TERVE!!!! Ich grüße euch, meine Leidensgenossen.

Einigen dürfte bekannt sein, daß ich bei “Finnland” immer ein wenig genauer hin höre, sogar im Radio. Jedenfalls ist da irgendwo hier in der Nähe ein Weihnachtsmarkt mit einem finnischen Stand und dessen Betreiber (der eine hieß Pekka) hat der Mikrofonmann interviewt. Es drehte sich zunächst um die üblichen Weihnachtsbräuche. Was ißt der Finne? Wie feiert der Finne? Was hat der Finne für Bräuche? Wie findet der Nordmann denn die unsrigen? Und natürlich: Was trinkt der Finne? Pekka war überraschend gut vorbereitet auf diese unerwarteten Fragen (… höhö). Was er da erzählte hatte Hand und Fuß. Für mich, der ich das ja aus erster Hand kenne, war es auch schön zu hören, daß sich da nicht viel geändert hat. Aber als er dann unseren Weihnachtsmarkt beurteilen sollte, da hat der gute Pekka ein bissel geschwindelt. Er meinte, das würde sich nicht großartig vom finnischen unterscheiden. LÜGENBARON!!! Finnischer Weihnachtsmarkt, so wie ich ihn kennen lernte, zeichnet sich zunächst einmal dadurch aus, daß es keinen Weihnachtsbaum gibt. Im Jahre 2003 in Joensuu hatte man jedenfalls keinen. In Helsinki stand glaube ich mich zu erinnern irgendwo zwar ein mit Glühlampen geschmückter Baum rum, allerdings war da der Weihnachtsmarkt nicht unbedingt in der näheren Umgebung angesiedelt. Mit Weihnachtsbäumen hatten die es nicht so. Auch suchte man so etwas wie einen Glühweinstand (hierzulande besteht der ganze Weihnachtsmarkt ja zu 50% aus den Dingern) vergebens (liegt an der recht restriktiven Alkoholpolitik). Und Bratwürschte? Vergiß es!!! Und selbst wenn es welche gegeben hätte, man hätte diese Dinger 1. nicht essen und 2. nicht als “Wurst” bezeichnen mögen. Bratwürste kann der kalte Gefährte aus Suomi nämlich mal gar nicht. Statt alldem hatte man in Joensuu ein paar Handarbeitsstände und eine kleine Bühne mit Kinderchor. Dazu verkaufte ein kleiner Stand Tee und Piroggen. Als Schmuck hatte man ein paar kleine Fichten Lieblos an ca. drei Meter hohe Feuerschalen gekettet, in welchen ein offenes Feuer zur Illumination loderte… das fand ich wiederum richtig cool! Jedenfalls war das der finnische Weihnachtsmarkt. Der Kinderchor schmetterte dazu ein paar finnische Weihnachtslieder und ab und zu sprach irgend ein Typ aus der Stadtverwaltung oder von einer beliebigen Bürgerinitiative. Die singenden Kinder waren übrigens lustig. Finnen haben wenn sie reden genau zwei mögliche Wirkungen auf ihre Mitmenschen:
1. es klingt niedlich (Keep it in mind – da kommen wir nochmal drauf zurück)
2. man fürchtet um sein Leben ob des Tonfalls der finnischen Sprache
Ich kann mich noch erinnern, als Antti, mein finnischer Mitbewohner mal mit seinen Kumpels telefonierte; wir dachten erst, der Kerl setzt einen ernst zu nehmenden Drohanruf an einen Schuldner ab und erläuterte ihm gerade in welcher Reihenfolge er gedenkt ihm die Gliedmaßen zu brechen, sollte er nicht langsam die Wucherzinsen akzeptieren und abzahlen. Aber Antti legte irgend wann auf, strahlte uns an und sagte nur: “It was my friend, he’s coming from Helsinki and he can’t find the way to our place. Maybe he’s already too drunk! Ho-ho-ho.” (lachend). Ähm, ja… gut! Jedenfalls war der Tonfall ein komplett anderer als wenn man einem Freund eine Wegbeschreibung gibt. Wenn ihr euch jetzt einen Kinderchor vorstellt, der in ähnlichem Aggro-Duktus die finnische Variante von “Stille Nacht” singt, dann wißt ihr was ich meine. Jedenfalls war das irgendwie witzig. Mit unseren Fressmeilen von “Weihnachtsmärkten” hatte das jedenfalls alles nicht sonderlich viel zu tun.
Aber der Pekka, der verkaufte das ganze dann doch so überzeugend, daß der Uneingeweihte ihm das wohl auch abgenommen hat. Die Entscheidende Frage war dann aber jene, ob die Finnen denn zu Weihnachten spezielle Getränke hätten (Pekka (hörbar begeistert): “Ho-ho-ho!”). Zunächst führe er den Glöggi an (Glögg spricht der Schwede; gibts hierzulande auch in der Lebst-Du-schon-Kathedrale). Klar, ein guter Glöggi ist was Feines! Rosinen rein, Ein wenig Obst von mir aus und Piparkakku dazu: KÖSTLICH! Kleiner Tipp: Nicht den mit Alkohol kaufen! Lieber den ohne (gibts jetzt endlich auch bei uns) und eigenverantwortlich mit gutem Vodka nachwürzen. Schmeckt um Längen besser als das vorgemischte Gebräu!

“SCHNAPSI”
Niedlich!!!

Post Scriptum: Kiekt ma’: Der Onkel is inne Zeitung:

Also erst mal ganz doll Daumen drück, dass du über die Grenze kommst ins NSA.
AntwortenLöschenPekka =D, wie sonst und natürlich Antti. Alles andere ginge ja gar nicht (vielleicht noch Kari oder Ilkka, hihi).
Ja ja, finnisch ist einfach: glöggi, pankki, posti - schnapsi. lol
Und, MsPittili, Personalausweis? Und jetzt sag nicht ID.
Grüße! N.
Keine Angst, sie kann es im Schlaf ;-).
AntwortenLöschenDie Frage ist, ob sie es auch richtig SCHREIBEN kann, mit den Doppelbuchstaben an der richtigen Stelle. ;)
AntwortenLöschenNa mal sehen ob sie diese Herausforderung meistert.
AntwortenLöschenhenkilöllisyystodistus
AntwortenLöschen(wenn ich die deutsche Schreibweise schon mit Google kontrolliere, warum nicht auch die finnische)
Großartig! Schnapsi...