche Demobayrische Republik ohnehin das ultimative Vorbild ist für den Rest der deutschsprachigen Bundesländer, läßt er 15 andere Länder gleich an dem zweifelhaften Segen teil haben. Dabei denkt er ernsthaft, daß er damit den Armen dieser Republik einen Gefallen tut. Das muss man sich mal überlegen, die CSU, eine Partei, die es in einem einzigen (ich wiederhole: in EINEM) Bundesland gibt, die kommt mit so einem Hirnfurz von einem Sozialgesetz um die Ecke und der Schmarrn wird bundespolitisch umgesetzt! Warum? Weil man innerhalb der Koalition “Deals” abschließt wie auf einem Viehmarkt. “Du bekommst  das, wenn ich dies haben darf.” So wird hierzulande regiert. Nicht etwa nach dem Motto Problem –> Problem erkennen –> Lösung suchen –> Umsetzen, wo kämen wir denn da hin. Das ist gegenseitiges Egostreicheln von einer Hundertschaft weltfremder, Privilegierter Schreibtischtäter. Hier werden Sachen durchgedrückt, die außer ein paar Weißwurst zurzelnden Fundamentalisten niemand wirklich will, nur damit Muttis Adoptivkinder beide was zu jubeln haben vor der nächsten Wahl und an abendlichen Koalitionstisch nicht Sodom und Gomorra ausbrechen (ich weise darauf hin, daß diese Koalition ohnehin kein Jahr mehr bestehen wird… ein teurer Frieden ist das somit). Ich bin sonst eher dagegen, daß gegen alles gleich vor dem Verfassungsgericht Klage eingereicht wird, denn das führt am Ende nur zu faulen Kompromissen und Stagnation. Aber in diesem Fall, hoffe ich, daß SPD, Grüne, CDU und zur Not auch noch Erichs Erben gegen dieses “Betreuungsgeld” Prozesse führen, bis die Funken spritzen. Nur damit der Maximo Hofer am Ende das Scheitern seiner verlogenen, rückwärts gewandten Sozialutopie einräumen muss. Wem kommt es denn zu Gute? Nicht den viel zitierten “Ärmsten der Armen”. Die werden nur immer vor geschoben, denn dagegen, daß man denen hilft, kann ja keiner was haben. Aber ausgerechnet bei denen kommt es nie und nimmer an, weil es doch sofort auf die Stütze angerechnet wird. Nein, profitieren werden die Leute, die es sich auch ohne diese Kuschelprämie leisten könnten (wenn sie denn wollten). Die sollen das von mir auch auch machen wenn sie wollen, aber ohne staatliche Förderung! Gehobene Mittelschicht und Oberschicht, die ihre Nannys am Ende vielleicht noch für nen Hungerlohn am Finanzamt vorbei beschäftigen. Jahaa, die haben staatliche Förderungen in der Tat nötig.  Nun, das wiederum gefällt bestimmt auch der FDP. Wie ich die politischen Verhältnisse in der Volksrepublik Bayern aber einschätze, wird er demnächst wieder gewählt… der Horschtnecker; mit 98,7% versteht sich, denn “CSU wählen, heißt Frieden wählen”; O’Zapft is, liebe Genossen!

Getoppt wird dieser Irrsinn (ja, das geht) nur noch vom US-Wahlkampf. Ich kann es mittlerweile nicht mehr sehen im TV, ich gebe es ja zu. Seit Wochen sind wir hier gezwungen zuzuschauen, wie in den USA Abermilliarden von Dollaren dafür verpulvert werden, einen Präsidentschaftswahlkampf zu führen, an dessen Ende ein einziger Mann zum Präsidenten gekrönt werden wird und man sich fragt, wohin eigentlich diese Unsummen verpufft sind, während an der Ostküste alles nach wie vor in Trümmern liegt. Es ist nicht nur das “Wie”, also dieses kunterbunte, spendenorientierte Wettlügen vor laufenden Kameras, was einen nervt, sondern es ist auch, daß in einem Land, das sich selbst immer wieder für die Mutter aller Demokratien und Freidenker hält, so eine Figur wie Mitt Romney politische Option ernst genommen wird. Ein religiöser Fundamentalist, Multimillionär und obendrein noch mit einem Weltbild gesegnet, auf das man hierzulande den Verfassungsschutz oder zumindest ein Rudel Evolutionsbiologen ansetzen würde. Diese 47% Äußerung hat man ihm verziehen, das muss man sich mal vorstellen! Bei uns würde jede Partei, deren Spitzenkandidat so etwas bringt, den Typen unter medialem Getöse entsorgen und lieber mit Kermitt dem Frosch in den Wahlkampf ziehen. Obama ist da zumindest von seiner Außendarstellung her schon wesentlich sympathischer, auch wenn er in den letzten 4 Jahren nicht ansatzweise das gebracht hat, was man sich von ihm und er seinem Land versprochen hat. Vieles war sicherlich auch den innenpolitischen Verhältnissen in Übersee geschuldet, vieles ging halt einfach nicht, wenn man sich mit den Vertretern irgendwelcher Redneck-Hinterwäldlerstaaten oder Waffenlobbyisten (die Grenzen sind da fließend) herum schlagen muß, die jeweils auch noch einen schon obszönen politischen Einfluß haben. Manches hat er aber auch ganz einfach nur vergeigt. Aber sei es drum. Ich hoffe, daß er das Ding heute gewinnt und uns und der Welt ein republikanischer US-Präsi nochmal 4 Jahre lang erspart bleibt. Wenn ich da an den letzten denke, der dieser Partei entsprang, wird mir jetzt noch übel – und ich halte Romney nur für unwesentlich besser, wenn überhaupt. Wenn ich könnte wie ich wollte, würde ich mir heute die Nacht um die Ohren schlagen mit der Wahlberichterstattung, denn es interessiert mich schon und ich schaue Wahlberichterstattung generell auch gerne. Geht aber nicht, muss morgen früh raus.

Obwohl eines würde ich dann doch gern sehen: Einen Staatsbesuch von Romney in der Volksrepublik Bayern und das folgende Staatsbankett mit Kommi Horscht im Palast der Brezenrepublik. Stelle ich mir skurril vor – da treffen da Ideologien aufeinander… Kalter Krieg 2.0! Zwinkerndes Smiley

Freitag, 7. September 2012

STEIN UM STEIN

(Rammstein)

Im Batziland ist bald wieder Hirntod angesagt! Nun, also ein ganz besonders toter Hirntod, noch viel, viel töter als die Zugangsvoraussetzung zum CSU Parteitag jemals waren. Oktoberfest! Wie jedes Jahr wird dieses einem nämlich wieder den September versauen, besonders, weil man dieses lederbehosten Hohlrollern wieder dabei zuschauen muß, wie sie sich im Bierzelt die Ärsche breit hocken und literweise Gerstensaft in sich hinein schütten, während DJ Ötzi sie mit seiner “Kunst” beschallt. Dabei wird dann noch schön die Stammtischrhetorik ausgepackt werden und ausgerechnet Leute mit Gamsbarthüten, Trachtenhemden und geschätzten “drei-achte im Turm” fangen an sich lallend mit der Homoehe unter religiösen Gesichtspunkten zu beschäftigen. Der Bayrische Rundfunk wird  dieses ultrakonservative Hardlinertreffen wieder nonstop in die Republik senden und auch alle anderen Sender werden es sich nicht verkneifen können, täglich ein paar Bilder von kotzenden Australiern bringen… in den Hauptnachrichten.

Naja, man kennt es ja. Ebenso kennen wir die jährliche Diskussion über die Bierpreise. Da heißt es seit 5 Jahren “der Maßpreis bewegt sich auf die 10 Euro Schallmauer zu”. Ich denke mir dann immer so was ähnliches wie “Hmm, na und?! Weckt mich, wenn er es endlich geschafft hat! ” Wer blöd genug ist, sich in einem Zelt mit einem singenden Micky Krause oder Jürgen Drews aufzuhalten, der sollte auch ordentlich Blutzoll entrichten, wenn er merkt, daß man sich diese Figuren schön trinken muss. Selbst gewähltes Leid ist das und weiß Gott nicht bemitleidenswert. Wenn ich mir überlege, daß ich mir heute einen Kasten feinstes Köstritzer Schwarzbier für 10 Tacken in die Küche gestellt habe, während man für die lauwarme Plörre, die einem die Tresenzenzi da erstmal eine Dreiviertelstunde durchs Zelt balanciert bis sie sie einem zur Hälfte über die Krachlederne schweppert fast ebenso viel abdrückt… wenn ich mir DAS überlege, dann freue ich mich diebisch. Ein Liter Bier für 10 Euro, klar ist das lächerlich, aber es passt auch wieder irgendwie. Womit brauen die das in Bayern? Wasser kanns bei dem Preis ja nicht sein. Diese Wertschöpfungskette übertrumpft ja sogar noch Apple mit seinem 600%igen iPhone Aufschlag (wenn man auch bei dem die Produktionskosten zu Grunde legt). Gieriger als Apple – das muß man erst mal schaffen!

Aber es regt sich auch schon Kritik – plakativ würde ich sagen “Widerstand im Bayernland”. Das ist an sich schon sensationell für ein Bundesland, das ohne die moralische Richtschnur, die man ihnen ausgerechnet von Berlin aus um den politischen Stiernacken gelegt hat wohl noch Hexenverbrennungen und Exorzismen praktizieren würde. Doch so überraschend ist es dann auch wieder nicht, denn wie da protestiert wird, das ist dann in seiner Organisiertheit und Deutschtümelei doch wieder zutiefst bayrisch.  Bayrisch und ineffektiv. Machen wir mal ein kleines Gedankenexperiment. Was würde zum Beispiel passieren, wenn man den Franzosen eine 700%ige Aufschlagsteuer auf Rotwein aufdrückt? Ein unorganisierter, chaotischer Mob würde mit Mistgabeln und Baguettes bewaffnet gen Paris stürmen und die halbe Stadt erst einmal präventiv in niederbrennen, selbst wenn die Steuer schon 10 Minuten nach Verkündung wieder revidiert würde… da kennen unsere Nachbarn nix. Doch was macht der Bayer? Im Grunde genommen das Gleiche wie der Deutsche an sich auch:

Er gründet einen Verein.

Ohne Verein geht hier nix! Weil sich der Einzelne mit seinem bierseligen Stimmchen in der Masse nicht ernst genommen fühlt, läßt er lieber “den Verein” für sich sprechen. Das ist ganz praktisch, denn wenn es zu heiß wird, kann man aus nem Verein auch wieder austreten und das Gegenteil behaupten. Jedenfalls profilieren sich jetzt eine Hand voll Spinner unter dem Label “Der Verein gegen das betrügerische Einschenken”. Ein Konglomerat von Leberkranken versucht den Bierpreis auf 7,10 Euro pro Liter zu drücken indem man eine staatliche Regulierung fordert. Normaler Weise würden solche Forderungen in Bayern schon als “Steinzeitkommunismus” abgekanzelt, aber wenn es ums Bier geht, da finden das bestimmt so einige super. Wie will man den Staat zum regulierenden Eingreifen zwingen? Mit einem Bürgerbegehren. Eines der basisdemokratischsten Mittel wird also zum Erfüllungsgehilfen eine Horde bierbäuchiger Kampftrinker mit einem Weltbild, welches um die 1850er Jahre herum mit dem Stagnieren angefangen und bislang nicht wieder damit aufgehört hat; und die den Ranzen nicht voll genug bekommen können. Großartig! Smiley mit herausgestreckter Zunge 

Ich sags mal frei von der Leber weg: Ich hoffe, daß dieses “Begehren” hochkant scheitert. Ich finde diese Preise vollkommen gerechtfertigt… so lange sie in Bayern bleiben zumindest. Dieser komische Verein soll mir aus dem Weg gehen mit seinen lächerlichen Forderungen. Machen die die Welt besser? NEIN! Ich hab dagegen eine richtige Superidee. Sie ist ein wenig, naja, “radikal”, aber irgendwie finde ich sie auch elegant. Hört mal her… ich stelle euch mal mein bahnbrechendes Konzept mal vor:

Bayern wird am ersten Wiesnwochenende komplett eingemauert und in “Zone” umbenannt… und vor allem: keiner darf mehr raus der grade drinnen ist (jaja, ich weiß, das ist keine wirklich neue Idee, die habe ich schon ein paar mal gehabt und auch hier verbreitet… aber wartet es ab, es geht ja noch weiter)! Die Wiesn wird ganzjährig aufgezogen und der Bierpreis auf vorläufige 34,67€ festgesetzt. Hinzu kommt eine “Sonderlingsabgabe” für jeden Lederhosenträger der an einem Wochentag ohne “y” außerhalb Münchens angetroffen wird. Die Abgabe beträgt 7856,93€. Bei gleichzeitigem Gamsbarthutvergehen wird die Strafe verdoppelt und in jedem Fall fällt eine Bearbeitungsgebühr in nicht unerheblicher, noch fest zu setzender Höhe an. In München hingegen gilt das Gleiche für Leute ohne Lederhose. Die Zahlungsmoral überwacht ein besonders geschulter Expertentrupp, der unsanft aber bestimmt die Ausstände eintreibt. Ich dachte da so in etwa an DIE HIER! Wenn sich dann erst einmal alle christsozialen Extremisten “freiwillig” (Anm. d. Red.: heißt in diesem Zusammenhang ungefähr so viel wie “unter ökonomischen Zwang”) in der Landeshauptstadt eingefunden haben während die Zurechnungsfähigen sich ins Umland abgesetzt haben… startet Phase 2! Wir mauern München ein (-> ihr merkt: Ich mag es irgendwas einzumauern Smiley mit geöffnetem Mund). Wie wir das genau machen, daran arbeite ich noch… schließlich müssten wir den ganzen Kram ja über die bereits bestehende Bayern-Mauer hinweg hieven. Am Besten wir versprechen allen Umlandsbayern die das für uns tun Amnestie in der vernunftbegabten Welt. Da gibt es genug ehemals Ausgegrenzte die mit einem fröhlichen Liedchen auf den Lippen die Maurerkelle schwingen und ihre ehemaligen Unterdrück…ähm… Landesregierungsmitglieder einmauern würden. Wenn das dann geschehen ist wird eine Luftbrücke eingerichtet, die jeden Tag über der Festwiese Berliner Weiße und Suppenhühner in rauen Mengen abwirft. (Wer meckert, kriegt nüscht… gesoffen wird, was auf den Tisch kommt!) Diese Rohwaren werden von den mittlerweile bewährten und bis an die Zähne bewaffneten Schuldeneintreibern direkt zu den Festzelten eskortiert und dort in Maßkrügen bzw. als Grillhendl’ feil geboten. Der Maßpreis wird nun auf 56,63€ angehoben und staatlich dort fixiert (hey, das wollte diese behämmerte Vereinsinitiative doch, soll keiner sagen, ich würde denen nix gönnen); exklusive einer 1200%igen Abwurfpauschale, die direkt am Zapfhahn zusätzlich erhoben wird. Die Hendl’ … ach, so ein Scheißwort, ab jetzt nennen wir die Dinger einfach “Broiler”! Also die Broiler kosten nen glatten Hunni und die Abwurfpauschale wird dort nur für Katholiken erhoben. Und das alles machen wir dann ewig so weiter. Die  Einnahmen werden direkt nach Berlin geleitet, wo wir aus den Gewinnen aus dieser reformierten Form des “Länderfinanzausgleiches” erst einmal die Staatskassen der Hauptstadt ordentlich grundsanieren. Nach zirka 5 Jahren dürfte das gestemmt sein. Sobald das “Projekt” dann Gewinn abwirft vergolden wir vom Erlös in den neuen Ländern sämtliche Pissoires und führen ein bedingungsloses Grundeinkommen (außerhalb Bayerns natürlich) von ca. 5600€ netto pro Kopf ein. Ich rufe mich selbst zum Scheich aus und zum 10jährigen Jahrestag der “Abriegelung” spendieren ich für München ein Ortseingangsschild aus gegossenem Platin (wird natürlich außerhalb der Mauer aufgestellt) auf dessen mit Gelbgold beschichteter Namenstextplatte lasse ich vom talentiertesten Goldschmied unseres Emirats dann aus Rubinen die Worte “Karl-Marx-Stadt” formen.

trollface

Sonntag, 13. Mai 2012

ONE INCH MAN

(Kyuss)

Ihr wißt doch, was man über kleine Männer sagt, oder?! Und mit “klein” meine ich wirklich, wirklich, WIRKLICH winzig!  Solche abgebrochene einsfufzich – Zwerge eben, die sollen nämlich ein wenig unter egoverzerrten Wahrnehmungsstörungen leiden und die fehlende vertikale Ausdehnung durch Selbstüberschätzung zu kompensieren suchen. Beispiele dafür gibts ne Menge, man muss ja nur mal in Geschichte und Politik gehen. Napoleon war so einer, oder dieser immer unangemessen steif wirkende Herr Berlusconi aus dem Stiefelland. Sarkozy, ja, der war auch nicht gerade ein Riese, lächelte sich zur Wiedergutmachung aber ne Frau an, die mindestens doppelt so groß ist wie er nur um dann über Monate doch lieber mit der Angie zu schmusen… verstehe mal einer den Franzmann…! Aber gut, kleine Männer machen seltsame Sachen, oder sie erobern halt halb Europa nur um zu beweisen, daß sie doch nicht ganz so mickrig sind. So sagt man zumindest.

Jeder Verhaltensforscher wird nun allerdings daher kommen und einem erzählen, daß man derart komisches Verhalten nicht noch unnötig verstärken sollte. Bei Napoleon zum Beispiel fand man dieses ziellose Rumerobern im Franzosenland anfangs richtig toll – also machte er weiter. Warum auch aufhören, wenns einmal gut läuft?! Nun, jedenfalls gibt es solcherlei Männlein, die sich selbst überhöhen und dafür vollkommen unnötig auch noch Lorbeeren einheimsen, die sie eigentlich nicht einmal ansatzweise verdient haben, auch noch in anderen Bereichen. Bis heute! Bis jetzt! NEIN: Bis gestern!

Denn gestern hat sich unser bundesweites Paradeballspiel für Selbstüberhöhung (bis in die Schwindel erregenden Regionen jenseits der einssiebzig hinauf) endlich einmal selber derart lächerlich gemacht, daß man ihn beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen kann. Die Rede ist natürlich von Phillip “Kapitänlein” Lahm – von wem sonst. Ich werde nie verstehen, warum man diesen Zwinsch so hochjubelt. Für mich ist der Typ keine “Spielerpersönlichkeit”, wie es oft heißt. Auch “Integrität” und “Mannschaftsgeist”, geschweige denn “Fairplay” kann ich bei dem Knilch nicht finden. Ich erinnere mich noch an ein Interview, als er seinen damaligen Mannschaftskapitän van Bommel eiskalt den Dolch der Hinterlist (auf einem Hocker stehend) zwischen die Schulterblätter trieb und sinngemäß kund tat: Daß er immer gerne Kapitän gewesen wäre und es nun, da dieser van Bommel oft auf der Bank säße doch auch immer noch gerne sein würde und zur Verfügung steht. Es folgte eines der (sorry) hinterfotzigsten Grinsen, das ich je im Fernsehen ertragen mußte. Aber mittelfristig erreichte er mit seinem Zwergenaufstand sein Ziel und der Bundesjogi, ja, der gab ihm auch noch die schwarz-rot-goldene Binde als kleinen Bonus. Bei Spiderman wird dem Protagonisten von seinem Onkel geraten:

“Peter, aus großer Macht erwächst große Verantwortung!”

Stimmt. Und wie nahm der Herr Lahm diese wahr? Mit einer hinterhältigen literarischen Blutgrätsche in die Knochen ehemaliger Mitspieler und Trainer. “Nachtreten” nennt man so was und es hat mit “Führungsqualitäten” und “Verantwortung übernehmen” rein gar nix zu tun, es ist schlicht und einfach niveaulos in meinen Augen! Da hätte meines Erachtens nach der Jogi reagieren müssen und dem kleinen Wüterich das Kapitänsamt aberkennen sollen. Damit hätte er Lord Helmchen wieder auf ein halbwegs realistisches Maß zurecht gestutzt. Aber, dies geschah nicht. LEIDER! Statt dessen wurde dieses “Buch” schnell wieder vergessen und jeder Kommentator lobt weiterhin den “Kapitän”, der ja “rechts wie links kann” und ein “Arbeitstier” sei. Sobald er mal wieder einen halbwegs verunglückten Distanzschuß auf die Tribüne jagt, heißt es gleich wieder, er würde “Zeichen setzen” und “voran gehen”. Kokolores! Ab 20 Metern Vorsprung verschluckt den ja die Erdkrümmung, wie will der da noch effektiv “voran gehen” ?!

Aber seit gestern ist damit eh Schluss. Nach dem Pokalfinale hat sich der Lahm meines Erachtens komplett disqualifiziert was seinen Fußballsachverstand und vor allem seinen Realitätssinn angeht. Habt ihr das Spiel gestern eigentlich gesehen? Diese konterbasierte und mit blitzschnellem Kombinationsspiel ausgeführte Hinrichtung, welche der rumreiche FC Bayern im Herzen des ehemaligen Preußen  (ausgerechnet dort) durch die Hand von Borussia Dortmund (oje… noch mehr Preußen) hinnehmen mußte? Ja? Na dann habt ihr ja auch noch vor Augen, wie das Spiel lief. Während die Bayern einen Elfer versenkten und danach nur noch eine schöne Ribery – Einzelaktion zustande brachten (Gomez ignoriere ich; das Tor nicht treffen, das kann er ja mittlerweile wieder super), kombinierte der BVB die Batzis lustig an die Wand und erzielte 4 toll herausgespielte Tore. Zu schnell, zu präzise und vor allem zu gut waren sie gestern für die Bayern. Die Kommentatoren sprachen von “hilflosen Bayern” oder von Münchnern, die “kein Mittel fanden”. Oder man spricht von “begeisterndem Konterfußball” der Dortmunder, von einer “Wachablösung im deutschen Fußball” oder schlicht von einer “Vorführung”, welche der FC Größenwahn gestern erdulden mußte. In Zahlen ausgedrückt hieß das:

Borussia Dortmund : FC Bayern München

5 : 2

Und das war noch nicht einmal zu hoch. Und was fällt dem Kollegen Lahm ein, nachdem ihm Kloppos Kicker 90 Minuten lang nach Strich und Faden den Hintern versohlt haben? Nichts sinnvolleres als folgender Satz:

“Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft…!”

(Quelle)

Lassen wir das aus aktualpolitischem Anlaß mal von Roland Koch und seinem “Bilfinger” kommentieren:

Koch

(Quelle)

Sonntag, 5. Februar 2012

ICH GEHÖRE NICHT DAZU

(Die Ärzte)
“Hallo”! Na, fühlt ihr euch jetzt von mir herab gewürdigt und diskriminiert? Nein? Dann mag das daran liegen, daß ihr wahrscheinlich keine waschechten Bayern seid. Denn in Bayern, da sagt man nicht “Hallo” wie es scheint. Da sagt man “Grüß Gott”! Und wehe man tut das nicht… besonders als Schüler kann einem das sprichwörtlich ‘nen Arsch voll Ärger einbringen. Nun mag man meinen, in modernen Zeiten sollte das relativ egal sein und solange man früh um sieben überhaupt eine adäquate, als solche zu identifizierende Grußformel über die Lippen gemurmelt bekommt, sollte der so begrüßte sich geehrt fühlen. Wenn wir nicht in Bayern wären, dann wäre das wohl auch so. Aber wie folgendes Artikelchen beweist, will eine Schulleiterin den ihr unterstellten Manieren einbläuen, indem sie genau diese freie Wahl des Grußes rrrradäkahl glaichschaltäääät.
Das ist doch vollkommen neben der Spur, wenn ihr mich fragt! Nur weil irgend so eine pseudopädagogische Diktatorenhexe auf ihrem mittelalterlichen Benimmbesen durch die Aula reitet und sich dabei (was ja an sich schon widersinnig genug ist) wie der verbale Großinquisitor aufführt, soll man plötzlich zwangsbekehrt werden? Meiner Meinung nach kann man keinem, ich wiederhole KEINEM ein “Grüß Gott” aufzwingen und wenn ich Elternteil an dieser Schule wäre, ich würde dieser Schraube die Hölle heiß machen, das könnt ihr aber wissen. Auch wenn es in Passau noch nicht angekommen ist, aber es gibt hier draußen in der realen Welt auch jede Menge von diesen so genannten Atheisten; das sind die, die wo keine Religion haben tun tun, liebe Frau Diktato… Direktorin. Oder um es auch aus Ihrer Perspektive auch mal bildlich zu verdeutlichen, das sind die hier:

                                                       
Jahaa, mit denen sollte man sich langsam auch mal in Bayern auseinander setzen. Und wenn dann pseudognädig offeriert wird, man könne ja auch “Guten Tag” oder “Guten Morgen” sagen, dann aber bitte extra-freundlich, dann ist das für mich eine Verhohnepiepelung der Meinungsfreiheit. “Grüß Gott”… das klingt doch nach Koranschule (freilich halt mit nem anderen Gott)! Fehlt bloß noch, daß die alte Schraube die körperliche Züchtigung wieder einführt oder den Religionslehrer zum Schulexorzisten befördert. In der Endkonsequenz wäre es auch denkbar, daß man auf dem Schulhof wieder den einen oder anderen Scheiterhaufen auftürmt und wehe, wenn da eine Schülerin mit ketzerischer Kräuterbutter aufkreuzt oder am Sonntag vorher nicht in der Kirche war… .
Nee, ich finde das total beknackt! Was die Grundidee von respektvollem Umgang etc. angeht, da hat sie ja Recht, aber das an einer Grußformel festzumachen finde ich lächerlich. Nur weil der die pädagogischen Mittel fehlen (man könnte auch sagen “sie kann nichts”), schwenkt sie hier auf diese zweifelhafte Spur ein. Respekt kann man nämlich auch anders vermitteln als durch Zwänge, zum Beispiel wiederum durch Respekt. Respekt allen gegenüber, die “Grüß Gott” nicht als Grußformel, sondern als religiöses Statement verstehen und bewußt ablehnen. Fehlt ja bloß noch, daß die Eleven früh auf dem Schulhof zum Appell antreten und der ihnen auf einem mit Flakscheinwerfern illuminierten Podest fleißig “Vor-Grüß-Gottenden” Führ… Direktorin den Arm zum Gruße entgegen recken müssen. So fängts nämlich an… .

Sonntag, 2. Oktober 2011

INFRA RED

(Placebo)

Hach, was für eine schöner Sonntag heute! Vor allem, wenn man wie wir heute eine kleine Ausfahrt vor sich hat. Gut, reichlich 2 Stunden Autobahn sind nun wirklich nicht soooooo prickelnd als Sonntagsbeschäftigung, aber mittendrin gibts noch einen kleinen Sonntagspsaziergang durch das Felsenlabyrinth zu Luisenburg im Fichtelgebirge. Das klingt einfach mal spitze! Beweisfotos werden dann folgen binnen der nächsten Tage. :-) Außerdem steht heute abend ein Besuch auf dem "Bierfest" in Amberg an... auch nicht zu verachten! (Allerdings stört MsPittili meine Vorfreude darauf in den letzten Tagen immer wieder, indem sie mir erzählen will es sei ein "Kirchenfest", kein "Bierfest". Fies, oder?!? Aber als Atheist nehme ich mir einfach mal das Recht heraus, es TROTZDEM als "Bierfest" zu beschreiben... zumal das in Bayern ja ohnehin alles eins ist! ;-) )

Ich verabschiede mich somit erstmal aus dem Internetz und lasse das Aggregat meines Batmobils vorglühen und melde mich morgen oder spätestens übermorgen dann wieder... so long:
LIVE LONG AND PROSPER