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Donnerstag, 3. November 2011

GOD - LIKE

(Gogol Bordello)

Bei Manu habe ich gelernt, daß heute “Weltmännertag” ist. Das ist toll! Noch toller ist, daß am 19.November schon der “Internationale Männertag” folgt. Man sollte beide nicht verwechseln, schließlich hat der heutige mit Herrn Gorbatschow zu tun, über den zweiten weiß ich hingegen nur folgendes zu berichten:
“Der Internationale Männertag wird jährlich am 19. November gefeiert und wurde 1999 in Trinidad und Tobago eingeführt.” (Quelle)

Trinidad & Tobago… seit 1999… aha! Ich will es mal vorsichtig ausdrücken: Die weltpolitische Relevanz des 19. November als “Männertag” erschließt sich mir ebenso wenig wie seine historische Dimension. Wir können uns also voll auf den heutigen Tag konzentrieren. Wobei… ist der Gorbatschow wirklich erwähnenswerter als Trinidad & Tobago?? Na, entscheidet das mal für euch alleine.

Da ich in der hiesigen Bloglandschaft gelegentlich ein wenig herum stöbere, ist mir aufgefallen, daß weibliche Blogbesitzer, Blöggerinnen sozusagen, gerade am heutigen Tag mit schwer überhörbarem Amüsement auf unseren weltweiten Ehrentag blicken. Ja, man kann sogar sagen, daß sie witzeln, kalauern… ihn nicht für voll nehmen! SKANDAL!! Liebe Frauen, ich sehe es als meine testosterone Pflicht an, da unverzüglich zu intervenieren! Das sollten wir uns mal am Frauentag erlauben… ojemine, da gäbe es aber Haue! Jedenfalls halte ich es für angebracht, euch mal zu erläutern, warum ihr uns braucht und was ihr an uns schätzt. Gerade heute! Ihr selber scheint es ja vergessen zu haben.

Also, ihr liebt uns Männer abgöttisch und schaut zu uns auf, weil wir:

überdurchschnittlich intelligent sind
alle scharfe Sixpacks haben
euch das Leben leichter machen
durch unsere animalische Art gnadenlos archaischen Sexappeal versprühen
mit Waffen umgehen und euch mit unserem breiten Kreuz beschützen können
eure Lieblingszeichentrickserien von früher auch heimlich geguckt haben
einen so anspruchsvollen, intellektuellen Humor haben
wir so eloquent sind:


und natürlich, weil wir:

uns nicht ganz so ernst nehmen, wie ihr es manchmal tut!
Na wenn das mal keine trifftigen Gründe sind Mädels!

Sonntag, 22. Mai 2011

GIVE THE MULE WHAT HE WANTS

(Queens of the Stone Age)

Es gibt so Ereignisse, die kehren immer mal wieder. Gestern zum Beispiel war mal wieder „Weltuntergang“, mal schauen, wann der nächste ansteht. Am 2. Juni  mal wieder der „Männertag“ dran, wobei der etwas verlässlicher auftaucht als bislang jeder Weltuntergang! Ein Feiertag, den irgendwie keiner so wirklich versteht, aber der andererseits jedes Jahr auch für leidliches Amüsement sorgt. Überall im Bundesgebiet werden sich früh morgens – an einem Feiertag wohl gemerkt – Männer in möglichst lächerliche Kostüme zwängen, Spazierstock und Trillerpfeife ergreifen und sich mit nem Kasten Gerstensaft zum Zusammenrottungsplatz trollen, von dem aus sie gemeinsam mit ihren ähnlich lächerlich gewandeten Kumpels die Gegend unsicher machen. Das geht natürlich nicht ohne das übliche Statusgeplänkel ab, geschweige denn ohne eine organisierte Hierarchie; und so ist dann auch das ranghöchste Männchen eines solchen Himmelfahrtskommandos daran zu erkennen, daß er unbehelligt von seinen Artgenossen das Allerheiligste des Trosses chauffieren darf, ihm wird der heilige Gral der Männertagsrunde anvertraut: Der Bollerwagen! Auf selbiger Gerätschaft wird zunächst das Getränkearsenal zusammengetragen und später am Tage dann der Besoffenste der Besoffenen heim gekarrt. Ich glaube, wir wissen alle, wovon ich spreche.

Männertag kann im Übrigen sehr lustig sein, besonders wenn man es nicht ganz so proletenhaft angehen lässt wie oben beschrieben. Man kann ja auch einfach mit Freunden einen etwas gerstensaftintensiveren Tag verleben an dessen Ende man ein amtliches T-Bone-Steak über die glühende Holzkohle hängt; hab ich auch schon öfter gemacht. In Kombination mit Sport, Spielen, DVDs oder ordinären Picknick-Grillabenden macht das echt Spaß. Aber ich will jetzt hier nicht ablenken vom eigentlichen Zielgruppenklientel meines heutigen Fundstückes. Ich habe ihn ja oben schon beschrieben, den röhrenden Vollproll, der mit Seinesgleichen durch die Straßen eiert. Genau der, wird nämlich in meiner Stadt gerade als „Konsument“ entdeckt. Wie sich das äußert? Nun, in meinem Wohngebiet hatten wir vorgestern alle folgenden Flyer im Briefkasten:

























Nennt mich pessimistisch, aber ich finde ja, das ist eine sehr realistische Momentaufnahme dessen, was aus unserer Gesellschaft geworden ist. Der durchschnittliche  Hauptschulabbrecher hat wahrscheinlich schon Probleme diese anspruchsvoll formulierte „Message“ einzuordnen, weshalb man wahrscheinlich die Olga noch neben den Text gephotoshopt hat. Wenns schon nicht kognitiv erfasst werden kann, dann sollen wenigstens die Hupen dem Enthirnten signalisieren, daß er sich gefälligst dort einzufinden hat.
Überhaupt sollte man ernsthaft darüber nachdenken, ob man der verkommenen Jugend nicht gleich den Spruch als Slogan aufdrückt. Wenn ihr das nächste Mal im Berufsverkehr Bahn fahrt und ihr habt das Pech, daß da Leute zwischen 14 und 20 anwesend sind, dann schaut euch die mal dezent an und lauscht ihren „Konversationen“. Ich finde, „FRESSEN, SAUFEN, NACKSCHE MÄDELS“ eignet sich dann doch ganz gut um die intellektuelle Reichweite dieser Sockenbügler zumindest grob zu umreißen!