Mittwoch, 1. Dezember 2010

PEARL JAM 15.08.2009 BERLIN Wuhlheide

HEIMSPIEL -> Pearl Jam 15.08.2009 Berlin, Wuhlheide

Wie versprochen: Weiter geht die wilde Hatz durch Europa… immer dem Eddie hinterher. Nach dem bereits beschriebenen Rotterdam – Konzert, was an sich ja schon ein ziemlicher Hammer war, blieben uns nur ein knappes dutzend Stunden um uns wieder Richtung Berlin aufzumachen. Nachdem wir aber dem Ahoy so frisch und vor allem begeistert entstiegen waren genehmigten wir uns erstmal noch ein kleines McFress Menu und traten dann die Rückfahrt ins Ruhrgebiet an. Nach gut 7 Stunden Schlaf bestiegen wir wiederum das Auto um gen Bundeshauptstadt zu streben. Stau sei Dank brauchten wir dafür dann auch reichlich 6 Stunden.
Da wir uns standesgemäß (hey, wir waren auf Band-hinterher-reise-Urlaub) in einem Hostel eingenistet hatten für die kommenden Tage, war das mit der Verspätung auch recht unproblematisch. Nachdem wir also unser recht spartanisches aber unterm Strich schon passendes Zimmer bezogen hatten, trudelte auch meine Schwester, welche die Anreise separat verwirklichte, schon ein. Gemeinsam trollten wir uns dann in den angrenzenden Norma um die Nahrungs- und Genussmittelversorgung sicher zu stellen. Nach einem gemeinsamen Picknick mit der angehenden Jungfamilie Z. (Grüße an euch ;-) ), welche am Folgetag auch das Konzert genießen sollte, ließen wir den Tag dann im Hostel mit einem gepflegten „Pivo“ ausklingen.
Aufstehen war dann eine halbe Stunde vor Frühstücksdeadline angesagt, also schnell den wässrigen Kaffee gekippt und das eine oder andere Brötchen reingedreht und wieder aufs Zimmer; Mittagsruhe halten. Die Mädels waren ja eh shoppen. Zwischendurch noch fix den frisch installierten „Bierschrank“ im Norma aufgefüllt und dann gechillt und innerlich noch mal Rotterdam Revue passieren lassen. Aufbruch gen Wuhlheide war für ca. 14 Uhr geplant, was sich als eine elend lange Zeit des Wartens heraus stellte. Jedenfalls schmissen wir uns dann in Schale (meine geliebten Chucks und das dunkelblaue Bandwagon – Shirt bildeten meine Garderobe. Da unsere Unterkunft recht günstig zur Wuhlheide lag, brauchten wir nur ca. 20 Minuten und ein Umsteigeintermezzo mit der S Bahn, bevor wir an der Wuhlheide angelangten.

Am Ziel!
Es war also noch nicht einmal 15 Uhr nachmittags, als wir uns zu viert auf den Weg Richtung Veranstaltungsort machten. Wir schwammen mit einem minütlich anschwellenden Strom von Pearl Jam Fans durch den lichtdurchfluteten Wald. Spätestens als wir dann das Eingangstor sahen, vor welchem meine Schwester und ich vor mittlerweile fast 3 Jahren geschlagene 7 Stunden verharrten um auch ja noch in den FOS Bereich zu all den TenClubbern zu kommen, spätestens da waren wir angekommen am Sommerabend! Nun, da wir dieses Jahr aber 10C – Karten hatten, ließen wir jenes legendäre Tor (und auch zwei besoffene Italiener auf einem Tretauto *rofl*) im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und umrundeten die halbe Location um zu unserem Extraeingang zu gelangen. Die Ausschilderung war quasi nonexistent, weshalb ich einen dieser Securityheinis um Rat bat. Nach weiteren 15 Minuten Fußmarsch kamen wir dann auch am FEZ an, vor dessen Toren der Fanclubeingang dann auch platziert war. Schnell waren die Karten nebst der „Special – Entry“ – Bändchen (in einem schnieken Grün diesmal) abgeholt und es ging in typischer PJ – Vorkonzertmanier zum Relaxen auf die Wiese. Schön relaxte Stimmung, vom Ambiente her sogar noch eine Ecke chilliger als Rotterdam, was sich aber beim Einlass leicht änderte. Zwischen Bierchen und Bulette noch das eine oder andere Schwätzchen mit den Leutchens aus dem Forum gehalten. (Btw.: Ich weiß, dass das bissel versnobt rüberkommt, aber VERDAMMT, es war einfach geil, wenn man mal die Fragen nach dem voran gegangenen Konzert nicht stellt, sondern beantwortet! ;-) ). Als wir uns irgendwann kurz vor 17 Uhr dann langsam gen Schlange bewegten wurde uns klar, dass mit der Organisation des Fanclub Einlasses irgendwas schief gelaufen sein muß. Die gewohnte, reibungslose Abfertigung, die für den 10C sogar im Organisationssodom Düsseldorf halbwegs geklappt hatte, funktionierte nicht so recht. Early Entry konnte man quasi knicken, wir waren zwar mit die Ersten, aber das Normalvolk mischte sich auch so langsam unter uns „Auserwählte“. ;-) Jedenfalls suchten wir uns eine recht bühnennahe Position auf Mikeys Seite und als diese Position gesichert war, war erstmal Mercandise Zeit! Also auf in den Kampf am Merch-Stand und zwei der so herrlich schrägen Kunstrucke eingeheimst. Bis ich diese dann aber in der Hand hielt, musste ich erstmal so eine Art Moshpit überstehen… ein Eldorado für Frotteure war das… . Aber es hat sich ja gelohnt, am Ende hängt der in Eichenlaub gerahmte, totenköpfige, blutverschmierte Schnurrbartmetzger mit gigantomanischem Fleischerbeil jetzt gerahmt schräg über mit. Ach ja, Würste sind auch drauf *lol*. Feines Poster, rein künstlerisch bestimmt nicht so komplex wie Rotterdam, aber dafür mit einem doppelten Gaga-Bonus meinerseits versehen! 

Männerposter!
Praktischer Weise gab es die Posterrolle wieder dazu, wenngleich die Quantität der losgetretenen Poster schon etwas wehmütig stimmt. In Düsseldorf musste man die Poster selbst als Tencluber hart erkämpfen bevor die relativ geringe Anzahl ausverkauft war. In Berlin war davon keine Spur mehr, sodaß die Dinger wohl langfristig keinen Wertzuwachs á la D-Dorf hinlegen werden. ;-) Aber egal, jedenfalls ging’s dann zurück in den Innenraum. Das Warten auf die Band wurde langsam unerträglich. Wetter war perfekt, wir waren da… es konnte also los gehen! Aber was machten die Jungs: Ließen uns noch zwei Stunden schmoren. Dazu noch mit ein paar leicht bemesserten Polen in unserer Nähe. Aber was nimmt man nicht alles auf sich?!? Außerdem...


...wußten wir uns schon die Zeit zu vertreiben! ;-)
Als dann endlich Gomez die Bühne betraten setzte die erste Welle der Erleichterung ein. Nicht etwa, weil die so gut sind (auch wenn ich das Berlin-Set um Längen unterhaltsamer fand als den Auftritt in Rotterdam) sondern viel mehr, weil man die in 30 Minuten somit auch abhaken konnte. Noch mal: Schlecht sind Gomez nicht, nur als Einheizer halt ungeeignet. Jedenfalls groovten wir so gut es ging mit (Highlight des Sets mit Abstand wieder „How we Operate“) und als die Kerls die Bühne wieder räumten stimmten wir in den obligatorischen „Opener – Ratespaß“ ein. Ich war mir ja so was von sicher, dass heute die Stunde von „Release“ schlagen würde… ENDLICH. Weiter waren noch „Long Road“ und ggf. ein hingesummtes „Sometimes“ in der Verlosung wenn man sich mal so grob umhörte. Daß es am Ende nicht Release war, mag nicht unbedingt überraschen bei der Bandbreite, welche die Jungs so hinlegen bei Konzerten; wesentlich überraschender ist wohl, dass ich das mit dem abstand von 2 Wochen auch ganz gut so finde. Release wäre zwar als Song wahnsinnig toll gewesen, wenn wir ihn als Opener bekommen hätten, nur hätte das irgendwie nicht zum Konzert gepasst. Ebenso wenig, wie sie hätten mit Indifference aufhören „können“. Beides will ich unbedingt noch mal hören, aber dass es in Berlin nicht geschah, war unterm Strich gut so!

Ungefähre Standortangabe in Rot!
Jedenfalls warteten wir diesmal nicht ganz so lange wie in Holland, aber immer noch lange genug bis die Jungs die Bühne endlich betraten. Da waren sie wieder, zwei Tage nachdem wir sie frenetisch aus Rotterdam verabschiedeten standen sie wieder auf einer Bühne vor uns. Jedenfalls wurde diesmal statt einer ruhigen Begrüßung wieder die Rockerkeule ausgepackt. Ähnlich wie 2006, als mit „Go“ gleich richtig losgespurtet wurde, packte man mit „Why Go“ wieder eine schnellere Nummer aus. Mit dem kleinen Unterschied vielleicht, dass „Why Go“ noch ein wenig hymnenhafter ist. Bewundernswert, dass die Menge gleich voll da war. Refrain und vor allem die zum Mitklatschen animierende Basslastigkeit des Songs ließen die ganze Wuhlheide gleich mal anständig abgehen! Selbst dass es noch hell war als diese Töne einsetzten konnte da nicht wirklich stören, zumal der Genosse McCready schon beim ersten Solo unterstrich, dass er im Vergleich zu Rotterdam wohl nichts an Spielfreude eingebüßt hatte. Yes! Was folgte war nun mit „Hail Hail“ der ultimative Rocker der „No Code“. Noch so ein Kandidat von der persönlichen Wunschliste gleich zum Beginn. Der Zuschauerchor sang sich zudem so langsam ein und Eddie, der sichtlich nüchterner die Bühne betrat als in Rotterdam, strahlte gleich bei den ersten zwei Songs jede Menge Spaß aus.
Weiter gings mit einem recht frühen „Fixer“. Also der Song ist Live eine Bombe! Gut, das mag an den anfangs so ungewohnten „Yeah-yeahhh-yeahhhh`s“ liegen, die Live einfach mal zünden, aber mittlerweile halte ich den für ne ganz tolle Nummer! Auch wenn das Album erst Mitte September raus kommt, die Nummer zündete trotzdem schon verblüffend gut. Nach diesen drei Brettern zum Einstieg gabs nun ein „Guten Abend“ von Eddie und mit „Corduroy“ den nächsten Sing-Along. Wenn man sich so umschaute, sah man überall tanzende Menschen und emporgereckte Arme. Als 17.000 Anwesende rhythmisch klatschten um Mikeys nächstes Killersolo zum Abschluß des Songs einzuleiten, konnte man so für sich selbst das Zwischenfazit ziehen, dass die ganze Veranstaltung hier dem Jahr 2006 nicht sonderlich hinterher hinken wird. Eddie verlaß vor dem nun kommenden ruhigeren Block wieder ein paar Worte in holprigem Deutsch und dann nahm die Band mit „I am Mine“ erstmal den Fuß vom Gas. Was auf das herrliche Midtempostück der Riot Act folgte war nun aber der HAMMER! Die Jungs haben ein recht ausuferndes Repertoire an Balladen die nach I am Mine passen würden, aber sie zogen mit „Nothing as it Seems“ gleich mal wieder einen meiner absoluten Lieblingssongs aus dem Zylinder! Seit 2001 schaffte er es lediglich bei 27 Konzerten auf die Setlist und ward in Europa zuletzt am 29.Juni 2000 in Oslo gehört. Eine dieser fast schon hypnotischen Balladen der Jungs, die einen einfach nur durch das Konzert treiben lässt. Vom Erklingen des ersten Tons bis zum letzten Saitenanschlag durch Mikey träumte man sich durch den Song. Zumal man nicht wirklich merkte, dass der schon relativ lange nicht mehr gespielt wurde… tolle Version! Am besten trifft einen so was immer noch überraschend.
Im Anschluß gabs mit „Untitled“ und „MFC“ die fast schon zusammengeschweißten Brüder im Geiste. Wenn es bei Pearl Jam so was wie „Easy Listening“ gibt, dann wohl MFC. Man wurde aus der dann doch schon so dunkel – süßen Umklammerung von „Nothing as it Seems“ recht angenehm wieder heraus gerockt. Großartig. Und weil wir grade dabei waren abzugehen, gabs mit „Gods Dice“ und vor allem dem unvergänglichen „Even Flow“ nebst Drum-Solo fröhlich weiter auf die Mütze. War schon irgendwie beruhigend, Even Flow wieder als Konstante bei den Konzerten zu haben, ein Konzi (Düsseldorf) ohne das Lied reicht dann auch. Außerdem ist das Dingen nach Alive der ultimative Mitsinger der Jungs, da kocht dann jede Location! Vor Even Flow gabs übrigens eine ziemlich einmalige Sache. Eddie ließ auf Grund Platzmangel (Stichwort: Fehlender FOS – Bereich) die gesamten Massen mal kollektiv drei Schritte zurücktreten… und es klappte! Kopenhagen hin oder her, ich hätte nicht gedacht, dass das funktioniert.
Mit „Unemployable“ und „Severed Hand“ war dann wieder Avocado-Time. Während ersterer schön rockte und Live auch wesentlich markanter und mitreißender ist als auf CD, zeigte sich bei Severed Hand mal wieder wie unglaublich gut die Jungs zusammenspielen können. Unfassbar, man merkt denen den Spaß an dem, was sie machen richtig an.
Mit „Light Years“ wurde dann gleich schön hochqualitativ weiter gemacht. Toller Song, der zudem wieder etwas das Tempo raus nahm. Man konnte im wahrsten Sinne des Wortes erstmal wieder Luft holen. Schon der leichtfüßig eingespielte Einstieg war genial gewählt um etwas die Spannung raus zu nehmen.
Um vor dem großen Finale des Mainsets aber noch ein bissel mehr Luft schnappen zu können, gönnte man uns Daughter (mit Blitzkrieg Bop – Tag). Großartige Version, auch dass Eddie das Tag ein wenig vernachlässigte um statt dessen seinen Spaß mit dem Publikum zu haben (Motto „Ich mach` Blödsinn, wer macht mit?“) störte da nicht wirklich, im Gegenteil. Die Wuhlheide jedenfalls schien in diesen Momenten ein einziger Chor zu sein! Zu schade, dass „Black“ nicht kam, das wäre bei dem Potential an Stimmen und Stimmung zur Naturgewalt ausgeufert.
Wie versprochen: Der Ausstieg aus dem Mainset fiel dann wieder eine Runde rockiger aus. Nach dem neuen „Got Some“, das wie erwartet wieder die Masse in Schwung setzte, konnte mit dem seltenen aber in meinen Ohren großartigen „Glorified G“ (sorry Klenne, aber da musstest du durch) erneut gepunktet werden. Für die Nostalgiker gabs dann noch mit „Brother“ eine Artefakt aus längst vergangenen tagen, was wohl durch die Arbeiten an der neu abgemischten „Ten“ wieder Einzug in den Bühnenkatalog fand. Danach dann das große Finale mit „Insignificance“ (jaja, nach Düsseldorf zum 2. Mal gehört) und als Abschlußkracher dann „Do the Evolution“ WOOOO-HOOOO da gings noch mal so richtig ab. DTE, was mittlerweile, als einer der wenigen Songs der Jungs, in die Setlist einzementiert ist, prügelte die Stimmung unbarmherzig nach vorne. Und so verabschiedeten wir die Band mit einem geradezu irren Chor in die kurze Spielpause. Wenn man das Bootleg hört wird einem erst mal bewusst, wie es da abging! Von vorne bis hinten ist diese Version einfach nur geil! Der „Hallelujah“ – Chor von Stone persönlich angestachelt – topt in meinen Ohren alle vier anderen Konzerte noch, das beste DTE was ich bisher gehört habe! Wie immer war der Song viel zu schnell vorbei. Zu einem Zwischenfazit kam ich gar nicht wirklich, erstmal war man ohnehin viel zu sehr geflasht von der Spielfreude und der überaus schmackhaften Songsauswahl, andererseits musste man sich auf das Kommende vorbereiten… soweit das überhaupt ging. Die Jungs öffneten an diesem Abend wiedermal die eine wahre Setlist – Wundertüte. Da fiel es schwer irgendwelche Prognosen über die Encores zu treffen. Wie zum Beweis betrat Eddie mit Jeff zunächst alleine die Bühne. Jeff, seines Zeichens eigentlich Bassistengott vom Dienst, schnappte sich eine akustische Gitarre und nachdem Eddie sich erstmal für den bislang so angenehmen Abend bedankte (Scherzkeks… das müsste eher andersrum laufen), stiegen die beiden ausgerechnet mit „Bee Girl“ ein. Bee Girl…. Alter! BEE GIRL!!!! :-D Spitze! Und danach der direkte Übergang zu „Betterman“ in Form eines unglaublichen Wuhlheide-Chors. Gänsehautfeeling pur war das. Rotterdam bekam schon eine top Version von Betterman präsentiert. Dadurch, dass Eddie in Berlin den Massen aber nicht ins Wort fiel und wir die erste Strophe komplett alleine sangen, wurde der ganze Song noch mal um eine ganze Ecke gepusht. Unglaublich, wie dieses erste Encore startete. „Betterman“ war und ist für mich die beste Version des Songs bisher… das toppt Madrid 2006, wo der Song als Opener ähnlich gut ankam, noch mal um Längen! Auch das „Save it for Later“ Tag schlug bombastisch ein. Es war so richtig schade, als das Lied vorbei war.


"Betterman"... ohne Worte! (PS: Achtet mal auf Stonie, wie Schmidtchen Schleicher ;-)
Die Jungs hatten sich offenbar einen gemäßigten Einstieg in den ersten Zugabenblock vorgenommen, denn sie ließen „Given to Fly“ folgen. Die Wuhlheide war mittlerweile ein kollektive Party geworden. GTF wurde zudem zwei frisch vermählten gewidmet. Eddie brachte es mit seinem leicht dahingelallten „viel Glugk“ wohl auf den Punkt. ;-) Alle die den Song für „tot gespielt“ halten: Schande über euch! Klar kommt der auf fast jedem Konzert mittlerweile, aber wer bei GTF im Innenraum steht und DAS erlebt, was in berlin los war, der kann eigentlich nichts dagegen haben, wenn das Lied hin uns wieder live ausgepackt wird.
Jetzt wurde aber bis zum Ende des Abends der Raritätentresor gaaaaaanz ganz weit geöffnet! Den Anfang machte die 32. ever played version of „Hard to Imagine“. Sooo schön der Song! Wieder was zum treiben lassen und im Rhythmus schwelgen. Irgendwann auch mal lauthals mitsingen und, so intensiv wie die Jungs das Ding spielten, fast schon mitleiden. Die instrumentellen Parts getragen von Mikeys Top-Form! Unter anderem gabs heute wieder eine kleine Einlage der Marke „ich kann euch auch hinterrücks die Hammerriffs spielen“… Mr. Mike McCready, der Lionel Messi der Plektren! Wahnsinn! Auch dass die Jungs dem Song fast 2 Minuten zum Ausklingen ließen, begleitet vom Klatschen der Massen, war ein weiterer Grund diesen Moment auf den Olymp der bisher gehörten PJ – Songs zu hieven! Da kann er es sich dann mit den ca 3 Dutzend anderen Songs gemütlich machen! ;-)
Als „Rausschmeißer“ aus dem ersten Zugabenblock folgte nun Die Hymne schlechthin: „Alive“! Der ultimative Mitsinghöhepunkt des Abends. Diesen Refrain aus ca 17000 Kehlen zu hören ist einfach un-glaub-lich. Vorn auf der Bühne stürzt dazu noch der Eddie wir von der Tarantel gestochen über die Bühne. Weltklasse; unsere „Hey-Hey-Hey“`s muß man doch noch bis Potsdam gehört haben….


Hier mal der Beweis für unsere Form bei Alive! Ich hab bewußt mal ne Aufnahme bei youtube gesucht, wo das, was im Publikum abging zumindest zu erahnen ist!
Leider endete der Song halt in der 2. Encore Break. Wieder eine kleine Verschnaufpause, die aber durch die selbst gewählte Form der Bandbegrüßung verkürzt wurde. Die Jungs wurden mit dem guten, alten „Ooooooooooooooooohhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh“ in fußballeresquer Manier wieder auf der Bühne willkommen geheißen. Eddie, der den Sinn dieser Übung immer noch nicht so ganz erfasst hat, betrat wieder sichtlich gerührt die Bühne und spielte ein wenig mit der Tonhöhe der Masse herum. Ich glaube ihm gefällt das Spielchen, aber er sollte sich langsam mal erklären lassen was wir eigentlich von ihm wollen. ;-) Jedenfalls beeindruckte ihn der ganze Spaß so sehr, dass er Berlin quasi den Persilschein für anstehende Tourplanungen ausstellte.
Nun wurde es aber… kafkaesk!! Man stieg mit „Angie“ von den Stones ins 2. Encore ein (BTW: seit 1993 zum erst dritten Mal gebracht die Nummer)! Aber als Überleitung zum anstehenden „Elderly Woman“ perfekt das Ganze. Zumal nach einer kleinen Phase der Irritation das Publikum auch bei Angie textsicher einstieg (naja, Kunststück…). Jedenfalls war „Elderly Woman“ dann auch umso mitsing – intensiver und vor dem anstehenden Power-Goodbye der letzte Moment der Ruhe der uns gegönnt wurde! ;-)
Dank eines unbekannten Helden mit einem riesigen „Faithful“ – Schild bekamen wir diesen Hammersong dann als nächstes zu hören. Dafür wurde dann zwar „Green Disease“ von der Setlist gestrichen, womit meinereiner aber bei dem Ersatz ganz gut leben kann. Außerdem hatte ich Green Disease schon vor 3 Jahren in Berlin erleben dürfen. Faithful dagegen war neu und entsprechend toll war es dann auch diese Nummer zu Hören zu bekommen. Meiner Meinung nach einer dieser vollkommen zu Unrecht missachteten Songs der Band! Der geht auf der Yield irgendwie unter, wasw eigentlich sehr sehr schade ist.
Nun, soviel sei schon mal verraten, standen die letzten drei Songs eines unglaublichen Abends an, der gewohnheitstreu mit „Yellow Ledbetter“ enden sollte. Vorher wurde aber noch mal so richtig am Gashebel gezogen und seit 1993 erstmals wieder „Sonic Reducer“ in Europa ausgepackt. Ein Powersong, der einem kaum Verschnaufpausen lässt und unablässig nach vorne marschiert. Nochmal ordentlich abgehen war angesagt… aber als Eddie dann mit „Ich glaube ihn hier zu spielen hat eine große Bedeutung“ ausgerechnet „Rocking in The Free World“ ansagte, da packte die Menge noch mal die geschundenen Stimmbänder bei der Ehre und verwandelte den Song zu einer wahren Wahnsinnsversion! Keine Ahnung ob es nun an der grundsätzlich grandios aufgelegten Band lag, den voran gegangenen zweieinhalb Stunden puren Konzertwahnsinns oder einfach daran, dass Berlin die Nummer 20 Jahre nach dem Mauerfall quasi geschenkt bekommt… RITFW ging unvergleichlich ab! Werde ich nie vergessen diese sieben Minuten! Danke!
Das erwähnte „Yellow Ledbetter“ ließ dann noch mal die ganze Wuhlheide den großen Abschiedschor zelebrieren. Die Nummer ist immer ein wenig traurig, egal wie toll der Song an sich auch ist. Also schwelgten alle noch mal in den frischen Erinnerungen an das eben gemeinsam durchlebte Konzert und ließen die Band mit lautem Getöse ihren wohl verdiensten Feierabend antreten, freilich erst, nachdem „Mr. Spielfreude“ gut zwei Minuten lang mit dem Hauptriff spielte und sowohl den Song als auch den ganzen Abend sanft zur Ruhe legte. In diesem Moment verstand man auch, warum Eddie sich plötzlich vor dem noch versonnen spielenden Mike auf die Knie warf und sich verbeugte. Stellvertretend für alle Anwesenden quasi.
NAIS, Hail Hail, Hard to Imagine, Faithful, Glorified G, Light Years, Sonic Reducer und RITFW in EINEM Konzert, dazu noch ein Dutzend Hammersongs und KEIN „Come Back“… hätte mir das einer vor dem Konzert gesagt, ich hätte nur noch gefragt wo man das kaufen kann, was der Typ nimmt! ;-) Selbst mit 15 Tagen Abstand ist das Konzert noch unfassbar grandios gelaufen. Die Setlist alleine, egal wie großartig sie auch aussieht (und mal ehrlich, die ist einfach der Hammer) kann das Konzert nicht wirklich beschreiben. Es war zwar nicht zu erwarten, aber im Vergleich zu Rotterdam wurde hier noch ordentlich eine Schippe drauf gelegt… und Rotterdam war schon ein wahnsinnig toller Abend.
Jedes Konzert der Jungs ist irgendwie anders und daher auch nur schwer vergleichbar. Das sind keine Setlistperfektionisten, die pro Tour eine Setlist entwerfen, die dann auf Teufel komm raus durchgezogen wird (gelle, Mr. McCartney?!?). Nur mal so als Hinweis: Berlin war mein mittlerweile viertel Konzert der Jungs, auf dem ich immer noch 15 Songs geboten bekam (von insgesamt gespielten 30!), die ich vorher live noch nicht erleben durfte. Von insgesamt 116 gespielten Stücken auf besagten vier Konzis waren 73 unterschiedliche Songs dabei. Die Quote ist einfach mal geil! :-D Aber egal, so wie das klingt haben die Jungs sich ernsthaft mit dem Gedanken angefreundet nächstes oder spätestens übernächstes Jahr wieder zu kommen. Dann freilich mit dem „Backspacer“ im Gepäck. Aber wenn ich da von „The Fixer“ oder „Got Some“ ausgehe, muss man sich um das Album wahrlich keine Sorgen machen.
Unterm Strich bleibt ein wahrhaft großartiger Urlaub mit zwei denkwürdigen Konzerten. Ich fange jetzt mal lieber an mit Sparen für die angekündigte Euro-Tour ;-)… Jungs, sagt mir wo und wann und DER ONKEL GEHT WIEDER AUF TOUR!!!!


Setlist:


Mainset:
Why Go
Hail Hail
The Fixer
Corduroy
I Am Mine
Nothing As it Seems
Untitled
MFC
Gods' Dice
Even Flow
Unemployable
Severed Hand
Light Years
Daughter(Blitzkrieg Bop)
Got Some
Glorified G
Brother
Insignificance
Do The Evolution


Encore 1
Bee Girl
Better Man(Save it for Later)
Given To Fly
Hard To Imagine
Alive
Encore 2


Angie
Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town
Faithful
Sonic Reducer
Rockin' In The Free World
Yellow Ledbetter

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