Montag, 16. Mai 2011

MAGIC BUS

(The Who)

Wir leben in dem, was die Soziologen dereinst als „Zivilgesellschaft“ bezeichneten… ja brandmarkten mag man sagen. In so einer Zivilgesellschaft darf, nimmt man die Extreme mal aus, dann jeder alles sagen ohne nennenswert einen auf die Mütze zu bekommen. Außerdem kann man sich organisieren und versuchen Einfluß zu nehmen. So wuseln hierzulande ja derzeit aberhunderte von Bürgerinitiativen, Gruppierungen und Bahnhofsgegnern mehr oder weniger organisiert durchs politische Unterholz und versuchen das System das sie selber hervor gebracht hat zu ändern. Mit wechselndem Erfolg versteht sich. Da werden Kundgebungen gehalten, Aktionstage veranstaltet und da wird bisweilen sogar demonstriert um die eigenen hehren Ziele zu erreichen. Mal druckt Flyer, malt Plakate, verschenkt Kugelschreiber mit Aufdruck oder unterschreibt Petitionen bis die Liste glüht.
Aber ab und an wird’s dann doch ein bisschen arg absurd:
Kleines Realitätsfundstück aus dem Karlsruhe - Urlaub

Sonntag, 15. Mai 2011

BURN THE WITCH

 (Queens of the Stone Age)

Wir schauen gerade Deutschlands mit Abstand widerlichste Fernsehsendung; sozusagen die BILD-Zeitung des Privatfernsehens. Moderiert wird der ganze Mist natürlich vom artikulationsfähigen Äquivalent der „Cholera“.  Genauer gesagt: wir schauen „Exclusiv - Weekend“. Im roten Fetzen geifert die mittlerweile dann doch arg runzelig gewordene Society - Frauke sich gerade die Giftzähne über den Grand-Prix wund.
Wir saßen gestern, ob wir es zugeben wollen oder nicht, dann doch fast alle vorm Fernseher und schauten dieses Mumienstadl! 80% der Songs waren komplett verzichtbar, der Rest schwankte zwischen „ganz schlimm“ und meinen zwergenbemützten Favoriten aus der Republik Moldau. Daß diese einem Schnulzenduett aus Aserbaidjan den Vortritt lassen mussten, ist für mich der eigentliche Skandal. Aber geschaut haben wir, wie gesagt. Die Landruth trug natürlich ihren Teil dazu bei, aber das ist ja selbstverständlich. Seit diesem verkitschten Gutmenschengeschwafel von „Ein bisschen Frieden“ hatte sich in Europa doch keiner mehr getraut für uns den Hörer in die Hand zu nehmen. Das änderte sich letztes Jahr und der Grand Prix wurde von der Lachnummer der Nation wieder zu so einer Art Rubbellos mit Sachgewinn. Jedenfalls wurde die Lena M.L. in der Folge vor allem vom Boulevard hoch gejubelt, gefeiert, gepriesen und mit Titelbildern derart zugesch… üttet, daß selbst dem Raab die Luft weg blieb. Ich kann mir richtig vorstellen, wie die Ludowich’ ihr Besen damals auf dem Heimweg vor lauter bösen Schwingungen nur noch im Tiefflug funktionierte. Damals wird sich die Vettel in ihrem krähenfüßigen Haus Rache geschworen haben. Ich will gar nicht wissen, wie viele geheime Elixiere sie aus Krötenhaut und Katzengalle zusammen braute, nur um dem Emporkömmling mit fieser Akne das Antlitz zu verschandeln. Hat alles nicht gewirkt wie wir wissen! Während die Frauke in den vergangenen 12 Monaten vor laufender Kamera zum reinsten Faltengebirge mutierte, wurde die LML zum Darling der Medien. Wie muß das denn nur an der Präsentatorin dieser idiotischen Nonsensshow genagt haben, frage ich mich! Jedenfalls war gestern mal wieder Grand Prix und Lena landete auf nem soliden 10. Platz.

Denkt man an die Zeit vor 2010, also an die „finsteren Jahre“, zurück, dann wäre man damals froh gewesen, wenn wir da gelandet wären. Aber gestern? Von blanker Bosheit getrieben schwang sich der Society-Gargoyle auf in die Lüfte und flatterte unheilvoll kreischend gen Studio. Dort ließ er sich vor dem erstbesten Objektiv nieder und moderierte den eben gesendeten Verriss an. Lena müsse sich „erklären“, warum es „nur der 10. Platz“ geworden sei. Sie habe „versagt“ oder gar gegen Aserbaidjan „verloren“! Bei den Grand Prix – Gewinnern habe es ja ohnehin „noch nie zu einer Weltkarriere gereicht“ (sinniger Weise wurde dabei ABBA eingeblendet). Es war einfach nur abartig gerade! Ich bin auch kein allzu großer Fan dieser quietschenden, überdrehten Göre, aber wie ausgerechnet diese unmoralische Idiotensendung sich da gerade wieder aufgespielt hat, das war einfach nur widerlich! Vor allem, als man nach dem Beitrag wieder zum Zähne fletschenden, vor Genugtuung grün gäfernden Ludowich schaltete, wurde die ganze Bosheit, die diesem Sendeformat und seinem Moderatorenmonstum inne wohnt so richtig offensichtlich. Ich Jedenfalls bin zu dem Entschluß gekommen, daß ich „Exklusiv“ und somit auch dieser Giftspritze da Einschaltquoten wünsche, die derart unterirdisch sind, daß sie nur noch von Lenas BMI untertroffen werden.  

WAVE GOODBYE

(Chris Cornell)

Meine Damen und Herren, erheben sie sich von Ihren sitzen; ziehen sie kollektiv die Trachtenhüte und halten sie sich andächtig vor das bebende Herz; scheuen sie sich nicht, die eine oder andere Träne zu verdrücken und lassen sie uns alle diesen Tag in würde überstehen und vergehen. Es war vor gut einer Woche, da platzte die Nachricht wie eine Bombe in unser aller Fernsehalltag. ER, dessen Name ihr alle kennt, dessen Analysen ihr alle liebt und dessen modernes Taktikverständnis schon in den Fünfzigern legendär war, ER hat seinen Rücktritt angekündigt! So wird er nun heute, an jenem Sonntage zum vorletzten Male vor uns, seine Jünger treten und die scharfe Analystenzunge spitzen um die wichtigen Dinge des Lebens, die Fußballspiele, fachkundig zu rezensieren. Da wird er nun sitzen, in seinem roten Ledersessel, wie wir ihn seit 1995 nahezu unverändert kennen, und er wird uns an seinem schier unendlichen, aber dennoch auf 2 Kernstories zusammendestillierten Erfahrungsschatz teilhaben lassen.

Die Expertenrunde!
Ein vorletztes Mal wird Jörg Wontorra ihn als „die Sport 1 Legende“ ankündigen um ihm den obligatorischen Szenenapplaus zuteil werden zu lassen. Ja, es ist wahr, meine lieben Leser, Udo Lattek zieht sich zur nächsten Saison aus dem Doppelpass zurück! Er lässt uns nicht nur ratlos, sondern vor allem auch ahnungslos zurück. Der einzige Bundesbürger, der wirklich etwas vom Fußball versteht… oder zumindest irgendwann einmal verstand, der wird ab Juni zu seinem Fußvolk schweigen. Keine allwöchentlichen Ratschläge mehr von ihm, wie man „die da weghauen muß“ oder kein „Millionario-Bashing“ mehr vom roten Throne herab. Ab August muß der Wonti vor Sendebeginn sein Herrengedeck zum Aufwärmen alleine zwitschern.

Udo, du wirst mir fehlen! Nicht, daß ich diese Sendung sonderliche rnst genommen hätte… nee, eher im Gegenteil, aber dennoch geht da, wenn man es sich genau überlegt, jemand in Expertenrente, dem ich mein halbes Leben lang so manchen Sonntag zugehört habe. Schon irgendwie komisch. Wie soll das denn aussehen ab nächster Saison? Werden dann nur noch Bild am Sonntag Redakteure und irgendwelches Füllmaterial aus dem Regionalrundfunk der Öffentlich – Rechtlichen die Klinke in die Hand geben? Und mittendrin dieser Sympathieschreck von Wontorra? Nee, das kanns doch nicht sein! War ja schon schlimm genug, wenn die letzten Jahre der große Udo mal die eine oder andere Sendung aussetzen musste. Da saß man dann vorm Fernseher, kaute sein Hackepeterbrötchen und irgendwas fehlte einfach. Aber man wusste: Nächste Woche ist alles wieder gut, da sitzt der Messias wieder links außen und wird fachsimpeln. Hmm… nun weiß man: Er macht das noch heute und nächste Woche. Ich hoffe mal, daß wir in den ausstehenden 2 Folgen noch mindestens siebzehn Mal seine und damit auch unsere Lieblingsanekdote hören werden.

Es war damals, nach der WM 1974, die Bayern mussten auf ihren Promotouren durch die Welt, laut Udo, auf den Tragflächen ihrer Linienflüge (ja, damals war das noch so) trainieren. Und Udo so: „Mist! Geht nicht!“ Also spazierte er zum Präsidenten, schilderte die Sachlage und forderte „So kann das nicht weiter gehen, es muß sich was ändern!“ Und da hat der Präsi zum Udo gesagt: „Ja Udo, du hast recht (Anm. des Blogers: Was auch sonst?!?); du bist entlassen!“

Ein Brüller… zumindest wenns der Udo erzählt. Ich habe diese Story bestimmt schon 79834 Mal gehört von ihm und jedes, ich wiederhole: JEDES Mal ist das Publikum ausgerastet. Applaus überflutete das Hotel Kempinski während Udo sich in diesem von einem Hauch an Selbstironie ausgelösten Jubelsturm süffisant lächelnd sonnte. Das funktionierte halt immer, auch wenn wirklich jeder dieses Ding bereits kannte. Tja, meine Freunde des rollenden Balles, diese Heldenmär wird hernach nie wieder in den heiligen Hallen des Flughafenhotels in München erklingen. Also genießen wir die letzten 240 Minuten Udo-Show heute sowie nächsten Sonntag. Ich persönlich bin ja der Meinung, das DSF ähm sorry, Sport 1 meine ich, sollte es so machen, wie es in der NBA Gang und Gebe ist. Dort werden die Rückennummern der wirklich großen Spieler nach deren Abschied nie wieder vergeben und unter die Hallendecke gehängt. Als Ehrerbietung versteht sich. Also sollte unter der Kuppel des Kempinski demnächst ein roter Sessel schweben und einer der Diskussionsteilnehmer auf nem Klappstuhl sitzen, dann hat das DSF, ähm… Sport 1 genau das Richtige getan! Im Gegensatz zu all dem belanglosen Unterschichtenfernsehen hat der Doppelpass, speziell natürlich unser aller Lieblings-Udo, einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Udo
Für 15 Jahre Unterhaltungsfernsehen vom Feinsten sage ich: Danke Udo!! Schau bald mal wieder vorbei!

Samstag, 14. Mai 2011

WHITE NOISE

(Murder by Death)

Guten Morgen. Zum wach werden möchte ich hier mal schnell eine kleine Musik- und Videoempfehlung los werden. Nicht nur, daß Murder by Death brachial(st) unterbewertet sind, auch ihre großartigen Videos finden viel zu wenig Beachtung. Ich will nicht zu viel verraten, hört und seht es euch einfach an:



Hier noch mein zweiter, aktueller Favorit. Die Truppe kanns nämlich auch ein wenig fröhlicher ;-):



Aber hört euch auch die alten Alben an. "Who will survive & what will be left of them" ist für mich nach wie vor das absolute Highlight! Ein (Konzept-) Album, das einem vorkommt wie eine Oper von Spephen King!

Freitag, 13. Mai 2011

HARD ROCK HALLELUJAH


(Lordi)

Nachdem Blogger heute den ganzen Tag scheinbar komatös vor sich hin döste, gibts den Freitags Füller heute erst zur Abendstunde. :-)


1.  Manchmal, wenn ich auf Motörhead – Konzerten Bier trinke ...
2.  , dann bin ich anschließend hellblau.
3.  Der ESC ist mit oben genannten Events nicht zu vergleichen.
4.  Bei dem hilft nämlich nur noch Freibier für alle !
5. Es überraschte mich jedoch, daß er dieses Jahr nach „Köln B“ vergeben wurde, Veranstaltungsmanagement haben die Luftpumpen da nämlich nicht drauf (-> Pearl Jam im ISS-Dome 2007).
6. Mittlerweile steht bei mir dabei ohnehin das Fremdschämen im unterhaltungstechnisch relevanten Vordergrund, wer dieses Gekaschper dann gewinnt, ist mir inzwischen nicht mehr so wichtig.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die im Ofen befindliche Pizza, morgen habe ich ein gigantisches, gemeinschaftliches Picknick- und Lästerevent zum Grand Prix geplant und Sonntag möchte ich dann zum vorletzten Mal dem weisen und erhabenen Gottvater unter den Fußballexperten huldigen.

Mittwoch, 11. Mai 2011

100 (Degrees)

(KYUSS)

Und nun zu etwas völlig anderem... :

1. Geschenkpapier oder Geschenkbox?
Papier natürlich. Auch wenn ich jetzt, beim näheren Überlegen, durchaus erkenne, daß ich mich mit einer Box leichter tun würde.

2. Echter oder künstlicher Baum?
Echter Baum! So ein Plastikwedel kommt einem Erzgebirgler nicht in die Bude. Das wäre ja so, als wenn die FDP plötzlich Sozialpolitik machen würde.

3. Wann wird der Baum aufgestellt?
Variabel. Ein bis zwei Wochen vor Weihnachten sollte es aber schon sein, man will ja auch was davon haben. Dabei fällt mir ein, daß ich die Tüte mit dem Christbaumschmuck endlich mal vom Schuhregal nehmen und auf den Dachboden schaffen sollte.  

4. Wann wird der Baum abgebaut?
Nachmöglichkeit erst kurz vor Ostern.

5. Magst du Eierlikör?
Selten. Aber was hat Eierlikör mit Weihnachten zu tun? Da steht mir der Sinn eher nach einem amtlichen Glühwein am verschneiten Weihnachtsmarktstand bei Minusgraden; mitten im Bratwurst- und Pfefferkuchenduft, dazu die Russenmütz auf… hach, schade, daß wir gerade Mai haben!

6. Schönstes Geschenk aus Kindertagen?
Mein eigenes kleines Spielzeuggewehr, damit ich meinen Opa standesgemäß auf der Pirsch unterstützen konnte! Dazu dann noch ein Jagdrucksack worin immer ein dahin gemeucheltes Kuschelvieh mit in den Wald geschleppt wurde. Als Dankeschön gabs dann immer Zartbitterschokolade auf dem Hochsitz, während wir auf den Braten warteten.

7. Stellst du eine Krippe auf?
Als Atheist ist das nicht so mein Fall. Ich stehe da eher auf die derbe, handfeste Dekovariante mit grimmig dreinblickenden Nussknackern und heftig qualmenden Räuchermänneln aus der Heimat.

8. Für welche Person ist es am schwierigsten ein Geschenk zu kaufen?
Kann ich nicht sagen, fragt mich am 23. Dezember noch mal.

9. Und für welche am leichtesten?
Das fragt mich mal am 22. Dezember.

10. Das schlimmste Weihnachtsgeschenk, das du je bekommen hast?
Gabs kein besonderes. Ich kann sogar über diesen geschmacksverirrten Hokuspokus, den meine Tante mir immer andreht noch herzhaft Witze reißen… und das ist ja auch schon mal was.

11. Weihnachtskarte oder Email?
Mittlerweile meist der Emil. Aber generell würde ich dazwischen noch den klassischen Anruf platzieren.

12. Lieblings Weihnachtsfilm?
Stirb Langsam I & II. Bevor ihr lacht: Wann kommen die denn immer?!? Na…? Röchtöch!!! Ansonsten finde ich die Muppets-Weihnachtsgeschichte endcool.

13. Wann beginnst du mit dem Kauf der Weihnachtsgeschenke?
21. Dezember.

14. Hast du schon einmal ein Weihnachtsgeschenk weiter verschenkt?
Nee, wenn, dann erledigt das meine Mutter für mich.

15. Was isst du Weihnachten am liebsten?
Neunerlei, gibt’s da überhaupt Alternativen? Schwerpunkt liegt dabei auf Bratwürsten, Linsen und Sauerkraut.

16. Weiße oder bunte Lichter?
WEIß!! Dieser bunte Kitsch kommt mir nicht an die Fichte!

17. Lieblings Weihnachtslied??
Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,
der Lehrer haaaaat mich ausgehaun’!
Dann musst ich iiiiiiin der Ecke stehn’
und für den Lehrer Zigaretten drehn!
Oh Tannenbaum…
Ein Brüller als Sechsjähriger!

18. Kennst du sämtliche Namen der Rentiere?
Nein, aber ich habe durch teilnehmende Beobachtung in den finnischen Wäldern heraus gefunden, daß das wesentlich mehr als neun Stück sind. Die Finnen machen aus denen übrigens auch sehr leckere Wurstwaren.

19. Fährst du über Weihnachten weg oder bleibst du zu Hause?
Ich fahre NACH Hause, so würde ich das formulieren! Mir käme es doch gar nicht in den Sinn, die Feiertage auf Malle abzuspacken oder anderen, fernreisetechnischen Kokolores abzuziehen. Weihnachten gehört der Onkel auf den Berg!

20. Engel oder Stern auf der Spitze des Baumes??
Dieses Jahr wars erstmals ein Stern. Ansonsten gilt auch hier: Dezenter Holzschmuck rockt oder, wie dieses Jahr, eine Komposition aus Schwarz und Rot.

21. Was magst du am meisten an den Weihnachtstagen?
Man nehme die Quintessenz der Fragen 1 – 20, addiere „kleine Schwester ärgern“ und „BratwurstRehbratenWildschweingulaschEnte“ und multipliziere das dann mit HO-HO-HO! (nicht vergessen: Punkt vor Strich)! Dann hat man einen annähernden Richtwert!

Dienstag, 10. Mai 2011

SACHSEN - ANHALT

(Rainald Grebe und das Orchester der Versöhnung)

Eigentlich hatte ich ja schon einen Eintrag für heute in der Hinterhand, aber manchmal muß man einfach tagaktuell, flexibel und spontan sein. Was sich mir eben darbot, als ich meine Mails abrief, das war schon bemerkenswert! Als ich die Adresszeile las, stutzte ich kurz: 

So stand`s im Feuerfuchs
Mein Sachsen – Anhalt – Eintrag? Sachsen – Anhalt?!?! Ich glaubte an einen üblen Scherz! Dann las ich mir die Mail durch und stellte fest, daß die das ernst meinen! Nur… WARUM?!?

RRRRRÄGÄONAHL MARRRKÄTÄNG!
Alleine der Einstieg ist ja schon mehr als holprig;  mit „2,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger aus Sachsen – Anhalt finden sie nicht“ macht man mir persönlich jetzt nicht unbedingt Angst. Ehrlich gesagt bin ich sogar froh drum, daß die keine Ahnung davon haben, wo ich bin. Geht die ja auch nüscht an, diese Heinis. Die sollen man schön in ihrem Magdeburg nebst Umland bleiben und mich in Frieden lassen. Ich habe schon genug damit zu tun im eigenen Bundesland leidlich anonym zu bleiben, da kann ich „2,4 Millionen (zusätzliche) Bürgerinnen und Bürger“ die mir auf die Nerven gehen als Allerletztes gebrauchen. Außerdem biete ich ihnen als Gegenleistung die gleich dezente Zurückhaltung an, wenn das mal kein Angebot ist. Ich tu euch nix, ihr tut mir nix. Deal?!?
Aber noch ne Spur verschärfter finde ich ja den Titel dieser Kampagne: „SA – Regional“; mit Verlaub, aber man hätte es durchaus etwas glücklicher titulieren können. Ich weiß nicht, ob denen bewusst ist, welch fieser historischer Zweideutigkeit sie da aufgesessen sind, ich vermute eher nicht. Mit Marketing hat das nix mehr zu tun, das ist ja schon Rufselbstmord. Als Auftraggeber würde ich die Verantwortlichen der Agentur mal dezent zur Seite nehmen und ihnen `nen Satz warme Ohren verpassen. Das vermittelt ja den Eindruck, daß Braunau nun plötzlich nicht mehr am Inn liegt. Aber gut, müssen sie selber wissen, ob sie mit einer derartigen Werbeoffensive ins Bewusstsein der Allgemeinheit einmarschieren wollen!
Sehr nett ist auch dieses pseudohandschriftliche „Das wusste ich gar nicht!“ unter den hingeschmierten Vorteilen. Geht’s eigentlich noch grässlicher? Man hätte im Übrigen statt „Suchmaschinen“, „Neukunden“ und „Bekanntheit ihres Unternehmens“ auch durchaus hinschreiben können „Willkommen im Web 1.0!!!“
Und dieses „Jetzt für 2,4 Millionen Einwohner aus Sachsen – Anhalt auffindbar sein“ am Ende bildet zwar nen schönen Rahmen, wirkt aber für mich nach wie vor wie `ne Drohung. ICH WILL DAS NICHT! Wer will das denn überhaupt?!? Am Ende muß man die noch durchfüttern oder die wollen alle über Nacht bleiben! Das wird dann selbst in meinem ausufernden 36 Quadratmeter – Loft hier ein wenig eng. Nennt mich konservativ, aber ich will dann doch, daß alles so bleibt wie es ist. Ich hier und Sachsen – Anhalt schräg da oben; das passt schon!

Persönlich finde ich, daß diese Imagekampagne so etwas wie der Marcel Davis des Regionalmarketings ist!

Montag, 9. Mai 2011

HIGHWAY TO HELL

(AC/DC)

Eine neue Macht erhebt sich in Mordor! Ein dunkler Schatten zieht herauf jenseits des Schicksalsberges und droht die Vernunft zu untergraben. Nachdem ich mich bereits mit gezücktem Schwert in die Heerscharen der Vegetarier und der finsteren Veganer warf und mit blanker Verbalklinge den Salat zerschnitzelte, werde ich erneut heraus gefordert! Der vegane agitierende Erzfeind ist nämlich keiner mehr, nein, es droht nunmehr die Potenz seiner Schreckensherrschaft über die bundesdeutschen Küchen herein zu brechen. Wer mag das wohl sein, der die Salatorks und Veganuk-Hai Schöpfungen aussehen lässt wie Cocktailwürstchen?!? Es ist die menschenverachtende Zucht der „Frutarier“! Aus einer Art Ursuppe des Verderbens hervor gegangen bahnt sich diese Brut nun den Weg ins gesellschaftliche Gutmenschentum wie die kleine Raupe Nimmersatt durch das Buffet. Wobei der Vergleich ja auch irgendwo hinkt… aus der Raupe wurde wenigstens ein Schmetterling, was man bei den pazifistischen Nahrungsverweigerern wohl eher unwahrscheinlich ist.

War dem Vegetarier, diesem Lümmel, nur das Zuchttier und dessen Unversehrtheit heilig, so dass er sich am Kuhsaft labte und auch dem Rührei nicht abgeneigt war, so katschte der Veganer schon auf keinerlei Nahrungsmitteln mehr herum, die faunatischen Ursprunges waren. Stattdessen wurden Pflanzen in jeder Variation verzehrt und zubereitet, immer auf der Suche nach dem politisch korrekten Pazifistenessen. Daß man damit selber nicht so wirklich zufrieden war, dafür mag die ewige Suche nach „Fleischersatzerzeugnissen“ stellvertretend als Beweis stehen. Wenn ich etwas nicht vermisse, dann brauche ich dafür nämlich auch keinen Ersatz. Wenn Freund Vegan „Tofu“ essen will, dann soll er das tun (schmeckt ja manchmal auch), es dann aber bitte auch „Tofu“ nennen; und nicht „Würstchen“ oder „Gemüseschnitzel“. Tofurolle und Grünfladen wären da die passenderen Bezeichnungen. Jedenfalls dachte ich in meiner unendlichen Naivität, daß es nichts Evolutionsfeindlicheres und widersinnigeres geben kann als Veganer. Liebe Veganer, ich habe euch Unrecht getan, es tut mir leid. Ich nehme zwar nix zurück, aber sehe gleichwohl ein, daß ich gar nicht so schlimm seit; es geht halt immer noch ne Runde blöder. Außerdem seid ihr, ist es nicht ironisch, jetzt in der Situation, in der ihr mich seit Jahren wähnt. Jetzt müsst ihr euch nämlich vor einer Horde dahergelaufener Weltverbesserer rechtfertigen, wie ihr denn so herzlos sein könnt, ganze Pflanzen zu essen. Ja, sie mit Küchenmessern zu zerhacken, sie mit anderen Gemüseleichen zu vermengen und das schreckliche Mahl dann auch noch mit Öl zu übergießen und euch einzuverleiben. Der Frutarier nämlich, der schaufelt nur das in seinen Magen, was er von der Pflanze quasi hinterher geworfen bekommt. Früchte nämlich. Maximal lässt sich Freund Blase herab, etwas zu ernten, aber dann auch nur so, daß die Mutterpflanze keinen Schaden davon trägt. Milch und Eier sind weit außerhalb des Zumutbaren für die Jungs, Fleisch… ich glaube die wissen nicht mal mehr, was das ist! Schlimm, oder?!? Mitten in Deutschland, dem reichen, reichen Deutschland, gibt es Menschen, die nicht wissen wie `ne Wiener schmeckt! Die Armutsgrenze ist grün!

Ich kann es ja noch irgendwie nachvollziehen, wenn man sich sagt „das arme Schwein“ und aus diesem Grund keinen Bissen mehr herunter bekommt. Aber Mitleid mit einer Kartoffel?! Ich glaub es hackt! Die fühlen sich schuldig, weil die arme Pflanze dann stirbt. Pflanzen sind auch nur Tiere und die wiederum sind ja eh die besseren Menschen. Also ich warte ja nur darauf, bis sich einer dieser Verstrahlten irgendwann mal in der Fußgängerzone in meine Richtung schleppt und versucht mich vom rechten Weg abzubringen. Auf DIE Argumente bin ich dann mal gespannt. Das Schöne ist, ich kann die dann damit ärgern, daß ich mich als pflanzenmordender, chlorophyllverschmierter Veganer ausgebe… daß ich das noch erleben darf.  Hier übrigens mal ein kleines Werbevideo dieser Bekloppten:

„Step 6: Don’t drink!“ …die haben doch den Schuß nicht gehört diese Heinis!! Schuß? Mmmmhhhhhhh… Wild!*träum*

Sonntag, 8. Mai 2011

WHOLE LOTTA ROSIE


(AC/DC)

Manchmal ist es aber auch wie verhext! Da ist man eine Woche im Urlaub und vergisst das Ladegerät für die Diggi zu Hause und hat ausgerechnet dann, wenn es darauf ankäme, keinen Saft mehr auf der Knipse! Gestern war so ein Tag. Gut, sonderlich aktiv war ich nicht, was aber im Wesentlichen daran lag, daß ich streng genommen den ganzen Tag im Zug verbrachte. Aber man mags ja kaum glauben, auch da kann man was erleben.

Ich fahre an Sonnabenden nur selten Zug, zugegeben, aber was in diesem Land so los ist, an eben jenen Sonnabenden, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Am Besten war, daß man das alles aus dem Zug bzw. vom Bahnsteig aus beobachten konnte; da war man wenigstens halbwegs in Sicherheit und konnte die ganzen Irren geflissentlich inspizieren. Zum Beispiel einen etwa fünfundzwanzigjährigen Mitmenschen der am Aalener Bahnhof mit Kondombauchladen am Bahnsteig stand und dem einfahrenden Zug stolz ein Schildchen mit der Aufschrift „FICKEN 2€“ entgegen streckte. Das hätte ich dann nämlich, wäre meine Cam einsatzbereit gewesen, schon gerne für euch fest gehalten.
Konkret spiele ich auf die unzähligen Junggesellenabschiede an, deren Zeuge ich gestern wurde. Ein Junggesellenabschied? Was ist das eigentlich? Nun, ich weiß es auch nicht 100%ig, aber ich kann aus meinen Beobachtungen von gestern ein paar Rückschlüsse ziehen: Zunächst besteht eine solche Runde aus mehreren Männern, sofern die Mitwirkenden sich diese Bezeichnung alterstechnisch schon verdient haben; also sagen wir lieber „Typen“. Noch passender wäre allerdings „Gestalten“. Da es nun aber ein wenig langweilig wäre, wenn die nur in der Weltgeschichte rum stünden und dabei doof gucken, lassen sie zumindest das Rumstehen weg und substituieren es durch eine Mischung aus „torkeln“ und „grölen“. Bekleidet ist das Grüppchen jeweils recht uniform, sehr beliebt scheinen Kik – T-Shirts mit Individualaufdruck zu sein. Da war gestern vom primitiven, blöden Spruch (Bayreuth), über ein amateurhaft zusammen gestammeltes Comic (Aalen) bis hin zum „liebevollen“ Fotoprint der Potenzialeheleute (Partybild… ihr wisst schon, diese Fotos, wo Frauen diese hirntote Spitzschnute ziehen) in Nürnberg alles dabei.
Außerdem haben diese Trupps immer einen Transvestiten dabei. Keine Ahnung woher dieses besonders seltsame Brauchtum rührt, wahrscheinlich irgend ´ne katholische Tradition… was weiß ich. Der Transvestit jedenfalls, der steht augenscheinlich im Mittelpunkt des kollektiven Interesses. Jeder scherzt mit ihm, zupft ihm am Röckchen oder dreht der armen Transe ein weiteres der zahlreich mitgeführten Billigbiere an. So wird dann `juchei´ gemeinsam der Tag verbracht und so mancherlei Liquides weggelötet.
Die Knilche in Nürnberg haben es übrigens ein wenig übertrieben, indem sie ihrer sexuell verwirrten Begleitung einen massiven Klotz ans Bein schmiedeten und sie somit an der Flucht hinderten. Aber denkt ihr vielleicht, die am Bahnhof zahlreich vertretene Polizei (Anm.: Heimspiel 1. FCN) wäre da eingeschritten? Die gesellten sich kurz zu den Gestalten, quatschten und lachten ein wenig und zogen wieder von Dannen.

Ich frage: Was ist denn das bitte für ein Verständnis von einem „demokratischen Rechtsstaat“, in dem jedwede dahergelaufene Männerrunde mit Alkoholproblem ihren eigenen Transvestiten in Ketten legen kann; und das alles auch noch vor der Nase des amüsiert wegblickenden Schutzmannes?! Wer weiß was die mit dem machen! Und da ich gestern viele solcher Trupps sah, sehe ich mich gezwungen den großen Eduard Zimmermann zitieren: "Dies ist leider kein Einzelfall!" Wollen wir wirklich ein Land sein, in dem uniformierte Testosteronmobs saufend und grölend durch die Gegend ziehen und in aller Öffentlichkeit ihre Transe unterjochen? Was wirft denn das für ein Bild auf das Land der Dichter und Denker?! Kann mir das mal einer erklären?

Freitag, 6. Mai 2011

UNNATURAL SELECTION

(Muse)

„The past seven days I’ve been living next door to Pietro!“ „Pietro?!? WHO THE FUCK IS PIETRO?!“ Eine berechtigte Frage meine lieben Weggefährten auf dem Pfade der Erleuchteten. Ich kann es nicht anders sagen: Er ist der neue akustische Bannstrahl den die bohlensche Castingindustrie auf die geistig Armen gerichtet hat. Morgen tritt er im Duell der talentfreien Pausenclowns gegen irgend so ne Ische an, mit welcher er angeblich im Nebenberuf auch noch durch die Kissen springen soll. Die so genannten „Zuschauer“ (man könnte sie auch schlicht „das entmündigte Hotlinevolk“ nennen), werden dann mit ihren Schnellwahltasten und unter Mitwirkung der elterlichen Telefonrechnung eine dieser beiden Gestalten auf den Temporärthron des „Superstars“ hieven, von welchem selbige ein Album lang die deutschen Top 20 aus dem unteren Mittelfeld heraus imperieren wird. Ist dies dann nach ca. anderthalb Monaten ausgestanden, wird der grell illuminierte Pfad zum Ruhm auch schon wieder verlassen werden (müssen) und sich mehr und mehr in einen holprigen Waldweg verwandeln, an dessen Ende ein beliebiger Baumarkt steht. Zu dessen Eröffnung wird unser Pietro dann seinen einzigen Nr. 27 – Hit trällern während er exzessiv mit zwei Gartenkrallen ins Bratwurst mümmelnde Volk winkt. Es gibt für derlei Karrierepfade übrigens auch noch eine andere Bezeichnung: Sackgasse! Aber, wir wollen mal nicht so gehässig sein, das wird ja frühestens Ende Juni aktuell… für Pietro.

Wie ich darauf komme? Nun, ich kann nicht ganz ohne Stolz behaupten, daß ich diese „Staffel“ komplett an Bohlens Idiotenselektion vorbei gekommen bin. Nicht einmal bei den ersten Shows bin ich zappender Weise hängen geblieben wenn da die ganzen Krampen ihr Pseudotalent auszuleben gedenken. Ihr wißt schon, diese komplett talentfreien Blindgänger, die zwar aussehen wie ne Mischung aus Bud Spencer und Rainer Calmund, sich aber dennoch dazu berufen fühlen uns mit „Waka Waka“ zu verstören. Nein, nicht einmal das habe ich mir gegeben… ich bin bewundernswert konsequent. Aber wie das nun mal so ist: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg eben zum Propeten; selbst wenn das das Letzte ist, was dieser will. Und da der Berg wußte, wo der Prophet jedes Jahr im Frühling zu finden ist, machte er nebenan nen Hügel auf… oder passender: `nen Haufen. So konnte der Prophet, also ich in diesem Fall, dem Elend nicht mehr aus dem Weg gehen, als er in den jährlichen Lenzurlaub nach Karlsruhe temporalemigrierte. Denn besagtes Elend residiert ca. 20 Meter Luftlinie von meinem derzeitigen Aufenthaltsort.

Jedes Mal, wenn wir das Haus verlassen, müssen wir an der elterlichen Mafiatortenschmiede des kommenden DSDS-Auswurfes vorbei. Vor ein paar Wochen las ich in der Presse dann schon geschockt von „tumultartigen Szenen“, welche ein Eingreifen des Schutzmannes erforderlich machten. Da dachte ich schon bei mir „Mist! Hoffentlich wird der Honk schnellstmöglich rausgewählt, damit ich meine Ruhe hab im Urlaub!“ aber so kam es ja nun mal leider nicht. Aber gut, von „tumultartigen Szenen“ ist hier auch nix zu sehen gewesen bislang. Das ist mal wieder ein Indiz dafür, wie hoffnungslos überschätzt dieses Format ist und welche Rolle die Medien dabei spielen. Eigentlich beschränkt sich der hiesige „Hype“ darauf, daß die parentale Pizzaria sich die Schaufenster mit auf A4 aufgejuppten Urlaubsfotos des Sprösslings zugekleistert hat. Soweit ich erkennen konnte, sind die nicht einmal auf Fotopapier gedruckt. Darunter mischte man dann als kleines Schmankerl das Angebot von „Fan-Artikeln“; so kann man sowohl ein „Pietro – Shirt“, als auch ein „Pietro – Cap“ erstehen.
Aus dieser Pizzaria entspringt das akustisch Böse!
Die Mandalas der Schande! Man achte auch auf den Dunstabzug oben links... hmmm, lecker!!
Zu überhöhten Preisen versteht sich, aber wer hätte denn was anderes erwartet. So können sich die pubertären Blagen ihren Jodeljochen also sowohl aufs Haupte setzen, als auch über dem feisten Wanst straff zurren um ihre Sympathien kund zu tun. Sehr nett. Und nach zwei Waschdurchgängen sieht der Typ auf dem Foto, dank feinster chinesischer Plagiatstinte, dann aus wie Heiner Geißler. Ganz großes Tennis. Insiderinformationen zufolge haben diese Merchandiseauswüchse aber auch einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert. Neben der Visage des trällernden Chansonschrecks himself bekommt man nämlich auch einen Sponsoren-Aufdruck gleich mit geliefert auf seinem tollen T-Shirt. Nur, dieser stammt nicht etwa vom elterlichen Etablissement, nein, sondern vom benachbarten Griechen. Das fällt vor allem auf, weil dieser nicht etwa einen der beliebten helenischen Standardnamen für sein Speiselokal gewählt hat (z.B. „Mykonos“, „Herkules“, „Athen“ oder „Zeus“), sondern seine mediterrane Futtertheke allen Ernstes „Walhalla“ taufte.
 
Hier wird das Bifteki noch mit dem Hammer geschmiedet!
„Walhalla“, das berühmte, Sagen umwobene Kernland der griechischen Mythologie, wie wir doch alle wissen. Ich frage mich da: Mag seine Familie ihren Pietro etwa nicht, daß sie nicht das eigene Lokal als Hautsponsor einsetzen? Könnte natürlich auch ein geschickter Marketingschachzug sein, denn wenn die Show erst einmal gelaufen ist und der Junior nur noch mit diversen Komplettabstürzen (#Winehouse) für Schlagzeilen sorgt, dann muß die Konkurrenz mit dem Imageverlust fertig werden. Und schwups besitzt man wieder das Fritteusenmonopol in der Südstadt.

Nun gut. Ich will mal aufhören mich hier zu amüsieren. Im Grunde genommen ist es ja ganz lehrreich, mal direkt neben einer kommenden Konifere der bundesdeutschen Unterhaltungsindustrie zu residieren. Geht man nämlich erst einmal fast täglich an der Pizzaria der stolzen Produzenten dieses potentiellen Chart- und Schlüpferstürmers vorbei und sieht dabei, wie gering, ja schon fast nonexistent das öffentliche Interesse ausfällt (da steht einfach mal KEINER, aber auch GAR KEINER vor den reich verzierten Fenstern), dann ist man schon irgendwie beruhigt. Beruhigt, weil einem klar wird, daß das Volksverdummungsformat DSDS bei Leibe nicht die öffentliche Wirkung hat, die uns diverse Medien suggerieren wollen.

So rufe ich die Straße hinunter: Good Luck Pietro! Und bring mir `ne Gartenkralle mit, wenn du einmal da bist.

DEANNA

(Nick Cave & the Bad Seeds)

Es ist mal wieder Freitag und der Onkel frühstückt gerade Mortadella - Toast mit ordentlich Sambal Manis sowie eine Männerortion Kahvi (Urlaubsfrühstück quasi). Nebenher wird mal spontan der Freitagsfüller aus dem Ärmel geschüttelt... et voila:

1. Also wirklich, ich soll OHNE KAFFEE das Haus verlassen?!?! Scherzkeks!
2. Beim Rasenmähen übersehe ich nahezu sämtliche Sommerblumen.
3. Menschen mit Ponys wurden im Wilden Westen nicht sonderlich ernst genommen.
4. Was die Leute, die DSDS schauen, interessiert, will ich gar nicht wissen.
5. Hallo, my name is Nick and I am down here for your soul.
6. Ein achtstelliger Lottogewinn und `ne Vanilla-Coke, das wär' jetzt genau das richtige.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf feinste Rindersteaks vom Grill, morgen habe ich einen längeren Aufenthalt in einem der rollenden Ersatzteillager von Mehdorns Erben geplant und Sonntag möchte ich endlich wieder Experten gucken!

Donnerstag, 5. Mai 2011

FOXYMORPH - BLOGSTÖCKCHEN

Mahlzeit mein Freund, nachdem ich die ganze Zeit immer nur „geklaut“ habe, ist es nun an der Zeit, mal ein eigenes Blogstöckchen in Umlauf zu bringen. Mal sehen, wer es sich als erster schnappt. :-) Verlinkte "Lösungsvorschläge" sind willkommen.


1.    Was war deine erste CD / LP und vor allem: Kannst du dir heute noch erklären, warum?
2.    Stelle dir vor, du bist beim Papst zum Grillabend eingeladen – welches Salat bringst du mit (Rezepte erwünscht ;-) )?
3.    Unter welchen Umständen würdest du einen Wahrsager aufsuchen?
4.    Was ist dein Lieblingsfilm in dem keine Schießerei vorkommt?
5.    Was hälst du von Windrädern?
6.    Wer ist Dein Lieblingsaußerirdischer und warum?
7.    Wer ist für dich der Lothar Matthäus des Frauenfußballs?
8.    Welchen  Musiker würdest du gerne einmal persönlich treffen und vor allem wo?
9.    Bist du der Meinung, daß Veganer wirklich ein glücklicheres Leben führen?
10.  Mal angenommen du hättest zwei Dutzend Bisamratten im Lotto gewonnen, was würde dein Onkel davon halten?

Mittwoch, 4. Mai 2011

KILLING IN THE NAME OF

(Rage Against The Machine)

Verschwörungstheorien! Nun macht aber mal halblang! Da surft man den lieben langen Tag durchs Netz und stößt immer wieder auf solche Kasper, die einem weiß machen wollen, sie hätten die Wahrheit geleast und Bin Laden würde weiterhin quietsch vergnügt durch die Wüste springen, während sich die westliche Welt den Allerwertesten ab freut, daß es ihn endlich erwischt hat.

Mal ganz davon abgesehen, daß es schon ziemlich seltsam anzusehen ist, wenn Mutti sich da im kaffeebraunen Fräckel vor die Kameras schiebt und sich über einen Headshot freut, nachdem sie jahrelang gegen Counter Strike mobil gemacht hat. Auch von der ethischen Seite her ist es doch, naja, „suboptimal“, wenn sich die Vertreter der westlichen Demokratien mit jubelnden Grußbotschaften gen USA wenden. Klar, sonderlich traurig bin ich auch nicht, daß man den Vogel endlich aus dem Verkehr gezogen hat, aber man sollte gerade als Staatsmann ein wenig zurückhaltender agieren. Aber da läuft mal wieder der Ego-Wettlauf, wer ist der größte Freund der USA und lobhudelt den Barack am vorbehaltlosesten in der Hoffnung, beim nächsten Staatsbesuch auch ganz besonders nah am Hoffnungsträger dinieren zu dürfen. Mir erschließt sich einfach nicht, warum das „ein großer Tag“ sein soll oder warum man die Amis „herzlich beglückwünscht“ zum „größten Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus“ wie es hieß. Jeder vereitelte Anschlag ist ein größerer Triumph, als diese Aktion vorgestern, denn das rettet Leben. Das war am Ende „nur“ ein symbolischer (Rache-)Akt einer noch auf Jahre hinaus tief verstörten Nation, mehr nicht und auch nicht weniger. Daß dieser Tag kommen würde, wenn sich den USA die Chance dazu bietet, war seit Jahren klar und ebenso, daß der Bin Laden diesen Tag nicht heil überstehen würde. Die Informationspolitik, gut, die war und ist miserabel, keine Frage. Da sickerte erst unwidersprochen ein Foto durch, was ziemlich schnell als Fälschung entlarvt wurde und die Leiche wurde erst umständlich geborgen und hernach hastig irgendwo im Meer versenkt. Klar wirkt das seltsam, aber was erwarten wir denn?!? Ein Staatsbegräbnis das live im TV läuft? In welchem Staat überhaupt? Der Typ hatte ja nicht einmal ein Heimatland, das ihn noch haben wollte. Außerdem revidierte man mittlerweile den Hergang dann doch schon grundlegend. Aus dem sich verbissen wehrenden Bin Laden wurde mittlerweile ein Unbewaffneter, der aber der Schießerei mit seinen Leibwachen zum Opfer fiel. Fotos der offensichtlich arg zerschossenen Leiche solls irgendwann auch noch geben, was für mich auch schon wieder so eine „muß denn das jetzt wirklich sein“ – Sache ist. Alles in allem reichlich konfus und undurchsichtig, das sehe ich ja ein, aber am Ende dann doch normal für so eine brisante Operation. Also ich glaube den Amis, daß es Osama erwischt hat. Außerdem glaube ich auch, daß die Bilder der Leiche derart „unschön“ geraten sind, daß sich eine Veröffentlichung nicht unbedingt empfiehlt, insbesondere, nachdem man ja schon zusehen mußte, wie das Fake – Foto medieal breitgetreten wurde, obwohl es nun ja auch nicht gerade als ästhetisch zu bezeichnen war. Aber es gibt ja (wie immer) Leute, die meinen alles besser zu wissen, die sich da eine schöne Theorie zusammengeschmiedet haben, warum jetzt nicht die Realität zutrifft, sondern das, was ihnen gerade eine Plattform bietet um sich zu profilieren. Momentan geht das im Internet entweder in die Richtung „Bin Laden lebt und hat einen Deal mit den USA “ oder man unterstellt den Amis, daß sie die Leiche eben nicht versenkt, sondern einfach behalten haben (hmm, warum eigentlich!?). Momentan wird halt, wie auch vor knapp 10 Jahren, der Nährboden gelegt für eine Vielzahl von Verschwörungstheorien und Verdächtigungen, mit denen wir medial noch auf Jahre hinaus zu kämpfen haben werden. Wie bei der Mondlandung, Elvis (OK, der King lebt nun aber wirklich noch!) oder der dem Ufo-Absturz von Roswell wird das Ding eine Eigendynamik gewinnen befürchte ich. Voran getrieben vom wichtigtuerischen Gebrabbel irgendwelcher Vollhonks, die sich zwischen Junk-Food und mehreren Hektolitern Red Bull hanebüchene Zusammenhänge zusammenhalluzinieren, wird man in der nächsten Zeit wieder eine Schwachsinns-Story nach der anderen aufgetischt bekommen. Das Problem dabei ist nur, daß man Bin Laden damit auch über den Tod hinaus eine Relevanz zuschanzt, die auch wieder gefährlich werden kann. Warum können wir nicht einfach mal akzeptieren, daß der Typ weg ist vom Fenster, sich die Radieschen von unten ansieht, 6 Fuß tiefer gelegt wurde, den Löffel abgegeben hat, über die Klinge gesprungen ist (oder wie man es auch sonst ausdrücken will) und daß das an sich nicht unbedingt das Schlechteste ist was hat passieren können.

Dienstag, 3. Mai 2011

MAGIC vs. TECHNOLOGY

(Brant Bjork and the Bros.)

Hallöchen. Nachdem wir gestern bereits ein wenig "angenerdet" haben, beschäftigen wir uns heute mit einem kleinen Blogstöckchen zum Thema "Filme und Fernsehserien". Gefunden habe ich das mal wieder bei der Manu. Danke dafür und viel Spaß (und wer das Stöckchen weiter tragen will, der tue das!


A-Team oder Aristocats
Was ne blöde Frage! Als ob es zum A-Team auch nur irgendeine ernst zu nehmende Alternative gäbe!! Alleine wie der bärbeißige B.A. sich fortwährend mit „Howling Mad“ Murdoc in die Haare bekam war doch das Einschalten wert! Die coolen Sprüche, das ununterbrochene Dauerfeuer einer Ex-Spezialeinheit auf die bösen Buben ohne daß man auch nur einen von ihnen trifft, sie am Ende aber trotzdem besiegt, damit kann kein jaulender Trickfilmkater mithalten.

Buffy oder Bones
Definitiv Bones! Der gemeinsame Nenner beider Sendungen ist David Boreanaz, der allerdings in „Buffy“ genau einen guten Moment hatte (er bezeichnete einen Vampir als „hüftschwingende Fummeltrine“), während er derlei Sprüche bei Bones im Minutentakt rausballert. Außerdem sind da die Leichen gruseliger als in dieser Vampirserie mit dem blondierten Pseudo-Kung-Fu-van-Helsing-Verschnitt von S.M.Gellar. Blöde Serie!

CSI oder Criminal Minds
CSI! Besonders gerne Miami sowie CSI (Las Vegas); das New Yorker Spin-Off finde ich nicht so prall, ist aber hin und wieder auch ne Alternative zum Konkurrenzprogramm. Schon alleine durch die „The Who“ – Soundtracks lohnt sich das Einschalten schon zum Vorspann. Wenn man dann noch den Horatio vor einem Klumpen groben Gehackten stehen sieht, dem er schwört, den „der ihm das angetan hat“ zu kriegen, dann kann der Fernsehabend los gehen. Criminal Minds habe ich vielleicht ein oder zwei Mal gesehen… finde die Figuren laaaaaaaangweilig!

Denver oder Dallas
Aus nostalgischen Gründen „Dallas“! Habe das früher im Urlaub immer mit meinen Großeltern geguckt und fand den J.R. toll… der hatte immer die coolsten Hüte!

ER (Emergency Room) oder E.T
 .
ET! Der Film ist einfach mal ein Kultmovie. Wobei es dann bitte die Originalversion sein sollte und nicht diese weich gespülte Variante der „Nuller Jahre“, wo man den Polizisten aus Gründen der Political Correctness statt der Knarren Walkie-Talkies in die Hand Photoshopte. Ich will den ursprünglichen, rohen, blutrünstigen, schießwütigen Splatter – ET!

Flipper oder Fringe
Flipper, aber dieses uralt-Original. Ich habe damals ernsthaft geglaubt, Delfine können Haie mit der Schnauze totrammen ohne daß die sich ansatzweise wehren. Flipper, der Delfin gewordene Biotorpedo.

Greys Anatomy oder Großstadtrevier
Greys Anatomy ist ja mal totaler Schrott, sorry! Ist halt so ne Frauensendung denke ich. Großstadtrevier kenne ich jetzt nicht wirklich, es klingt aber nach einer 1a - Alternative!!!

How i met your mother oder Heroes
Heroes fand ich bevor es anlief interessant, als es anlief spannend und als die erste Folge rum war nur noch sinnlos gehyped. Das ist nix wirklich Neues. How I met your Mother dagegen ist witzig, hier also eindeutig vorzuziehen.

Inspektor Gadget oder Inas Nacht
Inspektor Gadget natürlich. Dieser trottelige Trenchcoatdepp mit seinem Hubschrauber im Hut, der mit seiner Nichte und diesem seltsamen Köter die Verbrecher aus Versehen einfängt… köstlich! Nur die Realverfilmung sollte man meiden!
Der Ina Müller beim Schnaps trinken zuzuschauen kann aber auch ganz unterhaltsam sein.

Jeopardy oder James Bond
Bis zu Daniel Craig: James Bond! Diese blonde Katastrophe hat der „007“-Reihe den ganzen Charme geraubt und sie zu einem billigen und vor allem schlechten Transporter-Abklatsch umgemodelt. Jeopardy ist aber auch blöd!

K11 oder King of Queens
King of Queens natürlich! Arthur Spooner ist mein Vorbild, so will ich mit 67 auch sein!

Lindenstraße oder L.A. Heat
Beides Rotz! Die Lindenstraße ist als das öffentlich-rechtliche Ur-GZSZ allerdings noch eine Spur verachtenswerter.

Manta Manta oder Miami Vice
NA-TÜR-LICH Miami Vice! Crockett und Tabs, wie sie unrasiert und im besten Ludenaufzug durch die 80er ermitteln und am Ende die optisch von ihnen kaum zu unterscheidenden Gangster einbuchten. Großartig. Zwar ist das nicht unbedingt anspruchsvoller als „Manta Manta“, aber auf jeden Fall stylisher als diese hirnlose Proletendoku rund um den Unterschichtdienstwagen meines Geburtsjahrzehnts.

Navy CIS oder Neues aus Uhlenbusch
NAVY CIS, aber auch bloß, weil die Alternative so dermaßen langweilig klingt… .

OC California oder One Tree Hill
Keine Ahnung, klingt beides nicht so, als ob ich es sehen, geschweige denn kennen müßte!

Paddington Bär oder Parker Lewis (der Coole von der Schule)
Parker Lewis natürlich! Eine der einfallsreichsten, selbstironischsten und unterhaltsamsten Jugendserien der letzten 20 Jahre. Nicht so ne Pseudo-Doku über ein dekadentes Teeniepack wie in „90210“, mit all den Problemen, die eigentlich gar keine sind, vom verwöhnten Oberschichtssprößling aber zu eben solchen gemacht werden. Auf die sollte man Larry Kubiak mal loslassen!

Quatsch Comedy Club oder Quincy
Quincy, auch wenn er nur noch selten läuft. Aber früher war er nach „Columbo“ ein integraler Bestandteil meines Krimidienstages. Unverzichtbar in meiner TV-Sozialisation. 
Thomas Herrmanns nervt einfach nur noch... dieser payettenhafte Grinsekasper mit der ewig geheuchelten guten Laune.

Reich und schön oder Rappelkiste
Rappelkiste. „Reich und Schön“ klingt ja schon wie „BUNTE-TV“, ist also höchstwahrscheinlich verzichtbar.

Simpsons oder Supernatural
Simpsons, was sonst. Aber „Supernatural“ ist auch cool, schade, daß man es hier im Duell mit dem Branchenprimus verheizt, in 8 von 10 Duellen hätte die Serie nämlich bei mir gewonnen.

Tatort oder Two and a half Men
Charlie Sheen rockt!!!! Alleine wie er für seine Rolle als Charlie Harper nach bester „Method-Acting“-Tradition recherchiert ist beeindruckend. Der Kerl gibt alles für die Rolle!!! *rofl*

Unsere kleine Farm oder Unter uns
Unsere kleine Farm, aber auch nur wegen Michael Landon (dem ewigen Little Joe aus Bonanza mit seinen weißgriffigen Colts... cooooooole Sau) und weil „Unter Uns“ nun wirklich totaler Mist ist.

Verbotene Liebe oder vierundzwanzig (24)
24. Ich werde hier nicht erneut begründen, warum ich Daily Soaps doof finde.

Wetten, dass …? oder Waynes World
Wetten Dass…? wird ohne Tommy nicht mehr Wetten Dass…? sein. Aber selbst MIT Herrn Gottschalk hat es keine Chance gegen das großartige WAYNES WORLD („Waynes World, Waynes World, Party Time, excellent!“). Nebenbei bescherte uns das Filmchen ja auch die geilste Autofahrszene der Filmgeschichte: 




X-Factor oder X-Diaries
Hier weigere ich mich strikt, eines dieser beiden fürchterlichen Volksverdummungsformate durch meine Entscheidung aufzuwerten.

Yogi Bär oder Yu-Gi-Oh
Yogi Bär natürlich.
J


Zorro oder ZDF-Fernsehgarten
Zorro!!! YES!! Der maskierte Rächer, den sollte man auch mal auf die ZDF-Programmverantwortlichen los lassen!

Welche Sendung hat gefehlt?
Blöde Frage, das ist doch sowas von offensichtlich: „STAR TREK“ natürlich!!!! 

Montag, 2. Mai 2011

NERDS

(Blumentopf)

Live long and prosper, werter Leser! Willkommen, hier, zwischen Vulkan und den fernen Gestaden von 110100101001011110 liegt unser derzeitiger Aufenthaltsort. Ein Ort, fernab des gesunden Menschverstandes und jeglicher Realität. Ein Ort aber auch, an dem man bei regelmäßigen  Stippvisiten jede Menge Spaß haben kann! Ein unterschätzter Ort, fürwahr. Die so genannte „zivilisierte Gesellschaft“ meidet ihn, verlacht ihn, ist er doch fern ab der hoch gehandelten Ernsthaftigkeit. Aber klammheimlich schleichen sich ihre von Professionalität und kalter Logik getrietzten Mitglieder in ihrer Freizeit eben hier her. Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen ersten Besuch hier. Das war irgendwann in den 80ern, als ich im Westfernsehen „Raumschiff Enterprise“ für mich entdeckte und fortan so grob wußte, was ein „Warp-Antrieb“ ist (noch bevor ich unfallfrei multiplizieren konnte) oder was Vulkanier von Romulanern unterscheidet. Als ich das erste Mal sämtliche Mitglieder des „Hohen Rates der Klingonen“ rückwärts in deren Muttersprache fauchen konnte, ja, da war ich plötzlich hier angekommen. Aus gelegentlichen, unregelmäßigen  Besuchen wurden bis heute schon ausgedehnte, von langer Hand geplante Urlaubsreisen in meine mittlerweile recht ansehnliche Datsche, ach was sage ich, auf mein Anwesen an jenem legendären Ort. Dort verweile ich dann ein wenig und kehre gut erholt wieder heim. Das Lustige ist, daß man von hier auch so eine Art Geheimwissen mitnimmt, was einem auch in der diesseitigen Welt zum Spaße gereicht. Beispielsweise latschen jährlich Tausende, Hunderttausende, ja schätzungsweise sogar Millionen an einem der zahlreichen „GameStop“ – Läden vorbei und denken sich nix dabei. Sie schauen vielleicht verstohlen durchs Schaufenster und latschen desinteressiert weiter; bestenfalls schauen sie mal kurz rein um ihrem Sprößling das neueste Popelmon – Spiel für den DS zu kaufen. Denen fällt nix auf, aber auch GAR NICHTS, was in irgendeiner Weise bemerkenswert wäre. Aber ich, der ich jenen Ort jenseits ihrer Vorstellungskraft gut kenne, ich schaue genauer hin als sie. Achtet beim nächsten Mal, wenn ihr an diesen „GameStop“-Läden vorbei kommt, auf die untere Kante der Schaufenster. Wenn ihr auf folgendes dort angebrachtes Schildchen schaut, dann wird sich an einem (oder eben auch an keinem) breiten Grinsen zeigen, ob ihr selbst schon einmal da wart, AM NERDPOL!

Einfach mal draufklicken zum Vergrößern!