Montag, 17. Oktober 2011

GIRLS, GIRLS, GIRLS

(J.B.O.)

Hallo, ich bins, der Bundesbürger. Hehe! Der Bi-ba-bu-ba-bundesbürger. Ich heiße übrigens Horst! Ich lebe hier mitten in Europa so vor mich hin, man mags kaum glauben! Ich bin mittlerweile schon 62 Jahre alt uns seit dem – von ein paar Modifikationen abgesehen – konstant in gleichbleibend guter Verfassung. Ich gehe wandern, schaue gerne Florian Silbereisen und poliere Sonnabends meinen Benz bis er blitzt und funkelt wie ‘ne Leuchtreklame auf der Herbertstraße. Ich habe Jeans an und 24 Tage Urlaub im Jahr, in welchen ich zum Campen mit meiner Frau und den 1,36 Kindern gerne ins Ausland fahre – zum Beispiel nach Bayern. Grillen tu ich auch…und Bier trinken, manchmal sogar gleichzeitig. Ich mag weiße Sportsocken und Trekkingsandalen, auch wenn ich nur zum ALDI gehe um mit ein Tiefkühlschnitzel zu kaufen. Auf Arbeit mache ich den Diederich Heßling damit meine Unfähigkeit nicht auffällt, bringt mir aber nix, außer vielleicht Burnout. Ich mag Feiertage, habe auch ne Menge davon und rege mich trotzdem auf, daß ich an denen nicht einkaufen gehen kann. Überhaupt ist “aufregen” mein liebster Zeitvertreib. Wenn ich mich mal nicht aufrege, dann versuche ich wenigstens anständig zu jammern. Wenn jammern auch nicht geht, dann gibt es bestimmt irgend einen Vorwand vollkommen grundlos in Panik auszubrechen und mein Dasein in Angst und Schrecken zu verbringen. Wenn mir selbst ein solcher nicht einfällt, gucke ich nochmal in die BILD, da lauert die Inspiration. Am Wochenende gucke ich Sportschau und freue mich, wenn Bayern verliert. Ich mag DIN-Normen, die gibts für ALLES, das ist toll! Beständigkeit und Berechenbarkeit… euch mag ich. Wenns mal keine DIN-Norm gibt, gibts garantiert ein Gesetz, oder auch zwei oder drei. Das ist bequem, man sagt mir wie es sein soll. Klar rege ich mich dann über die da oben auf oder jammere oder verfalle in Panik – aber insgeheim ist mag ich das. Es muß sich radikal was ändern, aber bitte schön strukturiert und so, daß es mich nicht betrifft. Das sagt auch meine Frau. Manchmal gehe ich mit Manni, Harri und Atze zum Stammtisch, da grillen wir dann nicht, trinken dafür aber umso mehr Bier. Und Kurze. Dort holt mich dann die Kompetenz ein, meine Fresse, was bin ich in diesen Stunden kompetent. Ich habe dann Lösungen für Probleme, die es gar nicht gibt… so kompetent bin ich dann.

Aber manchmal, ja manchmal da fühle ich mich hilflos. Dumm und ohne Orientierung. Dann brauche ich Halt in meiner Verletzlichkeit. Damit ich nicht nachdenken muß oder versuchen muß das letzte Fitzelchen gesunden Menschenverstand einzusetzen, der noch nicht im jämmerlich im Gerstensaft ersoffen ist. Bevor es hier nämlich am Ende dann doch nach Kompetenz geht und ich (mal abgesehen vom Stammtisch) in die Röhre schaue, brauche ich ‘ne Quote!

Kommentare:

  1. Qualität setzt sich durch - am Ende noch ganz ohne Quote.

    Grüße! N.

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