Sonntag, 16. Juni 2013

DAS WANDERN IST DES MÜHLERS LUST

(Volkslied nach der viereinhalbten Lautabschleifung nach S. Uomi Even)

***Vorwarnung: Es wird wieder sehr bebildert***

Kennt ihr noch den “Flash”? Diesen Comicsprinter? DEN HIER? Vergesst ihn… voll der Noob! Die MsPittili und ich, wir haben auf unserem heutigen Ausflug praktisch das geschafft, was laut Einstein unmöglich, laut Star Trek aber nur eine Frage des richtigen Warpkerns ist: Wir haben uns mit vierfacher Lichtgeschwindigkeit fortbewegt!

Glaubt ihr nicht? Hier stehts doch:

Planetenwanderweg 1

Wir waren also mal wieder wandern… diesmal halt mit Gimmicks. Am Rande der ersten 6 Kilometer waren halt im astronomischen Maßstab herunter gerechnet sämtliche Planeten unseres Sonnensystems aufgestellt. Los ging es an der Sonne

Sonne

und besagte 6 Kilometer dahinter endete die Berg- und Talwanderung mit Pluto

Pluto

Auch wenn die hastig angebrachte Tafel unten rechts etwas anderes besagt, so bleibt Pluto für mich ein Planet… Pluto ist ja mal viel cooler als Merkur – SO!!!! Da die Größenrelationen auch stimmen, sollte ich vll. noch darauf hinweisen, daß der Planet an sich nur das Knubbelchen in der Mitte der Scheibe ist. Von Jupiter und Saturn

Saturn

mal abgesehen ging das allen Planeten so. Auch die Erde wirkte etwas… mickrig

Erde

Da wir besagte sechs Kilometer Zeit hatten um zum Pluto zu gelangen und hernach wiederum 6 Kilometer um (auf anderen Pfaden selbstredend) den Igor wieder aufzusuchen, hatten wir genug Zeit uns ein wenig mit der Landschaft zu beschäftigen. War mal wieder sehr schick, erzgebirgisch halt, auch wenn wir in dieser Ecke bislang kaum unterwegs waren. Ihr glaubt nicht, was es da gibt… zum Beispiel Jogakühe:

Kuhjoga

oder auch ganze Ansammlungen von Rindviehchern auf einem Haufen

FDP Parteitag

Landleben halt. Und da wir uns auf dem Planetenwanderweg quasi im interstellaren Raum befanden, da überraschte es mich auch nicht, daß ich zufällig ein Ufo ablichtete…

Pferdeufo

Die armen Pferde, die schmecken jetzt bestimmt ganz verängstigt, wenn sie in die Wurst kommen. Aber auch rein naturlandschaftlich hatte die Gegend um Drebach

Drebach

einiges zu bieten:

dark ages

Panorama

Panorama 2

Panorama 3

Sehr schöner Ausflug heute mal wieder. Sonne, Sommer, Planeten und ein Ufo… passt! Zwinkerndes Smiley

Samstag, 15. Juni 2013

AUFTRITTE VOR OSTDEUTSCHEN SENIOREN

(Rainald Grebe)

Morgen gehen wir hier in Three-O-City erstmals in diesem Jahr wählen. Oder sollte ich sagen wir “schreiten zur Urne”? Klingt etwas bedeutsamer und kommt auch auch dem hiesigen Altersdurschnitt so rein motorisch mehr entgegen. Wäre ja auch generell bitter nötig, daß man den Wahlen mal eine kleine Aufwertung verpasst. Wenn es im September zur Bundestagswahl geht und wir doch bitte alle zusammen der “ruhmreichen” FDP eine mindestens vierjährige Parlamentsauszeit verschaffen, dann können wir uns immerhin über eine Wahlbeteiligung von irgendwas in die 70% “freuen”. “Freuen” deshalb, weil das auch schon mal mehr war und meiner Meinung nach auch mehr sein müsste. Je weiter man die politische Hierarchieleiter hinab steigt, um so weniger Leute machen dann auch ihr Kreuzchen. Irgendwie schade. Jedenfalls sind wir auf besagter Leiter schon in einer recht komfortablen Sprunghöhe angekommen, wenn wir hier über Oberbürgermeisterwahlen reden. Als ich dann die Wahlbeteiligung beim letzten Durchgang ergoogelte, hatte ich mich schon auf unter 50% vorbereitet… aber 30,78% im zweiten Wahlgang???? Dreißig mickrige, beschi*ene Popelprozent?!?!?? Peinlich finde ich das. OK, im ersten waren noch gut 38% wählen, aber auch das ist doch lächerlich.

Liebes Three-O-City, morgen erwarte ich mehr von Dir! DEUTLICH mehr!

Meckern könnt ihr doch auch immer alle! Das ist ja an sich auch nix Schlimmes, das Meckern. Irgendwie gehört es hier in Nischelstan ja auch ein wenig dazu, aber wer meckern will, der muß sich das Recht auch durch seine Stimmabgabe verdienen finde ich. Jeder andere sollte gezwungen werden die gesamte Legislaturperiode in Bieberbettwäsche zu schlafen… in Justin Bieberbetwäsche! Seht mich an, ich hab ordnungsgemäß gewählt damals und kann nun sagen: ““Stadt der Moderne” ist ein suboptimaler Slogan, wenns in der Innenstadt mitunter SO HIER aussieht. Außerdem finde ich, es ist zu 08/15, hat zu wenig Pepp!” Aber da ich gewählt habe, kann mir niemand vorwerfen, daß ich nicht mein Möglichstes versucht hätte diesen Rufmord an sich selbst zu verhindern. Hab ich ja, aber auf mich hört ja wieder einmal keiner – typisch!

Ich weiß, daß es einem die Kandidaten und vor allem die Parteien in diesem Jahr nicht besonders leicht machen (wie auch HIER nochmals nachzulesen ist), aber das ist keine Ausrede finde ich, dann wählt halt den, der am wenigsten Banane ist eurer Meinung nach, aber um Himmels Willen: WÄHLT!

Zwei kleine Anekdoten bzw. Nachrichten noch um das Interesse der Chemnitzer an ihrer Oberbürgermeisterwahl zu illustrieren. Eine gute und eine schlechte; welche wollt ihr zuerst hören? Die schlechte? OK. Wir haben diese Woche dann doch noch einen Wahlkampfstand in der Innenstadt gesehen, an dem der Kandidat und zwei seiner Hiwis mutterseelenallein und vollkommen unbeachtet vom Passantentum in der Gegend herum standen und auf ihren Flyern sitzen blie… wobei: Das war der verhinderte Wortakrobat von der FDP…  HA! Ich glaube, ich habe doch zwei gute Nachrichten für euch, wenn ich’s mir recht überlege.

Die zweite ist nämlich, daß es auch in einer 30% Stadt noch Leute gibt, die ihren Mitmenschen ein wenig ins Gewissen reden wollen. Das ist eigentlich recht einfach und man braucht nicht einmal einen Blog und schon gar keine politisch verklausulierten Sprachhülsen vom “Volk als Souverän” oder vom “Bürger mit der Macht”… es geht auch viel einfacher. Gleich nachdem wir dem Ignorierten beim ignoriert werden zugesehen hatten, stießen wir an einem Fahrkartenautomat an der Zenti (Zentralhaltestelle des ÖPNV – man hat also Publikum) auf folgende Botschaft eines Mitbürgers an sein belebtes Umfeld:

IMAG0374

Zu klein? Dann guckst Du hier:

IMAG0373

… also ich finde, das macht irgendwie Mut, daß doch noch nicht aller Tage Abend ist in unserer Demokratur! Wer immer das verzapft hat: Daumen hoch! Smiley

Montag, 10. Juni 2013

HORST

(Blumentopf)

Kleines Fundstück von Amazon, das ich euch nicht vorenthalten wollte:

amazon wtf

… wenn das der Chef von Bautzen ist, will ich die anderen gar nicht erst erleben. ;-)

Samstag, 8. Juni 2013

I’M DESIGNER – Wahlkampfanalyse zur Oberbürgermeisterwahl Chemnitz 2013

(Queens of the Stone Age)

Wir schreiben das Jahr 2013 und das Raumschiff Deutschland steuert unaufhaltsam auf ein Wurmloch zu… ein Wurmloch, namens Wahlen. Auf allen Decks machen sich vom kleinsten Fähnrich bis hin zur holzbeinigen Kapitänsmutti mit ihrer blaugelben Nullnummer auf der Schulter die Besatzungsmitglieder bereit für einen Kurswechsel. Oder eben auch nicht. Wahrscheinlich eher nicht, mal abgesehen von der FDP natürlich, die haben sich in den letzten Jahren quasi freiwillig in den luftleeren Raum gebeamt.

Ihr wißt ja, was das alles bedeutet: Wahlwerbung! Plakate! Und natürlich jede Menge Lügen, Worthülsen und verbales Arschgekrieche von Leuten, die noch am Wahlabend diesbezüglich einer kompletten Amnesie anheim fallen und sich die nächsten vier Jahre wieder munter vor allem die eigenen Taschen füllen. Nun, wir hier, in Three-O-City, der selbst ernannten “Stadt der Moderne” (ich verweise hier gern auf DIESEN Post), sind wir dem Rest des Landes mal wieder um Meilen voraus. Anders ist es wohl auch nicht zu erklären, daß hier schon einen Tag nach Einsetzen der Flut der hiesige Krisenstab schon vom Ministerpräsidenten UND vom Innenminister gleichzeitig von seiner Arbeit abgehalten wurde. Das gab dann schicke Bilder in der Tagesschau mit einer geschwind durchs Bild huschenden Oberbürgermeisterin (die allerdings irgendwie nicht so wirklich zufrieden wirkte mit der Situation) – wahrscheinlich war sie die Einzige, der bewußt war, daß so ein Krisenstab besseres zu tun hat als als Kulisse für die Selbstdarstellung von Landes- und Bundespolitikern zu dienen. OK, und sie bekam halt auch keine wirkliche Screentime – vielleicht lags auch daran, so kurz vor der Wahl. Denn darum geht es. Nächsten Sonntag wählt Three-O-City sein neues Oberhaupt.

Bereits vor Wochen wurde die Kandidaten von ihren Adjutanten an diversen Laternenpfählen aufgehängt. Ü-ber-all! Es nervt gewaltig, denn man kann nirgends mehr hin, ohne daß einen ein gephotoshopter Provinzpolitiker angrient. Mich nervt das langsam, vor allem, weil auf dieser niederen Eben der Lokalpolitik der Wahlkampf derart uninspiriert und langweilig ist dieses Jahr… es ist zum Einschlafen! Ich meine: Wir sollen hier einen neuen Oberbürgermeister wählen bzw. die alte OBin bestätigen und keiner, aber wirklich niemand gibt hier auch nur andeutungsweise eine klare Aussage ab, für was er denn steht. Daß das auf Bundesebene nicht gemacht wird – geschenkt; das ist man ja gewöhnt und man kriegt wenigstens Kugelschreiber und Luftballons geschenkt – vielen Deutschen reicht das schon für “four more years”. Aber hier in der Stadt könnte man ja mal sagen, was man konkret tun will. Egal was, es kann noch so klein sein, wie zum Beispiel die Parkgebühren in der Innenstadt senken oder den Stadtpark sauber halten – irgendwas, mir würde ja schon reichen, wenn einer verspricht in der Stadtbibo Gratisbonbons auszulegen… ich will nur etwas handfestes, einen Programmpunkt! Sicher wird jetzt der eine oder andere kommen mit “Wir halten doch Wahlkampfreden, geh doch hin und informiere Dich… .” Könnte ich tun, werde ich aber nicht. Ich habe nämlich 1. keine Lust, mich in irgend so eine Spelunke zu begeben, nur um jemanden von der FDP zu sehen, das kann ich auch in der Heute-Show; und 2. müßte man dazu erst einmal wissen, wo die steigen, da sind die Parteien nämlich auch sehr zurückhaltend in ihrer Informationspolitik. Außerdem: von ca 240.000 Einwohnern, wie viele erreicht man wohl mit solchen komischen Reden zu denen 90% des Publikums eh die eigene Stammwählerschaft stellt und wie viele würde man mit einem guten Wahlkampfplakat erreichen, das überall in der Stadt aushängt? Wie viele würde man mit so einem Plakat vll. sogar neugierig machen auf so einen öffentlichen Wahlkampfauftritt?

Der aktuelle Wahlkampf ist einfach nur langweilig und wirkt von allen teilnehmenden Parteien derart gelangweilt geführt, daß ich mich nicht wundern würde, wenn die Wahlbeteiligung noch unterhalb der Umfragewerte der Bundes-FDP rangieren würde… und die tendieren ja bekanntlich schon (vollkommen zu Recht) gegen Null. Ich glaube, ich zeige euch mal, was ich meine.

1. Die Grünen:

Grüne

“Einmischen”. Viele kennen das nur vom gepflegten Skatabend, die Grünen bauen darauf einen schwer zu verstehenden Imperativ in Wahlplakatform. Hat man auf Bundes- oder Landesebene noch mit bestechender Regelmäßigkeit die knackigsten, cleversten Wahlplakate abgeliefert, so bekommt der örtliche Ökohippie-Besserverdiener-Bund nichts Besseres hin. Enttäuschend! Überhaupt, als Kandidat soll man sich nicht “einmischen”, man soll ändern wollen, gewinnen wollen. Etwas besser machen (am besten vieles). Auch die Aufzählung darunter wirkt vollkommen zusammenhandlos.

Volkmar Zschcoke – Oberbürgermeisterwahl – 16. Juni 2013

Das wirkt derartig lieblos hin geklatscht, daß man sich damit ganz bestimmt nicht von der Konkurrenz abhebt. Ein Plakat, fader als jedes vegane Biogemüseschnitzel! Setzen, Hippies!

2. Die Linken:

Lefties

Er wirkt ja wenigstens optisch sympathisch, der Marxisten – D’artagnan. Ansonsten ist “Für ein starkes Chemnitz” aber auch nicht gerade der größtmögliche Brüller als Slogan. Wie “stark”? So im übertragenen Sinne, oder verteilen die Linken jetzt Hanteln an die Einwohner wenn sie gewinnen? Vielleicht aber auch mehr so im Sinne von “der Unglaubliche Hulk”, würde zumindest zum Erscheinungsbild der Plakate nach 2 Wochen Dauerregen passen. Denn das hier rettet nur Photoscape, durchgeweichte Plakate lassen den Herrn Runkel in einem zombiehaften Grün daher schimmern… man sollte vielleicht beim nächsten Wahlkampf aufhören die alten Klebstoffe aus DDR-Beständen aufzutragen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß die Linken noch Plakate mit etwas haben, das sie selbst wohl als “Slogans” bezeichnen. Aber bitte, wenn ich als Wähler konkrete Aussagen zur Zukunft der Stadt will, was soll mir dann so was hier sagen:

LEfties 2

“Raus aus dem Wasser” hätte wohl besser gezündet.

3. CDU:

Holland

Rein optisch haben die sicherlich das Meiste investiert. Das Design wirkt noch am Ansprechendsten und irgendwie “wärmer” als die der anderen. Aber sonst??? Grinseonkel vor Fenster mit komischer Bubbelblume unten links… da könnte man jetzt auch nen Eimer Schrauben hin stellen, der währe ähnlich charismatisch. Alles, was an Infos rüber kommt ist “Ihr Kandidat” (ich will den aber nicht haben) und “CDU”. Na und? Wofür steht denn “mein” Kandidat der CDU? Hmmm, kann er mir auch nicht sagen. Dieser Slogan “Chemnitz kann mehr” ist genau so eine leere Worthülse. Er müßte sagen “Ich kann für Chemnitz mehr als…  weil…“ das wäre zumindest mal ne Ansage. Aber so: leeres Geschwurbel. Was noch bemerkenswert ist an diesem Plakat ist, daß hier die Partei relativ zum Kandidaten in den Hintergrund tritt. Wenn ich tippen müßte, würde ich mal vermuten, daß sich der Ortsverband hier mal richtig nen Kopf gemacht hat, wie sie ihren Kandidaten in den Vordergrund stellen können. Die anderen haben einfach nur das 0815-Konzept ihrer jeweiligen Partei optisch 1:1 abgekupfert. Ansonsten sollte noch erwähnt werden, daß der Kerl noch ein großes Wahlplakat hat, wo er mit zwei Kindern abgebildet ist… vom Kreativitätslevel auch eher so medium. UND: Kein QR-Code bei dem.

4. SPD

SPD

Die Titelverteidigerin quasi. Bei ihr weiß ich nicht, ob das Plakat langweilig und uninspiriert ist, oder ob es einfach nur selbstbewusst daher kommt. Ähnlich wie damals “Willy wählen” wird hier nur darauf abgezielt, ein Gemeinschaftsgefühl zu formen. Nicht irgendeine Oberbürgermeisterin – nein unsere Oberbürgermeisterin. Sie hat natürlich auch den Vorteil, daß sie das “weiter wie bisher” mitschwingen lassen kann, sie muß keine großen Versprechungen machen, denn dann würde sie ja zugeben, etwas falsch gemacht zu haben in den letzten Jahren. Vor daher sehen wir es mal als Zeichen für angestrebte Konstanz, daß die Kampagne so altbacken daher kommt. Interessant finde ich auch die Internetadresse links oben. “Chemnitz 2020”? Ich dachte, wir wählen schon dieses Jahr? Oder soll das etwa ein gewisses Maß an “Visionärstum” andeuten? Ein größeres, höheres Gesamtziel? Übrigens auch hier kein QR-Code.

(Anm.: Das mit den “fehlenden” QR-Codes finde ich nicht schlimm. MsPittili machte mich darauf aufmerksam, daß einige der Plakate in 3 Metern Höhe hängen oder die Codes nur halb drauf gedruckt sind… da fühlt man sich dann aber auch schon eher verarscht. Dann lieber gleich lassen, statt sich nur als Zeichen für Modernität “so ein schwarz-weißes Krisselding” aufs Plakat zu dübeln, was dann keinem was nutzt.)

5. Die ewigen Lowlights:

Hier seien jetzt ein paar Worte voran geschickt. Es geht – ihr ahnt es sicherlich – um die asozialstmögliche Arbeiterpartei, den libertären Mövenpickkommunismus, die Lobbylutscher vom Dienst… kurz: Die FDP! Auf Bundesebene schon mit ihren Kampagnen ein Quell der ewigen Freude, werden die immer schlechter, je tiefer man in der politischen Hierarchie hinab steigt. In Chemnitz, haben sie sich nun so etwas wie den Fips Asmussen der Deregulierung an Land gezogen. DAS, was hier so rumhängt an Plakaten der Liberalen, das hat keine Werbeagentur verbrochen – da bin ich mir sicher. Und wenn doch, dann würde ich die verklagen! Ich bin der festen Überzeugung, daß diese Auswüchse, die man da auf das gelb-blaue Papier gebracht hat nur von einem kommen können: Dem Kandidaten! Wie eine Kalauerkanone auf LSD ballert er scheinbar die peinlichsten Wortspiele heraus, die sich kein Mensch vorstellen kann. Das Schlimme ist, daß die FDP als erste Partei plakatiert hatte und außerdem etwa genau so viele Plakate hängen hat wie alle anderen Politclubs zusammen. Man wird quasi überschwemmt von solchem Kokolores wie dem hier:

Treppenwitzpartei 1

Zugegeben, noch das erträglichste Plakat… aber schaut mal hier – ein ganzer Laternenbast in gelb-blau:

Treppenwitzpartei 2

Muharhar, wie witzig er doch ist – der Gelbe. Außerdem fehlen da Kommata oder Bindestriche oder sonst irgend eine Interpunktion. Darüber hinaus sagt usn das Plakat “die anderen sind voll Moppelkotze”, warum die FDP und ihr vorderster Kandidatendelinquent besser sind, das sagt es uns nicht. Das ist wie damals im Kindergarten, wenn man als Einziger bei irgend einem Blödsinn erwischt wurde und als Rechtfertigung sagte, wer noch mitgemacht hat. Wie nannte man das doch gleich… ach ja: PETZEN! Aber der größte Brüller ist folgendes Plakat:

Treppenwitzpartei 3

Ja, da steckt ein Wortspiel drin… man erkennt es nicht sofort, weil es derart dämlich ist, daß sich der gebildete Geist unterbewußt dagegen wehrt, daß jemand so was ernsthaft zu Papier bringt. Und selbst wenn der gute Jenselmann schon weis(s) was Three-O-City braucht, warum sagt er es dann nicht? Naja… . Außerdem bezweifle ich hiermit öffentlich, daß sich der Typ ausreichend mit Three-O-City identifiziert! Warum? Na, schaut euch mal unten die “Skyline” an, in welche alle Wahrzeichen der Stadt eingearbeitet sind. Vom Hotel Mercure (ein Schelm, wer Böses dabei denkt… doch nicht bei der FDP) über das Rathaus, die St. Petri Kirche bis hin zum Opernhaus meine ich alle zu erkennen. Alle? Nein, das wohl bekannteste hat mal wohl “vergessen”. Wahrscheinlich hat man in der FDP einfach Angst davor, daß man schon beim bloßen Anblick des Nischels plötzlich anfängt über Sozialausgaben nachzudenken… igittigittigitt.

Jedenfalls finde ich es schlimm, daß den Kandidaten hier nix Richtiges einfällt um zur Abwechslung mal wieder einen Themenwahlkampf auf die Beine zu stellen. Ein Visagenwahlkampf ist kein Wahlkampf, das ist Volksverdummung. Von Wahlplakaten, die man in 5 Minuten im MS Paint zusammen schustern kann fühle ich mich außerdem persönlich verarscht. Ich habe daher weder Kosten noch Mühen gescheut um mir unter Zuhilfenahme von PhotoScape (High-Tech-Software, liebe “Think Tanks” der Parteien… sowas kennt ihr offenbar nicht) und ca. zehn Minuten harter, unerbittlicher Bildschirmarbeit mal mein eigenes Wahlplakat erstellt. Es ist jetzt auch nicht wirklich programmatisch geprägt, zugegeben, aber ich finde, es hat doch so eine gewisse, innewohnende Message an die “Konkurrenz”:

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Plakat

Donnerstag, 6. Juni 2013

I’M YOUR TORPEDO

(Eagles of Death Metal)

Ich finde es lustig! Was? Na DAS HIER!

Nicht nur, weil ich es für längst überfällig halte, daß gleichgeschlechtliche Partnerschaften komplett gleich gestellt werden, nein, sondern auch, weil es die Union so schön ärgert! Weil wir jetzt wieder all die ergrauten, verschrumpelten, bajuwarischen Provinzabkömmlinge, die sich und ihre Frau aus ihrer tiefschwarzen Weißwurstprovinz bis in die Staatskanzlei hochamigot haben, gezwungen sind das Urteil und vor allem den die nun anstehenden politischen Gegenmaßnahmen zu erläutern. Ein riesen Gaudi wird das werden! Smiley mit geöffnetem Mund

Da werden solche Figuren wie der hier:

plötzlich zu so einer Art politischer Drag-Queen werden müssen. Sie werden quasi ihre politischen Überzeugungen wechseln müssen – und zwar hinüber zum anderen Ufer… gewissermaßen. Ich finde das herrlich! Richtig knorke; weil ich es diesen überholten Heinis von Herzen gönne! Vor allem, wenn man dieses Geeier der letzten Jahre bei dem Thema immer mit bekommen hat. Ich meine, wir haben ein Bundesverfassungsgericht, das (wie so oft) der Politik mehrfach schon ins schwarze Parteibuch diktiert hat: “Ihre amoralische und pseudoreligiöse Verweigerungsmoral ist versetzungsgefährdet!” Und trotzdem quatschen diese Figuren weiter von “Moral” und “besonderem Schutz der traditionellen Familie”. Wenn ich das richtig verstehe, dann sind wir hier doch alle an unsere Verfassung, also das Grundgesetz, gebunden; explizit AUCH diese weißblau-kleinkarrierten Traditionsterroristen aus Brezenstan. Wenn das Verfassungsgericht etwas als “verfassungswidrig” einstuft, dann ist es doch – so zumindest meine laienhafte Auffassung – im Prinzip ein Auftrag an die Politik, das abzustellen. Statt dies jedoch zu tun, pratschen sich die katholischen Ehebrecher und Schützenkönige vor die Fernsehkameras und faseln was von “katholischer Glaubenslehre” und “moralischer Schieflage”. Ja, es wird dem Verfassungsgericht gar empfohlen, das Ganze nochmal zu überdenken. das muss man sich mal vorstellen! Der eigentliche Skandal dabei ist, daß dieses erzkonservative Gesindel überhaupt ein Bundesverfassungsgericht braucht, was da ein bissel Druck macht. Hätte man mal die Weißwurst aus der Hand und das Grundgesetz in selbige hinein gelegt, da hätte man da folgendes lesen können:

Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Also für mich ist das ziemlich klar, was da steht. Das könnte man jetzt auch in Bayern herauslesen, wage ich mal zu behaupten. Da das aber nicht der Fall ist, vermute ich mal, daß das Bildungssystem da ziemlich defizitär ist, anders kann ich mir das nicht erklären. Man sollte das Bayern-Abi in der zivilisierten Welt daher lieber runter rechnen, wenn die schon bei solch grundlegenden Textinterpretationen versagen.               Überhaupt finde ich es ziemlich lächerlich, wie sich Bayern der Realität verschließt. Vor allem, wenn diese gleichgeschlechtlich ist. Wir reden hier von Bayern, BAYERN! Ein Bundesland, daß seinen König Ludwig verehrt und tut, als wenn diese Figur der bayrischste aller Bayern wäre, der erzkonservativste Oberbatzi, der feste moralisch-religiöse Messstab der zivilisierten Welt. Das personifizierte “Anti-Homoehegleichstellungsgesetz” sozusagen; der heterosexuelle, monogame und vor allem katholische Testosteronrambo gewissermaßen. Der war derart männlich, daß er sich eine höchstfunktionale, uneinnehmbare Trutzburg wie Neuschwanstein (schon alleine der Name läßt den Feind erzittern) in seinen Schurkenstaat mauern ließ. Ein Regent, dem man obendrein nachsagt, seine männlichen Bediensteten sexuell genötigt zu haben, wenn ihn das Zepter… aber lassen wir das, SO katholisch war der jedenfalls. Wahnsinn, oder?! Aber das ist Bayern, ebenso wie Mooshammer Bayern war und geliebt wurde. Dann sind da natürlich noch all die junge Burschen, denen ihr bei euren Festivitäten so gerne dabei zuschaut, wie sie sich laut jodelnd gegenseitig das in einer hautengen Lederhose steckendes Popöchen versohlen. Liebe Bayern, seht es ein: Euer Freistaat ist tief im Herzen und aus kulturhistorischer Tradition heraus derartig tuntig, daß ihr eigentlich die Vorreiterrolle einnehmen solltet, wenn es um die Gleichstellung geht. Die CDU und die CSU, diese beiden Altherrenclubs, sollten einfach dieses holprige “Union” streichen und endlich fusionieren um ein Zeichen für die Normalität gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aktiv vorzuleben … passender Weise bliebe dann was übrig? Genau: CSD!

PS: Ich bin übrigens auf diesen Spot hier gestoßen und finde ihn ziemlich klasse:

Mittwoch, 5. Juni 2013

THIS DEPRESSION

(Bruce Springsteen)

Habt ihr eigentlich auch so Ecken in einer, vielleicht sogar in eurer Stadt, an die ihr irgendwelche Kindheitserinnerungen habt? Vielleicht nur ganz, ganz dunkle, aber immerhin. Es ist heutzutage und vor allem hier im Osten eine relativ ernüchternde bzw. spannende Sache, diese Orte mal wieder aufzusuchen. Hier, in Chemnitz, gibt es da so einen ganz besonderen Ort.

Früher, also ganz damals, als ich noch in Berlin wohnte (genauer gesagt in der Hälfte von Berlin) und Ochs und Esel den Sozialismus noch nicht erreicht hatten, da weilte ich oft im Erzgebirge bei meinen Großeltern. Wenn wir mal ganz was Besonderes tun wollten, begaben wir uns auf einen Ausflug ins gut 40 Kilometer entfernt gelegene Three-O-City. Damals hieß das wirklich noch so… oder so ähnlich zumindest. Wir bestiegen einen der quietschgelben Ikarusbusse und zuckelten knapp 2 Stunden über die Dörfer. Das war damals ein Highlight, weil es da an gehobenen Konsumgütern nur “nüscht” gab, im Gebirge gabs hingegen meistens “gar nüscht”. Also mal überspitzt formuliert. Aber im Grunde genommen war das damals halt so, daß ein Besuch in einer größeren Stadt noch spannend war und man sich das “mal gönnte”. Ich kann mich da noch dunkel dran erinnern, daß ich irgendwann im Alter von vielleicht 7 oder 8 Jahren mit meiner Oma solch einen Ausflug unternahm. Wie gesagt: 2 Stunden Gezuckel über irgendwelche Dörfer im Gelenkbus und der kleine Even wollte unbedingt ganz hinten sitzen. Als wir dann in den Busbahnhof Chemnitz einfuhren, nicht etwa vorher, nein, sondern buchstäblich auf den letzten Metern, geschah etwas familienintern durchaus legendäres. Meine Oma in feinster Ausgehgarderobe war mental schon ausgestiegen und hatte ihre Handtasche bereits geschultert, als ich eine meiner einsamen, oft nicht 100%ig nachvollziehbaren Entscheidungen zu einem unvorhergesehen Terrorakt traf. Während Oma sich schon in Richtung Bustür bewegte, nutzte ich den unbeobachteten Moment um in einem geradezu apokalyptischen Strahl mein bereits gut angedautes Frühstück ins Businnere zu reihern. Und das war ein umfangreiches Frühstück – sollte ja den ganzen Tag halten. Ohne Vorwarnung und mit der tödlichen Präzision einer Cruise Missile verzierte ich die umliegenden Sitze. Mit jeder Wiederholung dieser Story wurde es im Übrigen schlimmer. Als ich es zum 20. Mal erzählt bekam, was ich damals gemacht habe, haben gemäß der Schilderungen sämtliche Passagiere knietief im Morast gestanden wegen mir. Zwinkerndes Smiley Meine Oma wandte daraufhin den unserer Familie zuweilen sehr eigenen Bewältigungsmechanismus an und zerrte mich mit “wir waren das nicht” – Miene aus dem Bus. Erst draußen und in respektvollem Abstand zum Bus wurde ich ein wenig gesäubert. Da ich aber so vorbildlich gezielt hatte, waren meine Klamotten sauber und wir konnten unseren Kurzurlaubstrip in Karl-Marx-Stadt wie geplant abhalten.

Warum ich euch das erzähle? Keine Ahnung, ist halt ne coole Geschichte. Ob das was mit dem ersten Absatz zu tun hat? Natürlich! Denn bevor wir mit dem Bus (Gott sei Dank ein anderer Fahrer – und auch ein anderer Bus) die Rückreise antraten, lud meine Oma mich noch auf ein Eis ein. Retrospektiv war das jetzt nicht unbedingt die beste Idee eingedenk der Geschichte vom Vormittag – aber auch das liegt irgendwie in der Familie. Es ging aber alles gut auf dem Rückweg, soviel sei verraten. Jedenfalls ist genau DAS, also dieses Eis, eine von insgesamt zwei Erinnerungen, die ich mit dem Brühl – Boulevard in Chemnitz verbinde. Wir betraten eben diesen (lag ja gleich um die Ecke des Busbahnhofes) und ich erinnere mich noch, wie wir leicht erhoben, auf ein paar gemauerten Podesten, unter Sonnenschirmen auf diesen DDR-Blechgartenstühlen saßen und ich auf einer belebten, schicken Prachtstraße einen meiner damals so heiß geliebten Schwedeneisbecher verdrückte. Toll wars und der Brühl, der machte echt was her. Heute würde man das wohl “Szene-Viertel” oder “Flaniermeile” nennen.

Wie es da heute aussieht, das seht lieber selbst:

brühl1

brühl 2

brühl3

brühl5

Selbst die paar Läden, die da nach der Wende eröffneten, sehen heute aus wie von einem Atombombentestgelände:

brühl4

Und die Eisbar, in der man mir damals diesen sensationell apfelmusigen Schwedeneisbecher kredenzte und die man heute noch hier in Three-O-City mit rückwärtsgewandter Nostalgie verklärt…

bühl6

… naja – der gings bestimmt auch schon mal besser. Es ist erstaunlich bis erschreckend, wie eine doch noch relativ zentral gelegene Gegend einer Stadt derart verfallen und entvölkert werden kann. Würde da nicht ab und zu ein Flohmarkt stattfinden, wäre da gar keiner mehr zugegen tagsüber. Seit Jahren versucht man den Brühl wieder zu beleben, der Erfolg ist offensichtlich.

PS: Die zweite Erinnerung an den Brühl – für die, die es noch interessiert – besteht seit ca. 10 Jahren. Wir, eine Gruppe von angehenden Universalgenies mit jeder Menge Durst, hatten an einem Vormittag unsere letzte Vordiplomsprüfung abgelegt. Wir wußten noch nicht, ob wir bestanden haben (waren uns da aber recht sicher), wollten aber die an diesem Tag steigende “Lange Kneipennacht von Chemnitz” nutzen um uns gehörig die Lampen auszuknipsen in angemessener Atmosphäre gesittet zu feiern. Wir begannen in der Innenstadt und kamen dann auf die irrwitzige Idee “Laßt uns mal auf den Brühl gucken, da war früher immer was los.” Als wir von da wieder zurück waren, waren wir nicht nur desillusioniert, sondern auch wieder nüchtern. Hätte ich eine Zeitmaschine, ich würde in der Zeit zurück fliegen und mich warnen… .

brühl7

Sonntag, 2. Juni 2013

WHY DOES IT ALWAYS RAIN ON ME…?!?

(Travis) – “Die Flut” war mir zu abgedroschen

Wer von euch die Nachrichten verfolgt hat, der hat bestimmt mitbekommen, daß hier im Sachsenland gerade die Welt sprichwörtlich untergeht. Blubb-blubb! Hochwasser eben. Das kommt hier alle paar Jahre vor und ich habe es auch schon ca. ein halbes Dutzend Male erlebt. Unter anderem habe ich auch die zwei Monsterhochwässer 1999 und 2002 im Erzgebirge mit gemacht – das war alles nochmal ne ganz andere Hausnummer als das, was bisher hier passierte. Die MsPittili und ich, wir haben nun außerdem das Glück, an/auf/bei einem Berg zu wohnen, der uns die Suppe noch für ca. 14 Regentage vom Halse halten sollte. Wir können also beruhigt schlafen. Bei meiner Mutter sieht das anders aus, auch wenn da noch alles OK ist momentan.

Da heute Sonntag ist und wir – vor allem die MsPittili – unsere Dosis Frischluft brauchten, haben wir uns entschieden, einfach mal ein paar Meter spazieren zu gehen. Wir stiegen also von unserem Berg hinab – hinab in den Stadtpark. Wie es der Zufall so will, fließt durch den das namensgebende Gewässer unserer Stadt: die Karl-Marx Chemnitz. Und selbige sah heute gegen 13 Uhr schon recht gefährlich aus:

übeltäter

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Ich habe gerade kein Vergleichsfoto zur Hand, aber glaubt mir: Das ist nicht wirklich normal. So sieht denn dann auch der Stadtpark aus:

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Auf dem ersten Bild sehen wir im Übrigen einen Teil von MsPittilis Joggingstrecke und rechts davon ist eigentlich ein kleiner, niedlicher Tümpel – eigentlich, jetzt ist da überall “Fluß”. Die Chemnitz dümpelt im Normalfall ganz weit links von diesem Motiv entlang. Jedenfalls endete das Ganze in einem ausgiebigen Stadtparkspaziergang heute, wobei die MsPittili eindeutig das günstigere Schuhwerk hatte um sich den Riesenpfützen zu stellen.

pfütze

Wir wollten dann eigentlich noch in die Innenstadt, was uns aber der ÖPNV ein wenig verhagelte. Es gab Schienenersatzverkehr, warum, das erfuhr ich später. Wir entschieden uns dann einfach nach Hause zu gehen. Alleine in den 90 Minuten, die wir im Stadtpark unterwegs waren, stieg das Wasser so weiter, daß wir von der Bank oben auf dem Heimweg nur noch das oberste Brett sahen. Ich lud mir zu Hause fix noch etwas Musik aufs Handy und tigerte alleine in die Innenstadt. Was jetzt kommt ist im Vergleich zu früheren Hochwässern noch echt niedlich muß ich betonen, aber die Pegel steigen ja noch. Ich stellte das Auto auf einem leicht erhöhten Parkplatz ab und spazierte ein wenig durch die Stadt. Hier mal ein paar Impressionen aus Three-O-City:

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So weit, so gut. Von den Markthallen nebst Diebels bis zum Stadtbad Bis war alles noch relativ glimpflich. Das Wasser hoch, die Brücken gesperrt – aber man konnte die Fußwege noch benutzen ohne nasse Knie zu bekommen. An der Annaberger Straße, am Weltecho, war damit dann allerdings Schluß:

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1

Gut, das ist schon fast traditionell die erste Ecke, die gepflegt absäuft, aber auch dafür braucht es eine ziemliche Menge Diwasserstoffmonoxid. Was ich recht lustig fand, das ist der Umgang der Menschen hier mit dem Wasser. Auf den Beinen waren etliche heute, viele mit Kindern “Wasser gucken” oder mit monströsen Riesenkameras um den Hals (ich meine wirklich riesige Objektive… wenn man damit in den Fluß stürzt, ersäuft man doch zwangsläufig). Aber von Panik war da heute Nachmittag an der Annaberger Straße noch keine Spur:

ampelischen

fluppendude

Gut, vielleicht wohnen die auch einfach nur woanders. Zwinkerndes Smiley Ich hoffe aber mal, daß es langsam mal aufhört zu schütten und die Überschwemmung nicht schlimmer wird. Meine arme Stadt… Smiley mit herausgestreckter Zunge

Samstag, 1. Juni 2013

THESE DAYS

(Foo Fighters)

*Binnnng* Chemnitz – unendliche Weiten…

Trekkieday

Zwinkerndes Smiley

BULLENSTATT–offizieller Kindertagsblogpost

(Die Ärzte)

Heute ist Kindertag! Smiley mit geöffnetem Mund Ja, der Tag, an dem die Weltbevölkerung es sich zur Aufgabe gemacht hat die kleinen, nervtötenden Windelterroristen zu huldigen, die ihr den Schlaf rauben. Das ist ein wichtiger Tag, wie ich finde. Erst gestern wurde ja bekannt, daß uns im Vergleich zu vorgestern rein statistisch gesehen ganze 1,5 Millionen Einwohner abhanden gekommen sind. Blopp! Einfach weg – wie ein Furz im Wind (wie es so schön heißt). Die paar Männeken, die jetzt noch übrig sind sterben bei der aktuellen Geburtenrate ja praktisch auch gerade aus. Wir sollten also gegensteuern, bevor und in 20 Jahren die Briten noch “neu entdecken” und zu ihrer Kolonie machen. Aber das ist halt schwer umsetzbar, wenn die letzten Humanplatzhalter zwischen Kiel und Bodensee, ein geradezu expansionsfeindliches Klima schaffen.

Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Wenn in diesem Land auf irgend einer beschissenen, sumpfigen Wiese ein Juchtenkäfer hockt oder eine Feldermaus mit U-förmig krumm gekloppten Zinken bräsig im Baum hängt, dann springt der so genannte “Wutbürger” vom Fernsehsessel auf und wird renitent. Da werden Plakaten gemalt, ganze Hundertschaften der Polizei für Demos gebunden (hier im Osten müssen ganze Regionalligaspieltage ausfallen, weil schlicht und einfach niemand mehr da ist, der sich dem dummhohlen Hooliganabschaum in den Weg schmeißt) und per Trillerpfeife dem eigenen Unmut Luft verschafft. 99% der beteiligten haben dabei diese Viehcher noch nicht ein einziges Mal in ihrem Leben gesehen, da gehe ich jede Wette ein. Aber wenn der siffige Althippie von Nebenan im Halbrausch weinselig “Rätät den Juchtäänkäääfaaaaaaa” gröhlt, dann wird munter eingestimmt und die eigene Infrastruktur boykottiert. Ist ja auch logisch – wenn wir eh bald alle Wurmfutter sind, wer nutzt denn dann noch die schönen Brücken, Bahnhöfe oder – so sie denn jemals fertig werden – Bahnhöfe? Der Juchtenkäfer etwa???

Der Protestant an sich, mit seinem Pappschild und der Trillerpfeife, der da im Pulk der Aufgestachelten das Ungeziefer vor dem Bagger rettet, der hat aber auch noch eine andere Seite. Eine Seite, gegen die sogar Darth Vader durch seinen Geistesblitz am Ende von Episode VI, noch wie der Vater des Jahes wirkt. Kehrt Freund Pfeifenheiner nämlich nach langem, lautstarken, zivilen Ungehorsam wieder heim in sein Loft, dann will er seine Ruhe haben. Dann will er sich sein handwarmes Körnerkissen ins Genick rammen und bei einer Bionade Chopin lauschen – und wehe, man stört ihn dabei!

Wir waren gerade in einer der in den letzten 3 Wochen recht spärlichen Regenpausen noch einmal spazieren. Dabei kamen wir auch an etwas vorbei, was mir schon seit Jahren negativ auffällt. Ich finde, daß das durchaus entlarvend ist.

Kinderhasser

Das ist Folter! Eine schöne, große Wiese, auf der ein wacher Geist netter Weise diese tollen Fußballtore installiert hat und dann sowas! Wie? Wäschedingsbumseln? Ja, aus der Sicht eines Ü15jährigen vielleicht, aber als Kind sieht man darin genau das: ein Fußballtor! Ich kenne das aus eigener Erfahrung, damals, in Berlin. Da hatten wir die Dinger auch vor unserem Wohnblock und es wurden ein paar epische Europapokalschlachten zwischen ihnen ausgetragen. Wie? DDR damals? Da war nix mit Europapokal? Gut, dann halt FDGB-Pokal, Kommi-Cup oder Lenin-Liga – wie ihr auch wollt. Jedenfalls waren das Tore für uns, nix anderes – und wenn man die Bettlaken von Frau Schrumpf traf, gabs ein Bonustor! Zwinkerndes Smiley Dann – Honnis Landnahme war gerade vom Wind der Geschichte hinweg geweht – ging es im Erzgebirge weiter. Ich war ja kaum 10 Jahre alt und konnte daher immer noch keine alternative Nutzungsform für die Teile ausmachen. Auch im Düsterwald hatte ich ein paar Kumpels, die bei sich zu Hause diese Metallbögen im Garten hatten und wieder kickten wir. So siehts mal aus! Aber hier, keine 200 Meter von meiner Butze entfernt, hat ein Trupp von grantigen Orkhauptmännern das Régime übernommen und jenes boshafte Schild an den Sportplatz gedübelt. Ich finde so etwas furchtbar! Zumal wir hier im Umfeld noch mehrere dieser Wiesen haben und keine der Hausgemeinschaften ist ähnlich Kinderfeindlich wie diese subversiven Subjekte da. Überhaupt finde ich es furchtbar, daß wir es hier nicht hin bekommen, solche Schilder – wenn sie denn schon sein müssen – wenigstens etwas freundlicher zu gestalten. Vom Tonfall her besagt “Fußballspielen verboten!” ja eher nicht “Wir bitten Sie, auf diesem Rasen nicht Fußball zu spielen, da sich die Anwohner gestört fühlen könnten”. Nein, es klingt eher wie “Sait föhnf Ohrrr föhnfuntföhrzähg wirrrd zoröckgeschossän!”. Typisch deutsch halt. Wahrscheinlich hat sich einer dieser Blockwarte hinter seiner Spitzengardine verschanzt und beobachtet sein schickes Schild den ganzen Tag mit dem Feldstecher, daß dem bloß nix passiert. Und wenn der Liter Doppelherz vom Frühstück die Nieren passiert hat, muß seine Else so lange das Fernglas halten und eventuelle Delinquenten beim Schutzmann melden.

Schämt euch, da drüben… in Mordor!

In diesem Sinne: Einen schönen Kindertag Jungs und Mädels - und vor allem natürlich uns vor rudimentärer Restinfantilität nur so strotzenden Männern.