Samstag, 31. August 2013

I SHOULD HAVE KNOWN

(Foo Fighters)

Wie versprochen heute Teil zwei der Auszüge aus meinem Finnlandtagebuch 2003. Kurz zur Erinnerung: Wir, das heißt Herr Z. und ich, hatten die Nacht in Helsinki vor dem Hauptbahnhof verbracht. Warum? Weil wir uns verzockt hatten mit der Weiterfahrt und aus eben jenem Hauptbahnhof mitten in der Nacht heraus geworfen wurden. Wie wir später übrigens erfuhren erlebten eben jene Odyssee noch reichlich andere einen Tag vor bzw. nach uns. Als der Bahnhof wieder öffnete (6 Uhr), stürmten wir hinein und gönnten uns erst einmal einen Halbliterkanister dampfend heißen, herrlich starken, unschlagbar guten Kahvi. Anschließend bestiegen wir dann den Zug in das karelische Metropolstädtchen Joensuu, unserer Temporärheimat für die nächsten Monate. Da wir unsere Ruhe haben wollten und dringend ne Mütze Schlaf brauchten, begaben wir uns auf die Suche nach einem ruhigeren Plätzchen. Mist! Großraumwagons! Aber was war das: Zwei einzelne, abgetrennte Abteile mit je 6 Sitzplätzen! Im ersten, offensichtlich dem Raucher- oder Schnapstrinkerabteil (man konnte das nicht genau identifizieren, die Herren taten beides… 8 Uhr in der Früh), da wollten wir nicht sitzen. Also ab ins zweite noch jungfräulich leere Abteil. Da es hier zwar auch ein wenig komisch roch, aber eben nicht nach kaltem Rauch oder Billigfusel, ließen wir uns entspannt nieder. Jedoch wurden wir ein paar Stationen später eines Besseren belehrt und erkannten, warum hier noch niemand in diesem herrlich abgetrennten Abteil saß…:

“Irgendwann nach 08:00 Uhr:

Nun sitzen wir im Zug nach Joensuu, unserem Endziel und Bestimmungsort und können es kaum erwarten, daß uns unsere Zimmer nebst der dazu gehörigen Schlafgelegenheiten überreicht werden. Beim Blick in den Spiegel stellte ich mit Schaudern fest, daß ich auch schon mal frischer aus meiner Military-Style-Jacke geschaut habe (Anm. 2013: jaja, die Nachwirkungen der Grunge-Mode Zwinkerndes Smiley). Meine Augen haben derart viele Ringe, daß ich bei einer Olympiabewerbung kaum Konkurrenz zu fürchten hätte.

Nachtrag: Wir sitzen im HUNDEABTEIL… spitze! Oma mit Kläffer der Rasse Höllenhund (nur halt in der genetisch einwandfreien Ausführung) setzt sich zu uns.

Nachtrag zum Nachtrag: Das Vieh ist aber dafür verhaltensgestört… es betatscht uns und leckt Herrn. Z. ab.

10:25Uhr

Der Wauwau springt immer noch durch das Abteil. Als er mich direkt fixierte und nießte ging mir nur ein Wort durch den Kopf: “EWOK”!

Noch ein Nachtrag: Das Tierchen heißt “Remolus”… ich würde ihn, aufgrund seiner ruhigen, gesetzten und souveränen Art allerdings eher “Ritalin” nennen!“

Die halbe Strecke hielt uns der Köter wach… danach war unsere Müdigkeit einfach weg. Wir kamen im Ergebnis also noch übermüdeter in Joensuu an. Zwinkerndes Smiley

Kommentare:

  1. Wer (finnisch) lesen kann, ist da wohl klar im Vorteil. :)

    Grüße! N.

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    1. Auf jeden Fall. Ich glaube, da war sogar so ein Aufkleber mit nem Piktogrammhund an der Tür, den haben wir aber beim Einsteigen auch nicht bemerkt.

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