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Samstag, 9. November 2013

DIE FETTE ELKE

(Die Ärzte)

Die Elite unter euch sollte mittlerweile ja mitbekommen haben, daß ich alleine zu Hause bin momentan. Die MsPittili ist ausgeigort und ich kann ein ganzes verlängertes Wochenende lang tun und lassen was ich will. Großartig ist das! Allerdings dürften einige von euch auch schon mitbekommen haben, daß der Onkel manchmal ein wenig… naja… sagen wir mal “verhaltensoriginell” ist. Vorgestern zum Beispiel, da wußte ich nicht, was es zum Abendbrot geben soll und entschied mich dann für das, was ich seit Jahren als “Primitivlingsnudeln” kenne. Allerdings wollte ich dann doch ein bisschen Fleisch mit dabei haben und irgendwie kam es dann halt, daß ich das hier tat…

Wurschtghetti

was dann nach dem Kochen…

kochen

auch im gewünschten Ergebnis mündete:

resultat

Warum ich das gemacht habe? Hmm, warum nicht?! Außerdem hat man so nicht immer das Problem, daß man anfangs nur Nudeln, aber keine Wurst auf der Gabel hat und am Ende vom Teller dagegen nur noch Würschteln den Teller füllen.

Man mag das jetzt seltsam halten, man mag mich auch mit “der hat einen an der Waffel” diskreditieren… aber es gibt da noch wesentlich Schlimmeres. Hätte ich anstatt Würstchen lebendige Mistkäfer auf die Spaghetti gefädelt und hätte das ganze dann in einem Kessel Fledermausblut gekocht, der über einer grünen Flamme hängt, welche mit den getrockneten Kadavern von Pfeilgiftfröschen genährt wird, dann wäre das als Nahrungsmittel immer noch nicht annähernd halb so absurd wie dieser kulinarische Blödsinn hier:

glöcklergedööns

Als ich das heute im Penny sah (ich wollte Sprühdosenschlagsahne holen und kam außerdem noch mit ner Packung Hackfleisch wieder – sicher ist sicher), da stand ich erst einmal kopfschüttelnd vor der Auslage – konnte dann aber, verstört wie ich war, doch noch das Foto oben schießen. Glööckler, der an sich ja durchaus sympathisch rüber kommen kann, wenn er mal in einer qualitativ höherwertigen Talkshow sitzt und nicht im “Bling-Bling-Vermarktungs-Modus” läuft, hat jetzt Pralinen auf den Markt geworfen. Man kennt ihn ja bisher nur als Erfinder der hüftverbreiterten Glitzerjeans. Postklimakterische Beinkleider aus Fernost, denen dann von Mindestlöhnerhand mit Hilfe einer Tube UHU aus billigem Funkeltand noch Kronen, Schwäne und anderweitiger pseudoaristokratischer Schnickschnack auf den Arsch geschmiedet werden. Dann hängt der Meister noch ein Pappschildchen ran, worauf sein von Chirurgenhand dilettantisch zurecht geschnitztes Konterfei prangt und gibt dem Elend noch einen Namen; “POMPÖÖS”. Der so kreierte, komplett überflüssige Konsummüll wird von der “Hafra-u-mu”-Subkultur begeistert bestellt, sodaß der Teleshoppingsender, in welchem der Glitzerfunkelmessias hin und wieder gar selber auftritt, den Ramsch noch nicht mal ins Lager räumen muß, sondern die Beinkleider des Grauens gleich direkt vom Laster in die Versandkartons pfeffern kann. 

Als Geschäftsmodell unschlagbar – zugegeben.

Aber warum sattelt der Kerl jetzt auf den Vertrieb von Zuckerpampe um? Will er, daß sich seine Jüngerinnen aus ihren erworbenen Blinkerjeans quasi “heraus genießen” und dann  gezwungen sind, sich die Dinger ein zweites Mal in ein bis fünf Nummern größer nach zu ordern? Raffiniert, der Harry, muß man ihm lassen! Allerdings würde ich ihm dann doch nahe legen, über den Namen dieser kulinarischen “Kostbarkeit” nach zu sinnen. Die Matronen, die diese Dinger während dem täglichen Intensivputz der heimischen Furnierholzschrankwand Modell “Gelsenkirchener Barock” in sich hinein schaufeln werden, während der Knopf ihrer alten Pompöös-Jeans lauthals ächzend die Krise kriegt, die haben dann doch die Wahrheit verdient. “Pralinöös”, boah ey, klingt das dämlich!!!! Mein Vorschlag für die Hüftexplosionsplätzchen wäre ja:

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Achtung…

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gleich kommt’s

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“ADIPÖÖS”

Sonntag, 22. Mai 2011

GIVE THE MULE WHAT HE WANTS

(Queens of the Stone Age)

Es gibt so Ereignisse, die kehren immer mal wieder. Gestern zum Beispiel war mal wieder „Weltuntergang“, mal schauen, wann der nächste ansteht. Am 2. Juni  mal wieder der „Männertag“ dran, wobei der etwas verlässlicher auftaucht als bislang jeder Weltuntergang! Ein Feiertag, den irgendwie keiner so wirklich versteht, aber der andererseits jedes Jahr auch für leidliches Amüsement sorgt. Überall im Bundesgebiet werden sich früh morgens – an einem Feiertag wohl gemerkt – Männer in möglichst lächerliche Kostüme zwängen, Spazierstock und Trillerpfeife ergreifen und sich mit nem Kasten Gerstensaft zum Zusammenrottungsplatz trollen, von dem aus sie gemeinsam mit ihren ähnlich lächerlich gewandeten Kumpels die Gegend unsicher machen. Das geht natürlich nicht ohne das übliche Statusgeplänkel ab, geschweige denn ohne eine organisierte Hierarchie; und so ist dann auch das ranghöchste Männchen eines solchen Himmelfahrtskommandos daran zu erkennen, daß er unbehelligt von seinen Artgenossen das Allerheiligste des Trosses chauffieren darf, ihm wird der heilige Gral der Männertagsrunde anvertraut: Der Bollerwagen! Auf selbiger Gerätschaft wird zunächst das Getränkearsenal zusammengetragen und später am Tage dann der Besoffenste der Besoffenen heim gekarrt. Ich glaube, wir wissen alle, wovon ich spreche.

Männertag kann im Übrigen sehr lustig sein, besonders wenn man es nicht ganz so proletenhaft angehen lässt wie oben beschrieben. Man kann ja auch einfach mit Freunden einen etwas gerstensaftintensiveren Tag verleben an dessen Ende man ein amtliches T-Bone-Steak über die glühende Holzkohle hängt; hab ich auch schon öfter gemacht. In Kombination mit Sport, Spielen, DVDs oder ordinären Picknick-Grillabenden macht das echt Spaß. Aber ich will jetzt hier nicht ablenken vom eigentlichen Zielgruppenklientel meines heutigen Fundstückes. Ich habe ihn ja oben schon beschrieben, den röhrenden Vollproll, der mit Seinesgleichen durch die Straßen eiert. Genau der, wird nämlich in meiner Stadt gerade als „Konsument“ entdeckt. Wie sich das äußert? Nun, in meinem Wohngebiet hatten wir vorgestern alle folgenden Flyer im Briefkasten:

























Nennt mich pessimistisch, aber ich finde ja, das ist eine sehr realistische Momentaufnahme dessen, was aus unserer Gesellschaft geworden ist. Der durchschnittliche  Hauptschulabbrecher hat wahrscheinlich schon Probleme diese anspruchsvoll formulierte „Message“ einzuordnen, weshalb man wahrscheinlich die Olga noch neben den Text gephotoshopt hat. Wenns schon nicht kognitiv erfasst werden kann, dann sollen wenigstens die Hupen dem Enthirnten signalisieren, daß er sich gefälligst dort einzufinden hat.
Überhaupt sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob man der verkommenen Jugend nicht gleich den Spruch als Slogan aufdrückt. Wenn ihr das nächste Mal im Berufsverkehr Bahn fahrt und ihr habt das Pech, daß da Leute zwischen 14 und 20 anwesend sind, dann schaut euch die mal dezent an und lauscht ihren „Konversationen“. Ich finde, „FRESSEN, SAUFEN, NACKSCHE MÄDELS“ eignet sich dann doch ganz gut um die intellektuelle Reichweite dieser Sockenbügler zumindest grob zu umreißen!