Donnerstag, 17. März 2011

SO YOU WANT TO BE A ROCK 'N' ROLL STAR?

(Pearl Jam - Cover) 

Lang lebe das Eichhorn!!! Und mit ihm sein bärtiger freund ohne Namen, welcher zwischen den Welten haust und Kühe mit grünen Eutern für die Pharmaindustrie über einen farbenprächtigen Joghurtsee gen Troja trägt wo der große Pillendreher aus ihnen Matroschkas strickt!

Häääähh???

Jenau Keule, dit mein’ ick!

Mahlzeit. Na, wie geht’s euch? Gut? Gut! Oder besser: noch gut! Denn ich habe gerade ein Foto ausgegraben… mein lieber Scholli, das ist vielleicht verstörend! Das ist dermaßen abstoßend, daß ich es einfach mit euch teilen muß! Ursprünglich wollte ich mit dem Bild nur meine kleine Schwester ärgern, was ich dann aber vergaß (und glaubt mir, das ist äußerst Besorgnis erregend weil nahezu unmöglich, daß ich das vergessen habe). Nun müsst ihr da alle durch!
Erinnert sich der eine oder andere vielleicht noch an „Bon Jovi“? Diese heillos überschätzte Bande von Weichspülmusikanten, die sich dereinst um ihren Namensgeber „John“ scharten um durch die ausgehenden 80s bzw, die beginnenden 90er zu spuken? Ja genau, die Typen, die so grenzwertigen Schwachmaten-Pop wie „Bed of Roses“ oder „Keep the Faith“ verbrochen haben. Habe ich gerade das böse Wort „Pop“ gesagt? NEIIIIIN, ich meine natürlich „Rock“! Denn was sind Bon Jovi denn anderes als eine der härtesten Rockbands der Gegenwart (ja, leider… gibt’s immer noch den Haufen)!?!?!!!! Das sind die Speed-Metaller unter den Schmusebarden, die Black Sabbath der Balladen, die Slipknot des Schmalzes… ja, ich scheue mich sogar nicht zu behaupten, daß wir es hier mit den Turbonegro der Tränendrüse zu tun haben! So „credible“ und „hart“ wie die immer daher kommen, kann daran gar kein Zweifel bestehen. John Bon Jovi, dieser Beau in nietenfreier Lederkluft, fungiert dann sozusagen als massiver Eisenkern in diesem keulenschwingenden Elektromagneten von einer Rockband; zu ihm zieht es die Groupies hin wie Motten zum Licht. Besonders wenn er die coolen Rockerposen auspackt und seine müden Knochen (und wer weiß, was sonst noch) breitbeinig am Mikrofonständer reibt während er sein infernales „Thank you for Loving Me“ in Mikro röhrt… öhm… haucht, tja, da drehen die Muddis frei!
Ich konnte es noch nie verstehen, was die Menschheit an dieser Blendertruppe findet. Die machen seit 84 immer und immer wieder die selbe Platte mit den selben Songs. Immer fein überproduziert das Ganze, daß es auch ja schön glatt ins Konsumentenohr sickern kann. Mr. John strahlt sich dann auf den Promofotos immer ordentlich einen ab und ZACK, schon schmilzt das weibliche Zielgruppenwesen hoffnungslos dahin. Dann wird neben dem Album gleich noch die hoffnungslos überteuerte Konzertkarte geordert; zu selbigen erscheint man dann mit anderen Gestörten, die „nur den John sehen wollen, denn der ist ja soooooo süüüüüüüß“! Ein merkwürdiger Grund um auf ein Konzert zu gehen wie ich finde! Dazu wird der Scheiß dann noch in den Massenmedien breit gewalzt und straffrei als „Rock – Konzert“ verklärt. Gruselig!
Irgendwann, augenscheinlich noch in den 80er Jahren, ist die Band  dann auf den Zug aufgesprungen und man hat versucht sich als „Rocker“ zu inszenieren. INSZENIEREN, genau da liegt dann auch der Hund begraben. Denn während der gute Lemmy auf die Anwesenheit einer Kamera bei seinen zweifellos vorhandenen Exzessen verzichten kann, muß man bei den Herren „Bon Jovi“ ja nachhelfen und „zufällige Schnappschüsse“ arrangieren, welche das Management dann an die Presse durchsickern lassen kann.
Der Punkt ist einfach, daß es zwar nicht umsonst „Sex, Drugs and Rock & Roll“ heißt, aber bei ernst zu nehmenden Rockgrößen passiert die, nennen wir es mal „Magie“, im Verborgenen. Im stillen Hotelzimmerlein wird da die Feier gestartet, von welcher ein unterbezahlter Page dann der Presse gegen ein angemessenes Entgelt aus dritter oder vierter Hand vage berichten kann. Wenn mir jemand zum Beispiel erzählen würde, daß er gehört habe, daß der Freund seiner Cousine einen Bruder hat, dessen Fußballmannschaftssportskamerad ihm erzählt habe, daß er nach dem letzten Eagles of Death Metal Konzert vier nackte, betrunkene Frauen mit Joints in der Hand und Klebeschnurrbärten aus der Umkleide von Jesse Hughes habe torkeln sehen, während von drinnen irgend jemand den „Saitenbacher – Müsli – Jingle“ mit amerikanischem Akzent geträllert habe, dann glaube ich das sofort! JE-DES WORT um genau zu sein. Sehe ich dieselbe Szene aber fotografisch einwandfrei dokumentiert mit einem feist in die Kamera grinsenden Mr. Moustache im Türrahmen, dann kommen mir so gaaaanz leise Zweifel an der Authentizität (obwohl man gerade bei Jesse eigentlich nie wissen kann…).  Auf den Punkt gebracht: Hunde die bellen, beißen nicht!

Diese einfach, zutiefst logische Herleitung der Rockerhaftigkeit solltet ihr euch also hinter die Ohren schreiben! So, nun aber zum Auslöser dieser ganzen Tirade meinerseits, schließlich habe ich euch Horror versprochen, der euch den Zeitgeist in den Adern gefrieren lässt! Außerdem sagt ein Bild in diesem Fall ohnehin mehr als tausend Worte. Also guckt ihn euch an, den „coolen Rocker“…:

Ein Bild, so "real" wie Guttis Doktorarbeit!

PS: Heute gibts mal wieder ne Auswertung: 


Dienstag, 15. März 2011

MORATORIUM


 (Alanis Morissette)

Ich muß jetzt einfach mal ein wenig Dampf ablassen! Tut mir leid, aber wir Deutsche haben DEFINITIV ein Ego-Problem! Das konnte man schon immer beobachten, nur jetzt ist es gerade mal besonders signifikant und (Verzeihung: ) dämlich. Früher versuchten wir noch die halbe Welt zu überrennen und ihr unseren damals ziemlich gruseligen Stempel aufzudrücken, heute hat sich das irgendwie ins Gegenteil verkehrt: Wir bleiben brav innerhalb unserer eigenen Hoheitsgebiete, tun aber so, als ob uns alles, was auf unserem Planeten so los ist,  direkt betrifft. Bereits seit 2003 ist ja bekannt, daß ein Tsunami, der von Island ausgeht, ziellos durch die Nordsee eiert, in einem ganz, gaaaanz blöden Winkel von Skandinavien abprallt theoretisch auch die Nordseeküste verwüsten könnte. Was damals nach dieser Erkenntnis los war… um Himmels Willen!! Da wurden Notfallpläne geschmiedet und die CSU, so hatte man den Eindruck, war kurz davor sich ihre eigene Arche zu zimmern! Ähnliches beim Rinderwahn, der Vogelgrippe und all dem Tand! Und jetzt bricht hier die große Atomangst aus, nachdem Japan von einer beispiellosen Naturkatastrophe getroffen wurde und postwendend vor der nächsten Hiobsbotschaft steht. Daß das in der Einstellung zur Atomkraft generell Folgen hat, das erwarte ich auch irgendwo und das ist gut so, aber daß die Bevölkerung hier gleich derart durchdreht, das finde ich lächerlich und zynisch. Ich meine jetzt nicht die Anti-Atom-Demonstranten, nein, ich meine diese hysterischen Gestalten, die sich mit Jodtabletten und Geigerzählern eindecken. In den Nachrichten lief eben ein entsprechender Beitrag: Geigerzähler ausverkauft, Panikkäufe von Jodtabletten. Die haben doch alle einen an der Waffel! Als Japaner käme ich mir da aber gerade veritabel verhöhnt vor. Nicht wir haben das größte Problem, sondern Japan! Und da sollte man vielleicht mal ansetzen, anstatt gleich wieder den Untergang des Abendlandes herauf zu beschwören und so zu tun, als ob Fukushima direkt vor der Haustür läge. Es ist doch in unserer Außenwahrnehmung hochgradig peinlich, wenn unsere Spitzenpolitiker nach der obligatorischen Botschaft des Bedauerns als erstes Entwarnung für Deutschland geben, noch bevor man sich getraut endlich konkrete Hilfsangebote zu unterbreiten… und das auf der anderen Seite des Globus. Meiner Meinung nach sollte man sich erst einmal um die direkt Betroffenen kümmern und so versuchen die möglichen globalen Folgen einzudämmen. Da haben für mich diese überhysterischen Moralnazis mit ihren Hamsterkäufen in Deutschland aber mal so was von gar keine Rechtfertigung; zumal sie damit ja wieder nur eine Panik anheizen, die momentan widersinnig und vor allem auch gefährlich ist!

Es ist ja auch nicht so, daß man politisch zur Beruhigung beiträgt. Wenn man da mal genau hinhört, kommt einem ja das blanke Kotzen. Mitten in dem ganzen Chaos eiert Mutti durch die Medien und versucht den Spagat zwischen außenpolitischer Unterstützung für Japan auf der einen Seite und Landtagswahlen auf der anderen Seite hin zu bekommen. Tragischer Weise hat man den Eindruck, daß Letzteres näher am Zielpunkt ihres souveränen Schlingerkurses liegt. Ab und zu mischt sich auch noch unser neoliberaler Lobbyistenkasper mit ein, obwohl der und seine ganze Bande den Rückschritt aus dem Atomausstieg ja maßgeblich mit verbrochen haben.
Ein „Moratorium“ solls nun bringen; nur: Was soll es eigentlich bringen? Drei Monate weniger Atomstrom und dann weiter wie bisher? Ich sage dazu nur: „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild’ ich einen Arbeitskreis!“ Dazu die lachhafte Ankündigung, daß da drin nun  „ohne Tabus“ die Atomkraft geprüft werde. (Es ist überflüssig zu erwähnen, daß das das Mindeste ist, was man von einer Regierung bei dem Thema erwarten kann und zwar auch ohne eine drohende Katastrophe.) Wie wurde denn da bislang „geprüft“? Sind die da mit Wünschelruten durchs AKW getigert und haben am Ende den blauen Umweltengel an den Kühlturm gepappt, wenn der Geldkoffer nur prall genug gefüllt war? Lächerlich ist das! Kein Wunder, daß die Stimmung hier hoch kocht, denn ernst nehmen kann man das Krisenmanagement hier ja nicht!  
Die Grünen sind im Übrigen kaum produktiver zur Zeit. Ich kann die Roth NICHT-MEHR-SEHEN, wie sie ihren mahnenden Rüssel in die Kameras hält und empört losplaudert, als ginge es hier nur darum, den eigenen Verein innenpolitisch zu profilieren. Ach ja, Tourmanager bei „den Scherben“ war sie auch, falls ihr es noch nicht wusstet… ! Bääähh!

Das Ding in Japan kann sich leider zu einer lokalen Tragödie (ist es streng genommen ja jetzt schon) mit globalen Auswirkungen entwickeln und DAS Problem sollte man mal als Priorität betrachten; dagegen kann man nämlich, ganz pragmatisch, noch was tun. Meiner Meinung nach sollten sich alle erstmal darauf konzentrieren, anstatt sich in innenpolitischen Grabenkämpfen aufzureiben und so zu tun, als ob sich alles nur um diese popelige Landtagswahl in BaWü dreht; oder in RP! Ahhhrrrggg, ich kann diese ganzen Prinzipienflummis da nicht mehr ersehen im Moment! So, das musste mal raus hier, das nervt mich nämlich tierisch! Da muß man jeden Tag zusehen, wie ein Land mit fast 128 Millionen Einwohnern droht vor die Hunde zu gehen und alles was uns dazu einfällt ist ein innenpolitisches Hickhack zwischen Umfragetief und der Lobbyistenbefriedigung oder eben so viele Jodtabletten zu hamstern, daß das Gesundheitsministerium schon präventiv warnen muß, daß zu viel auch nicht gut ist. Das ist momentan kein Land, das ist ne Gummizelle mit eigenerer IBAN-Nr.!
Zum Abschluß noch ne Ansage an all euch Vollpfosten, die ihr seit gestern einen Geigerzähler euer Eigen nennt: Was gedenkt ihr denn mit den Ding zu machen, wenn der isländische Tsunami von Norwegen abprallt oder es anfängt englische Rinderhirne mit Flügeln zu regnen?!?! Da hats dann nämlich auch gehupt!

Sonntag, 13. März 2011

With arms wid.... NÄHHH!!! YELLOW

(Coldplay)

Hallöchen! Heute will ich hier nicht groß rumseiern, sondern nur ein Bild mit euch teilen, das ich eben auf meiner Festplatte entdeckt habe. Gerade nach einem nun doch recht harten Winter, kann einen folgende Aussicht auf die nahe Zukunft schon die Endorphine ins Blut treiben; oder man findet, wie ich, das Foto einfach toll:

Samstag, 12. März 2011

AUF TOUR

(Rainald Grebe und das Orchester der Versöhnung)


Hallöchen und ein frohes Wochenende. Nachdem ich es bereits in den Jahren 2008 und 2009 versäumt habe, einen ordnungsgemäßen Bericht über die besuchten, durchaus großartigen Rainald Grebe Konzerte abzuliefern, will ich das heute aber nun wirklich einmal nachholen. Stieg ich vor zweieinhalb Jahren noch auf Basis von „Brandenburg“ und „Thüringen“ recht unvorbereitet in den rasend verqueren Kleinkunstzug des Herrn Grebe ein und suchte mir ausgerechnet Jena, wo der Kerl wie ein Messias verehrt wird, für das erste Konzert aus, gings 2009 dann gediegen mit meiner Mutter in die Stadthalle Chemnitz. Aus Open-Air mit T-Shirt und Kösti in der Abendsonne wurde Sitzplatzevent mit Rotweinglas. Aus Kartenschnorren vor dem Eingang der Kulturarena wurde ein nach erfolgreichem Vorverkauf planbarer, entspannter Konzertabend.

2011 also befand sich der Rainald wieder auf Tour, eigentlich keine Frage, daß ich mir da schnellstmöglich (nämlich noch 2010) die Billets sicherte. Wieder Chemnitz, wieder die Stadthalle. Aus der Kapelle wurde das Orchester der Versöhnung, aus 30 wunden 40 Euro Eintrittspreis. Aber gut investierte 40 Euronen, wie man dazu sagen sollte. Also kurzerhand noch eine Freundin in die Veranstaltung rein gequatscht („gefällt dir bestimmt…“) und dann bei Eventim zwei noch verfügbare, gute Sitzplätze geordert. Während die Karten an meiner Magnetpinwand vor sich hin reiften und Gesellschaft von Foo Fighters – Tickets für Berlin bekamen (YEAH!!! Ich habe welche, ÄÄÄÄÄTSCH!), sickerte so langsam das neue Programm von Rainald durch. Im Fernsehen stellte er „Oben“ vor und durchs Internet geisterte das Video zu „Prenzlauer Berg“. Das Album dazu wurde natürlich auch veröffentlicht und der 19.02.2011 rückte immer näher. Ich für meinen Teil griff zur bewährten Taktik, dem neuen Material weitgehend aus dem Weg zu gehen. „Oben“ und „Prenzlauer Berg“ gönnte ich mir dann, aber mehr auch nicht. Im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung, so hatte man den Appetizer, wurde aber dennoch pausenlos überrascht.

Am Tag des Konzerts warf ich mich dann also zunächst in halbwegs ordentliche Klamotten, warf Retro-Krawatte und Jackett über und wir trafen uns zunächst in einer gemütlichen Viererrunde auf einen gepflegten Gerstensaft im Turmbrauhaus um uns ein wenig auf den Abend einzustimmen und eine Kleinigkeit zu essen. Zeitnah schlenderten wir dann hinüber zur Stadthalle, wo wir nach kurzer Besichtigungsrunde alsbald unsere Plätze im großen Saal einnahmen. Bereits auf den ersten Blick wirkte der Bühnenaufbau zwar gewohnt minimalistisch mit einem Charme irgendwo zwischen Hobbykeller und Grillfest im Kleingärtnerverein (ich erinnere nur an die Lichtgirlanden über unseren Köpfen), war aber deutlich aufwändiger als bei den bisherigen beiden Konzerten. Pünktlich gegen 20:00 Uhr erlosch dann auch das Licht im Saal und, wie üblich, begann die Vorstellung mit einem Mätzchen. Eine Art Geistergestalt schob eine Art Teleskopalphorn ins Publikum während ein Knispel nebst Geige am linken Bühnenrand Platz nahm. Nach und nach füllten sich die Instrumente auf der Bühne und schließlich brachte es Rainald Grebe auch angedreht. Es startete alles mit „Angeln“ einer Art Hymne an das Golfspiel der einfachen Leute („Angeln ist ein Trennungssport“). Ein chillig vorgetragenes, schön basslastiges Lied, das sich bedächtig aber unaufhaltsam wie ein Karpfen voran schiebt. Bei allem Wortwitz noch untermalt durch Rainald Grebe, der sich mit gewohnt anarchistisch – chaotischem Habitus auf der Bühne präsentierte. Sehr schöner Einstieg, dem in der Folge das gesamte neue Programm folgte.  Allerdings immer wieder unterbrochen von den kabarettistisch angehauchten Zwischendialogen und Kalauereien des Meisters. Das führt schon einmal dazu, daß der Herr Grebe mal eben ein paar Minuten komplett von der Bühne verschwindet und die Musiker (OK, das Orchester) sich die Wartezeit mit Papierfliegern und Gummischnipsen vertrieben. Als Ruhepol fungierte dabei das String-Quartett mit deinem Durchschnittsalter weit jenseits der 70. Köstliche Unterhaltung, wie immer. Man weiß gar nicht, wo man die Highlights genau verorten soll. „Das 20. Jahrhundert“ ist eine großartige Hommage an eine Zeit, die noch gar nicht so lange zurück liegt, aber alleine durch die Absenz von Handy und I-Pad wie das finstere Mittelalter wahrgenommen wird. Eigentlich ist es eine konsequente Fortsetzung von „Als ich jung war / Die 90er“ von „1968“, was auch kurz zitiert wird. Ein weiteres Highlight für mich war dann natürlich „Diktator der Herzen“. Während der DJ auf seiner Empore ohnehin das halbe Konzert in einer Gaddafiverkleidung hinter seinen Turntables rumkasperte, tats bei Rainald eine Armeemütze. Gewollt kann das ja nicht gewesen sein, wurde das Programm doch vor den Unruhen in Arabien geschrieben und produziert, aber das Ding war dennoch so erschreckend aktuell in diesem Moment. Auch wenn es Zufall war, so bleibt das Stück ein Geniestreich. Alleine die bitterböse Spaßigkeit, welcher der Rainald die Herrschaftsbedingungen im Orient persifliert ist Grund genug sich die CD zu zulegen. Das tat ich dann auch in der Pause, nachdem Rainald und Kollegen uns gut eine Stunde köstlich unterhalten hatten.
Nach selbiger ging es dann weiter mit der wilden Hatz durch die neue Scheibe des Meisters. Mir fiel auf, daß im Gegensatz zu „1968“ so etwas wie der rote Faden fehlt im neuen Programm, was sich aber auch ganz erfrischen auswirkte wie ich fand. „T.I.A“ passt mit seiner mehr als unterschwelligen Wohlstandsafrophilenkritik (ihr kennt sie alle, die ausgehungerten, nervtötenden Weiber und Ökohippies, welche so tun als sei ausgerechnet Afrika das gelobte Land; diese Leute, mit den Sonnenuntergangsbildern mit Elefantensilhouette an der Wand, die sich aus angeblichem Ebenholz handgeschnitzte Kriegerfiguren mit Erektion vom Wochenmarkt in Mwambawabamba aus dem Urlaub mitbringen) und dem Reggae – Beat ebenso wenig zur straight nach vorne rockenden „Mike aus Cottbus“ (einer köstlichen Bestandsaufnahme des im Unterschichtenfernsehen breit gewalzten Assiproletentums hier in den „neuen“ Ländern) wie „Prenzlauer Berg“ zum doch sehr gedämpft daherkommenden „Lonely Planet“, einer depressiv angehauchten Ballade der Extraklasse. An „Prenzlauer Berg“ zeigt sich für mich Rainalds große Stärke. Live ist es die reinste Freude ihn zu beobachten, wie er die bissigen Zeilen gegen den „Bionade – Biedermeier“ vorträgt und die Seele eines ganzen Stadtteils unserer Hauptstadt breit grinsend durch den Kakao zieht; ein herzhafter Lacher jagt den anderen! Man kann sich all die Maltes und Wenckes förmlich vorstellen, wie sie sich im Wollpulli zum Sit-In im Hinterhof treffen und sich mit Sauerkrautsaft die Darmflora schön saufen. „Lonely Planet“ dagegen ist schon sehr anrührend, alleine wie dieser Derwisch von Grebe, der die ganze Show über mehr oder weniger über die Bühne tobte, plötzlich rührungslos und mit wässrigen Augen auf der Bühne steht ist ungewöhnlich. Aber: Das kann er auch, der Rainald! Großes Tennis!
Erwähnen sollte man noch „Oben“, dieses bewusst selbstüberhöhende Dicke-Hose-Lied, mit dem Rainald den eigenen Erfolg und wohl auch so einige Fan-Reaktionen aus der penetranten „Underground – Szene“ auf die schippe nimmt, welche gleich den Main Stream und den Sell-Out proklamieren, nur weil er sich erdreistet seine Kunst erfolgreich zu gestalten. Schmunzelgarantie!

Nachdem das reguläre Programm dann abgespult war, kam die Zeit der Zugaben. Natürlich kam man an „Brandenburg“ und dem regional bedingten „Sachsen“ nicht vorbei. Beide wurden meiner Meinung nach durch das Streicherquartett noch mal massiv aufgewertet. So hat man beide Lieder noch nicht gehört, besonders bei „Brandenburg“ wurde die große Leere jenseits von Potsdam förmlich spürbar! Aber von diesen Klassikern einmal abgesehen war mein persönliches Highlight der Zugabenblöcke gleich das erste Extrastück. Rainald betrat die Bühne, schnallte sich den Bass um und legte mit dem Geniestreich von „1968“ los: „Der Präsident“! Ich liebe dieses Lied, zumal es auch nach Köhlers Rücktritt (dem es ja quasi auf den rhetorischen Leib geschrieben ist) nichts von seiner absurden Realitätsnähe verloren hat.
Nach zwei ausführlichen Zugabenblöcken und insgesamt knapp drei Stunden Lachmuskelstretching entließ uns der Meister mit „Es ist Zeit“ schließlich in die Chemnitzer Nacht. Nach einem angemessenen Absackerbierchen gings dann heim, immer noch innerlich vor sich hin grinsend ob soeben erlebten, großartigen Abends.

Rückblickend wieder einmal ein großartiger Abend den uns Rainald Grebe bereitete, die Erweiterung der „Kapelle“ zu einem „Orchester der Versöhnung“ verlieh auch den alten Stücken einen tollen, neuen Drive. Einziger Kritikpunkt war vielleicht die etwas zu laute Abmischung des ganzen, was gerade bei den deutlich rockigeren Stücken dazu führte, daß die Texte etwas übertönt daher kamen. Aber sonst war er jeden Euro wert, dieser Ausflug in die vertonte Gegenwart unserer Gesellschaft. Wer in den nächsten Monaten die Gelegenheit hat sich den Meister anzuschauen, der sollte das schleunigst tun! Ich für meinen Teil wurde leider überrumpelt von der Ankündigung, daß sich die „Kulturarena“ in Jena die Dienste von Rainald im August sicherte. „Ausverkauft“ nach wenigen Tagen und meine Schwester und ich stehen schon wieder ohne Karten da. Aber ich gebe nicht auf; und wenn wir uns wie 2008 wieder mit selbst gemaltem Schild vor dem Einlass platzieren müssen um an unsere Karten zu kommen… wir versuchen uns dieses Hochlicht nicht entgehen zu lassen: Rainald kehrt heim, das muß man erleben!

Freitag, 11. März 2011

THE PHARAOH SAILS TO ORION


 (NIGHTWISH)

Yeah, es ist mal wieder so weit: der Freitags-Füller von ScrapImpulse steht an! Heute habe ich die Beantwortung der Fragen allerdings einem Bekannten aus dem Nahen Osten überlassen, der lybier anonym bleiben will. Ich respektiere das... 

1. Beim Aufwachen scheuchte ich den Harem auf und trat nackt auf den Balkon um den glücklichen Imperierten um 12:34 Uhr zu zu gähnen.

2. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, und zwar gleich direkt nach dem morgendlichen Fahnenappell im Palastgarten,  meiner Leibgarde zu verbieten die inhaftierten Oppositionsführer zu foltern, aber es fällt mir schwer.

3.  Im Kino laufen nur Blockbuster aus volkseigener Produktion des befreundeten Freiheitsreiches Nordkorea und von Laienschauspielern nachgestellte Hörspielfolgen der „Drei ???“
4. Wenn das Volk, meine geliebten Kinder, seit zwei Generationen ohnehin nicht mehr weiß, was freie Wahlen sind, kann man es auch lassen.

5. Fastenzeit ist etwas für Untertanen.

6. Wenn man am monatlichen Freiheitstag nach der großen Militärparade auf dem Revolutionsplatz die Hände all seiner Generäle schütteln muß, nachdem man vorher 4 Stunden ununterbrochen und gönnerhaft dem Volk von der Tribüne aus zu gewunken hat, braucht man eine gute Handcreme.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Schauprozesse gegen diese unheiligen westlichen Karnevalisten im Justizpalast morgen habe ich einen Einmarsch ins gott- und vor allem wehrlose Nachbarland geplant und Sonntag möchte ich mich beim Besuch von Guido Westerwave und seiner alglatten Wirtschaftsdelegation, welche ich mir mit meinem Rohöl gefügig schmiere, trotz allem als „großer Staatsmann“ und „Freund im nahen Osten“ feiern lassen!

PS: 

Donnerstag, 10. März 2011

ICH TU DIR WEH

(Rammstein)

Heute gibts mal wieder einen Klassiker, den ich aus meinem "alten" Blog herüber retten möchte, bevor ich diesem das Licht ausblase. Am 20.10.2009 ereilte mich ein gar gruselig Schicksal, welches ich wie folgt verarbeitete:

Moinsen! Ich muss mich jetzt mal aufregen hier! Es ist ja schon ein alter Hut, dass deutsche Musik, zumindest in der radiorelevanten Breite, nicht sonderlich anspruchsvoll ist. Von Qualität möchte man angesichts der hiesigen Radiolandschaft und ihrer Verbrechen am Trommelfell ja eh kaum mehr reden. Aber von Zeit zu Zeit wird es nun mal besonders grausam! Da sich mein Uralt-Adapter grade frisch verabschiedet hat, bin ich statt auf meinen MP3-Player derzeit auf das Radioprogramm angewiesen. An sich ja nicht schlimm, auch mit der Dauerrotation von den Kings of Leon oder The Gossip könnte ich gut leben (mit diesem „Rusted from the Rain“ Schmonz von Billy Talent zur Not auch noch), aber manches, was da so aufkreuzt, verstößt echt gegen die Genfer Menschenrechtskonventionen. Nehmen wir mal heute Abend. Als ich nach nem mehr oder weniger stressigen Arbeitstag das KfZ betrat, ging die Hand reflexartig zum Radioknopf… das hätte sie mal lieber gelassen! Was mir da entgegenströmte, ja vor lauter Schmiere förmlich aus den Lautsprechern siffte, das machte aggressiv! Wer hat eigentlich festgelegt, dass „Ich und Ich“ eine ernst zu nehmende Band sein sollen, die man mit Verweisen auf „intelligente Texte“ anmoderieren darf! HÖRT MIR BLOß AUF! Die sind die Rosamunde Pilcher für die Ohren… nur halt ohne Irland! Und was macht Rosamunde Pilcher Filme erst sehenswert? – Richtig! – Irland! So einen hoffnungslos dusseligen Haufen von aneinander gereihten Phrasen ohne jedwede Aussagekraft, untermalt mit einem Weichspülbeat der selbst für einen Pop-Song noch zu glatt ist, habe ich ja seit Blue System nicht mehr gehört. GRAU – SAM! Nun gut, vielleicht ist das momentan auch einfalsch der falsche Zeitpunkt um mir so was anzuhören, wo sowohl die neue Alice In Chains als auch das jüngste Rammstein – Machwerk nebst den Eagels of Death Metal (heiiiiii… war das schöööön!) meine Ohren erfreuen. Aber andererseits: Scheißmusik bleibt nun mal Scheißmusik, tut mir leid! Lasst uns mal einen Blick auf die textlichen Auswüchse dieses ganzen Humbugs werfen:

„Ich hatte schon längst keine Hoffnung mehr
Doch jemand hat dich geschickt, von irgendwo her“


Joa… interessant. Redet der Knilch da von der Inspiration? Falls ja, frage ich mich allerdigns auch, wo zum Geier die herkam!

„Ich wusste nicht mehr genau was zählt
Nur: es geht nicht mehr weiter, wenn die Liebe fehlt“


Ei, hier haben wir scheinbar das Leitmotiv entdeckt: Liebe! Das ist ja nun mal ne originelle Idee finde ich, gibt eh zu wenige Pop-Songs die sich um „Liebe“ drehen, da kann man diese Marktlücke schon mal dreist besetzen!

„Du bist das Pflaster für meine Seele
Wenn ich mich nachts im Dunkeln quäle“




„du legst dich zu mir wann immer ich frier’
Im tiefen Tal wenn ich dich rufe, bist du längst da.“


Soso, kalt ists also, wenn Mann schon davon singt, dass Frau ihn wärmen muß, das ist ja so was von „Softie“… schenkt dem Typ Socken! Außerdem entlarvt diese Textzeile auch, wen das „lyrische Ich“ mit Liebe personifiziert, denn: „Drunt im Tal, da sitzt der kleine Ottiliiiiii“



Und nun folgt das absolute HIGHLIGHT des Schwachsinns, textlich gesehen versteht sich. Ja, ich würde es sogar mal als meine „Lieblingsstelle“ bezeichnen. Solch poetische Höchstleistungen fabriziert sonst nur der Dadaismus… nur dass der in gewisser Weise die Sinnleere zum Selbstzweck gemacht hat. Vorhang auf:

„Ich hatte schon längst den Faden verloren,
es fühlte sich an wie umsonst geboren,“


Treffer! Versenkt! Umsonst geboren, is klar! Ist es eigentlich legitim (mal abgesehen davon, dass die Reime generell gequälter rüberkommen als ein Masochistenkongreß in Japan), da nach einer genaueren Definition zu fragen?!? Mir könnte man das ja schon mal erklären, was „umsonst geboren“ ist und vor allem wie sich so was anfühlt. „Dumm geboren“, ja, das könnte ich ja noch einordnen, aber „umsonst“? Kafkaesk!!!

„Und jetzt die Gewissheit, die mir keiner nimmt,
wir waren von Anfang an füreinander bestimmt“


Das ist ja schön… eben noch gejammert, jetzt wird schon wieder fröhlich gesülzt! Come mal back ins Real Live du Noob!

„Bevor du kamst war ich ein Zombie,
gefangen in der Dunkelheit“


So, ein Anflug von Coolness durchstreift das labbrige Songgebilde, „Zombie“, das versprüht einen modrigen Charme, eine gewisse Trashigkeit und blutrünstige Rockerattitüde. Ja, was keiner gemerkt hat: Ich und Ich sind feinstes Doom-Metal! Noch nie wurde der Begriff „Zombie“ so missbraucht!
Zum Abschluß gibt’s dann noch mal einen (den dritten) Hinweis auf die SM – Fixierung des einen Ichs. Unterbewußt wird hier wieder eine Analogie auf die Peitschenpetra eingebaut, die im roten Ledercatsuit die Gerte schwingt um die Verfasser dieses Machwerkes („böser Junge“) angemessen zu maßregeln:

„du holtest mich aus meinem Käfig,
dein heißes Herz hat mich befreit.“


Käfig, ja wäre er doch besser drin geblieben.

Schlimm, das so was derzeit hochgejubelt wird, als wäre es der Weisheit letzter Schluß und das Beste, was die deutsche Musikszene so hervorbringt. Zudem sieht man Kollegen Weichspül mit seiner Mitsing-Ische ja auch noch als „tiefgründig“ an. Nach dieser Nummer ist das für mich vollkommen unverständlich. Da bietet doch die Inhaltsangabe meines Waschmittels mehr Spielraum für sinnvolle Interpretationen als dieses musikalische Verbrechen am guten Geschmack. Passend, dass dieses erbarmungslose Gesülze dann auch noch ohne den Anflug einer melodiösen Steigerung (geschweige denn einer hörbaren Drumline) auskommt. Vielmehr schiebt sich der Klangbrei zäh über die Gehörgänge und schleppt den sinnfreien Text gleich mit, bis beide gemeinsam irgendwo in einem nicht gerade einfallsreichen Fade-Out in der Bedeutungslosigkeit versickern!
Es ist doch nun wirklich nicht zu viel verlangt auch nur halbwegs aussagekräftige Texte zu schreiben… ich meine: Das ist doch deren Muttersprache, damit sollte man doch was anfangen können was über „umsonst geboren“ hinaus geht! Oder ist das zu viel verlangt, lieber „lyrischer Ich“?!?

PS: Retro-BlaBla:

Mittwoch, 9. März 2011

SICK, SICK, SICK

(Queens of the Stone Age)

Prösterchen! Heute will ich mal beweisen, wie abgrundtief doof das Unterschichtenfernsehen agiert. Da werden hanebüchene Stories zusammengetackert, die kaum vorhersehbarer und dämlicher sein könnten. Mitunter werden die abenteuerlichsten Wendungen eingebaut… und zwar mehrfach, nur um am Ende genau da raus zu kommen, wo man eigentlich schon war. Bis dato werden in 20 Minuten Sendezeit aber Handlungsstränge eingebaut, aus denen Peter Jackson eine solide Trilogie schmieden würde. Natürlich ohne auch nur ansatzweise auf die Charakterentwicklung oder logische Zusammenhänge zu achten. Auf die angeborene Vernunft der „Opfer“ wird gleich mal komplett geschi*sen. Um dies mal zu untermalen, tickere ich heute die Quintessenz der gleich beginnenden Folge „Betrugsfälle“ von RTL. Here weg go:

Ausgangssituation/Prolog: Ische ist eine optische Zumutung und heißt Simone! Ische hat Mutter! Mutter will daß Ische nen Macker hat! Ische unzufrieden!

Erster Akt: Ische lernt „Boban“ kennen! Boban hat Visum! Visum läuft aus! Boban muß weg! Ische kennt Boban eine Woche! Ische will Boban behalten! Ische fragt Boban wie er bleiben kann! Boban sagt Ische, daß er nur ne Deutsche heiraten muß! Ische ist spitz! Ische will Boban heiraten! Ische stellt ihrer Mutter Boban vor! Mutter ist skeptisch! Boban macht in „Import / Export“! Mutter ist noch skeptischer!

Zweiter Akt: Boban geht heim! Boban und Ische machen Videochat! Meine Fresse, ist die Mutter jetzt skeptisch! Mutter denkt, Boban bescheißt Ische! Mutter zofft sich mit Ische! „Iris und Amber“ besuchen Ische! Iris und Amber sind Freunde und sehr, seeeeehr schlechte Schauspieler! Oh, Amber ist ein Mann! Iris pumpt Ische im Auftrag von Boban an. Ische gibt ihre Ersparnisse, immerhin 3000 Tacken, freiwillig ab! Werbung!

Zwischenfazit und Vermutung meinerseits: Boban versucht Simone (oder auch „Ische“) wohl zu benutzen um entweder eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten oder er will sie profan finanziell ausnutzen… die Sau. Simone wird sich wohl finanziell ruinieren, letzten Endes aber dennoch glimpflich aus der Sache heraus kommen, da sie den Macker nicht mehr an der Backe hat und selbiger, natürlich, der Juristerei zugeführt wird!

Dritter Akt: „Simone E. hat 3000€ per Barüberweisung in den Kosovo geschickt“! Amber und Iris besuchen Ische! HIOBSBOTSCHAFT: Boban ist verhaftet worden! Boban wollte mit den 3000 Euro bestechen! Ische denkt, sie sei Schuld: „Ich hab dem doch das Geld gegeben!“ Boban braucht 15000€ um frei zu kommen, 5000 hat er schon (btw: verhaftet wegen Bestechungsversuch…)! Ische will 10000 Eier von Omi und Opi schnorren! Für wen wohl?!?

Vierter Akt: Ische macht das! Ische gibt Amber (dem Typ) die Knete! Ische ist pleite! Eine Woche später: Quelle surprise: Boban weg; Freunde weg! Mutter ist wütend! Ische hat keine Quittung! Mutter detoniert fast! Isch hat Angst, daß das Geld nicht reicht um Boban frei zu kaufen! Noch 2 Wochen später: Boban weg, Freunde weg! Ische wird laaangsam skeptisch!

Fünfter Akt: Zufall: Ische trifft „Boban“ auf der Straße als Esad mit anderer Ische! Boban ist verblüfft! Es entwickelt sich: Boban vs. zwei Ischen! Boban ist unkreativ: Benutzt die gleiche Story! Ische schmeißt Kohlkopf auf Boban! Boban flieht vor Kohlkopf! Polizei fasst Boban und „Freunde“! Geld ist weg! Ische hat gelernt: Antwortet nun auf Kontaktanzeigen! Mutter froh, daß Ische so vernünftig ist! Beide sind happy, noch mal glimpflich davon gekommen zu sein!

Fazit: Boban hat Simone (oder auch „Ische“) nicht benutzt um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, sondern profan finanziell ausgenutzt… die Sau! Simone hat sich finanziell ruiniert (ihre Großeltern gleich mit), kommt letzten Ende aber dennoch glimpflich aus der Sache heraus, da sie den Macker nicht mehr an der Backe hat und selbiger, natürlich, der Juristerei zugeführt wird!

Noch Fragen?!? Das Schlimme sit, daß es Leute gibt, die sich mit den Gestalten in diesen Machwerken auch noch identifizieren können und Mitleid für "Ische" empfinden! Ich nicht, denn: DUMMHEIT MUß BESTRAFT WERDEN!

PS: Und was sagt denn unser BlaBlaMeter zu dem Schmonz?

Montag, 7. März 2011

SHASTA BEAST

(Eagles of Death Metal)


Humppa; es lebe der Humppa!!! Oder seid ihr da etwa anderer Ansicht? Ich hoffe doch nicht, meine alphabetisierten Freunde. Heute muß ich mich mal wieder über den Zeitgeist beschweren: Voll der Pfosten, dieser Zeitgeist! Bäääh, blöder Zeitgeist – geh’ doch da wo du wohnst, du unästhetischer Sockenbügler du! Was passiert ist? Nunja, wie viele von euch wissen werden, habe ich eine mittelschwere Schwäche für allerlei kurioses Gedöns, unter anderem für Bücher, welche sich dem so genannten „nutzlosen Wissen“ verschrieben haben. So erstand ich vor einiger Zeit Christoph Biermanns „Fast alles über Fußball“, welches ich gestern mal wieder zur Hand nahm um abwesend darin herum zu blättern. Als ich das Tat, fiel mein Blick auf eine beängstigende Statistik, nämlich die Statistik der Bundesligaspieler mit Schnauzbart. Wer das hört und auch nur annähernd so als ist wie ich, dem fallen da spontan die Mario Baslers, Werner Lorants oder Uwe Beins ein, welche mit ihren mitunter recht stattlichen Popelbremsen die Sportseiten der Printmedien der 80er und 90er Jahre zierten. Aber was muß ich der Statistik entnehmen? Seit im Jahr 2000 der letzte Schnurrbartträger die Liga verließ, scheint unter der Oberlippe des kickenden Volkes der Kahlschlag ausgebrochen. Skandal! Hier mal ein paar Eckdaten:

Saison                                     Schnurrbärte

1977                                                                               93
1978                                                                               98
1979                                                                               124
1980                                                                               123
1981                                                                               120
1982                                                                               120
1983                                                                               117
1984                                                                               148
1985                                                                               162
1986                                                                               123
1987                                                                               110
1988                                                                               125
1989                                                                               117
1990                                                                               106
1991                                                                               91
1992                                                                               72
1993                                                                               56
1994                                                                               32
1995                                                                               20
1996                                                                               14
1997                                                                               8
1998                                                                               4
1999                                                                               2
2000                                                                               1
2001                                                                               0
2002                                                                               0
2003                                                                               0
2004                                                                               0
2005                                                                               0

(Quelle: Fast alles über Fußball, C. Biermann; 4. Auflage 2005 S.98)


Seit 2005 existieren keine Daten mehr, wahrscheinlich wurde die zuständige Abteilung des DFB, welche sich mit Schnurrbartstatistik befasst mittlerweile sogar geschlossen – ach, was sage ich: ZUGEMAUERT! Laßt es mich aber mal so formulieren: Die letzten verfügbaren Daten lassen aber einen eindeutigen Trend vermuten. Wenn euch ein aktueller Buli-Spieler mit Schnauzbart einfällt, bitte ich euch, den im Kommentar zu outen, ich jedenfalls bin bei der Suche verzweifelt. Gibt keinen mehr! Un-glaub-lich! In den 80ern wurde die Startelf noch nach Bartwuchs bestimmt und heute? Früher hatte ein Fußballer gefälligst einen möglichst zauseligen Gesichtsrasen vorzuweisen während heute die bekannte Weichheit ausgebrochen ist. Ich wage mal die Prognose, daß wir uns den Weltmeistertitel von 1990 ohne die Pornobalken von Völler, Bein, Thon oder Kohler hätten in die Haare schmieren können. Wir hätten wahrscheinlich gegen Holland verloren… gegen HOLLAND!!! Aber was rede ich, es ist einfach eine Schande, daß uns ausgerechnet der Fußball mittlerweile so komplett enthaart daher kommt. Das ist auch vom optischen Faktor her ein massiver Eingriff in den Unterhaltungswert, wie meine inoffizielle Top 10 der kickenden Schnurrbartträger zeigen soll. Besonders eindrucksvolle Exemplare dürfen auch vom Schnauzbart im engeren Sinne abweichen, da bin ich mal nicht so. Da ich mir beim Anblick dieser testosterongetriebenen Gesichtswiesen aber beim besten Willen kein Ranking abringen konnte, ist die Reihenfolge der gezeigten Bilder als durchweg austauschbar zu bewerten, trefft einfach eure eigene Wahl:

Unglaublich, oder?!? Der Ewald war mal cool!




Der Klassikerder ausgehenden 80er: Der gepflegte Oberlippen-Votava!



Ja, auch Gullit trug ihn; nur sahs bei dem irgendwie stilvoll aus!



... bei dem nicht!



Denkt euch mal die Kinnfusseln weg.. "bei die Fisssssche"!



Ruuuudi! Der wohl beliebteste Schnurrbart der Bundesligageschichte!



Der Bart als Spiegel des Lebenswandels.



GOTT TRUG BART!!!



Lallas in den 90ern: 50% des Marktwertes generierte der US-Boy aus dem Bart.



Schnurrbart-Jogi!





Schade, so etwas entgeht uns nun. Aber ich weiß GANZ GENAU, wers verbockt hat! Ich weiß, wer so lange am Sockel der fußballerischen Institution „Schnurrbart“ sägte, bis diese es seinen bisherigen Trainerstühlen gleichtat und nach massivem Wackeln krachend in sich zusammenbrach:

Trainiert bald Real Madrid!!!! (Hoffentlich)
PS: Obwohl es um Fußball geht: 

Sonntag, 6. März 2011

DAMAGE CASE

(Metallica)

Ein großmächtiges HOOORAY sei euch ins dahinscheidende Wochenende gesandt, liebe Mitmenschen. Nun, da die dieswöchige Regenerationsphase mehr und mehr ihrem Ende entgegen geht, ist es an der Zeit zurück zu blicken. Zurück auf einen denkwürdigen Sonnabend, zurück auf einen zwanghaft unternommenen Ausflug, ja, zurück auf weit vergangene Zeiten. Damals, als noch nicht alle Wege krumm waren und wirtschaftlich noch alles nach Plan verlief, da geschah es, daß in einem sächsischen Durchschnittsnest eine Uhr stehen blieb. Nicht nur eine, nein, denn in der Folge taten es ihr die baugleichen Kollegen aus blanker Solidarität gleich und hinterließen einen vom Wandel der letzten, sagen wir mal 20 Jahre, vollkommen unberührtes Stück Land. Gleich neben der „Stadt der Moderne“ gelegten hat er sich nämlich erhalten: Der zweifelhafte Charme der ausgehenden 80er und beginnenden 90er Jahre. Auf einer Expedition ins Ungewisse, welche ich zur Errettung meiner Schwester vor den Auswirkungen des Schienenersatzverkehrs am Sonnabend unternahm, landete ich mitten in diesem Anachronismus und, als ob das noch nicht schräg genug war, sah ich mich mit meiner eigenen, amüsanten Vergangenheit konfrontiert. Aber heute will ich nicht labern, nicht eine bissige Bemerkung nach der anderen in euer Hirn feuern, nein, heute sollen vor allem die Bilden sprechen. So ergötzet euch an meiner optischen Beweisführung, daß es einen Ort gibt (hinter den sieben Bergen, bei den sieben Schergen…), an welchem einem der sprichwörtliche „Arsch der Welt“ noch wie eine Hulamädchen – bevölkerte Südseeinsel im Schlaraffenland vorkommt: GLAUCHAU!

Bereits das Ortseingangsschild schürt entsprechende Erwartungshaltungen:
Willkommen in Glauchau!!!
 
Hat man diesen ersten Schrecken überwunden, steuert man (jedenfalls ich) das an, was man dort optimistisch als "Hauptbahnhof" bezeichnet. Dabei passiert man fahrender Weise den einen oder anderen Eingeborenen, der seinem Gesichtsausdruck zur Folge erstmals in seinem Leben mit einer Motorkutsche konfontiert wird. Vor Bahnhof angelangt atmet man dann durch, denn zumindest die Bahn hat einen Hauch von Moderne ins Hinterland getragen und für eben jene Motorkutschen eine Vielzahl modernder Parkmögichkeiten geschaffen:

Zentrumsnahes Parken

Wahrscheinlich schickt man in Glauchau wenns erstmal finster ist den Dorfältesten nebst Medizinmann zu diesem blasphemischen Relikt der Zivilisation um einen ordnungsgemäßen Exorzismus vorzunehmen. Bloß gut, daß es nicht wirkt.
Ich dachte lieber nicht weiter darüber nach und strebte dem Bahnsteig entgegen, aber alleine auf jenen 200 Metern schien ich nahezu die komplette Infrastruktur zu durchschreiten. Angefangen vom ortsansässigen Möbelmarkt:

IKEA Glauchau

... bis hin zur Lebensader dieser pulsierenden Metropole, wo sich die Bevölkerung mit den Dingen des täglichen Lebens eindeckt und sich die Speisekammern füllt:

ALDI - Glauchau
 Koordiniert wird das alles aus dem Rathaus, einem spätgothischen Prunkbau, welcher ebenfalls in Bahnhofsnähe drohend über seinen Untertanen thront:

Rathaus Glauchau
Unweit des Zentrums der Macht hat man denn auch den berühmtesten Söhnen der Stadt in Form von aufwendigen Höhlenmalereien ein Denkmal für die Eweigkeit gesetzt. Von links nach rechts sind zu sehen: Volker B. Hülsenmeyer (Gründer und erster Bürgermeister der Stadt), Wahnfried - Olaf Zuckelmüller (Brachte im Jahre des Herrn eintausendneunhundertsiebenundsechzig von einer Expedition jenseits des Ortseingangsschildes das Feuer mit) und Jason - Justin Hempel (aktueller Dorftrottel und viermaliger Gewinner des alljährlichen Erbgutvergleiches im Rahmen der Gründungsfeierlichkeiten am 31.Oktober).

Wall of Fame

Bevor ich euch nun aber mit einer geradezu verblüffenden, archäologisch geradezu atemberaubenden Enthüllung verblüffe, noch kurz zu individualhoistorischen Dimension dieses Ausflugs. Zunächst fühlte ich mich (ACHTUNG, Glauchau gibts auch in bunt!) beim Anblicvk des Bahnhofstunnels akut an meine Kindheit in Berlin erinnert. In den 80ern waren dort die U-Bahnhöfe nämlich genau mit diesen gelben Kacheln ausgekleidet... faszinierend:



Abgesehen davon, hielt ich auch einen zwar renovierten, aber dennoch geschichtsträchtigen Ort fest. Er markiert einen Meilenstein meiner universitären Sozialisation. Es begab sich im Jahre des Herrn zweitausendunddrei, daß sich eine Gruppe von Studenten zu einer mehrtägigen Expedition in den undurchdringlichen, zivilisationsfeindlichen Dschungel (konkret: Döbeln, Waldheim, Ronneburg) aufmachte nur um am Ende in Glauchau auf diesem Bahnsteig zu stranden:

Eine Schande, daß der renoviert wurde; "Ground Zero" unserer Exkursion 2003

Aber ich versprach noch eine Sensation, so eine Art unumstößlichen Beweis für die These, daß dieses ominöse "Glauchau" aus einer Zeit weit, weit, WEEEEEEEIIIIIIIIT zurück stammt und dort noch die Gesetze und Bräuche aus längst vergangener Zeit ihre zweifelhafte Gültigkeit besitzen. Ich entdeckte an exponierter Position folgendes Kultobjekt:

Haaaaaaaallelujahhhhh, Haaaaaaaaaallelujahhhhhh....!


Krass! So etwas habe ich nun wirklich lange nicht mehr gesehen!!!! Und wer sich nun noch fragt, was so ein außergewöhnliches Mekka der ewig Vorgestrigen denn so an Kulturprogramm auf seine zweifellos zahlreichen, touristischen Besucher herab regnen läßt, dem sei zur Beantwortung dieser Frage vielleicht stellvertretend die Bahnhofs-Informationstafel ans Herz gelegt:



PS: BlaBlaMeter; es geht voran...

Freitag, 4. März 2011

MINDSHAKER MELTDOWN

(Mother Love Bone)

Los gehts mit dem 101. Freitag-Füller von Scrap-Impulse! Die hervor gehobenen Textstellen sind meine Ergänzungen... glaube ich zumindest - hab irgendwann den Überblick verloren. Wohlan, werte Wählerschaft:

1. Es riecht nach Bonbons, was keine sonderlich schlimme Katastrphe darstellen würde, wäre da nicht jene Menschenverachtende Kollektivorgie im Gange, welche die Innenstädte des Reheinlandes mit bunt gewandeten Gestalten füllt, die ihrerseits wiederum, selbstverständlich vollkommen schamlos die Ergebnisse der Evolution negierend, von keinerlei internationalen Interventionsmaßnahmen regulierbar scheint, was sie de facto zu so einer Art „Perpetuum Mobile“ der Geschmacksverirrung macht; ohne jedoch mit dessen praktischen Umsetzungsproblemen konfrontiert zu sein. 

2. Karneval: ich kann das nicht aus stehen !

3. Wie habe ich es geschafft so viele Jahrhunderte meiner pränatalen Entwickung, als ich noch als güldener Intelligenznebel durch die schier unendlichen Weiten des Universums schwebte und mit meiner schieren Geisteskraft Klingonen zu pazifistischen Sockenbüglern formte, während ich gleichzeitig mit Warpkernen jonglierte und mir zwei Möglichkeiten erdachte Primzahlen durch Null zu dividieren ohne die Quersumme von „Pi“ zu verändern, nicht zu atmen?

4. Das bloße Faktum, daß mein evolutionsbiologisches Miniaturexperiment, welches die Allgemeinheit wohl am Treffendsten als „Kühlschrank“ bezeichnen würde, in der Hervorbringung einer neuen Form von phänotypischem Rollrasen, welcher sich sukzessive aus der Endlagerung von Erdbeerjoghurt aus den frühen 90ern sowie einer vor wenigen Wochen noch als leidlich frisch zu bezeichnenden Fischsuppe entwickelte, kulminieren würde, hätte ich mir nicht träumen lassen.

5. Ich freu mich auf den Niedergang der FDP; wenngleich man angesichts der aktuellen Umfragewerte bereits eine erquickende Endorphinisierung meines Metabolismus vermuten sollte, so stellt die Krönung jedoch erst jener Moment dar, wenn Guidos Deregulierungshengste bei der nächsten Bundestagswahl, welcher ich für unser Land durchaus einen Richtung weisenden Charakter zugestehe, mit freiheitlichem Höchsttempo gegen die Fünf-Prozent-Hürde rasseln.

6. Als der fussballafine Weltbürger, als der ich weit über die Grenzen Kleinolbersdorfs hinaus bekann und, wie ich bescheiden hinzu fügen möchte, vollkommen zu Recht auch noch berüchtigt bin, fällt mir zum sechsten und somit faktisch vorletzten Abschnitt dieses Freitags-Füllers, welcher mir im Übrigen immer mehr Freude zu bereiten scheint, seit ich auf ihn aufmerksam wurde und mich aktiv an ihm zu beteiligen begann, lediglich eine akzeptable und gleichzeitig auch den Gesetzen der Logik folgende Assoziation ein, welche ich mit der Internetgemeinde, so groß sie auch sei, auf diesen bescheidenen Zeilen, welche ich zu verfassen hier wiederum erschienen bin um euch, meine lieben, lieben, lieben Mitmenschen nicht unwesentlich zu erheitern, zu teilen gedenke; und das ist jene, einer im Fachjargon als „Fahrstuhlmannschaft“ zu bezeichnender Sportgruppe, deren realkickende Entsprechung in etwa der VFL Bochum wäre, für den tabellarisch eben jene Beschreibung in erschreckendem Maße zutrifft: rauf und runter.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meine Bett und einen noch zu erwählenden Zombiefilm, welcher dazu heran gezogen wird, das unterm Strich erneut defizitäre Fernsehprogramm durch die bloße Existenz untoter Hirnfresser, welche auf ihren Meister in Form einer 45er Magnum treffen, nicht unwesentlich aufzuwerten morgen habe ich, nachdem ich meine Schwester aus der tiefsten Walachei abgeholt und ins Erzgebirge chauffiert habe vor allem den längst fälligen Führungswechsel im Foxymorph-Tippspiel geplant und Sonntag möchte ich eine Bürgerinitiative gegen den übermäßigen Gebrauch von Schachtelsätzen gründen.!


PS: Liebes Bla-Bla-Meter... was muß ich denn noch tun, damit du mich endlich ernst nimmst?!?



Donnerstag, 3. März 2011

NO ONE LOVES YOU & NEITHER DO I

(Them Crooked Vultures)

Versoffne Brüder, auf die Straßen!
Und lasset uns die Tröten blasen!
Den Flachmann raus, es ist so weit:
Es naht die fünfte Jahreszeit!
Wo Bonbons schweben durch die Luft,
Wo wabert lauer Kölschbierduft,
Wo schrille Weiber hirnlos schrein’,
Da wolln’ wir dann freiwillig sein!

Im kunterbunten Narrenrock
Haben wir so richtig Bock
Zu singen die Proletenlieder
Nicht einmal, sondern immer wieder!
Im wahren Leben stets verlacht,
Doch stolzer Prinz zur Fassenacht
Mit massig Schminke im Gesicht,
Erkennet ihr den Loser nicht!

„Frohsinn“, „bunter Firlefanz“,
so nennt man diesen Affentanz!
Gewandet wie ein Irrenhaus,
Schreien sie’s in die Welt hinaus:
Trotz buntem Antlitz, feinem Zwirn,
Fehlt es doch akut an Hirn!
Dumm wie Brot und froh darüber,
Kehrt das Narrenvolke wieder.

Jedes Jahr zur Winterszeit
Säuft sich das halbe Rheinland breit.
Auf den Wagen steht zu sehn’
Der Idiotie ihr Hauptproblem!
In Übermut und Schnapsgesang
Verkünden sie den Untergang
Und nebenbei schmeißen die Vögel
Noch Fresskram auf den breiten Pöbel.

Der liegt sich röhrend in den Armen
Und kennt mit uns auch kein Erbarmen.
Denn jedes Jahr wird voll verblendet
Der ganze Mist medial gesendet.
So sieht man denn auch dieses Jahr,
Daß wieder niemand clever war
Daß niemand es sich mal getraute
UND WIEDER EINE MAUER* BAUTE!!!!!!!!!!


(tataaa, tataaa, tataaa)


*Mauer ums Rheinland!!!


PS: Gestern ganz vergessen:


Dienstag, 1. März 2011

TIMELESS MELODY

(Pearl Jam)

Prosit, Wahlvolk! Es komme der Nachmittag des Kalbsbries klopfend um die Ecke und verspachtele euch den Gehörgang mit Mascapone! Heute soll es mal wieder einen kleinen Beitrag zum Thema Whisk(e)y geben. Zum Verkosten bin ich aber zu faul, also zumindest um darüber zu schreiben. Deshalb möchte ich das mal jemand anderem überlassen. Vor ein paar Wochen stieß ich beim müden Gesurfe durch die Weiten des Internets auf www.whisky.de und zwangsläufig auch in das dazu gehörige Forum. Ich stöberte also ein wenig auf der Seite rum, schlenderte durch die verschiedenen Threads und landete irgendwann im angegliederten Online-Shop. Leute, da gibt’s wirklich feine Tropfen; zu bisweilen feinen Preisen versteht sich. Doch dank der recht guten Einordnung in den gängigen Geschmackskanon und die hilfreichen Qualitätseinschätzungen kann man sich so schon (bisweilen staunend, was es doch alles gibt), die Zeit vertreiben. Da man als Webseitenbetreiber und Onlinehändler von edlen Tropfen aber auch seinen Schnitt machen will, verkostet der Chef da noch selbst! Und zwar (und jetzt kommt’s: ) vor laufender Kamera! Tja, und so lernte ich dann Horst Lüning kennen, so eine Art Whiskyguru des gefilmten Tastings. Zu etlichen der angebotenen Malts existieren bereits informative, mehr oder weniger gehaltvolle aber auf jeden Fall unterhaltsame Kurzfilmchen vom Meister. Je rauchiger und intensiver der Tropfen, desto begeisterter ist der Horst bei der Sache! Aber macht euch am besten selbst mal ein Bild. Am Besten, wir fangen mal mit einem besonderen Gaumenschmeichler an, den 1. ich höchst interessant finde und der 2. dem Horst auch sichtlich Spaß mach: Dem Laphroaig Cask Strength. Das sieht dann nämlich so aus:




Fein, was?!? Aber das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn der gute Horst hat auch Humor, wie mein heutiges Web-Fundstück zeigt. Wenn es ihm gar zu launig wird, mixt er nämlich gerne mal einen möglichst absurden „Trend“-Drink zusammen. Die folgende viertel Stunde lohnt sich, nicht nur für Whiskyliebhaber. Letztere werden aber vor allem das Schlußfazit lieben. Also, liebe Gemeinde. Hier kommt Horst mit seiner Interpretation des „TOD VOR STALINGRAD“!!! Viel Vergnügen.




PS: Das Unvermeidbare: