Donnerstag, 30. Januar 2014

HALLELUJAH – Monster Magnet in Leipzig, 28.01.2014

Go!

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2014 geht als Konzertjahr relativ untypisch los für mich. Erstens startet es bereits im Januar, was an sich schon selten ist; und zweitens kommt gleich ein Kracher zum Auftakt, der traditionell eher gegen Ende des Jahres in den Terminkalendern der hiesigen Konzertgänger aufkreuzt. Aber man will ja nicht meckern, ganz im Gegenteil. Unterm Strich kann ich jedenfalls stolz berichten “Ich war dabei! Dabei, als die Mannen von Monster Magnet ein Mal mehr ihren unvergleichlichen Space-Rock-Voodoo darboten.”

Das letzte Konzert der Herren war im Jahre 2012 im gar nicht so fernen Erfurt gelaufen; ein reichliches Jahr her ist das mittlerweile. Wie ihr dem Bericht entnehmen könnt, war bereits dieses ein echter Kracher. Auch wenn sie mittlerweile nicht mehr den gleichen Stellenwert genießen wie in den 90ern, so sind Monster Magnet nach wie vor eine schlichtweg beeindruckende Rockmaschine, die einen im Prinzip nie enttäuscht. Ähnlich wie 2012 war dieses Jahr auch wieder eine Album-Tour. Diesmal allerdings mit der aktuellen Scheibe “Last Patrol” im Programm. Somit waren beide Konzerte sich zwar irgendwie ähnlich – allerdings beschränkte sich das auch nur auf das Grundkonzept. Aber dazu gleich mehr.

Wann kommt eine Band auf die Idee, ein komplettes Album live zu spielen? Es gibt da vier mögliche Antworten:

1. Die Typen sind neu im Geschäft und haben schlicht nix anderes in der Hinterhand als ihr Debütalbum.

2. Eine Mischung aus Faulheit und unkreativem Habitus.

3. Man will eines seiner älteren Werke angemessen würdigen und weiß obendrein auch genau, daß die Scheibe bei den Fans geliebt wird; daß praktisch nix schief gehen kann (so war es 2012).

Da man die Punkte 1 und 2 den Herren nun wirklich nicht unterstellen kann, greift wohl die vierte Erklärung für das Spielen eines kompletten Albums; in diesem Falle sogar des eben erst erschienenen Langspielers:

4. Die Scheibe ist einfach dermaßen verflucht gut, daß man das einfach bedenkenlos kann.

Und so war ich dann auch nicht im geringsten enttäuscht, als ich die Ankündigung auf Twitter vernahm, daß man Last Parol “in its entirely” zu spielen gedenkt. Als in der US-Tour nur zwei bis drei Songs davon gespielt wurden, da fand ich das schon eher… naja, blöd. Hört euch das Album einfach an und ihr werdet es verstehen. Last Patrol ist ganz großes Kino. Außerdem hat es das, was vielen der aktuellen Alben anderer Künstler abgeht: Ein Konzept. Die Songs passen einfach zusammen und wirken schon auf dem Album wie aus einem Guß. Seit “Imaginaerum” von Nightwish (an das es im Sinne der Gesamtkunstwerkhaftigkeit nicht heran reicht – wenn es auch verflucht nah dran ist) habe ich kein derart stimmiges Album mehr erstanden. Das Konzept, das Album nur mit Equipment aus den 70ern aufzunehmen, sodaß es nicht nur nach 70s Psych-Rock klingt sondern auch welcher ist, das geht einfach mal auf! Warum nachbearbeiten und technische Spielereien einsetzen, wenn man es auch clean haben kann?!? Das mit der Wirkung des Albums geht so weit, daß ich sogar die beiden Bonustracks der Deluxe-Edition mittlerweile skippe und sie nur noch als Einzelsongs höre. Beides sehr gute Songs, gerade “Strobe Light Beatdown” hat es mir angetan, aber es ist verständlich, warum sie nicht aufs Album genommen wurden. Fazit: Bombenidee, diese Last Patrol-Tour! Einziger Wermuthstropfen (ich hasse das Zeug auch im Real-Life) war, daß ich ohne die Kleine Schwester anreisen mußte – meine Stalker unter euch werden es gemerkt haben, daß da was Kleines (im wahrsten Sinne des Wortes – dieser Hobbit!) fehlt im Gegensatz zu den sonstigen Konzertberichten.

Nach dem qualitativ hochwertigen, quantitativ aber sehr, sehr mauen Konzertjahr 2013 freute ich mich seit Monaten auf diesen Abend in Leipzig – zu Recht wie sich zeigen sollte. Kennt ihr das auch, wenn man den ganzen Tag schon so ein unruhiges Kribbeln im Bauch hat und es kaum noch erwarten kann, daß endlich das erste Riff erklingt? Wenn man dann in der Halle steht und sich breit grinsend sagt “Yeah, meine Welt!”! Falls nicht: es ist ein großartiges Gefühl! Die Anreise mußte ich in einem Fremdwagen antreten, da der Igor sich ne Bänderdehnung zuzog und werkstattete. Also ging es per niegelnagelneuem Seat Leon nach Leipzig (mit Autohauswerbung drauf). Das Auto fuhr sich so gut, daß demnächst wohl ein Erinnerungsfoto ins Haus geschneit kommt. Kein Mensch wird wissen, warum man in einem der entvölkerten, inzestuösen Kuhdörfer zwischen Three-O-City und Leipzig einen Blitzer aufstellt – außer natürlich der das Nest bewohnenden Hinterwäldlerfamilie, die sich mit den Einnahmen über ihr trostloses Dasein in der sächsischen Pampa hinweg tröstet. Naja, was solls… es ist zu spät zum Jammern. Ich fuhr also weiter und als ich vor dem Werk 2, in welchem das Konzert stieg, ankam, da war der Ärger schon verflogen. (Ich bin da relativ schmerzfrei mittelfristig – kanns ja eh nicht ändern.) Ich betrat die alt ehrwürdigen Hallen, in denen ich schon mein erstes Monster Magnet Konzert im Jahr 2008 erlebte. Fix wurde noch ein Tourshirt erstanden, die Kleidung an der Garderobe temporärentsorgt und die Konzertlederweste (was war die letztes Jahr unterbeschäftigt) zurecht gerückt. Dann ab an die Bar und für schlappe zweifuffzich ein halber Liter Schwarzbier erstanden. Dann schlenderte ich durch die Halle und postierte mich da, wo ich auch vor 6 Jahren schon stand: nah an der Bühne, rechts versetzt an einem Pfeiler.

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Bequem an selbigem lehnend konnte ich nun beobachten, wie sich die Halle langsam füllte und während ich mein Becherchen leerte die Vorband genießen. “Church of Misery” nannte sie sich und kam aus – Japan. Wyndorf, der im Übrigen kurz nach meiner Ankunft an mir vorbei marschierte, hatte ja schon immer ein Händchen für etwas ausgefallene Vorguppen. Auch diese war ziemich gut, allerdings mit dem kehligen Grunzgesang nicht ganz so mein Fall (wer hätte gedacht, daß ein Japaner klingen kann wie Max Calavera vor dem Stimmbruch – ich hielt das vor kurzem noch für schlicht unmöglich.)

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Aber musikalisch waren sie gut und der Auftritt animierte mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr zum Lockern der Nackenmuskulatur – man groovte sich ein. Als die Herren dann die Bühne verließen, da ernteten sie dann doch ordentlich Applaus für ihren Auftritt. Ich verließ den Pfeiler und stellte mich ein paar Meter weiter in die Halle hinein. Bald wurde ich mehr und mehr umzingelt von weiteren Spektatoren, die nun so langsam die Bar verließen und sich in Erwartung von Monster Magnet der Bühne näherten. Eine sehr, sehr entspannte Atmosphäre. Während wir alle nun auf das weiße Bullgod-Backdrop blickten wurde es langsam spannend. Als die ohnehin schon spärliche Beleuchtung dann erlosch und “The Magnet” recht unspektakulär auf die Bühne gelatscht kam, hatte sich dann auch alles sortiert.

Wenn man Dave seit seinem drogenindizierten Beinahe-Ausstieg aus dem Reich der Lebenden vor ein paar Jahren so betrachtete, so hat man 2014 einen erfreulich gesund wirkenden Herren am Mikro erleben dürfen. Er hat wieder deutlich abgenommen, ist aber nicht wieder zu der sehnigen Dope-Verbrennungsmaschine herunter gehungert, die er einst war. Gesund wirkt er, kräftig und (was er aber schon immer tat:) jünger als er ist… und zwar um einiges. Er war der Einzige, der mit etwas mehr Elan auf die Bühne kam. Nicht so “aggro” wie 2008, wo er in seinem Lieblingshoodie noch wie ein dicker, brauner Flummi zum Mikro stürmte, aber man merkte ihm schon ein gewisses Niveau an Aufregung an. Er verkündete, sehr ausgeglichen wirkend, daß man nun gedenke “Last Patrol” als Ganzes zu spielen und daß er hoffe, wir wären damit d’accord. Später schob er noch grinsend hinterher, daß wir ja ohnehin keine andere Wahl hätten. Jedenfalls jammte man sich gemütlich ein und der “Weird trip through the back alleys of a dark retro-furute” begann endlich.

Mit dem sich langsam steigernden, aber nie ausufernden “I live behind the Clouds” stieg man verträumt und sphärisch ins Konzert ein. Eine Ouvertüre der Extraklasse, nicht nur für das generell ruhigere Album, sondern auch live ein richtiges Highlight. Man begann quasi mit den Manövrierdüsen, verließ das Raumdock und verließ den Sektor 001 mit mittlerer Impulskraft; bremste am Rand dann nochmal kurz ab und sah sich um bevor man den Schalter zum Warpantrieb erstmals umlegte. Das geschah dann mit “Last Patrol”, dem Titeltrack zum Album. Im Vergleich zur Albumversion hatte man den Song noch mal gehörig aufgepeppt und zu einer überragend fuzzigen Dampfmaschine aufgeblasen – Monster Magnet–Style, Baby!!!! Sie haben es noch drauf, keine Frage! Die letzte Patrouille verließ das Sonnensystem und Dave nahm auch Fahrt auf. Der Song uferte mehr und mehr aus und erging sich gegen Ende mehr und mehr in einer nicht enden wollenden Jamsession der Band. Wenn es je eines Beweises bedurfte, daß man den Space Rock in all seiner Intensität, Verzerrtheit und grenzenlosen Coolness noch auf dem Kasten hat, so lieferten Monster Magnet ihn diese Liveversion. Das wirkte dabei spielerisch, leichtfüßig gespielt und 100%ig organisch. Ganz großes Tennis! Nachdem man über 10 Minuten derart duchs Weltall gehämmert war (ich bin mir ziemlich sicher, daß man die Länge des Albumsongs dabei toppte), wurde mit “Three Kingfishers” der Fuß erst einmal wieder vom Gas genommen. “Außenmission” auf einem fremden Planeten quasi. Der Song ist auf dem Album der, mit dem ich noch am wenigsten anfangen kann – bis er nach ein paar Minuten endlich eskaliert. Auf der Bühne dargeboten wird er aber durch Verzerrungen, Halleffekte und die typisch brachialen Gitarren mit einer grandiosen Coolness versehen. Außenmission mit “aggressiven Verhandlungen” erfolgreich abgeschlossen. Jetzt standen meine beiden Lieblingssongs des Albums an. Zunächst wurde mit “Paradise” eine erneut faszinierende Liveversion des Albumtracks dargeboten. Man hatte nun wieder auf maximalen Impuls herunter geregelt und schwebte gemächlich durch eine bunt fluoreszierende Gaswolke im All. Bässe, Bässe, BÄSSE!!! Dazu das Gefühl, daß irgendwo im Hintergrund einer nur darauf wartet den Warpkern zu überlasten sobald man diese kosmische Farbbombe hinter sich gelassen hat. Gemütliches dahinschleichen am Rande der Neutralen Zone – immer mit einem Auge auf Romulus schielend. Der Übergang, zu “Hallelujah” geriet fließend und glich besagtem Vollgas! Die Band stampfte mit diesem fantastisch direkten Riffrocker los und erstmals war im Publikum auch richtig Bewegung drin. Dave am Mikrofon brillierte mal wieder in seiner Rolle und zelebrierte den Refrain. Dieser Doppelschlag war richtig groß! Bisher war auch im Publikum eher das verhaltene Mitnicken zu beobachten gewesen; Hallelujah weckte dann auf und zeigte, daß man nich nur durch den Weltraum chillen kann – es kann auch zu Kampfhandlungen kommen. Die Schlacht fand dann in “Mindless Ones” ihre Fortsetzung. Powerrock! Dabei aber nie das übergeordnete Ziel maximaler Spaceigkeit außer Acht lassend, ging es auf der Bühne zur Sache! Weiterhin stampfte man durch den Abend und nahm die Anwesenden mit. Wie bei fast allen Songs wurden mitunter orgiastisch ausufernde Soli eingebaut und hin und wieder einfach nur gejammt was das Zeug hielt.

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Zeit für nen kleinen Break. Nach den beiden Brechern kehrte man siegreich aber lädiert ins Raumdock zurück und suchte geschlossen eine intergalaktische Oben-Ohne-Bar auf, in welcher man sich mit dem einen oder anderen Pangalaktischen Donnergurgler in der Hand erst einmal vernünftig bespaßen ließ. Was dabei rauskommt, wenn man sich dabei einen okkulten Schwips einfängt und die anwesende Damenwelt mit seinen eben erlebten Heldentaten zu bezirzen sucht, das schildert der Song mit dem wohl höchsten Coolness-Faktor des ganzen Albums: “The Duke of Supernature”. Entspannt fließt er dahin, groovend und sphärisch bis ans Limit – im letzten Drittel dann ein Zwischensprint ans Limit der musikalischen Lässigkeit. Wahnsinnsnummer! Längst war Dave verschwitzt und schüttelte die nach wie vor schulterlange Mähne; was sich auch beim folgenden “End of Time” nicht wirklich ändern sollte. Das Tempo zog wieder an und man fühlte sich leicht an den hämmernden Groove von “Hallelujah” erinnert. Diesmal aber gut 8 Minuten lang. Aber auch hier wird eines nicht außer Acht gelassen: Die Spaceigkeit! Sollte ich einen Song wählen, der alles, was Last Patrol zu bieten hat auf einen Nenner bringt, dann wäre das End of Time! Die Gitarren klingen ja schon vom Album aus herrlich fuzzig, live wurde das dann nochmal aufpoliert. Rungs um einen herum nickende Köpfe, der Boden leicht erzitternd vom im Takt mitstampfenden Füßen und neben einem ein Crowdsurfer der Generation 50+. Gut, er schaffte es ungefähr 5 Meter weit bis er wieder im Publikum versackte. Bei dem jungen Mädel ein paar Minuten später halfen dann irgendwie doch deutlich mehr mit – ein Schelm wer Böses… na ihr wißt schon. Auch “End of Time” fand ein infernalisches Finale in ausgedekntem Gejamme und einem abgedrehten Soundbrei, der sich über die Anwesenden ergoß wie warmer Honig. Man war mit wehenden Föderationsfahnen auf einen überlegenen Gegner los gegangen und letztendlich in einem Lichtblitz verschwunden. Für immer? Nun, das abschließende “Stay Tuned” läßt dies einem Abspann gleich offen. Akustikgitarren tragen durch den Song und man wird aus dem Album getragen – im Unklaren darüber ob es nun vorbei ist mit den intergalaktischen Rettern. Sind sie nun verglüht, oder lediglich amtsmüde (“aint no targets to aim for man, no more mountains to climb”)? Oder sind wir dann doch nicht in einer Welt voller Vollpfosten “where every piece of dung is the next big thing” alleine gelassen? Stay tuned!!! Da kommt noch was. Sehr schöner Song, sehr schöner Abschluß des Mainset! Außerdem auch eine tolle Allegorie auf unsere heutige Gesellschaft. Bei allem Bombast, Weltraumgefuzze und den marschierenden Dampframmen von Songs hatten Monster Magnet schon immer richtig geile Low-Tempo Nummern. Es wird nur viel zu selten gewürdigt. Ich denke da nur an “Take it” oder das passiv aggressiv dahin-drohende “Little Bag of Gloom”. Wyndorf kann da seine diabolisch angehauchte Singstimme so richtig zur Geltung bringen. Langsam ja, langweilig – hell fucking NO!!!! In dieser Tradition steht “Stay Tuned”. Großes Musiktennis, das sanft und sphärisch ausblendet – in die unendlichen Weiten hinein.

So blieb man erst einmal zurück, mitgenommen von einer musikalischen Weltraumodyssee und ordnungsgemäß angestachelt fürs Encore. Klar war, daß jetzt noch ein paar Kracher aus der Bandgeschichte kommen – Klassiker eben! Nach ein paar Minuten betrat man wieder die Bühne und Meister Wyndorf brachte es mit seiner kurzen Anmoderation auf den Punkt:

“There is a time to listen to albums; and there is a time to rock! NOW is the time to rock!”

Da keine nennenswerten Widersprüche zu vernehmen waren semmelten uns die Herren ansatzlos und in bester Absicht “Twin Earth” um die Ohren. Alter, sowas erlebt man auch nur beim Magnet: Augenblicklich brodelte es um einen herum. Wie auf Kommando ging es ab, wurden Köpfe geschüttelt und Nackenmuskeln strapaziert. Da war sie wieder, diese ureigene Monster-Magnet-Konzertmagie der letzten Konzis der Herren. Unendlich dröhnende Riffs, die jede Halle zum Brodeln bringen. Auch Dave hatte die Zurückhaltung der Last-Patrol-Darbietung abgelegt. War sie da passend und unterstrich nur die Coolness des Albums, so hieß es jetzt, die Rampensau raus zu lassen – und wenn das einer kann, dann er. Dazu noch die warmen Farben der Lightshow… Weltklasse! Zumindest der vordere Teil der Halle war wie entfesselt. Das änderte sich (natürlich) auch beim grandiosen “Look to your Orb for the Warning” nicht.

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Headbangen auf Weltniveau! Boa, was waren das für geile Versionen der Songs. Da war auch verschmerzbar, daß mein geliebtes “Tractor” nicht kam – es war ein paar Tage vorher von der Setlist geflogen. Kopfnicken am Limit und dann noch die Jams – der blanke Wahnsinn. Als man dann zu “Dopes to Infinity” über ging war wohl kein Hemd mehr trocken in der Halle. Und auch das ließ einen kaum zur Ruhe kommen. 2008 war es noch der Opener gewesen und hatte damals den Auftakt zu einer Powershow geliefert, wie ich sie auch seit dem nur sehr, sehr selten wieder erlebt habe. Wieder kam das leicht Pastorale in Dave hervor, als er den Refrain anstimmte. Der Hammer! Vor dem letzten Song gönnte man uns noch eine kleine Ruhepause und Dave moderierte den mächtigen “Space Lord” an. Thematisch hätte es keinen besseren Abschluß für den ganz auf intergalaktische Themen abgestimmten Abend geben können, aber auch nicht von der Stimmung her. Der Song ist ein Erlebnis! Warum? Nun, stellt euch mal hunderte so Leute wie mich vor. Dazu noch Metaller aller Stilrichtungen, die sich bunt unters Publikum mischen. Dann stellt euch noch vor, daß es Bier gibt… für einige sogar jede Menge Bier. Und dann steht da nach 100 Minuten Energie geladenem Spacerock der kleine, schwarzhaarige, verschwitzte Mann in seiner Lederjacke vor euch, der euch in besagten 100 Minuten mit seiner Band gepflegt die Synapsen auf links gedreht hat und fordert euch auf lauthals “MOTHERFUCKER” zu rufen. Das KANN ja gar nicht schief gehen! “Space Lord” an sich ist einer dieser ausufernden Songs, die von cooler Midtemposchwingung ausgehend dann irgendwann den Nachbrenner anwerfen und gegen Ende gefühlt nur noch aus Refrain bestehen – zumindest live! Warum das wichtig ist? Nun, der Refrain lautet in etwa:

“SPACE LORD MOTHERFUCKER!”

So zirka 30 Mal; gefühlt zumindest. Jedes Mal lauter und engagierter untermalt von allen Anwesenden. Der ultimative Kick am Ende dieses großartigen Abends.

Im Fazit bin ich vollends glücklich mit dem Abend. Last Patrol als Mainset war ein richtig cooles Erlebnis. Die Platte ist live ein purer Genuß und knüpft locker an die klassischen Monster Magnet – Alben an. Daß die Massen dabei nicht so bedingungslos abgehen liegt einerseits im Album selbst  begründet, daß eben diesen lässigen, arschcoolen Flow hat; andererseits ist es halt ziemlich neues Material. Das Encore sorgte dann dafür, daß man auch als Anhänger der Klassiker auf seine Kosten kam und die brodelnde, energetische Atmosphäre eines “normalen” Monster Magnet – Konzertes geboten bekam. Durch die Komprimierung auf vier unglaublich druckvoll gespielte Songs, war das noch mal eine Spur intensiver! Was ein Abend! Bleibt nur zu hoffen, daß die Herren das mit der “Last Patrol” nicht allzu wörtlich nehmen und noch das eine oder andere Mal auf die Bühnen dieser Republik zurück kehren. Monster Magnet haben die Form der ersten Alben wieder und live diesen höllischen Drive ohnehin nie eingebüßt! 32 Tacken für so einen Abend sind nicht nur generell ein Schnäppchenpreis, für die Moneten ist so ein Konzert praktisch geschenkt!

Ich verbleibe mit einem dezenten “SPACE LORD MOTHERFUCKER”!

PS: Ein kleiner Seitenhieb auf die Konkurrenz muß noch sein. Seit 2008 haben Monster Magnet stabile T-Shirt-Preise bei gleichzeitig hoher Qualität. Ich erstand daher gleich 2 (ich konnte beim Rausgehen nicht anders und nahm mir noch ein monochromes Stück Minimalismus mit. Das Shirt für 15 Tacken – zum Vergleich: Motörhead verlangen mittlerweile 35 für nur eines der Dinger. Sehr löblich… und wer angefixt ist, kann auf dem Tourshirt nochmal seine Chancen nachlesen diese musikalische Urgewalt auch mal zu erleben:

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Donnerstag, 23. Januar 2014

DIE LEUDE

(5 Sterne Deluxe)

Diese Woche hat mich eine höchst erstaunliche Beobachtung der MsPittili auf ein neues Thema zum Bereich “Phrasenrodeo” gebracht. Schauplatz: Die Parkbuchten vor unserem Haus, Hauptdarsteller: Eine der Personen, die bei Explosiv immer als “besorgter Nachbar” untertitelt werden. Gut, man könnte jetzt auch sagen: Ein Knacker, wohnen wir hier doch in einem weitestgehend postsenilen Wohnumfeld. Jedenfalls hat es diese Woche hier endlich mal ein wenig weiße Pracht gegeben und die Temperaturen sind analog (logisch) auch noch vernünftig in den Keller gegangen. Das Resultat war (ebenfalls logisch), daß die geparkten Autos früh mit einer dünnen Eisschicht und ein wenig Schnee bedeckt waren. Wohl gemerkt: Ich für meinen Teil benutze dieses Wort nur unter Vorbehalt, aber in diesem Haushalt gibt es auch Personen, die dieses erweiterten Raureif durchaus als “Schnee” bezeichnen, also was solls.

(An dieser Stelle erleichtere ich die Lesbarkeit auf Wunsch eines Einzelnen durch einen Absatz; in Literatenkreisen als so genannter “Lesbarkeitsabsatz” gepriesen.)

Jedenfalls ist einer unserer Mitinsassen hier im Laufe des Vormittages mit Besen und Kratzer bewaffnet aus dem Haus gestiefelt und hat angefangen seinen Personenkraftwagen akribisch von der subliquiden Wasserlast zu befreien. Vor Fahrtantritt sehr löblich, aber in diesem Fall vollkommen sinnlos. Warum? Weil er, nachdem er auch das letzte Fitzelchen Eis von seinem Gefährt gekratzt hatte, wieder seine Wohnung aufsuchte und selbige nicht wieder verließ… jedenfalls an diesem Tag. Die stunden vergingen, die umstehenden PKWs tauten weitestgehend ab und sein blank poliertes Vierrad stand mitten drin. Dann kam die Nacht und als ich die Bude am Morgen wieder Richtung Büro verließ… ihr ahnt es: LESBARKEITSABSATZ!

… als ich auf Arbeit ging, da war die Karre jedenfalls wieder vollkommen eingefroren. Jetzt frage ich euch: Warum tut man sowas?!? Ich habe dieses seltsame Verhalten im letzten Winter schon bei einigen hier beobachtet. Ich habe da einen Erklärungsansatz gefunden, der für mich recht gut funktioniert. Dieser besteht darin, daß er den PKW deshalb enteiste, weil sich wie eine Natter eine Angst in sein Gemüt schlich; die Angst vor dem Meinungsterror seiner Mitmenschen. Kurz bevor er seine orthopädischen Schuhe überstreifte und der Verzierung seiner Silbergrauen Rentnerkutsche zu Leibe rückte, da sagte er vermutlich zu seine Else “Ich mache das mal weg,

WAS SOLLEN DENN DIE LEUTE DENKEN?!?”

(hier gleich zur Sicherheit noch ein Lesbarkeitsabsatz… sicher ist sicher)

Ja, “die Leute”. Ich für meinen Teil habe bei einigen ja schon grundlegende Zweifel daran, ob sie überhaupt physisch in der Lage sind einen komplexeren Denkvorgang zustande zu bringen. Ältere Mitmenschen jedoch kennen das noch von damals, daß es durchaus “Leute” gibt, die das können… also “denken”. Da ist das natürlich verständlich. Ich habe dann mal überlegt, was ich gedacht hätte, wenn ich sein Auto so zugefroren gesehen hätte. Vermutlich nicht viel mehr als “oh, is’ heute kalt draußen”! Warum? Weil es offensichtlich war. Er jedoch, der Kratzerknacker v.D., er sah vermutlich schon seinen sozialen Status im Viertel abrutschen. Er hörte schon den Heinz aus dem Nachbarhaus seiner Erna vom Fensterbrett, an dem er seine Tage verbringt, zurufen “Du, bei Schmidts, bei denen ist schon wieder das Auto zugefroren! Wir haben es schon fast 12 Uhr und die haben das noch immer nicht weg gemacht – diese Assis!”

(Ihr ahnt es: Lesbarkeitsabsatz)

So etwas spricht sich sich dann natürlich rum im Viertel. Erna hätte dann bei Stahlhubers aus Haus Nr. 91 angerufen und denen erzählt, was ihr Göttergatte gerade für eine Sauerei entdeckt habe. Die hätten es dann über den Balkon ihren Nachbarn weiter geleitet (“Hab ihr schon gesehen…?!?”) und die wiederum hätten es dann dem Herrn Kowaltschik gesteckt, der ihnen zufällig am Briefkasten über den Weg lief. Kowaltschik wiederum hätte dann wohl erst einmal aus reiner Gewohnheit heraus einen Bericht verfasst und diesen an die Ruschestraße 103 in Berlin weiter geleitet. Er hätte dann um “umgehende konspirative Maßnahmen gegen diese Feinde des Sozialismus” und einen Lesbarkeitsabsatz ersucht – zumindest letzteres soll er haben.

Als ordnungsbewußter Knackerknispel kann man derlei natürlich nicht riskieren (wobei er in den Augen von Kowaltschik ohnehin schon länger verdächtig war mit seinem Westauto). Dann lieber vollkommen sinnfrei die Karre wienern und dann vom Fenster aus beobachten, wie sie im Laufe des Tages wieder zufriert. Das Lustige an der Sache ist nun aber, daß das, was “die Leute” denken – wir sind ja auch “die Leute” – nicht etwa eine Würdigung des pensionären Putzfimmels ist, sondern sich am treffendsten mit den Worten “Hat der ne Meise?!?” paraphrasieren läßt. Ich vermute mal, daß das nicht unbedingt das primäre Ziel seines Tuns war.

(Anm.: Dieser Absatz ist jetzt mal thematisch bedingt)

Jedenfalls ist es doch schon bewundernswert, was manche Menschen so alles tun damit andere sich nicht das Maul über sie zerreißen. In den meisten Fällen hätten diese das vermutlich nicht einmal getan, aber man unterstellt es ihnen einfach mal. Im Endeffekt biegt man sich sein eigenes Verhalten und auch das Äußere so weit zurecht, daß irgendwelche andere Figuren die im Leben nichts weiter haben als Royal Weddings, Fußpflegetermine und die monatliche Apothekenumschau mutmaßlich damit einverstanden sind. Soll ich euch mal ein Geheimnis verraten: Das sind sie nicht! Das sind sie NIE!!!! Ich habe meine Jugend uffm Dorf verbracht, ich weiß also wovon ich rede. Diese dicken, unterforderten Tratschtrullas finden immer etwas, über das sie herziehen können. Die haben nämlich keine anderen Hobbies, außer vielleicht Royal Weddings, Fußpfl… oh, hatten wir schon. Dann lieber erst mal nen Lesbarkeitsabsatz!

Ja, so ist das nämlich! Man muß sich ja nicht gleich komplett von gesellschaftlichen Verhaltensnormen frei machen, aber zumindest von dem sinnfreien Quatsch, von dem man meint, daß andere ihn von einem erwarten. Da lebt man dann deutlich ruhiger. Außerdem braucht man dann auch nicht so viel Zeit darauf zu verwenden, sich nach außen eine Scheinexistenz aufzubauen. Wer von meinen Nachbarn der Meinung ist, ich müßte Ende Januar ein komplett eisfreies Auto vor der Tür stehen haben, obwohl ich nicht vor habe dieses zu benutzen, der darf sich gerne ausleben und den Igor enteisen. Ich werde ihn nicht aufhalten (obwohl… ehrlich gesagt würde ich das; solche Irren kommen nicht in die Nähe meines Schätzchens)! Schätzchen? Ich werde schnulzig, also lieber mal wieder einen Lesbarkeitsabsatz einstreuen vor dem Schlußakkord.

“Was sollen denn die Leute denken?!” Wenn ich das schon höre kotzt mein innerer Rebell im breiten Strahl. Aber das ist halt zweierlei: Erstens ist es scheinbar altersbedingt, weshalb ich richtig Angst habe diese Störung auch irgendwann zu entwickeln. Zweitens ist es natürlich typisch deutsch. Alles immer schön normen, wer mehr als nur 2 Fuß breit vom Durchschnitt abweicht und das nicht mit dem Beruf Künstler (“Die sind eh alle ein wenig eigen”) oder einem dicken Bankkonto (das sind dann Exzentriker) rechtfertigen kann, der gilt hier doch gleich als Kommunist.

(Letzter Lesbarkeitsabsatz – versprochen)

Was die Leute nun denken sollen? Tja, von mir aus können sie denken was sie wollen. Wenn die mich für einen illegal eingewanderten Marsianer halten, der heimlich im Keller an einer alles atomisierenden Meerschweinchenkanone bastelt mit deren Hilfe er auf einem platingepanzerten Tyrannosaurus Rex über den Abendhimmel reitend die Weltherrschaft an sich zu reißen und die Menschheit zu unterjochen gedenkt halten, dann ist mir das wumpe!

(Thematischer Absatz – auch der letzte.)

Wenn ihr meint, ihr müßt weiter im tiefsten Winter euer Auto 24/7 vom Eis freikratzen, dann macht das halt. Nur erwartet nicht von mir, daß ich da mit mache – Tyrannosauren haben nämlich keine Scheiben!

Sonntag, 19. Januar 2014

OVER THE HILLS AND FAR AWAY

(Nightwish)

Ich fuhr gestern mal wieder im Erzgebirge umher. Im Nachbarland lag Schnee und bei uns… seht am Besten selbst, ich hab euch da mal was mitgebracht:

Leicht nachgebessert:

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No Filter (isch schwör!!):

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Jaja, Winter geht irgendwie anders. Zwinkerndes Smiley

Dienstag, 14. Januar 2014

BRIDGE BURNING

(the mighty, mighty Foo Fighters)

Anglizismus galore!!! Letzte Woche  machte in meiner Twitter-Timeline ein neues Phänomen die Runde. Phänomen? Naja, nennen wir es passender Weise vielleicht lieber “Schreckgespenst”, ist auch optisch ein wenig treffender.

Was haben wir, also so global als Menschheit, in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht schon für modischen Platschquatsch fabriziert?! In den 80ern war er wenigstens auf die Kleidung und den einen oder anderen lächerlichen Haarschnitt beschränkt und somit noch reparabel. Seit den späten 90ern… sorry “90s”… wurde es dann total “crazy” und wir fingen an Trends zu erfinden, in welchen wir neben Wams und Zylinder auch unseren Körper… nee, ich meine natürlich “body”… in die optische Verballhornung unserer Selbst einzubeziehen. Es reichte nicht mehr, sich die eine oder andere Designerklamotte über den auf dem Elektroaltar der solaren Steckdosenverbrutzelung schon arg geschundenen Leib zu streifen, nein, wir setzten den Trend zur Verunstaltung unserer “Bodies” dann auch am Objekt selbst fort. Tattoos seien hier mal größtenteils ausgenommen, abgesehen natürlich vom unterschichtigen Kopulationstribal über dem femininen Steiß. Dies dürften die meisten Trägerinnen heute ohnehin bereuen. “ARSCHGEWEIH!” rief da der Volksmund und diskreditierte den vermeintlichen Trend somit im Common Sense quasi zum offen zur Schau getragenen IQ-Test oberhalb des Gluteus Maximus; vom Körperschmuck zur Selbstanklage in wenigen Monaten – muß man auch als Trend erst mal schaffen. Jedenfalls wackelten die mehr oder weniger stolzen Besitzerinnen dieser Steißbeinkrönchen fortan ein wenig verschämt durchs Viertel… “Hood”, ich meine natürlich durch die “Hood”! Aber so richtig bekloppt wurde es dann erst im Nachgang. Da wurden Augenbrauen mit derart stumpfsinniger Konsequenz abrasiert. Weil das “wider Erwarten” total beschissen aussah, zog man die verloren gegangene Haarpracht oberhalb der Pupille dann kurzerhand mit nem möglichst fetten Edding nach. Am Besten gleich direkt auf der Stirn, damit man auch sicher gehen konnte, daß man von seinen Artgenossen nicht mehr als Kollege identifiziert werden konnte. (Mal ehrlich Mädels, ihr seht damit aus wie diese Figuren aus dem “Black Hole Sun” Video von Soundgarden… creepy! Wer zum Henker redet euch eigentlich ein, daß so etwas auch nur ansatzweise als “attraktiv” gewertet wird von der Männerwelt?! Nicht mal in Star Trek hat man sich damals getraut, einen derart entstellten Humanoiden zu erfinden… und die haben immerhin solche Schönheiten – “Beauties” – wie die Ferengi oder den Gorn erschaffen – denkt mal drüber nach! Aber es ging ja weiter. Da nun die ersten Dämme des visagistischen Totalschadens gefallen waren wurde munter weiter gemacht. 16jährige Ami-Weiber bekamen von Papa als Mobbingschutz mal eben ne Nasenkorrektur geschenkt oder gleich die Möpse aufgepolstert. Sah natürlich beides “voll natürlich aus”, insbesondere, wenn Vadder sich als Fabrikarbeiter verdingte und sich nur einen zugewanderten Tierarzt aus Dnjepropetowsk zum Aufhübschen seines hauseigenen Hormonterroristin leisten konnte. Oftmals war die einzige Zusatzqualifikation dieser Gewebeschänder ein Traktoristendiplom – was sich dann auch im Ergebnis ihrer medizinischen bemühungen wider spiegelte. “Er war stets bemüht…” Wenn das dann noch nicht reichte, dann jubelte man sich den einen oder anderen Liter Botox unter die Haut um vermeintliche Fältchen aus zu merzen. Kombiniert wurde dies gerne damit, daß man zwei Pfund Eigenfett in die Lippen jagte. Auch hier hatte und hat das eine oder andere Endresultat etwas sehr, sehr Verstörendes an sich! Über Leute die so aussahen wie diese Figuren habe ich früher oft bei Stephen King gelesen – und sie waren nicht die Helden, das kann ich euch versichern. Nachdem man sich im Bestreben nach optischer Perfektion bereits im Gesicht sowohl chirurgisch, chemisch als auch “malerisch” bis weit über die rational begründbaren Grenzen hinaus ausgetobt hatte, wandte man sich dem Rest des Körpers zu. Schließlich mußte man neue “Baustellen” eröffnen, denen die Beautyopfer ihre bis zur Maskenhaftigkeit entstellten Gesichter zuwenden konnten. Hier wird es nun wirklich gefährlich wie ich finde. “Size Sero” war so ein verabscheuungswürdiger Trend. Da wurde der Damenwelt eingeredet, daß nur wirklich “hip” ist, wer seinen Arsch in eine Jeans zu pressen vermag, welche am Bund in etwa den Umfang eines durchschnittlichen Haargummis aufweist. Das Absurde in diesem Zusammenhang ist alleine schon der Begriff “hip” – denkt mal drüber nach. Man konnte denen dann, neben der Jeans, auch noch allerhand Pillen und bescheuerte Diätpillen andrehen. “Ja mein Kind, es ist OK sich ein paar Jahre nur von rohem Kohl, Wattebäuschen und destilliertem Wasser zu ernähren… wenn es dich hübsch macht” – widerliche Message! Im Endeffekt verhungerten tausende von gut situierten Frauen förmlich direkt vor den gefühlten Kühltruhen der Supermärkte. Und als sie ihren geschundenen, ausgemergelten Leib dann endlich in einen dieser überteuerten Fetzen zwängen konnten, mußte sie das Gesundheitssystem mühsam wieder aus ihrer Essstörung heraus mästen. Vielen Dank liebe Industrie, gez.: Die  Volkswirtschaft! Gut, die, die sich einmal bis zur “Size Sero” herunter kasteit hatten, die meist das nächste “Schönheits”-Ideal gleich mit erreicht: Den/die/das “Thigh Gap” – auch “Gap between the Legs”. Die Schenkel durften alles, solange sie sich um Himmels Willen nur nicht berühren. Werft mal Google an, Bildersuche, Suchbegriff “Thigh Gap”…tja, und dann frohes Gruseln! Dürre Stelzen, die gefühlte 50 Zentimeter voneinander getrennt voneinander an einem knorrigen Rumpf herab baumeln… das gibts sonst nur bei Insekten - und man nun wirklich nicht behaupten, daß dies die ästhetischste aller Tiergattungen ist (vom Marienkäfer vielleicht mal abgesehen). Aber nun, und so komme ich wieder zum Anfang dieses Postings zurück, ist auch das irgendwie wieder out. Warum? Weil mittlerweile wahrscheinlich zu viele Frauen in der westlichen Welt ein gesundes Essverhalten gegen ein paar knöchrige Stöcke getauscht haben, die mit einer optisch bemitleidenswerten Reststatik aus ihren Gucci-Hot Pants ragen (das Arschgeweih darüber ist dank der radikalen Gewichtsabnahme im Übrigen auch zu einem runzeligen Gekrakel verkommen für das sich jeder Dreijährige schämen würde, wenn er es fabriziert… SCHÄMEN WÜRDE ER SICH). Als ich letzte Woche das Hashtag “#BikiniBridge” las, hatte ich keinen blassen Schimmer, was das sein sollte. Erst dachte ich – naiv wie ich bin – an eine tatsächliche Brücke auf besagtem Atoll. Aus dem Kontext erschloß sich dann aber, daß es dann doch etwas körperbezogener sein mußte. Gut, ich kann das jetzt nicht alles wissen, also ließ ich mich mal von der Frau informieren. Männer, ich versuche es euch mal ein wenig “in unserer Sprache” begreiflich zu machen. Stellt euch einfach mal eine Hängebrücke vor. Aber ohne “Hänge” irgendwie… mehr so eine Art Spannbrücke. Ja, das trifft es! Eine Brückenkonstruktion, die sich zwischen zwei Pfeilern erstreckt… darunter Abgrund, Tod und Krokodile! Habt ihr es? Gut! und jetzt stellt euch vor, die Brücke, das wäre jetzt kein Steg, sondern der Bund einer Bikinibuchse! Erledigt? OK. Jetzt müßt ihr die Pfeiler nur noch durch weibliche Hüftknochen ersetzen und schon habt ihr eine "#BikiniBridge” – das mit dem Bauch darunter, das vergeßt ihr mal lieber schnell, das ist ja Sinn der Sache! (Kleiner Tipp: Ihr solltet den Punkt “Abgrund, Tod und Krokodile” vielleicht  auch noch ausblenden, das macht es noch ein wenig einfacher.) So; und um euch jetzt total zu verwirren sei noch gesagt, daß die Person, welcher diese hautüberspannten Hüftknochen und die dazwischen schlackernde Badebuchse gehören, durchaus noch am Leben ist (im Idealfall); was man bei dem Bild ja nun nicht unbedingt vermuten würde. Will heißen: Bauchdecke und Bikinihosenbund haben in diesem neuen Schönheitsideal keinen Kontakt mehr miteinander – sie sind quasi geschiedene Leute! Der Unterbauch wird als weibliches Körperteil de facto abgeschafft… gesund ist das sicherlich nicht. Vielleicht sollten wir alle mal anfangen mit dem zufrieden zu sein, was wir haben und hin uns wieder mal das Hirn einzuschalten anstatt zeitlebens irgend welchen grenzdebilen Schönheitsidealen nach zu jagen, welche uns irgend welche Fashionheinis vorgeben, die sowieso alle mächtig einen an der Klatsche haben!

“Poor men wanna be rich, rich men wanna be kings,
and a king aint satisfied till he rules everything”

(Badlands, Bruce Springsteen § The E Street Band)

PS: Ganz ehrlich: Diese klapperdürren Uschis können ihre Knochen eigentlich auch gleich zusammen packen und sich an den FKK legen; bei dem Anblick packen doch selbst die perversesten Dünenspanner das Fernglas ein und gehen angewidert ne Limo zischen.

Samstag, 4. Januar 2014

ZERSTÖREN

(Rammstein)

Ich sitze hier gerade am PC und damper ein wenig bei ebay rum – ohne wirkliches Ziel, eher so informativ. Dabei wurde ich soeben auf eine Auktion aufmerksam, wo offensichtlich ein Verkaufsgenie erster Kajüte am Werk ist. Hier mal ein Screenshot vom Angebotstext:

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… da war offensichtlich mal wieder ein Genie am Werk!

PS: Wer es nicht glaubt, HIER der Link! Zwinkerndes Smiley

Freitag, 3. Januar 2014

Light Years

(Pearl Jam)

Melde mich zurück aus dem ausführlichen Jahresendurlaub. Die Schreibfaulheit nach dem Fresskoma hält noch an, daher nur mit ein paar Fotos für heute. Vorweg sei erwähnt, daß es um Weihnachten rum immer schöne Fotoansichten im Erzgebirge zu sehen gibt. Letztes Jahr präsentierte sich die Augustusburg am Heiligabend sehr schick, dieses Jahr war es eher so der allgemeine Wolkenstand bei meiner nachweihnachtlichen Abreise:

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Den Jahreswechsel dann verbrachte ich wieder in bzw. um Karlsruhe herum, wo es neben einem Besuch bei den den guten, alten (und ziemlich dicken) Bieberratten

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auch noch so eine Art Enten-Jesus zu bestaunen gab!

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In diesem Sinne: Ein schönes, glückliches und vor allem gesundes Jahr 2014 wünsche ich euch. Bis die Tage! Smiley

Sonntag, 29. Dezember 2013

BROKEN, BEAT & SCARRED–Jahresrückblick 2013

(Metallica) – “’Cause what don’t kill ya, will make ya more strong!”

Es ist mal wieder so weit: Der Foxymorph-Jahresrückblick 2013 steht an. Vorweg sei geschickt, daß ich persönlich froh bin, daß dieses Jahr rum ist. 2013 hatte auch Gutes zu bieten, wofür ich ihm auch dankbar bin. Beispielsweise den Zusammenzug mit der MsPittili, der nach 10 Monaten ein durchweg positives Fazit findet. Allerdings war dieses Jahr in vielerlei Hinsicht auch ein ziemlich mieses Arschloch von einem Jahr, das ich nur zu gerne hinter mir lasse. Musikalisch gesehen hatte es auch so einige Highlights zu bieten, jedoch nur zwei mickrige Konzerte. Diese waren zwar beides herausragende Abende, die auch in einem der vorigen Jahre als absolute Highlights geglänzt hätten, jedoch waren es eben nur 2 Konzerte. Touren von Bands, die ich zu gerne mal wieder oder überhaupt einmal gesehen hätte, wurden abgesagt, verschoben oder gar nicht erst angekündigt und ich kam mir ehrlich gesagt schon ganz schön veralbert vor. Aber gut, das klammern wir jetzt hier mal alles aus, 2014 steht wieder Pearl Jam vor der Tür und auch der Rest der bereits fest stehenden oder noch herumrumorenden Konzerte/Gerüchte wird wohl dieses Seuchenjahr vergessen lassen können wenn es gut läuft. Bereits jetzt stehen für 2014 insgesamt 3 Konzerte fest auf die ich gehe… und es werden große Abende werden, liebe Leute! Aber genug geschwurbelt – vielleicht hat 2013 ja einigen von euch etwas mehr zu bieten gehabt. Ich gönne es euch und wünsche euch viel Spaß beim Jahresrückblick.  

PS: Das wird ein langer Text, ich hoffe ihr habt Zeit, Humor, gute Brillen und… seid keine Germanisten! Zwinkerndes Smiley

Januar

Das Jahr ging gleich mit einem absoluten Brüller los: Dem 75. Jahrestag der Verwendung von Magnetbändern im deutschen Rundfunk (oder angesichts des Einführungszeitpunktes “Rrrrronfonkk”)! In selbigem kann man dann sogleich – ob nun vom Magnetband oder nicht sei mal dahin gestellt – hören, daß der inländische Fernbusmarkt mit Jahresbeginn liberalisiert wird. Die viel zu teure, viel zu unzuverlässige und durch die Privatisierung bis nahezu zur kompletten Unbrauchbarkeit kaputt reformierte Deutsche Bahn AG verliert somit ihren unzeitgemäßen Schutz vor ernsthaften Mitbewerbern und darf sich auf neue, Straßengebundene Konkurrenz freuen. Am 7. Januar tritt im eigentlich tief schwarzen Schwabenländle mit Fritz Kuhn ein Grüner den Posten als Stuttgarts Oberbürgermeister an. Der Rest der Republik kann schon lange nur noch den Kopf schütteln über das, was dieser Bahnhofsbau in BaWü so alles auf den Kopf stellt. Das ist ja so, als würde Gregor Gysi bei den bayrischen Landtagswahlen mit seinem dauerempörten Kaschperletheater die absolute Mehrheit holen – aber das werden wir wohl erst 2018 vermelden dürfen. Wo wir gerade bei der Politik sind, da bleiben wir doch auch gleich da. Am 14. Januar stellt Matze Platzeck im brandenburgischen Landtag die Vertrauensfrage. Vollkommen überraschend und wie aus heiterem Himmel nutzt man die günstige Gelegenheit nicht um ihn endlich los zu werden; vielleicht sah man aber auch nur ein, daß das mit dem “aus dem Amt fliegen” in Berlin und Brandenburg schon von der Infrastruktur her eher schwierig wird. Ganz anders schauts in Holland aus, da nimmt Königin Beatrix freiwillig einen ihrer obskur geformten Hüte ohne daß sie ein Großprojekt wie BER gegen die Wand gefahren hat. Das einzig weltbewegende Ereignis, zu dem es die FDP in diesem Jahr schaffen sollte war dann auch gleich im Januar verbraten: Rainer Brüderles vergebliche Baggerei an einer Stern-Journalistin lieferte uns den “#Aufschrei” des Jahres; vom Laberpfaffen später auch als “Tugendfuror” bezeichnet – die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Am 28. Januar gab sie bekannt, daß Sohnemann ab sofort im Grachtenland das Tulpenzepter schwingen und die eine oder andere Vizeweltmeisterschaft bejubeln darf. Am 31. Januar schließlich verhängt das Bundeskartellamt hohe Strafen gegen elf Unternehmen der Schokoladenindustrie. Grund sollen unerlaubte Preisabsprachen gewesen sein. Ist euch das nicht auch immer so negativ aufgefallen, daß die Schokoladenpreise unternehmensübergreifend derart stabil sind? Habt ihr euch als Verbraucher nicht auch schon immer brachial über den Tisch gezogen gefühlt und seid heil froh, daß das Bundeskartellamt diesem widerwärtigen Treiben endlich ein Ende bereitet hat? Nein? - Liebe Schokoladenindustrie: Von der Mineralöllobby lernen heißt diesbezüglich Siegen lernen!

Februar

Auf Inselstan werden bei Bauarbeiten für einen Parkplatz die knöchernen Überreste von König Richard III. ausgebuddelt. Einen toten König, der von Verbündeten verraten und mit der Streitaxt dahin gemetzelt sowie später geradezu anonym verscharrt wurde gut 600 Jahre später wieder auszubuddeln, das bekommt auch nur der Brite mit seinem Royal-Komplex hin. Auch in Deutschland geht es um “alte Sünden”; am 9. Februar wird ausgerechnet Bildungsministerin Schavan das nächste Opfer der so genannten “Plagiatsjäger” im bösen, bösen Internet. Auch ihr nahm man die Doktorarbeit auseinander und auch sie soll gemogelt haben. So langsam mutierte das hierzulande zu so einer Art Volkssport – passt irgendwie ja auch zum selbstgerechten, besserwisserischen Moraldeutschen – der auch am Ende “Unschuldige” erst einmal schön durch die Medienmühle leierte. Sobald die Dissertation von jmd. “geprüft” wurde, war er in der Öffentlichkeit praktisch schon an die Wand gestellt. Der Schießbefehl hing dann nur noch vom Ergebnis ab (derart dreist ge-copy-pasted wieder Pomadengraf aus Bayernland hatte seither niemand – immerhin). Interessantere Beobachtung als ein paar Zitierfehler gab es am 15. Februar zu machen. Asteroid 2012 DA14 sauste in 27.599 Kilometern Höhe an uns vorbei. Ein Zusammenhand mit dem am gleichen Tag in Tscheljabink danieder gekachelten Meteoriten wurde seltsamer Weise medial nicht unverzüglich fest gestellt – mag an der Entdeckung der ach so amüsanten Autokameras in russischen Personenkraftwagen liegen, deren schrägste Aufnahmen in den folgenden Tagen die semiseriösen Nachrichtenmagazine füllten. Den Knall nicht gehört hat wiederum das politisch konservative Lager. Am 19. Februar erklärte das Bundesverfassungsgericht das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare für verfassungswidrig. Man könnte als Demokrat die Konformität mit dem Grundgesetz her stellen und endlich das Adoptionsrecht komplett gleich stellen… man kann es allerdings auch lassen, besonders, wenn man aktives Mitglied der Stammtisch- und Dirndlschänderpartei aus Batzistan ist. Als man deren in die Kameras polemisierte Statements zum Thema hörte, schämte man sich schon irgendwie, daß diese Figuren die gleiche Staatsbürgerschaft haben wie man selbst. Es sollte auch nicht das letzte Mal im Jahr 2013 sein, daß diese christsoziale Zurtzlertruppe dem Rest des Landes ihre weltanschauliche Verblödung aufzwingt, leider! Der beinamputiert Oscar Pistorius wurde des Mordes an seiner Freundin bezichtigt – seit Freilassung auf Kaution passierte irgendwie aber auch nichts mehr in dem Fall. Den Knaller schlechthin zündet aber Papst Benedikt, indem er am 28. Februar um 20:00 Uhr, quasi zur Prime Time, sein Amt nieder legt. Erstmals seit was-weiß-ich-wann gibt es einen Papst im Ruhestand – WIR sind jetzt quasi RENTNER! Noch eine spektakuläre Überraschung vergessen?? Ach ja: Am 24. Februar wird in Havanna vollkommen unerwartet Raul Castro als kubanischer Staatschef wieder gewählt.

März

Ein recht militärischer Monat. Verteidigungsminister de Maiziere (ja, das war der auch mal, der Prinz Valium), gab den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan bekannt. Ebenfalls im Rückzug begriffen ist der Herr Ponader als Parteichef der Piraten – für seine Partei, wie sich später noch heraus stellen wird, leider zu spät. Mit Hugo Chavez stirbt am 5. März einer der schillerndsten aber auch seltsamsten Staatschefs, fortan wird es um Venezuela deutlich ruhiger. Irgendwie auch wieder schade. Im Vatikan beginnt derweil am 12. März das Konklave und die christliche Welt vertreibt sich den Tag damit, Stunden lang auf einen Schornstein zu starren. Am 23. März ist in Washington D.C., 13 weiteren Staaten und Teilen von Kanada ein Feuerball zu sehen – Meldung vorbei (Feuerball hat… warum auch immer Erklärungen suchen) ! Das kleine, dicke, Diktatorenwänstlein in Nordkorea läßt am 27. März seine Standleitung nach Südkorea abschalten. Damit dürfte das Telekommunikationsvolumen in seinem steinzeitkommunistischen Anachronismus schonmal um gute 46% gesunken sein. In der Folge wird fleißig weiter polemisiert vom Chefmoppel, inklusive Kriegserklärung an Südkorea am 30.03.13 – was außer den deutschen Unterschichtmedien, die gleich wieder meinen den Atomkrieg ausrufen zu müssen, mal wieder keiner ernst nimmt. Am Ende hat sich das dicke Kind wieder beruhigt und alles bleibt beim Alten. In Amiland macht Obama mit Julie Pierson eine Frau zum Chef des Secret Service. Nachdem deren Vorgänger noch durch Sexparties und skandalöse Alkoholeskapaden von sich Reden machten, will Mr. President jetzt scheinbar doch wieder einmal halbwegs “anständig” beschützt werden. Noch was? Ach ja, die Katholiken haben einen neuen Papst. Franziskus hält nicht nur gleich die Ostermesse, sondern auch der katholischen Kirche durch seine Bescheidenheit einen entsprechend demaskierenden Spiegel vor – auch das sollte im Jahresverlauf noch wichtig werden.

April

Am 03. April wird von der ISS äußerst entschieden vermeldet, man habe eventuell Hinweise auf die Existenz dunkler Materie gefunden, aber nur vielleicht – Vulkanier, Tribbles, Gorns und die Romulaner wollte man hingegen nichteinmal hypothetisch annehmen, diese Noobs! Der FC Bayern aus der bajuwarischen Metropole München holt bereits am 6. April den Meistertitel. Das sollte leider nur Titel Nr. 1 sein, fortan wurde man vom allgegenwärtigen “Triple”-Schwachsinn genervt. Drei Pokale – so schwer sollte der Lahm doch gar nicht heben bei seiner “Größe”. Am 30. April wurde Schüler.vz abgeschaltet – und, gebt es zu, keiner hat’s gemerkt! Nochmal Bayern: Die Unfähigkeit eine auch nur halbwegs vernünftige Platzvergabe beim NSU Prozess zu organisieren (Gericht) bzw. sich den gesetzten Regeln entsprechend früh um einen Platz zu bemühen (Presse) führt zu einem angesichts des Verfahrensgegenstandes geradezu absurden Eiertanz. Komplett lächerlich hat man sich da machen lassen! Am 15. April dann schließlich kehrt beim Boston Marathon der Terror zurück ins Gedächtnis der Welt. Nachdem er seit Jahren eher so unterschwellig mitsummte detonieren beim Boston-Marathon 2 Bomben und töten 3 Menschen. Verletzte gab es über 140 und die deren Bilder werden anfangs erst nachträglich verpixelt, nachdem man in geifernder Sensationslust erst einmal blanke Knochen und zerfetztes Fleisch abgeBILDet hatte – der #Aufschrei wiederum fällt viel zu leise aus. In Bangladesh stürzt ein Fabrikgebäude ein (das hierzulande nicht einmal mehr einen interessanten Hausbesetzer finden würde, so baufällig wie es ist) und der Deutsche beginnt plötzlich zu reflektieren, ob es moralisch vertretbar ist, beim “Kick” ne Bluse für 2.99€ zu kaufen, wenn dafür asiatische Näherinnen 14 Stunden am Tag wie eine Herde Vieh gehalten werden – er reflektiert dies im Übrigen bis Mai… !

Am 4. April ist Internationaler Tag für Landminen… gegen?… gegen!… GEGEN Landminen natürlich. Aber das kann uns egal sein, betrifft uns ja Gott sei Dank nicht! Wir sind ja ein zivilisiertes Land, keiner dieser seltsamen Schurkenstaaten oder Beinahediktaturen – Minen haben doch nur die Unzivilisierten; die, denen sie unsere humanitäre Rüstungsindustrie verkauft. Schauen wir zur Sicherheit mal auf die Liste der versuchten Länder… Moooooment… Afghanistan (ja klar), Republik Bergkarabach (häääh???), Bosnien (logisch), Laos und Vietnam (die üblichen Verdächtigen halt). Und… oh… Deutschland. Betrifft uns nicht??

Mai

Der 22. Mai ist der “Internationale Tag für biologische Vielfalt”. Was auch immer das heißt oder was er bezwecken soll, ich bin begeistert. Weniger hingegen über den Fund, der am 3. Mai von chinesischen Ministerium für öffentliche Sicherheit verkündet wurde: 20.000 Tonnen Fleisch von Ratten und Füchsen wurde konfisziert, welches als Lammfleisch verkauft werden sollte. Ich stelle mir eine Ratte vor… ich stelle mir einen Fuchs vor… ZWANZIGTAUSEND TONNEN?!? Am 10. Mai wird das größte Gebäude der USA zumindest höhenmäßig fertig gestellt, indem man ihm eine Antenne aufs Dach dübelt. Wäre es nicht das “One World Trade Center”, kein Hahn würde danach krähen. Ebenso wie nach dem FC Bayern, wenn der nicht am 25. Mai auch noch den Champions League Titel eingeheimst hätte. Neben der Erkenntnis, daß der BVB zwar die sympathischere Truppe hat, aber eben keinen Robben, bleibt auch zu vermerken, daß den Engländern so langsam die Lust an fußballerischen Großereignissen vergehen dürfte… auf der Insel gewinnen immer die Deutschen, diesmal stand das sogar schon vor dem Spiel fest. Bis auf das “Internationale Deutsche Turnfest der Metropolregion Rhein-Neckar” (höhöhö… “Metropolregion”) wars das auch schon mit dem Mai – ganz schön schnarchig dieser Monat!

Juni

Deutschland säuft ab! Seit Ende Mai hat es sprichwörtlich tagein – tagaus geschifft was der Kondensationspunkt her gab. Als Resultat soffen ganze Städte großflächig ab. Nur die Medien, die sollten sich mal ein paar neue Sprachregelung überlegen. Drei “Jahrhundertfluten” in 15 Jahren wirken dann nicht nur mathematisch ein wenig gaga. Ein Mensch namens Edward Snowden, Codename “Pfeifenbläser” (Gott, was klingt das bescheuert), enthüllt das, was vernünftige Menschen ohnehin schon befürchteten: Ein umfassendes Abhörsystem der Amis. Gut, daß es dann so schlimm ist, wie es zu sein scheint, das dachte am Ende dann auch keiner. Gott sei Dank hatten wir ja Ronald Pofalla, der es als christdemokratischer Polit-Chuck-Norris im Alleingang beendete, das Problem (so es denn jemals eines gegeben hatte). Im Iran wird Zwerg Nase mit dem Extremistenhabitus abgewählt – Wahlen im Iran? Viele überrascht das dann doch – und durch einen deutlich angenehmeren Zeitgenossen namens Rohani ersetzt. Am 29. Juni startete dann die alljährliche, offene Pharmakologenolympiade zum 100. Mal; Abschlußkundgebung auch in diesem Jahr wieder in Paris! Aber all das verblaßt dann doch gegen das wahre Highlight des Juni: Den 17. Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern! Offiziellen Meldungen zur Folge waren am Sonnabend Nachmittag nicht nur “mehrere Dutzend begeisterte Anhaltiner beim kulturellen Höhepunkt, dem Wettklöppeln traditioneller Plattenbaumotive, vor der Hauptbühne anwesend, sondern auch beide Verkehrsampeln der Weltmetropole “Gommern” mit dem extrem hohen Verkehrsaufkommen überfordert.

Und sonst so? Naja, am 22.06.2013 beendete ich eine halbjährliche Durststrecke und sah in der Zitadelle zu Berlin ein wahrhaft großartiges Konzert der Queens of the Stone Age – diese Jungs sind klasse!!

Juli

Kroatien tritt in die EU ein und der Pluto wird weiter von den Astronomen gedisst. Zwar bekommt er zwei neue Monde anerkannt, der arme Ex-Planet, aber deren Namen “Kerberos” und “Styx” rücken ihn dann in ein etwas, naja, finsteres Licht. In Ägypten wird mit Mursi mal wieder ein Präsident abgesetzt. Ich weiß auch nicht, aber seit diesem hochgejubelten “arabischen Frühling” hat sich, so ist zumindest mein Eindruck, Ägypten als Land sowie die gesamte Region eher so suboptimal stabilisiert. Toller Frühling! Irgendwie auch dazu gehört wohl auch das Ertrinken von hunderten von Flüchtlingen, die versuchen aus Afrika nach Europa zu kommen. “Lampedusa” wird zum Schlagwort für die, die man bitte retten soll, aber nicht im eigenen Städtchen haben will. In Australien ist man da schon einen Schritt weiter – am 19. Juli unterzeichnet man da nämlich ein Abkommen mit Papua-Neuguinea, wonach man seine Wirtschaftsflüchtlinge allesamt dorthin weiterleitet. (Falls sich dieses Modell in Europa durchsetzt würde ich Bayern als finales Zielland vorschlagen, die betonen doch (bevor im Satz das “ABER” kommt) immer, daß sie so weltoffen sind.) Am 22. Juli vermeldet das britische Königshaus, daß Prinz Willi und seiner Lady Catherine ein kleiner George gelungen sei. Besagter George wird wohl zeitlebens mit dem Spitznamen “#royalbaby” leben müssen – und zwar mit der Raute! Sonst noch was? Ja, “Praktiker” ist pleite und meldet Insolvenz an. Bruce Willis wird nie wieder so schön “Tiernahrung” sagen wie damals!!!

Musikalisch folgte den Queens ein denkwürdiger Abend im Leipziger Zentralstadion. Geladen hatte der Boss und ähnlich wie ein Jahr zuvor in der alten Heimat wurde es ein großartiges Erlebnis. Diesmal aber mit Front of Stage Karten und einem großartig aufgelegten Bruce Springsteen nebst E Street Band (fast) in Abklatschweite.

August

Der Rechtsanspruch auf einen KITA-Platz tritt in Kraft. Im Normalfall darf Muttern sich den Platz jetzt einklagen, allerdings hat ausgerechnet die CSU dafür gesorgt, daß man das quasi “durch die Hintertür” umgehen kann. Die Herdprämie wird nämlich gleich mit aktiviert, obwohl es außer der CSU, das heißt außer einigen Bayern (und wir wissen ja, daß die zuweilen ein seltsames, irrationales Volk sind) diesen Kokolores keiner wirklich wollte. Nicht einmal die FDP wollte da mit machen, weil die diesen sozialpolitischen Kokolores für falsch hielt; und die waren bis zum August noch uneingeschränkter Marktführer im Bereich “widersinnige Politik”! Aber Fremdgeh-Horst und seine Amigos, die drückten diesen Bullshit bei Mutti durch und nun haben wir den Salat! In Brandenburg tritt Matze Platzeck von seinem Posten als eher mittelmäßig erfolgreicher Ministerpräsidentendarsteller zurück und macht den Weg frei. Einerseits für Dietmar Woidke als seinen Nachfolger, andererseits für Wowi, der sich nun alleine in der strahlenden Aura des Erfolges von BER sonnen kann. In Prag holt der FC Bayern auch noch den europäischen Supercup. Wurde man über die Sommermonate schon dieses elende “#Triple”-Gelaber und die Brechreiz erregende “#miasanmia” – Selbstüberschätzung nicht los, geht das Titelsammeln unter Guardiola jetzt auch noch munter weiter. Mist!

Das war dann zu viel – wir fuhren spontan ans Meer!

September

So langsam wird spürbar, daß es 2013 so etwas wie einen Wahlkampf geben könnte… nach mehreren Wochen Langeweile theoretisieren Mutti und Peer ein wenig um die Wette. Persönlicher Eindruck: Steinbrück lag vorn; Medienecho: Unentschieden! So langsam wurde es auch der FDP ein wenig mulmig, immerhin ließ man es sich auf der Führungseben nicht anmerken und versagte unbeeindruckt weiter. In Leipzig wurde vom Bundesverwaltungsgericht am 11. September, einem Tag, an dem die unter uns wandelnden Legenden Geburtstag zu haben pflegen, ein Urteil gefällt, wonach Schwimmunterricht für muslimische Kinder zumutbar ist. Ich finde das Urteil gut, daß es ein solches geben mußte hingegen finde ich eher so medium… was sollen unsere Gerichte denn noch entscheiden, nur weil die Politik aus demoskopischen Gründen das Treffen von Entscheidungen eingestellt hat?! In Russland sacken Putins Ordnungshüter inzwischen Greenpeace-Heinis ein, die auf einer Ölplattform herumspuken wollten - so gehts ja mal nicht, nicht bei Onkel Wladi – und schließen den renitenten Haufen erst einmal ein paar Monate weg. Greenpeace und der Westen heucheln inzwischen Überraschung vor; wer hätte das denn ahnen können… in Russland… bei Putin, dem “lupenreinen Demokraten”?! #AreYouFuckingKiddingMe!? Wer solchen Blödsinn macht, der muß dann halt auch mit den Konsequenzen leben; meine Meinung. Apropos “Demokratur”, Deutschland hat gewählt und es gab streng genommen einen Gewinner (CDU), drei sich das Ergebnis schön lügende Verlierer (SPD, Grüne, Linke) und… die FDP! Angeführt vom Minimo Lider, von der Inkarnation der charismafernen Redepause, vom Rösler Fipps, flog im hohen Bogen aus dem Bundestag. Das muß man als Regierungspartei erst einmal schaffen. Letztendlich schraubte man im öffentlich rechtlichen Fernsehen sogar noch vor laufender Kamera den eingeplanten Platz in der Elefantenrunde ab und lud den Delinquenten aus. Ich verschweige jetzt hier nicht, daß mich das sehr amüsierte, hatte die FDP doch 4 lange Jahre so hart für dieses Ergebnis gekämpft. Ein wenig Hoffnung bleibt aber auch: Hoffnung darauf, daß sich die Partei neu ausrichtet und wieder als ernst zu nehmende politische Kraft zurück kehrt, nicht als um Zweitstimmen bettelndes Konglomerat aus Turboliberalen Marktdienern, die den sozialen Frieden des Landes für eine Hand voll Lobbyistenspenden zum Teufel jagen würden.

Oktober

“Lampedusa” fiel ja schon einmal, am 3. Oktober kam es richtig dicke. 133 Menschen ertranken im Mittelmeer – nun war das Thema endgültig im öffentlichen Diskurs angekommen. Gambia tritt derweil recht medienunwirksam aus dem Commonwealth aus; den Briten ist es wurscht, sie haben ja dafür das #royalbaby, welches am 23.10. auch gleich noch getauft wird. Warum sowas im TV übertragen wird, werde ich allerdings nie verstehen. Die Russen erlassen derweil ein paar homophobe Gesetze, die derart Banane sind, daß man sich zu Recht darüber echauffiert hierzulande (nur die CSU-Basis, die in Krachlederner und Dirndl am Stammtisch hockt und sich die Vernunft aus der Rübe zapft ist dezent neidisch). Am 14. Oktober nahm man in Brüssel am Flughafen die somalischen Piratenführer Mohammed „Afweyne” Abdi Hassan und seinen Stellvertreter Mohammed „Tiiceey” Aden fest – waren wohl Luftpiraten. Mutti und der Moppelsiggi beschließen derweil die Aufnahme von Kollisionsverwandungen – die #GroKo ist im Anmarsch. Angesichts der eigenen Bedeutungslosigkeit geht der zur Randgruppe degradierten Opposition der Arsch gewaltig auf Grundeis. Am 18. Oktober wird – um mal wieder was Positives zu vermelden – der Grünspecht Vogel des Jahres. Ich bin mir sicher, er hat es verdient. Deutschland ist sportlich gesehen vom so genannten “Phantomtor” gefesselt – vollkommen balla-balla! Augsburg, Bonn, Bremen, Chemnitz, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Hannover, Koblenz, Leipzig, Lübeck, Ludwigshafen, Offenbach, Potsdam, Stuttgart und Wiesbaden beabsichtigen, wie am 31.Oktober bekannt wird, ein nächtliches Verkaufs- und Konsumverbot von Alkohol einzuführen – ich bin ja persönlich dafür, auch wenn ich dann den heimischen Abendwhisky vor der Glotze entweder in tiefster Illegalität genießen muß bzw. das Wohnzimmer zur Bar erkläre; “Spelunke zum labernden Heinz” (oder so). Wenigstens bleibt einem dann der Anblick der verkommenen Jugend von heute erspart, wie sie sich abendlich ihr Taschengeld in Puschkinform in die ohnehin nur noch rudimentären Synapsen schmirgelt.

November

Hans-Christian Ströbele jettet zum Iwan und hält dort ein Pläuschchen mit Snowden. Fortan fühlt er sich berufen dies medial weidlich auszukosten indem er mit einem Brief des Pfeifenheinis vor den Kameras herum wedelt ohne diesen auch nur ansatzweise zu verlesen – schade, daß der Zivildienst abgeschafft wurde. Für die Grünen die erste positive Medienpräsenz seit dem Parteieintritt von Claudia Roth. In Bayern wird von der Staatsanwaltschaft die Anklage wegen Steuerhinterziehung gegen Uli Hoeneß zu gelassen und das Land diskutiert wieder – warum eigentlich?! In Denver wird am 6. November eine Umsatzsteuer von 25% auf Marihuana beschlossen – was bereits legalisiert wurde; wenn der Staat bei den Amis ein Mal was begonnen hat, dann “zieht er es durch”. Am 7. November entdecken belgische Ärzte ein neues Band im menschlichen Kniegelenk – wo hatte der Lümmel sich denn bisher versteckt?! China lockert die Ein-Kind-Politik und will Umerziehungslager auflösen – Meldungen, die hierzulande komischer Weise erst im Dezember ankommen. Ebenso lange dauerten die Koalitionsverhandlungen, an deren Ende ein Koalitionsvertrag steht, der in seinen Formulierungen und Aussagen in etwa so klar daher kommt wie ein Eimer Matsch. Nachdem die Sozen das Ding noch von der Basis per Abstimmung hat ratifizieren lassen (möchte mal wissen, wer dieses Geschwurbel bis zum Ende durchgelesen hat), hat Mutti ihr nächstes Opfer auch offiziell am Regierungshaken. 

Dezember

Am 3. Dezember reicht der Bundesrat einen erneuten Verbotsantrag gegen die NPD beim Bundesverfassungsgericht ein. Good Luck!!! Falls es wieder nicht klappen sollte, kann man derzeit aber wenigstens auf die Unfähigkeit dieser kackbraunen Arschkrampen hoffen, eine vernünftige Parteienfinanzierung auf die Beine zu stellen. Im Dezember erlebt das nationale Deppenlager quasi sein ureigenstes Stalingrad und scheint (Stand heute) auf dem besten Wege in die politische Versenkung – ihr Lissssspln sssind sie ssschon mal losss! Während dessen läßt einem die NSA weiterhin keine Ruhe. So langsam drängt sich der Eindruck auf, daß sie das Internet nicht nur überwachen, sondern, daß sie schon das Internet sind. In der Ukraine wird weiterhin Revolution gespielt – seit Jahren wie man meint – und der ältere Klitschko ist seinen Titel los. Ich habe da schon so nen Verdacht, wer ihr sich demnächst holen wird, man wird ihn nicht einmal neu gravieren müssen. Es weihnachtet schließlich vollkommen überraschend und selbst Putin kommt kurz vor Olympia in Geberlaune. Er begnadigt fröhlich vor sich hin und die westlichen Medien wissen gar nicht so recht, wen sie zuerst interviewen sollen. Heute nun, am 29.12.13, sprengt sich in Wolgograd jemand in einem Bahnhof in die Luft… nicht unbedingt der Schlußakkord, den man sich in so einem Jahresrückblick wünscht. Allerdings, so fiel mir beim Schreiben auf, ist es schockierend, wie viele Meldungen über Anschläge, Explosionen, Attentate und Schießereien dieses Jahr parat hatte. Insofern passt es wiederum auf recht unangenehme Weise ins Gesamtbild. Laßt uns alle mal hoffen, daß dieser Irrsinn 2014 ein Ende findet oder zumindest ein wenig zur Ruhe kommt. Am Ende sitzen wir hier doch alle auf dem gleichen Planeten fest… zumindest bis uns die Vulkanier entdecken.

Ich wünsche euch allen einen schönen, friedlichen Jahresabschluß und ein schönes Sylvesterfest. Hakt 2013 ab, egal ob ihr das bedauernd oder ein wenig erleichtert tut (wie ich). Gebt 2014 einfach mal eine Chance es besser zu machen als dieser 365tägige Bastard “2013”!

Prost!

Dienstag, 24. Dezember 2013

DEAD CHRISTMAS

(Monster Magnet)

Oh mein Gott! Wie könnt ihr nur alle so leichtfertig und vor allem gefühlskalt sein und ungerührt Weihnachten feiern?!?! In diesen dunklen Zeiten, da hockt ihr heute Abend doch bestimmt wieder alle unterm Baum und schiebt euch allerhand Gebasteltes hin und her. Doch wer, das frage ich euch, wer denkt denn dabei an die wahrhaft Leidenden dieser Tage? WER?????

Es ist ja jedes Jahr das Gleiche: Erst hört man 11 Monate gar nichts von ihm und dann meldet er sich Anfang Dezember urplötzlich wieder zu Wort. Vollkommen ungefragt mischt er sich in einen noch nicht einmal geführten Diskurs ein – und das alljährlich mit den gleichen, abgestandenen Meldungen. Die Rede ist, wir wissen es alle, vom “Einzelhandel”! (Eigentlich müßte man bevor man “Einzelhandel” sagt das Licht dimmen, grünen Nebel herum wabern lassen und einen ordentlichen Hall-Effekt einbauen “Huaaaaaaaaaa-ha-ha-ha-haaaaaaaa der EIIIIIIN-zellhan-DELLLLLL”) Jedes Jahr vor dem ersten Advent wird von Kleter Pöppel, Bark Mator oder Klaus Kleber (… Mist!” Geht nicht bei de) die Weihnachtzeit mit nahezu den identischen Worten eingeläutet.

“Der Einzelhandel rechnet mit einem guten Weihnachtsgeschäft und hohen Umsätzen!”

So, tut er das. Dieser “Einzelhandel”. Das ist ja hoch interessant – für andere Leute zumindest, mir geht das eher am Gesäß vorbei. Ich meine: Wen zum Henker interessiert es, was “Der Einzelhandel” denkt? Ich habe den nicht gewählt, geschweige denn, daß ich wüßte, wie der überhaupt aussieht, dieser ominöse “Einzelhandel”. Am Ende ist das irgend so ein kranker Freak, der alten Omas die Handtaschen ausräumt um sich daran zu bereichern… weiß ich’s?? Klingt ja sogar relativ plausibel! Vollkommen ungefragt wird da eine Prognose abgegeben, typisch! Während des Dezembers wird hin und wieder eine Wasserstandsmeldung gebracht, etwa

“Der Einzelhandel ist mit dem bisherigen Verlauf des Weihnachtsgeschäftes zufrieden, rechnet aber noch mit Steigerungen!”

oder

“Der Einzelhandel vermeldet einen verhaltenen Beginn des Weihnachtsgeschäftes, hofft nun aber auf die traditionell umsatzstarken letzten beiden Adventswochenenden!”

Hauptsache man hat mal wieder “Einzelhandel” gesagt im Fernsehen, passiert ja eh viel zu selten *Ironieschild hoch heb*! Was soll das eigentlich, dieses permanente Abgeben von Wasserstandsmeldungen?? Bei näherer Betrachtung sind das ja nicht einmal ansatzweise ernst zu nehmende Prognosen, das ist schlicht und ergreifend Bullshit! Das ist alles SO SINNLOS, daß es eigentlich nur von der CSU erfunden sein kann – Ausländerherdmautprämie läßt grüßen. Da wird der Horscht mit seinen Konkubinen auf dem Schoß in seiner Staatskanzlei auf seinem Thron gehockt haben und sich überlegt haben, daß man dem “Oanzlhondl, amoal a gwisses Mooß an Sendezeitn gemma sullt”! Dann hat er beim ZDF angerufen und seither machen das alle Sender nach.

Jedes Jahr ärgere ich mich ein wenig darüber, wie dieses total bemesserte Herbeten von Verkaufszahlen zum Gradmesser eines gelungenen Weihnachtsfestes hoch gejubelt wird. Auf der einen Seite tun wir alle so, als sei das Wichtigste, daß wir auch alle “gut” sind und weihnachtliche Stimmung verbreiten, Nächstenliebe praktizieren und in den Fußgängerzonen dieses Landes für hungernde Elche in Südsamoa spenden bis der Dispo ächzt – auf der anderen Seite wird aber die Rechnung “viel Umsatz” = “viel Weihnachten” aufgemacht. Ich finde das einfach nur nervig und furchtbar. Von mir aus sollen die ihre Verkaufsstatistiken führen, aber daraus dann bitte keine Nachrichtenmeldungen stricken. Es ist 98% unserer Mitbürger sowieso egal, was “Der Einzelhandel” so meint vermelden zu müssen (zur Erinnerung: das sind etwa so viele Menschen, wie dieses Jahr die FDP nicht gewählt haben – also praktisch fast alle). Weihnachten ist/wäre auch ohne die alljährliche Einmischung des Einzelhandels schön. Ich hoffe, daß sich niemand davon unter Druck setzen läßt, und extra noch einen kitschiges, aus Swarowskisteinen (btw: ausnehmend hässlich dieser Funkelschrott) zusammengesetztes Badezimmermosaik mit dem Antlitz von diesem Glöööckler (von Notre Dame) kauft, nur um dem armen Einzelhandel die Bilanzen auf zu hübschen. Lieber mal einen Gang zurück schalten. Dieser dämliche “Einzelhandel” muß endlich auch mal lernen, daß wir nicht dazu da sein, ihm kritiklos seinen Ramsch abzukaufen. Schon alleine “Weihnachtsgeschäft” ist so als Wort ziemlich Banane. Ich wünschte mir, daß die Redaktionen dieser Republik das mal durchdenken würden und in Zukunft einfach auf diese Schlagzeile verzichten und lieber etwas Sinnvolles senden in der Zeit, ein Katzenvideo oder so. Oder daß wenigstens Gundula Gause (Mist, bei der klappt das auch nicht) dem Klausi, wenn er das mal wieder zu verkünden hat, ins Wort fällt

“Ach, Einzelhandel-Schweinzelhandel! Kümmern Sie sich nicht um diese ewig ningelnden Geldschneider, liebe Zuschauer, machen Sie sich im Kreise ihrer Familie einfach ein paar schöne Tage!”

Ja, das wäre mal was, dem könnte ich mich anschließen. Ich hoffe nur, daß sich bis heute Abend der “Einzelhandel” nochmal in den Nachrichten zu Wort meldet, daß er

“mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäftes zufrieden”

sei, sonst bekommt man wirklich noch ein schlechtes Gewissen unterm Baum… wenn der alte Nervbolzen nicht final sein alljährliches Gebettel um unsere sauer verdienten Penunzen eingestellt hat. Schämen soll er sich.

Wie dem auch sei. Ich wünsche euch allen, die ihr hier mehr oder weniger regelmäßig/intensiv/zuverlässig/interessiert/wasauchimmer in meinem Blog mit lest ein schönes Weihnachtsfest. Verbringt einfach ein paar schöne, ruhige Tage mit euren Lieben und esst tüchtig!!! Ich freue mich dann schon auf ein weiteres Jahr mit euch allen hier im Foxyblog.

stollen

PEACE! Zwinkerndes Smiley

Samstag, 14. Dezember 2013

LET ME SLEEP (ITS CHRISTMAS TIME)

(Pearl Jam)

Man kommt momentan ja zu nix! Oder wie seht ihr das?!? Es ist Vorweihnachtszeit und man ist zu sehr mit allem möglichen Kram beschäftigt um sich um seinen Blog oder sonst was zu kümmern. Heute aber, heute habe ich ein paar Minuten (OK, Stunden), Zeit und möchte mal wieder dem Geblogge frönen. Bei Manu habe ich dann auch gleich mal wieder ein Blogstöckchen zum warm werden aufgelesen. Wohlan!

Geschenkpapier oder Geschenkbox?
Geschenkpapier. Diese Boxen (wenn wir das gleiche meinen), sehen zwar immer aus wie das perfekt verpackte Geschenk, aber das finde ich langweilig. Lieber selber einwickeln und sich dann freuen, wenn man damit eine möglichst bizarre Optik erreichen konnte. Grundsätzlich aber muß ich anmerken: Man muß nicht alles einpacken, wird eh umgehend wieder aufgeruppt!

Echter oder künstlicher Baum?
Diese “Frage” hat für einen Förster-Enkel ja nicht einmal ansatzweise eine Antwort verdient! Es ist ja schon ein mittelschwerer Kompromiß, daß es 2013 eine Nordmanntanne und eben keine Blaufichte ist!

Verfechter dieser Plastikbäume kommen ja immer mit so “Argumenten” wie “Die modernen, die sehen aus wie ECHT!”, “Die nadeln nicht!” oder “Da muß man nur ein Mal einen kaufen und hat den über mehrere Jahre!”. Armselig; die klingen dabei wie diese aggressiven Agitationsveganer, die einem weiß machen wollen, daß es keinen geschmacklichen Unterschied zwischen graugelber Tofupampe und einem anständig zubereiteten Beefsteak gibt. Das glauben die doch selbst nicht – also sowohl die Veganer, als auch die Plastebaum-Verfechter. Ich bin was Weihnachtsbäume angeht eben ein Fundamentalist! Es muß ein echter Baum sein und der muß nach Möglichkeit eine Blaufichte sein – mein Lieblingsbaum. Und: Er muß jedes Jahr anders aussehen. Was will ich denn Jahr für Jahr den gleichen Baum angucken??? Das ist doch langweilig! Schon alleine deshalb, weil das Ritual des Weihnachtsbaumkaufes weg fällt (oder der Gang in den Wald mit Axt und Säge… je nachdem). Dann stellt man das Bäumchen auf, dreht ihn in die beste Position (die Schokoladenseite des Baumes nach vorn versteht sich) und genießt erst einmal den frischkalten Winterduft, den das Bäumchen verbreitet. Daß wir dieses Jahr eine Nordmanntanne haben war eine ökonomische Entscheidung und eine der Verfügbarkeit. Wir wollten unbedingt sehr früh einen Baum haben und da waren noch keine Blaufichten verfügbar. Die Tanne wiederum war ein Schnäppchen und außergewöhnlich ästhetisch – fast schon “blaufichtenesque” – sodaß wir zuschlagen mußten.

baum

Wann wird der Baum aufgestellt?
”Wurde”, liebes Stöckchen, “wurde”! 30.11.2013! Sonst gerne auch erst im Dezember, allerdings immer um den ersten Advent herum! Im Erzgebirge, wo ich dann über Weihnachten verweile, da darf ich am 23. oder 24.12. immer noch einmal mit zupacken. Ergo: Ich stelle jährlich 2 Bäume auf!

Wann wird der Baum abgebaut?
So spät wie nur irgend möglich! Den 6. Januar muß er aus traditionellen Gründen immer noch mit erleben. Danach ist eigentlich Open End, mit gewissen ästhetischen Beschränkungen freilich.

Magst du Eierlikör?
Oh Gott, das klingt jetzt bestimmt komisch aber: Als Kind fand ich den super! Ich habe da so ein Theorem: Erwachsene in meiner Eltern- und vor allem Großelterngeneration, haben “Eierlikör” als Spirituose nicht so wirklich ernst genommen. Die haben sich wohl gedacht “Ei ist gesund – und da Alkohol eine klare Flüssigkeit ist, kann so etwas zähflüssiges, intransparentes wie Eierlikör eigentlich keinen enthalten!” In der Folge durfte man dann schon mal vom Eisbecher kosten (mit Eierlikör förmlich getränkte Sahnehaube) oder, was die Königsdisziplin war, das geleerte Eierlikörschnapsglas des Opas auslecken. Als Kind fand man das dann irgendwie spannend! Bevor sich jetzt wieder die Gutmenschen hier nen Wolf moralisieren, seien sie darauf hin gewiesen, daß man damals auch als Kind das trinken mußte, was man bekommen hat – “MIR HATTN’ JA NÜSCHT!!!!”

Schönstes Geschenk aus Kindertagen?
Ich habe keine Ahnung… ich mochte eigentlich alles! Das Spektakulärste war sicherlich die Modelleisenbahn. Damals war ich… keine Ahnung, vier? Fünf??? Aber ich weiß heute noch, wie die plötzlich im Haus auftauchte und ich dann die Feiertage damit verbrachte Dampfloks um die Wette fahren zu lassen. Generell würde ich aber sagen, war das Schönste der alljährliche Besuch bei meinen Großeltern um dort den Heiligabend zu verbringen, das war im Grunde genommen viel cooler als jedes Geschenk.

Stellst du eine Krippe einen Griebel auf?
Natürlich! Smiley Was glaubt ihr denn, wo die ganzen Räuchermänneln her kommen!

Für welche Person ist es am schwierigsten ein Geschenk zu kaufen?
@MsPittili.

Und für welche am leichtesten?
Dieses Jahr war nix leicht, schon gar nicht das Finden irgend welcher Weihnachtsgeschenke. Obwohl… doch. Die Antwort lautet: Für mich! Wie jedes Jahr habe ich mir vom Weihnachtsgeld etwas gegönnt. Dieses Jahr den Grundstein zu meiner eigenen Räuchermännchen- und erzgebirgische Volkskunstsammlung.

Männlein

Das schlimmste Weihnachtsgeschenk, das du je bekommen hast?
Keine Ahnung, aber ich wette es war von meiner Tante!

Weihnachtskarte oder Email?
Geht doch beides. Ich finde E-Mail nicht grundsätzlich schlimm. Allerdings kümmert sich dieses Jahr eh die Frau darum… .

Lieblings-Weihnachtsfilm?
Ich finde ja die “Muppets-Weihnachtsgeschichte” cool. Ansonsten bin ich nicht so der klassische Weihnachtsfilm-Typ. Bevor ich es auf DVD hatte habe ich mich eigentlich immer auf “Stirb Langsam” gefreut.

Wann beginnst du mit dem Kauf der Weihnachtsgeschenke?
Recht spät. Habe diese Woche erst angefangen und bin damit im Grunde genommen sogar noch recht früh dran. Mich nerven auch diese ganzen gehetzten Gestalten, die sich in den Einkaufszentren gegenseitig über den Haufen rennen dieser Tage.

Hast du schon einmal ein Weihnachtsgeschenk weiter verschenkt?
Ja, aus Gründen! #Schrottwichteln (Anm: Habe es ein Dreivierteljahr nach der Erstschenkung nochmals bekommen und entschied mich dann eines davon wieder abzustoßen an jemanden weiter zu reichen und das Glück, dieses wunderbare Wesen zu besitzen, zu teilen. Es war ein tönernes Spardosenschwein mit güldenen Flügeln.) 

Was isst du Weihnachten am liebsten?
Linsen, Sauerkraut, BRATWURST!!! Amen!

Weiße oder bunte Lichter?
Realität: Eine Bunte Lichterkenne. Idealbild: Echte rote Kerzen – und ich würde sie, wie mein Opa damals, jedes Mal mit den Fingern aus machen!

Lieblings-Weihnachtslied?
Eigentlich alles außer “Last Christmas”; gerne auch die Klassiker.

Kennst du sämtliche Namen der Rentiere?
Dieser Rentierblödsinn ist doch auf dem Mist der Amis gewachsen und der Rest der Welt hat ihn einfach assimiliert. Ist mir auch vollkommen wumpe, wie die Viehcher heißen. Ich bin mit einem Rupprecht aufgewachsen, der entweder noch zu Fuß kam, oder im Trabi; ein Motörrupprecht sozusagen.

Fährst du über Weihnachten weg oder bleibst du zu Hause?
Eieiei, das ist rein definatorisch eine hochgradig schwierige Sache. Also eigentlich fahre ich weg, denn das, was gemeinhin als “mein zu Hause” bezeichnet werden würde, das verlasse ich. Allerdings fahre ich ins Erzgebirge um mit (fast) der ganzen Familie Weihnachten zu verbringen. Irgendwie ist das ja zu Weihnachten auch “zu Hause”. Eigentlich sogar das einzig akzeptable “zu Hause” an besagten drei Tagen. *grübel* Ich sage mal: “Sowohl, als auch!”

Engel oder Stern auf der Spitze des Baumes?
Stern – ein roter auch noch wie mir gerade auffällt… naja, komme ja auch ausm Osten! Zwinkerndes Smiley Engel? Da kann man Engel drauf spießen??? Hab ich noch nie gesehen.

stern

Was magst du am meisten an den Weihnachtstagen?
Die Ruhe und das konsequente Nichtstun mit der Familie. Streng genommen machen wir ja nix anderes als essen, chillen und schlafen. Mittendrin vielleicht noch was spielen, aber sonst… ist das ein wohltuender Ruhepol im Alltag.

GONNA SEE MY FRIEND(S)

(Pearl Jam)

So Mädels, die Tourdaten sind seit gestern endlich raus! Der Sommer 2014 kann also rein musikalisch kommen. Allerdings habe ich dieses Jahr nicht so wirklich ne Orientierung, was ich außer Berlin (das ist natürlich gesetzt) noch mitnehmen könnte. Irgendwie liegen die Konzerte zum Teil ein wenig… seltsam. Warum zum Beispiel diese großen Lücken? Gut, Amsterdam bekommt höchst wahrscheinlich de 2. Show, aber da hätte auch 17./18. gepasst – so liegt das Konzi für mich zu früh. Nach Oslo ist auch erst einmal 4 Tage Pause – wieso?!? Wahrscheinlich kommt da jeweils noch mindestens ein Konzert. Allerdings ist diese scheibchenweise Bekanntgabe eher Moppelkotze. Gut, Doppelshows gibts nur, wenn die erste sich gut verkauft, das verstehe ich ja. Aber nur mal angenommen, ich würde mich für Milan – Wien – Berlin entscheiden. Würde Karten ordern, buchen… und dann verkünden die Jungs einen Tag später, daß sie nach Oslo und vor Langfingristan (Zeit wäre ja genug) noch einen (lääääääääääängst überfälligen) Abgestochenen in die finnische Kapitale machen… . Hätte ich das gewußt, hätte ich komplett anders geplant! Von daher bin ich erst einmal noch vorsichtig, was es außer Berlin nun noch wird. Bisweilen überwiegt aber erst einmal dann doch die Freude, daß es 2014 endlich wieder ein Jahr mit mindestens einem Pearl Jam Konzert werden wird. Noch dazu mit der Rückkehr der Jungs (nach dann immerhin 4 Jahren Abstinenz) in eine der schönsten Konzert-Locations unseres Landes… die Wuhlheide. Wie man hört, hat die Band sogar darauf bestanden 2014 wieder da zu spielen; in ihrem europäischen Wohnzimmer. Smiley

Pearl Jam European Tour 2014

June 16         Amsterdam, NL Ziggo Dome
June 20         Milan, IT San Siro Stadium
June 22         Trieste, IT Stadio Nereo Rocco
June 25         Vienna, AT Stadthalle
June 26     Berlin, DE Wuhlheide
June 28         Stockholm, SE Friends Arena
June 29         Oslo, NO Telenor Arena
July 3            Gdynia, PO Open’er Festival
July 5            Werchter, BE Rock Werchter Festival
July 8            Leeds, UK First District Arena
July 11          Milton Keynes, UK Milton Keynes Bowl

Dienstag, 3. Dezember 2013

SMOKE ‘EM (IF YOU GOT ‘EM)

(Fun Lovin Criminals)

Die MsPittili und ich, wir waren heute Abend mehr oder weniger spontan auf dem Weihnachtsmarkte in Three-O-City zu Gast. Spontan war der Zeitpunkt, aber nicht daß wir ihn besuchen. Jedenfalls können wir ihn jedem nur wärmstens ans Herz legen, den Weihnachtsmarkt. In der Woche ist er auch nicht so überlaufen wie an den Wochenenden und gerade 2013 habe ich persönlich den Eindruck, daß man ein wenig mehr Luft zwischen den einzelnen Buden gelassen hat, weil man einfach noch mehr Platz in der Innenstadt freigegeben hat, auf dem sich nun die Büdchen tummeln. So wandelt man denn nun zwischen Rathaus, Getreidemarkt und Pinguinskulpturen über mittlerweile drei kleine Themenweihnachtsmärkte. Der Klassiker nimmt freilich den größten Raum ein, aber das Highlight ist auch dieses Jahr wieder der Mittelalterweihnachtsmarkt. Heißen Met in die kalte Flosse und dann zwischen den mittelalterlich gewandeten Marktleuten dahin flanieren… richtig toll. An jeder Ecke brennt, qualmt oder duftet irgend was… toll! Der einzige “Reinfall”, sofern man das so nennen kann, ist der Erzgebirgsweihnachtsmarkt. Da ist auf dem klassischen Teil schon wesentlich mehr “Erzgebirge” zu verspüren als da, aber da er dieses Jahr das erste Mal statt findet, sei ihm mal ein wenig Zeit gegeben um sich zu entwickeln. Die Idee ist jedenfalls gut.

Neben Met, Flammkuchen und gebrannten Mandeln gab es auch ein erneutes Mitbringsel von mir für mich, einen Spontankauf. Ich habe doch kürzlich von DIESEM GESELLEN HIER berichtet. Nun, heute lief das ähnlich ab. Wir schlenderten mit unserem Honigtrunk an einer der zahlreichen Erzgebirgischen Volkskunst – Stände vorbei und ich überflog mit geübtem Blick das feil gebotene Gewerk. Links oben auf dem Regal stand ein einsamer Vertreter seines Modells und… wartete auf mich! Ohne lange zu zögern sprach ich den Verkäuferheinz an, mir den bunten Burschen doch mal zur Sichtprobe herbei zu reichen und investierte dann spontan 21 Taler für diesen schmucken, selbstverständlich schon eingeweihten, gesellen hier:

RM 1

RM 2

Aufmerksamen Beobachtern wird auffallen, daß er zum Schneemann eine enorme Kongruenz bezüglich der Kopfbedeckung aufweist. Dazu sei angemerkt: Dies ist kein Zufall. Der Punkt ist, daß ich ja seit diesem März ein Erzgebirgskind bin, das eine eigene Bleibe mit Frau bewohnt, also eher so semi-eigen… aber ihr wißt, was ich meine. Jedenfalls ist das so der Zeitpunkt, so wurde mir in den letzten Wochen klar, wo man sich seinen eigenen Grundstock an Räuchermännlein, Nußknackern und Ähnlichem zulegen sollte, als guter Erzgebirgler. Klar, ich hatte schon ne einiges davon, aber jetzt gilt es das einfach mal auszubauen, individuell auszubauen. Man könnte auch sagen “zu sammeln”. Da hat man nun aber das Problem, daß es viel zu viel gibt; wo soll man da anfangen? Man braucht quasi eine Leitlinie. Auf Grund meines beinahe eine Dekade andauernden Exilantentums in Berlin (ich mag Berlin… Berlin ist irgendwie auch wichtig, nur baut man da keine guten Räuchermännchen) habe ich mich jetzt entschieden, daß ich in den nächsten Jahren einfach mal anfange original erzgebirgische Räucher-männer und Nußknacker mit Pickelhauben zu sammeln. Da hat man immer thematisch ne gewisse Grundlinie in der Weihnachtsdeko! Bin mal gespannt, wie viele ich davon finden werde, ein paar gibts noch, z.B. mein Lieblingsräuchermännchen bei meiner Mutter (“Hauptmann von Köpenick”) und die eine oder andere bei e-bay gesichtete Gestalt… auch baue ich auf die Kreativität der aktuell aktiven Löffelschnitzermeister in und um Seiffen. Ich werde berichten. Zwinkerndes Smiley 

Außerdem: Simple Weihnachtsmänner kann ja jeder… tse!