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Sonntag, 22. September 2013

WAHLTAG

(Dritte Wahl)

Heute ist es ja so weit: Der Deutsche schreitet zur Urne und wählt für die nächsten vier Jahre die Heute-Show-Opfer. Aber nach der Bayernwahl letzte Woche wird für den einen oder anderen die Luft ein wenig dünn. Gut, eigentlich nur für die FDP, aber das freut einen ja besonders. Über den themenfernen Möpperwahlkampf dieser Geißel der Vernunft habe ich mich ja HIER schon ausgelassen. Gestern war es mir dann ein innerer Reichparteitag ähhhhm… Vorbeimarsch….nein, auch nicht… verdammt, das mit den politisch korrekten Metaphern ist aber schwer heutzutage - kruzitürken nochmal! Es war mir ein Fest (ja, das geht glaube ich), was ich da sah:

Reih und Glied

Im Vergleich zu den anderen Plakaten, schreit das der liberalen Mövenpickbolschewisten ja förmlich ihre Verzweiflung hinaus in die Welt. Weil es so schön ist nochmal in Groß:

Dirndlphilosoph

Herrlich! Keine eigene Message, nur Panikmache und hohle Phrasen, die selbst im Doppelpass verpönt wären. Ich bin ja schon überrascht, daß man den weinseligen Nuschelrainer nicht gleich mit überklebt hat mit irgend einem oberflächlichen Propagandaspruch. “Keine Steuern"!” wäre doch passend gewesen… gibt auch nen guten Hinweis auf die Führungsqualitäten der Spitzenliberalen. Zwinkerndes Smiley

Na egal… einen weiteren netten Schnappschuß habe ich dann auch noch machen können. Wer das erste Bild betrachtete, der hat vielleicht gemerkt, daß da eine Partei fehlt im Reigen der großen Poster. Die haben sich mal wieder für Abgrenzung entschieden und sich als einzige Partei auf der anderen Straßenseite positioniert. (BTW: Ich finde das grundsätzlich auch sinnvoller als so ne Komplettübersicht auf zu machen wie oben). Allerdings wurden sie dann auch vom eigenen Gesinnungsgenossen ein wenig… naja… “getrollt”:

Lefties

Zwinkerndes Smiley

PS: Geht bitte alle wählen! Wenn es sein muß, dann auch FDP, aber geht bitte! Wir sind irgendwo privilegiert, daß wir das tun können und daß so Leute wie ich sich auch über die Plakate der Parteien lustig machen können, ohne deshalb nen Kopf kürzer gemacht zu werden. Also nutzt das bitte auch. Mit etwas Glück heißt es dann auch in 6 Stunden: “Tschüßikowski, FDP!”

Montag, 16. September 2013

BEGGARS PRAYER

(Emiliana Torrini)

Habt ihr eigentlich gewußt, daß uns und unserem Ex-Exportweltmeister urplötzlich und quasi ohne Vorankündigung der Bolschewismus droht? Nein? Nächsten Sonntag solls schon los gehen! Das sage jetzt nicht ich, nein, das sagt die FDP. Und die, die weiß ja wovon sie spricht, das haben sie schon in vier (vor allem für uns) seeeeehr, sehr langen Jahren Regierungstätigkeit bewiesen. Wenn also das Kompetenzzentrum der deutschen Sozial- und Wirtschaftspolitik verlauten läßt “Wer Rot-Rot-Grün verhindern will muß der FDP die Zweitstimme geben!” (oder “Wär rodrodgüüh vahindanwill muss Fffdepäh wähle”), dann können wir als mündiger Bürger sicher sein, dass da auch was dran ist. Was da nun genau dran ist, das weiß ich allerdings auch nicht so genau – vielleicht ist es aber auch nur so ne Art Motto; so wie “Buchen sollst du suchen, Eichen sollst Du weichen!” Vermutlich – und da bin ich mir nun wiederum ziemlich sicher – hat es auch ähnlich viel Substanz.

Es ist doch erstaunlich, daß die Liberalen nach der schallenden Watschen in die fetten, deregulierten Backen, die der Sepp ihnen gestern verpasst hat, plötzlich komplett auf Inhalte verzichten. “Rot-Rot-Grün” als argumentativer Notnagel – wer das nicht will, der muß laut ihrer Argumentation FDP wählen. Hmm, nein, muß er nicht! Er kann auch CDU währen… ebenso wie er beruhigt SPD und Grün wählen kann. Denn bis auf den Bolschewismus selbst haben alle anderen Akteure eine Regierungsbeteiligung des Selben ja ausgeschlossen. Und weil jetzt nicht zwingend damit zu rechnen ist, daß  die Linke direkt den Regierungsauftrag aufgebrummt bekommt (so groß ist Hellersdorf dann nämlich auch nicht), dann können die wie die Rumpelstilzchen durch die Talkshows nach der Wahl springen, spielen wird mit denen eh keiner. Zumal die Grünen mittlerweile doch als einkommensstarke, bildungsbürgerliche Birkenstockelite zu der sie auf Bundesebene verkommen sind und als die sie sich auch selbst zu verstehen scheinen, mit linken Werten nur noch dann wedeln, wenn gerade nix anderes zu Hand ist – mit den Linken haben die doch ungefähr so viel zu tun wie Promi-Big-Brother mit Arte. Auch wenns abgedroschen ist, aber Rainald Grebe beschrieb es in seiner Hymne “Prenzlauer Berg” extrem passend: “Schwarz-Grün wird die Republik, hier ist sie es schon. In 4, spätestens aber 8 Jahren sehe ich so ein Bündnis auf Bundesebene durchaus als realistische Option. Und dann, DANN hat es für die Sozen aber auch gehupt. Na egal, wo waren wir? Ach ja, die Bolschewisten von der FDP. Mao Tse Brüderle und Wladimir Iljitsch Rösler verkünden zusammen mit ihrem Generalsekretär Zentralratsvorsitzenden Karl Dörinx seit gestern Abend mantraartig den Arbeiter und Bauernstaat 2.0. Freilich nur, wenn man sie nicht wählt, aber dann sieht man im blau-gelben Lager schon wieder die LPG-Traktoren über die Felder fahren und in Zwickau rollen noch vor Jahresfrist wieder die Trabanten vom Band. Aha!

Ich finde diese Art von Wahlkampf – vollkommen egal, welche Partei ihn betreibt – ist eine Frechheit. Bürger haben ein Wahlrecht um ihrem politischen Willen Ausdruck zu verleihen. Im Regelfall also für die Partei zu stimmen, die ihre Interessen am Besten vertritt. Das sollten sie auch tun; und zwar so zahlreich wie möglich. Die Parteien wiederum haben dann den Auftrag, die unentschlossenen mit Argumenten und Programmen zu überzeugen. So eine Partei – nennen wir sie beispielsweise die “SESuBP – die SuomiEvensche Schnitzel- und Blödsinns-Partei” – sollte so Sachen sagen wie:

“Wenn ihr uns wählt, dann malen wir alle Kühe rosa an!”

oder

“Wenn ihr uns wählt, sorgen wir für stabile Schnitzelpreise!”

oder von mir aus auch

“Für einen höheren Spitzensteuersatz für Veganer!”

… vollkommen egal, jedenfalls muß für mich eine Partei damit überzeugen, was SIE vorhat; was SIE MACHEN will. Einen Teufel an die wand zu malen, der zumindest in diesem Jahr ohnehin noch nicht an selbiger tanzen wird, das ist ein billiger Trick. Nur weil man selber offensichtlich keine die breite Masse überzeugenden Argumente hat – zumindest keine, die einem nach vier Jahren Regierung noch abgekauft werden – darf man meiner Meinung nach nicht zu solchen Taschenspielertricks greifen. Klar, die FDP nennt das “taktisch wählen” – Taktik am Arsch, Genossen!!!! Taktik ist für mich als Wähler, daß ich MEINE Interessen mit meiner Zweitstimme stärke, nicht eure. Selbst die CDU, mit der man ja noch regiert und von denen man ja rotzdreist die Zweitstimmen abziehen will, hat ja unversehens klar gestellt, daß die Dreiprozenter doch mal bitte selber für ihre Stimmen sorgen sollen und man sich diese Abwerbeversuche der Zweitstimmen verbittet – ich finde das gut.  Die sollen mal schön ausbaden, was sie sich eingebrockt haben. Ich hoffe, daß die Union das nochmal möglichst laut wiederholt, daß ihre Wähler dann doch bitte auch sie wählen sollen (viele hören ja auch schon nicht mehr so gut… ), nur um sicher zu gehen, daß keine auf diesen liberalen Blödsinn eingeht. 4 Jahre Parlamentsabstinenz hat man sich bei der FDP nämlich redlich verdient. Wer schon eine Woche vor der Wahl keine eigenen Themen mehr im Wahlkampf einbringen kann, tja, der sollte lieber gleich zu Hause bleiben.

Abschließend noch ein weiteres Ärgernis des gestrigen Abends. Neben der vollkommen ballaballa daher kommenden Panikmache mit einem Bündnis, das es so nicht geben wird, hat mich das ewige Gelaber von der “Stimme für die Freiheit” genervt. Die FDP stellt sich hin, als sie sie in Deutschland der einzige Garant für eben jene. Der Slogan an sich ist ja schon vollkommen inhaltsleer – “Freiheit”, “Freiheit” in welcher Hinsicht!? Freiheit zur institutionell unbeeinflußten Sockenwahl am Morgen? Quatsch mit Soße ist das doch! Was meinen die denn, was die anderen (ernst zu nehmenden) Parteien sind – verfassungswidrig? Vollpfosten! Wahrscheinlich hat man sich intern in der FDP schon derart in dieser Bolschewismus-Rhetorik vergaloppiert, daß man sich selbst als so eine Art “Uncle Sam” begreift, der dem fehl geleiteten, weil nicht mehr liberal wählenden, Stimmvieh auf Gedeih und Verderb die Freiheit bringt – ob das nun gewünscht ist oder nicht. Freiheit braucht man in Deutschland aber nun wahrlich nicht spezifisch wählen, die hat man in ihrer grundlegenden Ausprägung so oder so. Alleine die Stimmabgabe verstehe ich als Votum für die Freiheit, egal für welche Partei (mit einigen scheißbraunen Einschränkungen natürlich). In einigen Teilaspekten unterscheiden sich die Parteien dann sicherlich noch was ihr “Freiheitsbild” angeht, aber grundsätzlich geht es uns hier doch gut, wenn man sich den Rest der Welt anschaut. Und die “Freiheit” mich aus gesetzlich verpflichtenden Sozialversicherungssystemen zurück zu ziehen, nur weil mir gerade mal so ist, ich sie gerade nicht brauche aber die langfristigen Folgen eh nicht abschätzen kann – diese Form von “Freiheit” möchte ich nicht mal geschenkt haben wenn ich in Länder blicke, die das schon haben. Die kann sich der Döring in die Haare schmieren – der alte Klassenfeind!

PS: Wer verfolgen will, wie sich das Gebettel um Zweitstimmen von Menschen, die einen sonst nicht wählen würden, ausnimmt, dem sei der Twitteraccount von Herrn Döring ans Herz gelegt. Ich bin der Meinung, daß diese Art von Wahlkampf für eine gut aufgestellte demokratische Partei würde- und stillos ist.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

GO TO HELL

(Motörhead)

Wir wollen hier mal kurz zusammenfassen: Seit gestern um Punkt 18 Uhr sollten - ich wiederhole: SOLLTEN – die Tickets für die 2012er Pearl Jam Tour im Handel sein. Nachdem der TenClub mal nicht mehr der Buhmann vom Dienst sein wollte, beauftragte er eine scheinbar heillos überforderte Distributionsklitsche namens “Crowdsurge” mit dieser dann doch recht relevanten Aufgabe. Ziel war es, den “exclusive Fanclub – member Presale”, also einen Vorverkauf BEVOR die regulären Tickets in den Handel kommen, zu realisieren. Der Server von Crowdsurge schmierte kurz nach sechs zunächst temporär ab, man brauchte aber bis 21:16 Uhr um das dann auch öffentlich einzugestehen. Dazwischen trieb man Fans in ganz Europa zum Wahnsinn, indem man es schaffte, daß wirklich gar nichts funktionierte. Es gab zwar eine Hand voll Leute, die sich Tickets sichern konnten, allerdings kann man mit denen wohl jeweils allerhöchstens ein Clubkonzert in einer mittleren Pommesbude füllen. Wie die das geschafft haben, ist auch komplett unklar. Nach der gestern geposteten Meldung, daß man den Presale erstmal stoppe und “shortly” eine Lösung anbieten würde, hörte man (man höre und staune) von Crowdsurge NICHTS mehr! Auch der TenClub setzte einfach die pampige Fehlermeldung dieses Vereins auf seine Seite. Über die bekannten und weniger bekannten sozialen Netzwerke ließen frustrierte Wartende mit Zitaten ihrer Service-Hotline-Dudes von Crowdsurge zudem immer wieder wilde Gerüchte streuen. Der Satz “I’ve just called Crowdsurge…” ist mittlerweile so eine Art Running-Gag.

Dabei dachte man schon, daß es nach den teilweise desaströsen Ticketverkäufen über den Tenclub selbst in der Vergangenheit nur noch besser werden könne. Aber damals hatte man immerhin nach höchstens 6 Stunden seine Tickets im Sack. 6 Stunden… heute erscheint mir das himmlisch im Gegensatz zu diesen mittlerweile fünfundzwanzig (!!!) Stunden Ungewissheit. Ich sehe es schon kommen, daß die den Presale total canceln und auf den regulären VVK verweisen… nur dann wird es wohl zu spät sein für uns Die-Hard-Fans; außerdem wird der Sinn der Mitgliedschaft im TenClub auch immer unklarer, wenn nicht mal mehr das funktioniert.

Den Vogel schießt aber fuc*ing Crowdsurge selbst ab. Erst versagt man auf ganzer Linie, dann gibt man 26 Stunden keinen Mucks mehr von sich und wenn sich dann die Leute überraschender Weise anfangen kritisch zu äußern, werden die Kommentare kurzerhand gelöscht und die heile Welt der eigenen Fatzebuchseite von Kritik gesäubert. Nennen wirs beim Namen: Das ist armselig! Nachdem meine erste dezent ironische (wirklich, das war noch nett formuliert) Anmerkung nach 5 Minuten wieder verschwunden war, habe ich hier mal diesen Zensurwahnsinn mit einem zweiten Versuch dokumentiert.

Vor 10 Minuten:

before

und vor 5 Minuten:

after

Ei… na wo isser denn hin??? Wo sind denn all die zu erwartenden Kritiken? Meine These ist ja: Wer nebenher noch fleißig Zensur ausüben kann um seine eigene Unfähigkeit zu übertünchen, der kann nicht wirklich engagiert an der Behebung der eigentlichen Probleme arbeiten. Für mich hat der Laden jedenfalls verloren! Wenn es nicht Pearl Jam wäre, würde ich auf die Tickets pfeifen und im regulären Verkauf zuschlagen. Ganz, ganz üble Nummer von dieser Bude da. Man kann nur hoffen, daß das das erste und letzte Mal war, daß man den Ticketverkauf derartigen Dilettanten anvertraut hat. “Crowdsurge”, das ist das GUIDOMOBIL unter den Tickethändlern!

PS: Diesen “Gefällt Mir!” – Button können die Typen sich dahin stecken… naja, ihr wißt schon.

Mittwoch, 28. September 2011

HAPPIENESS IS A WARM GUN

(The Breeders)

Ich bin ja per se dafür, daß man aufstrebende musikalische Jungtalente unterstützt. Mal vorausgesetzt, daß in der dargebotenen Musik die Message stimmt. Viel zu viel dreht sich heutzutage nur um Belanglosiogkeiten wie "Party machen", "den dicksten Beamer fahren", "im Komasaufen der Derbste sein" oder "großer Gangster vom Dienst sein in der Unterhachinger Hood"... echte Lebensweisheiten und Ratschläge an die nachfolgende Generation sind da eher selten. Daher muß ich hier einmal die Blockflöte des Todes lobend erwähnen. Leute, KAUFT DIESEN SONG GrOßeS TenNIs!!!!!